Tabu-Thema Periode? Deine Tage sind nicht peinlich!

Tabu-Thema Periode? Deine Tage sind nicht peinlich!

Für viele ist die Periode immer noch ein Tabu-Thema! Wie kann das sein? Wir sprechen Klartext.

Zwei Frauen auf einem Bett
© Unsplash
Ist die Periode etwa immer noch ein Tabu-Thema? Wir gehen dem Ganzen auf den Grund.

Nahezu jeder Frau ist es schonmal passiert, dass irgendwann irgendwie ein wenig oder auch ziemlich viel Blut ausgelaufen ist - und für all diese Frauen zählt das dann auch direkt zu einem der peinlichsten Momente ihres Lebens. Zu menstruieren ist also nach zwei Millionen Jahren Menschheitsgeschichte einschließlich Periode immer noch wahnsinnig peinlich! Warum ist das so? Schließlich menstruiert die Hälfte der Weltbevölkerung, Monat für Monat. Ist es nicht Zeit, das Thema Periode mal etwas entspannter und ohne jedes Tabu anzugehen? 

„Traue niemandem, der fünf Tage blutet und trotzdem weiterlebt?“

Kennt ihr den dummen Spruch „Traue niemandem, der fünf Tage blutet und trotzdem weiterlebt?“ - Und das ist noch harmlos im Vergleich zu dem, was menstruierenden Frauen (also die Hälfte der Weltbevölkerung ab statistisch gesehen 12 Jahren bis etwa 51) nachgesagt wird: Bis ins frühe 20. Jahrhundert galt Menstruationsblut als giftig, Frauen wurde während ihrer Periode der böse Blick nachgesagt und man fürchtete ihre sonst sehr gern gesehene Arbeit auf dem Feld, da die menstruierende Frau schließlich alle Lebensmittel verderben würde.

Periode ist einfach "nicht so geil"

Und auch heute ist das Thema belastet - von Vorurteilen beziehungsweise aufgrund des kompletten Verschweigens. Die moderne Frau menstruiert eben nur heimlich. Schon den Satz zu sagen, "Ich habe Bauchweh, weil ich meine Tage bekomme!" fällt nicht jeder jungen Frau leicht. Die Autorin dieser Zeilen hat einen Freund gefragt, warum das Thema Menstruation immer noch so ein Tabu ist. Seine so einfache wie leider auch etwas dumme Antwort: "Weil es einfach nicht so geil ist. Ich möchte nicht riesige Tampon-Packungen im Bad stehen sehen!"

Pille durchnehmen

Also ungeil... Passt halt nicht in die perfektionierte Welt, wo das Frauenbild ein immer aseptischeres und unrealistisches wird. Und tatsächlich: Nimmt die Frau die Pille durch, kann sie das Menstruieren ja nahezu ausschalten. Wie praktisch. Wenngleich eben auch gegen alle Naturgesetze verstoßend. Es sei allerdings angemerkt, dass es mittlerweile als erwiesen gilt, dass das "Pille durchnehmen" keine gesundheitlichen Risiken birgt.

Instagram sperrt Bilder

Instagram hat sogar das Bild einer Künstlerin gesperrt, auf dem eine vollständig bekleidete Frau mit Blutfleck im Schritt posierte. Rupi Kaur postete das Foto einfach so lange, bis es viral wurde und Instagram, nachdem das Bild zuerst "gegen die Richtlinien" verstoßen haben soll, einen Rückzieher machte.

#PeriodShaming

Im April 2015 lief eine junge Frau namens Kiran Gandhi (sie ist Drummerin, unter anderem für M.I.A., im Bild rechts) ihren ersten Marathon in London. Sie hatte ihre Tage und entschied sich, das Blut einfach laufen zu lassen, um der Periode das Stigma zu nehmen. Das mag ein radikaler Ansatz gegen das im Netz als #PeriodShaming bekannte Phänomen sein, aber warum nicht: Wer so lange trainiert, um einen Marathon zu laufen, hat einfach keine Lust, sich über den ständigen Tamponwechsel Gedanken zu machen.

Und, wie schon erwähnt: Periodenblut lässt sich nicht kognitiv steuern! Man kann es sich weder verzwicken noch kann man willentlich beeinflussen, wann es läuft und wann nicht.

Wie umgehen mit der Periode?

Nehmen wir die Menstruation doch einfach als das, was sie ist: Ein Zeichen dafür, dass wir im fruchtbaren Alter sind. Kommen unsere Tage plötzlich nicht mehr innerhalb der erwarteten Anzahl von Zyklustagen (Danke an die diversen App-Hersteller, die uns das Zählen und Notieren unseres Zyklus so schön vereinfacht haben, wir stehen auf "Clue"), bekommen wir oft eine Ahnung, dass irgendetwas mit unserem Körper nicht stimmt.

Und wenn wir in der kleinsten anzunehmenden sozialen Einheit, nämlich in der Partnerschaft, damit anfangen, nicht mehr verschämt „Ich hab meine Tage“ zu flüstern, sondern es als naturgegebenes Faktum kommunizieren: „Ich habe meine Tage, darum habe ich Lust auf Sex/keine Lust auf Sex/Bauchschmerzen und keine Lust wegzugehen/ Kopfschmerzen und keine Lust einzukaufen!“ etc. werden auch Männer, die oft einfühlsamer sind, als man ihnen das in klischeesierten Darstellungen zutraut, entspannter mit unseren Tagen umgehen. Die wissen nämlich auch schon lange, dass Periodenblut nicht giftig ist. 

Mit Kurzfilmen das Tabu brechen

Es gibt einige coole Kurzfilme da draußen, die helfen, das Tabu zu brechen. So zum Beispiel der Kurzfilm OH SH*T! von Elsa van Damke. Die Hauptrolle (Maggie) spielt Jane Chirwa, die wir unter anderem aus Charlies Angels und Blutige Anfänger kennen. OH SH*T! begleitet die 27-jährige Maggie auf ein Date zu ihrem Schwarm nach Hause. Als sie plötzlich während des Abendessens ihre Periode bekommt, flüchtet sie ins Badezimmer, wo sie sich mit einem kleinen Monster in ihrem Kopf konfrontiert sieht, welches ihr schon viel zu lange das Leben schwer macht.

Hier könnt ihr den Film schauen:

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