Hormonfreie Verhütung: Die Methoden

Hormonfreie Verhütung: Die besten Alternativen zur Pille

Keine Lust mehr auf künstliche Hormone? Dann solltest du auf diese Verhütungsmethoden setzen. Wir verraten dir, welche hormonfreie Verhütungsmittel es gibt und wie sicher sie sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt verschiedene Methoden zur Verhütung, die ohne Hormone auskommen.
  • Diese werden grob in Barrieremethoden, natürliche Verhütungsmethoden, Intrauterinpessare und die dauerhafte Verhütung unterteilt.
  • Der Pearl-Index gibt an, wie sicher eine Verhütungsmethode ist.

Warum überhaupt hormonfrei verhüten?

Die Anti-Baby-Pille ist eine der beliebtesten Verhütungsmethoden. Kein Wunder, denn sie ist unkompliziert in der Anwendung und gilt als sehr sicher. Doch immer mehr Frauen entscheiden sich, die Pille abzusetzen und das nicht ohne Grund. Die Pille ist nicht nur auf Dauer ganz schön teuer, sie kann auch jede Menge Nebenwirkungen mit sich bringen. Diese sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige bemerken keinerlei Veränderungen durch die Einnahme, andere leiden stark unter den künstlichen Hormonen, die dem Körper hinzugeführt werden. Zu den häufigeren Begleiterscheinungen der Pille zählen vor allem:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Scheidentrockenheit und sexuelle Unlust
  • Psychische Nebenwirkungen wie depressive Verstimmungen
  • Gewichtszunahme
  • Blähbauch
  • Blutungsstörungen
  • Zysten an den Eierstöcken

Wer unter diesen oder ähnlichen Nebenwirkungen der Pille leidet, entscheidet sich oft für den kalten Entzug: die hormonfreie Verhütung. Doch welche hormonfreien Methoden zur Verhütung gibt es überhaupt und sind sie wirklich eine gute und sichere Alternative zur Anti-Baby-Pille? Diese Fragen klären wir nun.

Pearl-Index: Wie sicher ist hormonfreie Verhütung?

Bei der Verhütung geht es vor allem um eines: Sicherheit. Wünschst du dir aktuell kein Baby, solltest du eine Verhütungsmethode wählen, die dich sicher und verlässlich vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Um herauszufinden, wie sicher ein Verhütungsmittel ist, lohnt sich ein Blick auf den sogenannten Pearl-Index. Der Wert, wie viele Frauen von insgesamt 100 Frauen trotz Anwendung der jeweiligen Verhütungsmethode schwanger geworden sind.

Beispiel: Ist eine von 100 Frauen trotz Anwendung der jeweiligen Verhütungsmethode schwanger geworden, liegt der Pearl-Index-Wert für das jeweilige Verhütungsmittel bei 1. Das bedeutet: Je niedriger der Pearl-Index eines Verhütungsmittels ist, desto sicherer ist es.

Der Pearl-Index der Anti-Baby-Pille liegt übrigens bei 0,1 bis 3,0 je nach Präparat. Somit gilt dieses hormonelle Verhütungsmittel als sehr sicher. Doch wie sieht es mit hormonfreien Methoden zur Verhütung aus? Wir checken die besten hormonfreien Alternativen zur Pille.

Die besten hormonfreien Verhütungsmethoden im Check

Keine Lust mehr auf künstliche Hormone? Um dich trotzdem vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, kannst du auf eine der folgenden hormonfreien Verhütungsmethoden ausweichen. Wir checken alle Methoden auf Herz und Nieren und verraten dir, wie gut sie sind. Dabei bewerten wir jede Verhütungsmethode in drei Kategorien:

  • Sicherheit: Wie sicher schützt das Verhütungsmittel vor einer ungewollten Schwangerschaft?
  • Komfort: Wie einfach ist die Anwendung der jeweiligen Verhütungsmethode?
  • Kosten: Wie hoch sind die Kosten, die auf einen zukommen, wenn man sich für das jeweilige Verhütungsmittel entscheidet?

