Gehaltsverhandlung: Die besten Tipps

Gehaltsverhandlung: Die besten Tipps für ein erfolgreiches Gespräch

Bei dir steht eine Gehaltsverhandlung an? Wir verraten dir hier, was du dabei beachten solltest.

Egal ob bei einem Jobwechsel, im Vorstellungsgespräch für eine neue Stelle, nach Ende der Probezeit oder bei einer neuen Vertragsverhandlung: Im Berufsleben stehen immer wieder neue Gehaltsverhandlungen (Gehaltsgespräche) an. Dabei wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Vorgesetzten) verhandelt, wie die Bezahlung aussehen soll oder inwiefern sich das bereits vereinbarte Gehalt verändern soll. Im Idealfall geht man als Arbeitnehmer mit einem Gehaltswunsch in die Verhandlung und mit einer Gehaltserhöhung aus dem Gespräch. Doch wie bereitet man sich am besten auf eine Gehaltsverhandlung vor und was sollte man im Gespräch mit dem Verhandlungspartner beachten? Die besten Tipps und Tricks bekommst du hier.

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Gehaltsverhandlung: Die richtige Vorbereitung

Das Wichtigste bei einer Gehaltsverhandlung ist, dass du dich richtig auf das Gespräch vorbereitest. Du solltest schon vorab deinen Marktwert kennen und dir im Klaren sein, was du im Gespräch verlangen möchtest, also wie dein Gehaltswunsch aussieht. Außerdem solltest du dir ein Bild darüber machen, was du kannst und welchen Nutzen du dem Unternehmen bringst – dies gilt sowohl bei einem Vorstellungsgespräch für eine neue Stelle, als auch bei einer Gehaltsverhandlung für einen Job, in dem du bereits eingestellt bist (zum Beispiel zum Ende deiner Probezeit). So kannst du dich auf dein Gehaltsgespräch mit deine:r Vorgesetzten vorbereiten:

  • Verhandlungsziel setzen: Als Erstes solltest du dir die Frage stellen, was du verdienen möchtest. Dafür kannst du online nachsehen, wie viel Gehalt für deinen Beruf durchschnittlich üblich ist. Zudem kannst du dich mit Freunden und Kollegen und Mitarbeitern in der gleichen Branche austauschen, um herauszufinden, welche Gehaltssprünge und Gehaltsvorstellungen möglich sind. Etabliere daraus – und aus deinen persönlichen Wünschen – ein Gehaltsziel (Gehaltswunsch), dass du durch die Verhandlung erreichen möchtest.
  • Spielraum einplanen: Bereite insgesamt drei Gehaltsschritte für dich vor: einmal das Gehalt, bei dem du vor Freunde in die Luft springen würdest, dann das Gehalt, mit dem du zufrieden wärst und als Drittes die Summe, bei der du neu verhandeln wollen würdest. So weißt du schon vorab, ob der Vorschlag deines Chefs oder deiner Chefin für dich in Ordnung ist und musst nicht erst nachrechnen.
  • Argumente auflisten: Lege dir eine Liste mit Argumenten bereit, die dafür sprechen, dass du mehr Geld verdienen solltest. Tipp: Persönliche Gründe, wie etwa ein Umzug oder ein Reisewunsch, haben hier nichts verloren. Die Argumente sollten sich ausschließlich auf deine berufliche Leistung, deine Erfahrung und deine Aufgaben und Projekte im Unternehmen beziehen. Aus deinen Argumenten sollte deutlich werden, wieso du wichtig für das Unternehmen bist und wie du auch künftig für die Firma und in deiner Stelle als Mitarbeiter von Nutzen sein kannst. Im Idealfall kannst du deine Erfolge für deinen Verhandlungspartner (Chef oder Chefin) zusätzlich mit Zahlen belegen.
  • Situation des Unternehmens: Zur Vorbereitung solltest du dir außerdem ein Bild über die aktuelle Situation des Unternehmens machen. Expandiert die Firma gerade und die Zahlen steigen Richtung Erfolg? Dann hast du eine gute Basis für eine Gehaltserhöhung. Wenn deine Firma gerade Verluste macht, könnte es für dich schwieriger werden, mehr Geld auszuhandeln.

