Psychologie: So überwindest du Depressionen nach einer Trennung

Therapeutinnen verraten: So überwindest du Depressionen nach einer Trennung

Eine Trennung ist nie einfach. Wie du verhinderst, dass der Herzschmerz dich depressiv macht, verraten Therapeutinnen.

Depression kann unterschiedliche Ursachen haben. Dass sie durch eine Trennung ausgelöst wird, ist dabei nicht ungewöhnlich. Gerade bei Menschen, die sich mit Herz und Blut an eine Beziehung binden, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Herzschmerz sie depressiv macht. Doch wann genau ist die Rede von Depression und wie unterscheidet man diese vom "normalen" Liebeskummer? Nach einer Trennung traurig zu sein und sich unwohl, kaputt und faul zu fühlen, ist ganz normal. Liebeskummer dauert meist einige Wochen an. Dauert die Trauer allerdings mehrere Monate oder sogar Jahre, ist ganz klar die Rede von Depression.

Eine Depression verschwindet in den meisten Fällen nicht von allein. Schon gar nicht, wenn du nicht mal weißt, dass du depressiv bist. Du musst aktiv wollen, aus dem Teufelskreis auszusteigen, damit du dich wieder besser fühlst. Therapeutinnen haben die häufigsten Symptome einer Depression nach einer Trennung ausgemacht und verraten, was du tun kannst, um gegen sie anzukämpfen.

Depression nach Trennung: Die häufigsten Anzeichen

Nach einer Trennung traurig zu sein und zu weinen, ist vollkommen normal. Es zeigt, dass deine Gefühle wahr waren und du mit ganzem Herzen geliebt hast. Solch ein Abschied von einer geliebten Person ist nun mal ein großer Verlust und es braucht seine Zeit, um so einen Fortgang zu verarbeiten. Dennoch musst du hier zwischen Liebeskummer und Depression unterscheiden. Denn anders als beim Kummer hält eine Depression viel länger an und die beunruhigenden Symptome können sich verschlimmern.

Halten folgende Anzeichen (fünf oder mehr) über mehrere Monate täglich an, dann sind dies Anzeichen dafür, dass du nach einer Trennung an Depression leidest:

  • Dinge, die dir früher Spaß gemacht haben, machen dir keine Freude mehr
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Anhaltende depressive Stimmung
  • Selbstverletzungs- oder Suizidgedanken

Achtung: Bei Suizidgedanken solltest du unbedingt mit einer Vertrauensperson sprechen. Friss deine Gedanken nicht in dich hinein. Ein Gespräch mit einer Person, der du vertraust, kann dabei helfen, dir mehr Klarheit zu verschaffen und eine Lösung zu finden. Wenn du niemanden zum Sprechen hast, dann kannst du auch anonym die Telefonseelsorge unter der Nummer 0800/111 01 11 anrufen.

Depression nach einer Trennung heilen: Diese Tipps helfen

Auch wenn es sich aktuell nicht so anfühlt, es gibt einen Ausweg. Du musst es allerdings auch selbst wollen. Jeder Mensch ist anders und geht mit Veränderungen anders um. Daher kommen hier unterschiedliche Methoden, die dir laut Therapeutinnen Saunia Ahmad und Luiza Lobodir nun helfen können.

1. Finde eine Routine

Die Trauer nach einer Trennung bringt unseren Alltag meist außer Gleichgewicht. Bei einer andauernden Depression verfallen wir der neuen "faulen" Routine und lassen uns gehen. Laut Lobo ist es jetzt wichtig, wieder ein neues und gesundes Muster wiederherzustellen. Unternehmungen wie Sport, Spazierengehen, neue Bücher lesen oder neue Hobbies lernen, sind alles Dinge, die zu deiner neuen Routine beitragen und dich beschäftigen. Du musst einfach nur etwas finden, was dich auch wirklich interessiert.

2. Selbstliebe

Du befindest dich in einer sehr sensiblen Phase deines Lebens. Sei nett zu dir selbst und lobe dich für kleine Fortschritte. Setze dich selbst nicht unter Druck und verurteile dich nicht dafür, wenn du dich an manchen Tagen wieder schlecht fühlst, rät Ahmad. Habe Verständnis für dich selbst und mache dir klar, dass dies ein langsamer Prozess ist, an dem du gerade aktiv arbeitest.

3. Spreche mit einer Vertrauensperson oder einem Therapeuten oder einer Therapeutin

Ahmad empfiehlt ebenfalls, mit jemanden zu sprechen. Diese Person kann ein Familienmitglied, ein Freund oder Freundin oder ein Psychologe oder eine Psychologin sein. Ein Gespräch kann viele Lasten von dir nehmen und dich dabei unterstützen, besser mit deinen Gefühlen umzugehen und diese zu verarbeiten.

4. Schreibe deine Gedanken auf

Wenn das Sprechen mit jemandem für dich nicht infrage kommt, dann schreibe deine Gedanken auf. Führe ein Tagebuch und schreibe täglich auf, wie du dich fühlst. Laut Ahmad kann dir ein Tagebuch dabei helfen, deine Gefühle besser zu identifizieren und dich selbst besser zu verstehen.

5. Finde einen guten Schlafrhythmus

Eine Trennung kann für schlaflose Nächte sorgen. Angstzustände und Panikattacken können einen immer wieder einholen. Es ist umso wichtiger, deinem Schlaf die richtige Priorität zu geben, denn auch dieser ist ein wichtiger Teil einer gesunden Alltagsroutine. Lobo empfiehlt, sich eine dreistündige nächtliche Routine anzugewöhnen, die folgendermaßen aussieht:

  • Drei Stunden vor dem Schlafen: Licht dimmen und eine gemütliche Atmosphäre erzeugen
  • Zwei Stunden vor dem Schlafen: kein Sport treiben
  • Eine Stunde vor dem Schlafen: alle Bildschirme im Raum ausschalten

Diese Themen könnten dich auch interessieren:

Verwendete Quellen: businessinsider.de

Frau schreibt in Notizbuch
Ein Neuanfang gestaltet sich viel schöner, wenn er von motivierenden Sprüchen begleitet wird. Wir stellen dir die besten Zitate hier vor. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...