Kondom und Femidom

Kondom und Femidom
© Unsplash / Reproductive Health Supplies Coalition
Die Barrieremittel Kondom und Femidom

Kondom und Femidom

An erster Stelle dieser Liste steht natürlich der Klassiker unter den hormonfreien Kondomen: das Kondom. Das kleine Gummi wird einfach direkt vor dem Sex über den Penis gestreift und hält so das Sperma des Mannes von der Vagina fern. So wird aber nicht nur eine ungewollte Schwangerschaft verhindert. Das Kondom ist das einzige Präservativ, das auch vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten schützt. Wie bei allen anderen Verhütungsmitteln gibt es aber auch hier einen Haken: Wird das Kondom nicht richtig angewendet, kann es reißen. Damit dir das nicht passiert, solltest du dir auch diesen Artikel durchlesen: Kondom überziehen: So machst du es richtig

Es gibt noch eine weitere Alternative zum Kondom, die ähnlich funktioniert und ebenfalls sowohl vor einer ungewollten Schwangerschaft als auch vor Geschlechtskrankheiten schützt: das Femidom, auch Frauenkondom genannt. Dieses sieht ähnlich aus wie das klassische Kondom für den Mann, ist jedoch in der Regel länger und breiter. Der Schlauch hat zwei Ringe. Einer wird in die Vagina eingeführt, der andere wird leicht über die Venuslippen gezogen. Beim Eindringen solltest du das Frauenkondom festhalten, damit der Penis nicht versehentlich daneben gleitet oder sich das Femidom abrollt. Genauso wie das Kondom für den Mann ist auch das Kondom für die Frau ein Einmalprodukt und sollte nach der Verwendung entsorgt werden.

  • Sicherheit: Der Pearl-Index von Kondom liegt bei 2-12, der vom Femidom liegt bei 5-25. Der Grund für diese große Spannbreite ist, dass Kondom und Femidom nur wirklich sicher schützen, wenn sie richtig angewendet werden. Machst du alles richtig, ist sowohl eine ungewollte Schwangerschaft als auch eine Übertragung von Geschlechtskrankheiten sehr unwahrscheinlich.
  • Komfort: Die Anwendung eines Kondoms geht schnell und ist mit etwas Übung sehr einfach. Das Femidom hingegen kann besonders bei den ersten Malen eher schwierig zu platzieren sein. Viele Paare stören sich außerdem an dem Gefühl der beiden Präservative beim Sex. Obwohl die Kondome gefühlt immer dünner werden, sind sie gerade für den Mann oft nicht wirklich gefühlsecht. Das Femidom kann unter Umständen für beide Partner als störend empfunden werden.
  • Kosten: Die Kosten für Kondome sind nicht besonders hoch. Je nach Marke zahlt man runtergerechnet oft nur circa 50 Cent bis 1 Euro pro Gummi. Das Frauenkondom ist dagegen etwas teurer. Hier zahlt man für 3 Gummis etwa 10 bis 12 Euro.

Diaphragma und Portiokappe

Diaphragma Verhütung
© iStock | AndreyPopov
Die Barrieremethode Diaphragma oder Portiokappe

Vom Diaphragma hast du vielleicht auch schon mal etwas gehört. Hierbei handelt es sich um eine runde Kappe aus Silikon, die vor dem Sex vor den Muttermund gesetzt wird und dann von den Scheidewänden gehalten wird. Durch die Kappe entsteht eine Barriere, sodass die Spermien nicht zur Eizelle gelangen können. 

Sie muss allerdings vor der Anwendung angepasst werden, denn es gibt sie in vielen unterschiedlichen Größen. Die Anpassung kann der Frauenarzt oder die Frauenärztin durchführen. Nach der Geburt oder nach einer drastischen Gewichtsveränderung muss das Diaphragma eventuell noch mal neu angepasst werden. Zusätzlich sollte bei dem Präservativ ein Verhütungsgel auf die Innenseite der Kappe gegeben werden, dass die Spermien abtötet. Dadurch ist diese Verhütungsmethode noch sicherer. Nach dem Sex muss das Barrieremittel mindestens acht Stunden in der Scheide bleiben.

