
Esst ihr auch am liebsten alleine, damit euch die Kaugeräusche eurer Dinner-Dates nicht den Appetit verderben? Diese ekelhafte Geräusch, wenn sie in eine knusprige Pommes beißen oder ihren Salat verschlingen. Die abscheuliche Anreihung von Tönen, die erfolgt, wenn sie trinken: Schlürf, Swisch, Schluck. Pfui!
Wir kennen das. Und lange Zeit haben wir uns ziemlich schuldig dafür gefühlt, dass wir es nicht ertragen können, Menschen beim Essen zuhören zu müssen. Doch das schlechte Gewissen können wir uns künftig sparen! So behaupten Forscher der britischen Newcastle University, dass unsere Überempfindlichkeit gegenüber Kaugeräuschen psychisch bedingt ist. Misophonie heißt diese psychische Störung, die es uns unmöglich macht, kauende Menschen zu tolerieren.
Was ist Misophonie?
Misophonie ist eine Gehirn-Anomalie, bei der Betroffene besonders extrem auf gewisse Geräusche – wie zum Beispiel Kauen, Schmatzen oder lautes Atmen – reagieren. Dass das nicht bloße Einbildung ist, konnten die Wissenschaftler der Newcastle University jetzt auch in einem Artikel, der im Fachmagazin Current Biology erschienen ist, bestätigen. Demnach haben die Wissenschaftler in einem Experiment nachgewiesen, dass die Gehirnströme bei Misophonie-Patienten nach dem Erklingen von Trigger-Geräuschen reagiert haben.
Aber nicht nur das: Leute mit Misophonie verlieren auch die Kontrolle über ihre Gefühle, wenn sie Trigger-Geräusche hören. So wird die Schaltstelle für Gefühle im Gehirn durch die unliebsamen Geräusche komplett durcheinander gebracht. Auch die Herzfrequenz und Schweißbildung steigen dadurch. Ernstzunehmende Symptome!
Diese Ergebnisse beruhen auf dem Vergleich von Leuten mit und ohne Misophonie. Versuchspersonen wurden MRTs unterzogen, während ihnen verschiedene neutrale bis unangenehme Geräusche vorgespielt wurden. Dabei haben Misophonie-Patienten deutlich extremer auf die Trigger reagiert.
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