Equal Pay Day: So viel weniger verdienen Frauen als Männer

Equal Pay Day: Frauen verdienen immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer

Der Equal Pay Day macht auf einen Fakt aufmerksam: Nämlich, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer. Doch wie viel genau?

Frau sitzt an Schreibtisch mit Laptop
© PexelsHeute ist Equal Pay Day. Dieser macht auf den Gender Pay Gap aufmerksam.

Am 17. März 2020 ist Equal Pay Day - und das ist eigentlich überhaupt kein Grund zur Freude. Sondern macht ein wenig wütend. Denn erst ab heute werden wir Frauen für unsere Arbeit auch bezahlt - bildlich gesprochen.

Equal Pay Day - So viel weniger verdienen Frauen 

Frauen bekommen rund 20 Prozent weniger Gehalt als Männer. Rein rechnerisch müssen sie also bis zum 17. März 2020 arbeiten, um genauso viel Geld verdient zu haben wie Männer bereits zum Ende des Jahres 2019. Bis dahin haben Frauen quasi umsonst gearbeitet. Intern finden wir das ganze so schlimm, dass wir den "Rechner des Zorns" erfunden haben. Ihr wollt wissen, wie viel Geld euch in 2019 durch die Lappen gegangen ist? Bleibt dran!

"Der Rechner des Zorns" - So errechnet ihr den Pay Gap

Der Rechner des Zorns funktioniert ganz einfach: Ihr müsst euer Gehalt - wir empfehlen das Netto-Monatsgehalt, geht aber auch mit den Brutto- oder Jahreswerten, das tut dann eben noch mehr weh - mit 100 multiplizieren. Diese Summe teilt ihr dann durch 80 (weil wir rund 20 Prozent weniger als Männer verdienen). Dann seht ihr, was Männer im gleichen Zeitraum verdienen.

Die Gender Pay Gap basiert natürlich auf Durchschnittsgehältern - natürlich gibt es Frauen in Spitzenpositionen, die mehr als ein durchschnittlicher Mann verdienen. Es ist sozusagen eine sehr plastische Darstellung dessen, was die Durchschnittdeutsche am Ende des Jahres weniger in der Tasche hat als ihr männlicher Durchschnittskollege - nämlich 20 Prozent weniger. Jüngere Studien sprechen sogar von einem Entgeltunterschied von 23 Prozent zwischen den Geschlechtern! Andere Berechnungen gehen von 101 Tagen aus, die Frauen mehr arbeiten müssen, um das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen zu verdienen und datieren den Equal Pay Day darum auf Anfang April.

20 Prozent weniger Lohn für Frauen?

Aber warum sollten Menschen für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen, nur aufgrund minimaler körperlicher Unterschiede? Klassische Argumente, woher der Gender Pay Gap herrührt, machen uns leider auch nicht zufriedener: Frauen seien zurückhaltender! Und das vor allem auch in Gehaltsverhandlungen. Dazu kommt, dass nur ca. 30 Prozent der leitenden Angestellten in Privatunternehmen Frauen sind – so der "Führungskräfte-Monitor 2017" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Außerdem arbeiten Frauen seltener in sogenannten Männerdomänen wie Autoindustrie oder Informationstechnik - dort sind die Gehälter aber tendenziell höher. Hinzu kommt, dass Frauen extrem viel "unsichtbare" und unentgeltliche Care-Arbeit übernehmen. Sie machen meist immer noch mehr im Haushalt, erziehen die Kinder und pflegen Alte und Kranke. 

Und was lernen wir daraus? Bei der Berufswahl sollten wir versuchen, Rollenklischees hinter uns zu lassen, in Bewerbungs- und Jahresgesprächen selbstbewusster und bestimmter auftreten. Vor allem aber: Auf Chefinnen und Chefs hoffen, die Frauen, Mütter, Väter und Singles einfach allesamt gleich behandeln: aufgrund ihrer Leistungen, Effektivität und Erfahrungen bewerten - nicht aufgrund ihres Geschlechts.

frau mit like a boss tasse in der hand
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