Die Portiokappe, auch FemCap genannt, funktioniert ganz ähnlich, nur dass diese sich zusätzlich noch leicht an den Muttermund ansaugt und dadurch etwas fester sitzt. Hinzu kommt, dass die Portiokappe länger in der Vagina bleibt. Während du das Diaphragma etwa zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einsetzt und danach bis zu 8 Stunden in der Scheide behalten musst, kannst du die Portiokappe fast den gesamten Zyklus über in der Vagina behalten. Sie wird direkt nach der Periode eingesetzt und muss kurz vor der nächsten Periode herausgenommen werden. Voraussetzung ist, dass du einen regelmäßigen Zyklus hast, damit du genau weißt, wann du die Kappe herausnehmen solltest. Auch hier sollte zusätzlich kurz vor dem Sex ein Verhütungsgel auf die Innenseite der Kappe aufgetragen werden. Vorteil dieser Methode gegenüber dem Diaphragma ist, dass du jeder Zeit einsatzbereit bist und so flexibler Sex haben kannst. Außerdem ist die Portiokappe sicherer.

  • Sicherheit: Der Pearl-Index des Diaphragmas liegt bei 1-20, der der Portiokappe (FemCap) bei 6. Somit ist die Portiokappe etwas sicherer als das Diaphragma. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Spermien abtötendes Verhütungsgel.
  • Komfort: Die Anwendung des Diaphragmas und der Portiokappe ist Übungssache. Hast du das Einsetzen und Herausnehmen erst mal heraus, ist es aber ganz einfach. Dabei ist jedoch die Portiokappe etwas unkomplizierter, da du sie seltener herausnehmen musst. Beim Sex solltest du beide Barrieremethoden nicht spüren.
  • Kosten: Ein Diaphragma oder eine Portiokappe kann zwischen 30 und 70 Euro kosten. Hinzukommen können unter anderem Versandkosten oder Kosten für das Verhütungsgel, Anpassungen und Kontrolluntersuchungen.

Kupferspirale, Kupferkette und Kupferperlenball

Kupferspirale
© Unsplash / Reproductive Health Supplies Coalition
Die IUPs Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball

Die Kupferspirale zählt zu den sichersten Verhütungsmitteln und bietet eine Langzeitverhütung. Das T-förmige Präservativ ist ein sogenanntes Intrauterinpessar (IUP), wird vom Arzt bzw. von der Ärztin in die Gebärmutter gesetzt und bleibt hier für drei bis fünf Jahre. Anders als die Hormonspirale kommt die Kupferspirale ganz ohne Hormone aus. Das in der Spirale enthaltene Kupfer verändert den Schleim und setzt die Spermien außer Gefecht und verhindert so, dass sie die Eizelle befruchten können. Kommt es trotzdem zur Befruchtung, verhindert die Kupferspirale, dass sich die Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Nachteil der Kupferspirale kann sein, dass durch den Fremdkörper in der Gebärmutter Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut verursacht werden oder dass sich Regelblutung und Krämpfe verschlimmern.

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Die Kupferkette ist eine Variante der Kupferspirale und ist ebenfalls ein Intraunterinpessar (IUP). Sie besteht aus einem Nylonfaden, auf dem mehrere Kupferzylinder aufgezogen sind. Durch ihre Form ist die Kupferkette etwas flexibler und so auch für Frauen mit kleinerer Gebärmutter geeignet. Sie wird mit einem Knoten in der Gebärmutterwand fixiert, wo sie bis zu fünf Jahre bleiben kann.

Der Kupferperlenball funktioniert ähnlich wie Kupferspirale und -kette. Hierbei handelt es sich um einen zu einem Ball geformten Draht, auf dem mehrere Kupferperlen aufgereiht sind. Er liegt frei beweglich in der Gebärmutter, passt sich so gut dem eigenen Körper an, ohne dabei zu schmerzen. Der kleine Ball kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben.

