Archetypen: Diese 12 Persönlichkeitstypen schlummern in dir

Archetypen: Diese 12 Persönlichkeitstypen schlummern in dir

Du willst deinen Charakter und deine Persönlichkeit besser verstehen? Die Theorie der Archetypen kann dir dabei helfen.

Wie kommt eigentlich unsere Persönlichkeit zustande? Eine Frage, mit der sich unendlich viele Theorien in der Psychologie beschäftigen. Ansätze, die versuchen, Charaktereigenschaften des Menschen und deren Ursprung zu verstehen, gibt es viele. In der Wissenschaft der Psychologie geht man heute davon aus, dass sich unsere Persönlichkeit aus einer Kombination aus Lebenserfahrungen, Lebensumständen, genetischen Faktoren und dem sozialen Umfeld zusammensetzt. In der analytischen Psychologie wird zusätzlich noch das Unbewusste mit hinzugezogen, das ebenfalls einen Einfluss auf unseren Charakter haben soll. Der analytische Psychologe Carl Gustav Jung hat schließlich die zwölf Archetypen identifiziert, um die Persönlichkeit der Menschen näher beschreiben zu können. Was sie bedeuten, erfährst du hier.

Archetypen nach Jung: Was steckt dahinter?

Die Theorie der zwölf Archetypen von Carl Gustav Jung geht davon aus, dass es ein kollektives Unbewusstes gibt, das unsere Persönlichkeit prägt. Er identifizierte in den 1930er-Jahren zwölf Urtypen bzw. Urbilder, sogenannte Archetypen, die in uns allen zu finden, jedoch unterschiedlich ausgeprägt sind. Jung betrachtete verschiedene Märchen, Sagen, Symbole und Legenden unterschiedlicher Kulturen und ermittelte daraus die zwölf Urtypen. Dabei erhob er jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es kann also gut sein, dass noch weitere Archetypen in uns schlummern.

Jeder Archetyp folgt einer bestimmten Agenda und ist mit bestimmten Emotionen, Eigenschaften, Denkweisen und Zielen verbunden. Wie stark ein bestimmter Archetyp zum Vorschein kommt, hängt unter anderem von unseren Erfahrungen, unserem Umfeld und wahrscheinlich auch von unseren Genen ab. Sie repräsentieren Verhaltensmuster und Eigenschaften, die uns Menschen ausmachen.

Diese 12 Archetypen gibt es

Jung ging davon aus, dass wir alle verschiedene Merkmale in uns tragen, die aber in jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Diese Merkmale beeinflussen unser Verhalten und unsere Denkweisen. Zwölf Archetypen gibt es laut Jung. Diese sind wiederum in vier Oberkategorien unterteilt: Ordnung, Erfüllung, Chance, Verbindung. Die vier Kategorien beschreiben Bedürfnisse, die jeder von uns hat. Wie stark sie ausgeprägt sind, ist dabei von Person zu Person verschieden. Hier findest du alle zwölf Archetypen im Überblick:

Ordnung (Struktur verleihen)

Der Herrscher (Kontrolle)

Der Herrscher hat ein starkes Bedürfnis nach Macht und Kontrolle. Er hat ein großes Selbstbewusstsein und ist sehr gut darin, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. In der griechischen Mythologie wird dieser Archetyp zum Beispiel durch den Gott Zeus verkörpert.

Typische Eigenschaften:

  • verantwortungsbewusst
  • selbstbewusst
  • dominant

Der Schöpfer (Innovation)

Der Schöpfer spiegelt unsere kreative und fantasievolle Seite wider. Er hat das Bedürfnis, Neues zu erschaffen und hat einen großen Erfindersinn. Dafür ist er bereit, Grenzen zu überwinden.

Typische Eigenschaften:

  • risikofreudig
  • erfinderisch
  • kreativ

Der Pfleger (Fürsorge)

Der Pfleger empfindet sich als besonders belastbar und stark. Er hat das Bedürfnis, sich um seine Mitmenschen zu kümmern und möchte Gutes bewirken. Sein Mitgefühl, seine Hilfsbereitschaft und Fürsorglichkeit rühren von einem Bedürfnis nach Kontrolle und Einfluss. In der griechischen Mythologie wird dieser Archetyp durch die Göttin Hera repräsentiert.

Typische Eigenschaften:

  • hilfsbereit
  • fürsorglich
  • empathisch

Erfüllung (Sehnsucht nach dem Paradies)

Der Weise (Wissen)

Der Weise ist besonders neugierig und hat einen großen Wissensdurst. Er möchte Zusammenhänge verstehen und strebt ständig nach neuem Wissen. Er versucht, Informationen zu sammeln, Erkenntnisse zu gewinnen und versucht so, Klarheit in seine Welt zu bringen.

Typische Eigenschaften:

  • neugierig
  • analytisch
  • intelligent

Der Entdecker (Freiheit)

Der Entdecker strebt nach Freiheit und braucht ständig Abwechslung. Er ist mutig und experimentierfreudig und Stillstand, Eintönigkeit und Langeweile ist ihm zuwider. Mit Regeln und Einschränkungen fühlt er sich gar nicht wohl. Er braucht die Möglichkeit, sich frei entfalten zu können.

Typische Eigenschaften:

  • abenteuerlustig
  • experimentierfreudig
  • unabhängig

Der Unschuldige (Sicherheit)

Der Unschuldige glaubt an karmische Gerechtigkeit und hat ein großes Bedürfnis nach Harmonie, Frieden und Sicherheit. Er geht Konflikten meist aus dem Weg und bemüht sich, es anderen recht zu machen. Optimismus und Zuversicht leiten ihn.

