Zurück zum Ex(-Arbeitgeber)? Warum das Comeback im Job kein Zeichen von Schwäche ist

Ein neuer Job ist für viele eine große Chance, sich einen wichtigen Karriereschritt zu erfüllen. Doch manchmal kommt alles anders als man denkt und die Erwartungen werden überhaupt nicht erfüllt. Warum das Comeback beim Ex-Arbeitgeber kein Zeichen von Schwäche ist, liest du hier.

Eine Gruppe an jungen Menschen sitzt an einem großen Holztisch und redet.© Foto: Redd Francisco/Unsplash
Nach einem Abschied im Job zurückzukehren, ist für viele ein No-Go.

Mit gebackenem Kuchen, einem Feierabend-Bier und jede Menge Umarmungen hast du dich von den Lieblingskollegen verabschiedet und bist voller Elan in das neue berufliche Abenteuer gestartet. Doch die anfängliche Euphorie verfliegt schnell. Die Realität vor Ort passt so gar nicht zu deinen Erwartungen und in dir kriecht die Gewissheit hoch: „Ich habe einen Fehler gemacht und möchte am liebsten sofort zurück.“

Zum alten Arbeitgeber zurückkehren – ein absolutes No-Go?

Dieses Gefühl ist keine Seltenheit. Auf Plattformen wie LinkedIn und TikTok macht dafür seit Längerem der Begriff „Shift Shock“ die Runde. Er betitelt genau die ernüchternde Phase, in der die Seifenblase des vermeintlichen Traumjobs platzt. Aber wie reagiert man darauf? Ist der Gedanke an eine Rückkehr nicht total peinlich?

„Absolut nicht!“, gibt LinkedIn Karriere-Expertin Gaby Wasensteiner Entwarnung. „So eine berufliche Rückkehr ist heute völlig normal. Experten beobachten, dass immer mehr Talente diesen Weg ganz selbstbewusst wählen. Lass dich von dem anfänglichen ‚Shift Shock‘ also nicht entmutigen. Du hast eine wertvolle Erfahrung gesammelt und nimmst es nun selbst in die Hand, deine Karriere aktiv in die richtige Richtung zu lenken.“

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Unsere Expertin
Gaby Wasensteiner

LinkedIn Karriere-Expertin Gaby Wasensteiner kennt sich in der Job-Branche prima aus und teilt hier ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps, wie dir dein Comeback beim ehemaligen Arbeitgeber gelingt.

Mit diesen Tipps gelingt dein Comeback beim Ex(-Arbeitgeber)

Falls du ernsthaft über ein Comeback bei deinem alten Arbeitgeber nachdenkst, solltest du laut der Expertin folgende drei Ratschläge beherzigen:

1. Analysiere die damaligen Kündigungsgründe

Menschen gehen aus den unterschiedlichsten Motivationen: wegen des Geldes, für eine gesündere Work-Life-Balance, wegen mangelnder Perspektiven oder auch aufgrund von Stress und Teamkonflikten. Ob ein zweiter Versuch Sinn ergibt, steht und fällt mit dem damaligen Trennungsgrund.

Warst du eigentlich glücklich mit der Firmenphilosophie und wolltest dich nur fachlich verändern? Dann stehen die Sterne gut. Gab es tieferliegende Probleme, musst du vorab prüfen, ob sich diese mittlerweile aufgelöst haben. Nutze dein Netzwerk und sprich mit aktuellen Angestellten, um die Lage anonym abzuchecken.

2. Kenne deinen Marktwert

Als Rückkehrer fängst du keineswegs wieder ganz unten an. Ein neuer Arbeitsvertrag bedeutet auch eine neue Chance, Konditionen und Gehaltsstrukturen zu deinen Gunsten anzupassen. Für Betriebe sind sogenannte Boomerang-Mitarbeiter ein echter Jackpot: Sie sind sofort einsatzbereit, kennen die Abläufe in- und auswendig und verursachen kaum Recruiting-Kosten.

Gleichzeitig hast du in deiner Abwesenheit neue Skills erlernt und bringst frischen Wind von außen mit. Dieses starke Argumentationspaket gehört definitiv in deine Verhandlungsstrategie.

3. Setze auf absolute Transparenz

Steht dein Entschluss fest, suchst du am besten direkt das Gespräch mit deiner ehemaligen Führungskraft. Erkläre ohne Umschweife, warum du damals gegangen bist und aus welchen Gründen du nun wieder an Bord kommen möchtest.

Nutze diesen Moment aber auch, um deine aktualisierten Bedingungen – sei es bezüglich des Aufgabenbereichs, der Bezahlung oder flexiblerer Arbeitszeiten – offen auf den Tisch zu legen. So wissen beide Seiten sofort, woran sie sind.

Warum die Rückkehr zum Arbeitgeber kein Zeichen von Schwäche ist

Die Rolle rückwärts zum alten Arbeitgeber ist kein persönliches Scheitern, sondern ein strategisch kluger und mutiger Karriereschritt. Wer die eigenen Beweggründe hinterfragt, sich nicht unter Wert verkauft und von Beginn an mit offenen Karten spielt, legt das Fundament für einen erfolgreichen zweiten Anlauf. Denn manchmal merkt man erst durch den Wechsel, wo man emotional und fachlich wirklich zu Hause ist – und dass ein Neustart beim Ex-Arbeitgeber genau die richtige Entscheidung sein kann.