  • Sicherheit: Kupferspirale, Kupferkette und Kupferperlenball gelten als sehr sicher. Die Spirale hat einen Pearl-Index von 0,3-0,8, die Kette einen Wert von 0,1-0,5 und der Ball hat einen Pearl-Index von 0,3-0,8.
  • Komfort: Die Langzeitverhütungsmethoden bieten in der Regel einen hohen Komfort. Sie müssen einmalig eingesetzt werden, was bei einigen Frauen kurzzeitig zu Schmerzen führen kann. Danach sitzen die Präservative mehrere Jahre in der Gebärmutter und sind auch beim Sex und im Alltag nicht zu spüren. Bei einigen Frauen kann es jedoch sein, dass sich Monatsblutung und Regelschmerzen verschlimmern.
  • Kosten: Die Kupferspirale kann zwischen 120 und 200 Euro kosten. Im Preis sind auch Beratung, Einsetzen und Kontrolle enthalten. Die Kupferkette kann zwischen 200 und 350 Euro kosten und der vergleichsweise neue Kupferperlenball kann mit 300 bis 500 Euro noch etwas teurer sein.

Temperaturmethode

Thermometer für Temperaturmethode
© Pexels / Mikhail Nilov
Die natürliche Verhütung mit der Temperaturmethode

Die Temperaturmethode zählt zu den sogenannten natürlichen Verhütungsmethoden. Hier werden keine Verhütungsmittel eingesetzt oder kurz vor dem Sex verwendet. Bei diesen Methoden zur Verhütung geht es darum, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus zu identifizieren und dann auf Sex zu verzichten bzw. auf ein weiteres Verhütungsmittel wie das Kondom zu setzen, wenn man gerade fruchtbar ist.

Ein Weg, wie du herausfinden kannst, wann du fruchtbar und wann du unfruchtbar bist, ist es, täglich die Basaltemperatur zu messen. Hierbei brauchst du ein Thermometer, dass die Temperatur bis auf zwei Stellen hinter dem Komma misst. Du misst dann täglich jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen deine Basaltemperatur. Voraussetzung ist, dass du einen gleichmäßigen Tagesrhythmus hast und mindestens fünf Stunden geschlafen hast. Die Idee dahinter: Die Körpertemperatur der Frau steigt nach dem Eisprung um 0,2 bis 0,4 Grad an. So kannst du feststellen, an welchem Zeitpunkt im Zyklus du dich gerade befindest. Es dauert aber etwas, bis du ein Gespür für deinen Körper hast und deinen Zyklus in- und auswendig kennst. Alkohol, Stress oder Medikamente können die Messergebnisse zusätzlich verfälschen.

  • Sicherheit: Wie sicher die Methode ist, hängt davon ab, wie verlässlich du deine Basaltemperatur misst. Deshalb schwankt auch der Pearl-Index zwischen 0,8-3. Am besten eignet sich diese Methode als Ergänzung zu einer weiteren natürlichen Verhütungsmethode.
  • Komfort: Der Vorteil der Methode ist, dass du deinen Körper besser kennenlernst und besser interpretieren kannst, wie sich dein Zyklus auf Körper und Psyche auswirkt. Für manche kann es aber störend sein, jeden Tag die Verpflichtung zu haben, die eigene Temperatur messen zu müssen.
  • Kosten: Die Kosten variieren stark von der Methode, die du zur Dokumentation der Messergebnisse wählst. Nimmst du ein einfaches Thermometer und notierst dir die Ergebnisse händisch oder per Zyklusapp, kostet das Ganze nicht mal 10 Euro. Es gibt aber auch spezielle Zykluscomputer, die die Temperatur messen, abspeichern und dir ausrechnen, wann du fruchtbar bist und wann nicht. Diese können bis zu 400 Euro kosten.

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Billings Methode

Die Billings Methode wird auch Zervixschleim Methode genannt und zählt wie die Temperaturmethode zu den natürlichen Verhütungsmethoden. Hierbei wird täglich der Zervixschleim, der sich in der Vagina am Muttermund befindet, entnommen und nach Farbe und Konsistenz untersucht. Die Idee dahinter: Der Zervixschleim verändert sich im Laufe des Zyklus. Um den Eisprung herum wird der Schleim immer flüssiger und klarer. Zu Beginn und am Ende des Zyklus ist er eher dickflüssig und milchig.

