27. Januar 2021
Trennungsschmerz: Was tun? 6 Tipps, die helfen

Trennungsschmerz: Was tun? 6 Tipps, die helfen

Trennungsschmerz tut weh und braucht Zeit. Wie kann man eine Trennung am besten verarbeiten? Wir haben Tipps.

Trennungsschmerz: Frau sitzt traurig auf einem Sofa und hält sich ein Kissen vor den Bauch
© Pexels
Wann lässt der Schmerz nach einer Trennung nach?

Fast keine Trennung verläuft ohne Trennungsschmerz. Nach einer Beziehung mit dem Partner getrennte Wege zu gehen, kann uns schnell aus der Bahn werfen. Wie kann man Trennungsschmerz verarbeiten? Wann wird es besser? Und warum tut Trennungsschmerz so weh?

Das Beste gegen Trennungsschmerz: 6 Tipps

Wie kann man eine Trennung am besten verarbeiten? Dafür gibt es viele Tipps. Einige davon sind leicht umsetzbar, andere benötigen Zeit und Geduld. 

  1. Sprechen: Eigentlich willst du dich zuhause einschließen und im Selbstmitleid versinken? Das ist völlig verständlich nach einer Scheidung oder dem Ende einer Partnerschaft. Doch mit deinen Freund*innen über deinen Trennungsschmerz zu reden, kann dir dabei helfen, dich von deinem Liebeskummer und negativen Gedankenspiralen zu befreien. Und: Wenn du die Trennung laut aussprichst, wirkt sie realer und endgültiger. 
  2. Gefühle zulassen: Du darfst und sollst deine Gefühle gerne zeigen. Niemand erwartet von dir, deine Gefühle zu überspielen. Je eher du sie zulässt, desto schneller kannst du dich vom Schmerz befreien.
  3. Wohnung aufräumen: Das Entrümpeln kann dir schnell dabei helfen, loszulassen. Was erinnert dich an deinen Ex? Fotos, Geschenke, Platten, Bücher? Entsorge es. Die Ordnung in deiner Wohnung kann dir dabei helfen, dich auch innerlich wieder zu sammeln und neu zu orientieren.
  4. Schreiben: Auch beim Schreiben kann man eine Trennung verarbeiten. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ein Tagebuch zu führen? Schreibe alle guten und negativen Gedanken auf. Und wer weiß: Vielleicht überwiegen schon bald die positiven Dinge und lassen den Liebeskummer vergessen?
  5. Ablenkung: Du sollst dich nicht direkt in eine neue Beziehung stürzen, aber Ablenkung kann nicht schaden. Schnapp dir deine Freund*innen und unternehmt gemeinsam etwas. Du wirst schnell merken, dass es so viele andere Dinge gibt, die sich fernab von einer Beziehung glücklich machen können, eure Bedürfnisse befriedigen und den Schmerz – zumindest temporär vergessen lassen.
  6. Sport: Auch wenn die Motivation anfangs verständlicherweise nicht vorhanden ist – es lohnt sich, wenn du dich aufraffst und sportlich betätigst. Ein Workout sorgt dafür, dass unser Körper Glückshormone ausschüttet – und die kann man bei Trennungsschmerzen nur zu Genüge gebrauchen.

Warum tut Trennungsschmerz so weh?

Auch wenn man nach einer Trennung gefühlt durch die Hölle geht, kommt dieser tiefe Herz-Schmerz nicht von ungefähr. Obgleich es absurd klingt: Das Schicksal meint es gut mit uns, wenn wir unter Trennungsschmerzen leiden. Wie es im Leben nun mal so ist, vermeiden wir die negativen Erinnerungen. Demnach hilft uns der Trennungsschmerz dabei, loszulassen. Stell dir vor, ein von dir ungewolltes Beziehungsende käme mit ausschließlich positiven Gefühlen daher: Du würdest niemals glauben, dass das Schluss machen die richtige Entscheidung war und weiterhin auf ein Liebes-Comeback hoffen. Trennungsschmerzen hindern uns zudem daran, überschnelle Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel bei kleineren Beziehungsproblemen. Jeder, der schon mal eine Trennung verarbeiten musste, würde lieber für die Beziehung kämpfen, als direkt einen Schlussstrich zu ziehen und unter Liebeskummer zu leiden. Zudem helfen uns negative Erfahrungen dabei, das Leben und selbst die kleinsten positiven Geschehnisse wertzuschätzen. 