Gehaltsverhandlung: Dos & Don'ts für das Gespräch

Wenn du dich gut vorbereitet hast und der Termin für das Gespräch (Vorstellungsgespräch) vereinbart wurde, kann es losgehen. Auf folgende Dos und Don'ts solltest du für deinen Gehaltswunsch achten:

Dos bei der Gehaltsverhandlung

  • Mach den ersten Schritt: Im besten Fall gibst du bei der Gehaltsverhandlung das erste Gebot für die Gehaltsanpassung ab. Das zeigt deinem Gegenüber, dass du gut vorbereitet bist und schafft einen Vergleichswert, auf dessen Basis die restlichen Verhandlungen stattfinden werden.
  • Ungerade Zahl nennen: Eine krumme Gehaltssumme signalisiert, dass du genau auf den letzten Cent weißt, was du wert bist. Diese Angabe hat obendrein den Effekt, dass dein Gegenüber erkennt, dass du dich vorbereitet hast. Außerdem sorgt dieser Zug dafür, dass dein Verhandlungspartner oder deine Verhandlungspartnerin erst rechnen muss, bevor er oder sie dir ein Gegenargument macht.
  • Hoch pokern: Steige mit einem hohen Gehaltsvorschlag für die Gehaltsanpassung in die Verhandlung ein. Dieser darf ruhig etwas zu hoch sein, denn diese Summe gibt für die restliche Verhandlung den Ton an. Achte darauf, dass du deine Gehaltsvorstellung charmant und freundlich formulierst, damit die Forderung nicht arrogant wirkt.
  • Sei flexibel: Zeige auch eine gewisse Flexibilität bei deinem Gespräch. Überlege dir vorab, welche zusätzlichen Leistungen (zum Beispiel BahnCard, Ticket für öffentliche Verkehrsmittel, Zuschuss für Schulungen) für dich infrage kommen würden. Diese kannst du dann zusätzlich zu deinem Gehalt von deinem Verhandlungspartner (Chef oder Chefin) erfragen, wenn deine erwünschte Erhöhung nicht auf den Cent genau umgesetzt werden kann.
  • Neues Gespräch vereinbaren: Wenn du mit dem Ergebnis deiner Verhandlung nicht zufrieden bist, kannst du am Ende auch um ein Follow Up-Gespräch bitten. Frage am besten deinen Chef oder deine Chefin, wann ein guter Zeitpunkt für eine neue Verhandlung wäre und stimme direkt einen festen Termin für die erneute Gehaltsanpassung ab – so kann der oder die Vorgesetzte dir nicht entkommen oder die Verhandlung nochmal nach hinten verschieben.

Don'ts bei der Gehaltsverhandlung

  • Falsches Timing: Achte darauf, dass das Timing für deine Gehaltsverhandlung bzw. dein Gehaltsgespräch stimmt. Wenn du erst vor ein paar Wochen verhandelt hast, ist es noch etwas zu früh, um erneut nach mehr Geld zu fragen. Auch kurz nach der Einstellung in einer neuen Stelle solltest du nicht direkt nach mehr Geld fragen. Nach einem Jahr, wenn eine Vertragsverlängerung ansteht, nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten oder nach der Probezeit sind gute Zeitpunkte für eine Gehaltsverhandlung.
  • Schlechte Argumente: Gut vorbereitete, sachliche Argumente sind das A und O bei deiner Verhandlung. Private Kosten oder Vergleiche mit Kollegen dagegen machen nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern werden dir auch nichts bringen.
  • Erpressung: Druck aufzubauen oder gar mit einer Kündigung zu drohen ist ein absolutes No Go bei einer Gehaltsverhandlung. Eine solche Strategie kann nur nach hinten losgehen.
  • Unter Wert verkaufen: Wer zu wenig Gehalt verlangt oder nach einem ersten Verhandlungsversuch gleich zurückrudert, wirkt unsicher und schlecht vorbereitet. Wenn du dich unter Wert verkaufst, verlierst du den Respekt deines Gegenübers (Verhandlungspartner) und das könnte sich eventuell sogar auf zukünftige Gehaltsverhandlungen auswirken.

Gehaltsverhandlung: Fazit

Laut Studien verlieren Angestellte in ihrem Berufsleben mehr als eine halbe Million Euro, weil sie keine Gehaltsverhandlungen führen und so auch keine Gehaltserhöhung bekommen. Deshalb ist es nur zu deinem Vorteil, regelmäßig und gut über dein Gehalt zu verhandeln. Mache dir deine Erfahrung, dein Können und deine Leistung bewusst und verlange selbstbewusst und ruhig deine entsprechende Vergütung von deinem Chef oder deiner Chefin. Wenn du dich gut auf dein Gespräch vorbereitest, kommst du sicher beruflich und finanziell weiter. Wir wünschen dir viel Erfolg!

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Verwendete Quellen: stepstone.de, karrierebibel.de, sz.de

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