Du entnimmst jeden Tag den Schleim mit deinen Fingern oder einem Tupfer und kannst auch die Konsistenz überprüfen, indem du den Schleim zwischen Zeigefinger und Daumen spannst. So hast du am Ende einen guten Blick auf deinen Zyklus und kannst feststellen, wann du fruchtbar und wann du unfruchtbar bist. An den fruchtbaren Tagen solltest du zusätzlich mit Kondom oder ein ähnliches Präservativ verhüten.

  • Sicherheit: Diese Methode zur Verhütung ist (wenn sie alleine ohne andere Verhütungsmethode angewendet wird) leider nicht sehr sicher. Sie hat einen Pearl-Index von 15. Voraussetzung für ein Gelingen dieser Verhütungsmethode ist, dass du einen regelmäßigen Zyklus und stabile Lebensumstände hast. Der Zervixschleim ist durch äußere Einflüsse relativ beeinflussbar. Deshalb sollte diese Verhütungsmethode nur in Kombination mit einer oder mehreren Methoden verwendet werden.
  • Komfort: Im Grunde ist die Billings Methode mit nicht viel Aufwand verbunden und nimmt täglich nur einige Minuten deiner Zeit ein. Wichtig ist aber, dass sie konsequent jeden Tag durchgeführt wird. Reist du viel oder arbeitest im Schichtdienst, kann das unter Umständen schwierig werden.
  • Kosten: Die Kosten für die Billings Methode liegen quasi bei 0. Du brauchst im Grunde nur deine Finger, um den Zervixschleim zu prüfen.

Kalendermethode

Zykluskalender
© iStock / InspirationGP
Die natürliche Verhütung mit der Kalendermethode

Die Kalendermethode, auch Knaus-Ogino Methode genannt, ist ebenfalls eine natürliche Verhütungsmethode. Hierbei wird der Zyklusverlauf über mindestens sechs Monate (besser ein Jahr) genaustens dokumentiert, um am Ende die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage auszurechnen.

Und so geht's: Am Ende der Untersuchungszeit nimmst du den kürzesten Zyklus und ziehst davon 18 Tage ab. Beispiel: Der kürzeste Zyklus betrug 27 Tage. 27 - 18 = 9. Somit beginnen deine fruchtbaren Tage durchschnittlich am 9. Tag des Zyklus. Der Zyklus beginnt mit dem Tag, an dem deine Periode anfängt. Dann nimmst du den längsten Zyklus des Untersuchungszeitraumes und ziehst davon 11 Tage ab. Beispiel: Der längste Zyklus betrug 30 Tage. 30 - 11 = 19. Somit enden deine fruchtbaren Tage am 19. Tag. Also solltest du zwischen dem 9. und Tag im Zyklus zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

  • Sicherheit: Die Kalendermethode hat einen Pearl-Index von 9. Sie gilt als nicht besonders sicher, da der Zyklus immer mal wieder schwanken kann. Medikamente, Alkohol und andere Faktoren können Einfluss auf den Zyklusverlauf nehmen, was die Methode relativ unverlässlich macht (wenn sie alleine ohne weitere Verhütungsmethode angewendet wird).
  • Komfort: Die Knaus-Ogino Methode ist relativ einfach anzuwenden. Du musst nur dokumentieren, wann deine Periode einsetzt und wann sie endet. Der Nachteil: Das musst du am besten über einen Zeitraum von einem Jahr machen. Vorher kannst du die Methode nicht verlässlich anwenden und musst in der Zeit anders verhüten. Die Kalendermethode ist also sehr zeitaufwendig.
  • Kosten: Bei der Methode entstehen so gut wie keine Kosten. Du musst lediglich ein Zyklustagebuch führen. Dafür kannst du zum Beispiel einen Jahreskalender oder eine Zyklusapp verwenden.