Die Phasen des Trennungsschmerz

Jeder Mensch – egal ob Frau oder Mann – der eine Trennung oder Scheidung verarbeiten muss, wird früher oder später wir Phasen des Trennungsschmerz verlaufen. 

  1. Die erste Phase des Trennungsschmerzes beginnt mit der Verleugnung. Wir wollen nicht wahrhaben, dass wir verlassen wurden, können nicht klar denken und versuchen, die Beziehung zu retten. Könnte ein Paartherapeut weiterhelfen? Oder eine neue Wohnung? Dies sind Überlegungen, in denen unserer Verzweiflung zum Ausdruck kommt. 
  2. Wenn selbst Anrufe, Nachrichten oder selbst persönliche Aussprachen nichts an der Trennung ändern können, befinden wir uns in Phase zwei. Hier beginnt die Trauer um das Ende der Beziehung. Wir verspüren Liebeskummer, sind verzweifelt, wütend und fühlen uns alleine gelassen. Teilweise verlieren sich Betroffene auch in Rachefantasien.
  3. Wenn die Selbstreflexion beginnt, sind wir in der dritten Phase angekommen. Entweder ist genug Zeit vergangen, um neutral zu denken oder uns wurden durch Gespräche mit Freund*innen die Augen geöffnet. Das Leben beginnt wieder Spaß zu machen, wir fragen uns, was uns wirklich glücklich macht, entwickeln uns stetig weiter und fragen uns selbst: Führte ich wirklich eine erfüllte Beziehung? Und bemerken, dass wir eben doch kein Traumpaar waren. 
  4. In der vierten Phase kommt die Akzeptanz ins Spiel – gepaart mit einem Neuanfang. Die gescheiterte Beziehung ist Vergangenheit und eine neue Liebe kann kommen.

Trennungsschmerz: Wann wird es besser?

Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, indem er eine Trennung verarbeiten kann. Das hängt vor allem mit der eigenen Persönlichkeit zusammen. Personen mit geringem Selbstwertgefühl sind stärker vom Liebeskummer erschüttert als andere. Zudem spielt natürlich auch die Länge der Beziehung und die Tiefe der Verbundenheit eine wichtige Rolle. Genauso wie die Umstände der Trennung. Laut Psychiater Günter H. Seidler ist im Schnitt nach ein bis zwei Jahren die vierte Phase des Trennungsschmerzes erreicht – das kann natürlich variieren. 

Trennungsschmerz: Wann zum Arzt?

Euer Trennungsschmerz hört nicht auf? Ihr habt mit Freunden geredet und euch in Selbstreflexion geübt, doch kommt einfach nicht über die Trennung von eurem Ex hinweg? Damit seid ihr nicht allein. Vielen Menschen geht es so. Wichtig ist, dass ihr euch nicht einschließt und komplett zurückzieht oder gar versucht, euren Schmerz und eure Wut in Suchtmitteln wie Alkohol oder Drogen zu ertränken. Es ist nicht schlimm, sich professionelle Hilfe bei Liebeskummer zu suchen. Fragt euren Hausarzt um Rat. Er wird euch einen Besuch beim Therapeuten oder einer Psychologin empfehlen. Ihr müsst keine Angst vor einer Beratung haben. Meist lassen sich eure Probleme schon mit wenigen Sitzungen, einer sogenannten Krisenintervention, aus der Welt schaffen und ihr werdet endlich über euren Ex-Partner hinweg kommen. 

Verwendete Quellen: GEO Wissen, stern.de

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