Typische Eigenschaften:

  • harmoniebedürftig
  • optimistisch
  • moralisch

Chance (Spuren hinterlassen)

Der Held (Leistung)

Der Held hat ein großes Bedürfnis, sich zu beweisen. Er will andere überzeugen, dass er fähig und kompetent ist und über sich hinauswachsen kann. Er ist zuverlässig, mutig und hat einen positiven Einfluss auf seine Umwelt. Gerne nimmt er die Vorbildfunktion ein.

Typische Eigenschaften:

  • mutig
  • hilfsbereit
  • zuverlässig

Der Zauberer (Transformation)

Der Zauberer (Magier) sieht überall ungenutztes Potenzial und hat das Bedürfnis, alles in etwas Tolles zu verwandeln. Er strebt nach Selbstverwirklichung und Inspiration und ist ein echter Visionär. Er entwickelt seine Welt ständig weiter.

Typische Eigenschaften:

  • visionär
  • kreativ
  • idealistisch

Der Rebell (Befreiung)

Der Rebell hat kein Problem damit, sich gegen Regeln, Prinzipien und Traditionen aufzulehnen. Er akzeptiert keine Grenzen und Limits und trotzt allen Argumenten. Angetrieben wird er von verschiedenen Bedürfnissen wie Freiheit, Veränderung, Weltverbesserung und Kontrolle. Mit dieser Einstellung eckt er aber auch an und hat Schwierigkeiten, sich anzupassen.

Typische Eigenschaften:

  • rebellisch
  • eigensinnig
  • schwimmt gegen den Strom

Verbindung (Beziehungen zu anderen pflegen)

Der Liebende (Leidenschaft)

Der Liebende weiß, wie man die schönen Dinge des Lebens genießt. Er kann sich voll und ganz der Sinnlichkeit hingeben und blüht bei sanften Berührungen, romantischen Düften, zarten Geschmäckern und atemberaubender Ästhetik auf. Er hat ein großes Bedürfnis nach Hingabe und findet große Freude in menschlichen Beziehungen und der Liebe.

Typische Eigenschaften:

  • leidenschaftlich
  • verführerisch
  • genussvoll

Der Narr (Geselligkeit)

Der Narr hat ein großes Bedürfnis nach Geselligkeit und liebt die Gesellschaft anderer Menschen. Er fühlt sich zu seinen Mitmenschen verbunden, bringt Verständnis für sie auf und gibt ihnen ein gutes, wohliges Gefühl.

Typische Eigenschaften:

  • großzügig
  • tolerant
  • sympathisch

Der Jedermann (Zugehörigkeit)

Der Jedermann hat ein großes Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Er hilft uns, uns anzupassen und uns anderen Menschen gegenüber freundlich zu verhalten. Er macht uns zugänglich für andere Menschen. Ist dieser Archetyp stark ausgeprägt, kann man aber schnell zum People Pleaser werden und sich selbst vernachlässigen.

Typische Eigenschaften:

  • bescheiden
  • bodenständig
  • anpassungsfähig

So findest du deinen dominanten Archetypen

Alle zwölf Archetypen sind in jedem Menschen vorhanden. Dabei sind aber einige stärker ausgeprägt als andere. Es gibt also besonders dominante Archetypen in einem. Natürlich kann es sich immer wieder ändern, welcher Archetyp gerade sehr präsent bei einem ist, die meisten Menschen haben aber bestimmte Grundwerte oder Grundmotivationen im Leben.

Willst du wissen, welche Archetypen besonders dominant bei dir sind? Dann stell dir folgende Frage: Wonach strebe ich in meinem Leben am meisten?

  • Ordnung (Mir ist es wichtig, dass ich Stabilität und Struktur im Leben habe.)
  • Erfüllung (Mir ist es wichtig, unabhängig zu sein und mein persönliches Glück zu finden.)
  • Veränderung (Mir ist es wichtig, mich stetig weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen zu meistern.)
  • Verbindung (Mir ist es wichtig, eine Bindung zu anderen Menschen aufzubauen und von anderen gemocht zu werden.)

Hast du deine vorrangige Grundmotivation gefunden, kannst du schauen, welcher Archetypus aus dieser Kategorie dich am besten beschreibt. Bist du dir unsicher, kannst du auch die Menschen um dich herum um ihre Einschätzung bitten. Beschäftigst du dich mit deinen Archetypen, hat das auch immer etwas mit Selbstreflexion zu tun. Du kannst deinen Charakter besser verstehen und bist dir deiner Bedürfnisse bewusst. Das kann der erste Schritt in Richtung persönlicher Weiterentwicklung sein.

Archetypen in der Werbung

Die Archetypen sind nicht nur in uns selbst zu finden. Sie werden auch durch alle möglichen Dinge in unserer Umwelt getriggert. Das Marketing macht sich das zunutze und zielt durch bestimmte Werbung auf spezielle Archetypen in uns ab. Achte doch mal bei der nächsten Fernsehwerbung darauf, welche Marke welchen Archetypus in dir triggert.

Beispiele:

  • Werbespots für Weichspüler werden vor allem mit dem liebenden Archetyp assoziiert. Sie geben einem das Gefühl von einem kuscheligen, weichen und gut duftenden Ort, der einem Geborgenheit gibt.
  • Werbung für Babynahrung zielt auf den unschuldigen Archetyp ab. Sie gibt sich fürsorglich, optimistisch und wird als sehr verlässlich angesehen.
  • Werbung für nachhaltige Marken assoziiert man in der Regel mit dem Helden der Archetypen. Sie ist willensstark und will die Welt zu einem besseren Ort machen.

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Verwendete Quellen: blog.hubspot.de, gedankenwelt.de

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