Symptothermale Methode

Die Symptothermale Methode ist wie Temperaturmethode, Zervixschleim Methode und Kalendermethode eine natürliche Verhütungsmethode. Sie kombiniert die eben genannten natürlichen Verhütungsmethoden miteinander und gilt daher als die verlässlichste natürliche Verhütung. Bei der symptothermalen Methode misst du also täglich deine Basaltemperatur, untersuchst deinen Zervixschleim und notierst deinen Zyklusverlauf in einem Kalender.

  • Sicherheit: Wendest du die symptothermale Methode richtig und konstant an, gilt sie als sehr zuverlässig. Sie hat einen Pearl-Index von 2-20, da die Voraussetzungen ein gesunder und stabiler Lifestyle und die regelmäßige Durchführung der Tests sind.
  • Komfort: Diese Methode zur Verhütung hat einen relativ großen Aufwand. Du lässt dir nicht wie bei der Spirale einmalig ein Präservativ einsetzen und hast dann für mindestens drei Jahre Ruhe. Du musst die sympothermale Methode regelmäßig jeden Tag anwenden. Das kann für einige zu aufwendig sein.
  • Kosten: Die Kosten der sympothermalen Methode sind sehr gering. Du brauchst im Grunde nur ein einfaches Thermometer, deine Finger und einen Jahreskalender. Am Ende kommst du also mit nicht mal 10 Euro aus.

Verhütungscomputer

Der Verhütungscomputer wird ab und zu auch Hormoncomputer genannt. Er untersuch über einen täglichen Urintest die Konzentration der weiblichen Sexualhormone LH (lutheinisierende Hormon) und E3G (ein Östrogenstoffwechselprodukt). Dadurch werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermittelt. Steigt das E3G Hormon signifikant an, beginnen die fruchtbaren Tage, steigt das LH Hormon signifikant an, steht das Ende der fruchtbaren Tage bevor.

  • Sicherheit: Der Hormoncomputer hat einen Pearl-Index von 6-6,5. Er ist also nicht ganz verlässlich und sollte am besten zusammen mit der symptothermalen Methode angewendet werden, um die Verlässlichkeit zu verbessern.
  • Komfort: Auch der Verhütungscomputer muss wie die anderen natürlichen Verhütungsmethoden täglich angewendet werden. Das nimmt im Grunde nicht viel Zeit ein, erfordert aber eine konstante Durchführung.
  • Kosten: Hormoncomputer können relativ teuer sein. Sie können zwischen 100 und 400 Euro kosten.

Sterilisation

Die Sterilisation des Mannes wird auch Vasektomie genannt und führt zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit. Dabei werden in einem kurzen chirurgischen Eingriff die Samenleiter durchtrennt. Ein stationärer Aufenthalt ist nicht nötig. In seltenen Fällen kommt es dazu, dass die Samenleiter nach der OP wieder zusammenwachsen. Deshalb ich es wichtig, Kontrolltermine nach der Vasektomie wahrzunehmen.

Die Sterilisation der Frau ist irreversibel, was bedeutet, dass sie eine dauerhafte Unfruchtbarkeit verursacht. Hierfür werden die Eileiter durchtrennt, damit keine Eizellen mehr befruchtet werden können. Diese Operation ist deutlich aufwendiger als die OP zur Sterilisation des Mannes und nicht ganz ohne Risiko.

  • Sicherheit: Die Sterilisation des Mannes hat einen Pearl-Index von 0,1. Die Sterilisation der Frau hat einen Pearl-Index von 0,2-0,3. Beide Methoden sind somit sehr sicher, sollten aber nur durchgeführt werden, wenn definitiv kein Kinderwunsch besteht.
  • Komfort: Die Sterilisation ist mit einem relativ großen Aufwand verbunden. Während die Sterilisation des Mannes unter Umständen auch ohne Vollnarkose durchgeführt werden kann, ist die Sterilisation der Frau aufwendiger und mit einigen Risiken und Schmerzen verbunden.
  • Kosten: Die Kosten der Sterilisation des Mannes liegen bei etwa 400 bis 500 Euro. Die der Frau bei etwa 600 bis 1000 Euro.

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Verwendete Quellen: cyclotest.de, profamilia.de

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