Aktivkohle: So gefährlich ist das Beauty-Wunder wirklich

- Von den einen wird Aktivkohle als absolutes Superfood gefeiert, das uns nicht nur uns schöner machen, sondern auch einen positiven Einfluss auf unseren Körper haben soll. Doch was ist tatsächlich dran an dem Aktivkohle-Trend? Wir verraten es euch!

Macht uns Aktivkohle tatsächlich schön? Oder bewirkt es eher das Gegenteil?

Macht uns Aktivkohle tatsächlich schön? Oder bewirkt es eher das Gegenteil?

Was ist Aktivkohle?

Bei medizinischer Aktivkohle handelt es sich um einen Kohlenstoff, der mehrheitlich aus pflanzlichen Rohstoffen wie Torf, Baumrinde oder Nussschalen gewonnen wird. In der Medizin wird Kohle vor allem bei Krankheiten des Magen-Darm-Trakts angewendet, der Wirkstoff Aktivkohle mausert sich in der Beauty- und Gesundheitsbranche aber auch immer mehr zum "gesunden“ Allround-Produkt. So soll es beispielsweise unsere Zähne weißer machen, gegen Mitesser wirken und in Smoothies unser allgemeines Wohlbefinden steigern.

Was ist dran an Aktivkohle?

Doch was bringt Aktivkohle tatsächlich für unsere Gesundheit und/ oder Schönheit?

Aktivkohle soll entgiften

Gerade in Detox-Kuren kommt Aktivkohle immer wieder vor – ob als Bestandteil von Smoothies oder anderen Getränken. Aktivkohle soll entschlackend wirken und unseren Körper von Giften befreien. Was dahinter steckt: Mit dem in Aktivkohle enthaltenen Kohlenstoff sollen Schadstoffe, die sich im Verdauungstrakt angereichert haben, schneller aus dem Körper transportiert werden. Wissenschaftlich bewiesen ist dieser Effekt jedoch nicht. Hinzu kommt, dass die den Säften und Smoothies beigemengte Aktivkohle einen Teil der darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe bindet. So wird verhindert, dass diese eigentlich gesunden Inhaltsstoffe durch den Körper aufgenommen und verarbeitet werden können.

Aktivkohle soll unsere Zähne weißer machen

Zuletzt wurde Aktivkohle als natürlicher Zahnaufheller von Kosmetikmarken und Bloggern gleichermaßen gehypt. Mit ihrer Hilfe sollen Zahnbeläge und Verfärbungen durch Rückstände von Wein, Tee und Kaffee entfernt werden. Doch auch hier liegen keine repräsentativen Beweise vor. Mediziner raten vielmehr vom Zähneputzen mit Aktivkohle ab, da noch nicht geklärt ist, ob der Zahnschmelz durch das "Scheuern" geschädigt wird.

Aktivkohle soll für reine Haut sorgen

Mit Kosmetikartikeln verhält es sich ähnlich wie mit Aktivkohle-Zahnpasta: Einen gewissen hautabreibenden Effekt könne die Kohle haben. Doch auch hier gilt: Studien, die Wirksamkeiten wie reinere Haut durch Aktivkohle belegen, fehlen.

Darum warnen Experten vor Aktivkohle

Der Trend ist laut Experten eine reine Marketing-Masche. "Um die Aktivkohle ist ein Hype entstanden, in dem man Wahrheit und Wunsch strikt auseinanderhalten muss", sagt etwa Professor Matthias Melzig vom Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin gegenüber der Apotheken Umschau. Klar, denn viele der beworbenen Effekte des angeblichen Wundermittels sind wissenschaftlich nicht belegt. Da Aktivkohle ziemlich jeden Stoff bindet, kann der Verzehr für Menschen, die regelmäßig Tabletten einnehmen, außerdem gefährlich sein. "Sie bindet sowohl Arzneimittel als auch sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe", warnt der Pharmazeut: "Arzneistoffe werden in ihrer Wirkung gehemmt, wenn nicht sogar unterbunden." Im Übrigen gilt das auch für Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille.

Aktivkohle fällt bei Ökotest durch

Auch Ökotest kommt zu einem ähnlich ernüchternden Ergebnis: Keines der 15 geprüften Aktivkohle-Kosmetikprodukte schnitt in der Bewertung gut ab, sechs fielen mit ungenügend durch, drei mit mangelhaft. Keiner der Hersteller konnte Studien vorlegen, die die Wirksamkeit der Produkte belegten. Zudem enthielten einige Produkte Spuren des krebserregenden Stoffes Naphthalin, der bei Verbrennungsprozessen zur Kohlegewinnung entstehen kann. Heißt: In Zukunft verzichten wir wohl lieber auf Aktivkohle!

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