Silvester: Ursprung, Geschichte und Traditionen zum neuen Jahr

Silvester: Ursprung, Geschichte und Traditionen zum neuen Jahr

Frohes Neues! Bald feiern wir wieder den Übergang vom alten Jahr in ein neues. Doch was sind eigentlich die Hintergründe von Silvester? Das verraten wir dir hier.

Zehn, neun, acht, sieben... der Countdown zum neuen Jahr läuft! Sobald Weihnachten vorbei ist, wird es Zeit, sich über die Feierlichkeiten am 31. Dezember Gedanken zu machen. Welches Outfit zieht man an, wo und mit wem wird gefeiert und was wird an Silvester gegessen und getrunken? Ist das Böllern um null Uhr verboten und wie macht man sich trotz Corona und neuen Regeln einen schönen Abend? Wir haben hier alle Infos, Traditionen und Ursprünge rund um die Silvesterparty für dich gesammelt.

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Silvester: Woher kommt die Tradition?

Silvester, also der letzte Tag des Jahres im gregorianischen Kalender, wird auch als Altjahrstag oder Altjahrestag bezeichnet. Der Tag danach, also der erste Tag des Jahres, ist bekannt als Neujahrstag. Das erste Silvesterfest der Menschen wurde zu Beginn des Jahres 153 vor Christus gefeiert, als die Römer den Beginn des Jahres vom 1. März auf den 1. Januar verlegten. Es war ebenfalls die Idee der Römer, das Jahr nach 12 Monaten neu zu beginnen. Der Name "Silvester" geht auf den heiligen Papst Silvester I. zurück, da der 31. Dezember in der römisch-katholischen Kirche der Gedenktag des Heiligen Papstes ist.

Silvester: Wie feiert man in Deutschland?

In deutschsprachigen Ländern wünscht man sich an Silvester einen "guten Rutsch" ins neue Jahr. Die meisten Deutschen feiern den Jahreswechsel mit Familie oder Freunden. Pünktlich um Mitternacht wird das neue Jahr von den Menschen mit Feuerwerk und Glockengeläut eingeläutet. Das Feuerwerk sollte früher „böse Geister“ vertreiben, drückt aber heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus. In vielen Städten und Ländern herrscht allerdings mittlerweile ein Böllerverbot. Doch neben dem "Böllern" haben sich über die Jahre weitere Traditionen und Bräuche entwickelt:

  • Wachsgießen, um die Ereignisse des neuen Jahres vorherzusagen (die umweltfreundliche Alternative zum Bleigießen)
  • Anstoßen mit Sekt um 00:00 Uhr
  • Silvesterläufe zu einem wohltätigen Zweck
  • Das Tragen von roter Unterwäsche bei der Silvesterparty für Glück in der Liebe
  • Anschauen des Neujahrs-Sketches "Dinner for one"
  • Karten legen oder Kaffeesatz lesen für das neue Jahr
  • Mitternachtsgottesdienste
  • Neujahrsansprache des/der Bundeskanzler*in
  • Verschenken von Glücksbringern für das neue Jahr
  • Silvesterreisen oder ein Kurztrip über Silvester

Silvester: Die Tradition der Neujahrsvorsätze

Auch die Neujahrsvorsätze stammen aus dem alten Rom. Die höchsten Beamten Roms bekräftigten am 1. Januar ihre Loyalität gegenüber der Republik und legten vor dem Kaiser einen Eid ab. Das wurde mit einer großen Zeremonie gefeiert, bei der die römischen Legionen in einer Parade aufmarschierten. Diese jährliche Feier diente dazu, das Band zwischen den Bürgern, dem Staat und den Göttern zu erneuern.

Viele Menschen nutzten damals schon die Gelegenheit, an diesem Tag über das vergangene Jahr nachzudenken und sich für das Neue viel vorzunehmen. So gibt es auch heute noch die Tradition, sich in der Woche vor dem Jahresende eine Liste mit guten Vorsätzen für das neue Jahr zu machen. Oftmals haben diese mit mehr Sport, weniger Süßigkeiten oder Ähnlichem zu tun – und werden ebenso oft schon im Januar wieder über den Haufen geworfen.

Tipps für deine guten Vorsätze:

  1. Setze dir realistische Ziele
  2. Teile deine Vorsätze in kleinere, umsetzbare Schritte auf
  3. Sammel sowohl Vorsätze, die Taten brauchen, als auch Wünsche für das neue Jahr, die du manifestieren willst
  4. Sei nicht zu hart mit dir! Du hast 12 Monate Zeit, deine Ziele zu erreichen. Also verzweifle nicht, wenn es nicht sofort klappt

Silvester: Was gibt es zu Essen und zu Trinken?

An Silvester gibt es in Deutschland meist deftiges Essen. In den meisten Haushalten kommt ein Raclette oder ein Fondue auf den Tisch, bei denen nach Herzenslust geschlemmt werden kann. Da die beiden Gerichte lange zubereitet und über einen längeren Zeitraum verzehrt werden, eignen sie sich wunderbar, um die Wartezeit bis null Uhr zu verkürzen. In manchen Regionen Deutschlands wird von den Menschen auch Linsensuppe oder Sauerkraut gegessen. Die Linsen symbolisieren dabei Goldmünzen und sollen für ein geldreiches neues Jahr sorgen. Zum Essen gibt es meistens Getränke wie Feuerzangenbowle oder Punsch, um Mitternacht wird mit Sekt angestoßen.

Silvester: Wie feiert man in anderen Ländern?

Silvester wird eigentlich in allen Ländern gefeiert. Dabei startet Australien zeitlich als erstes in das neue Jahr und die Feierlichkeiten wandern dann entlang der Datumsgrenze über den Globus. Doch welche Traditionen gibt es in anderen Ländern? Hier kommen ein paar Beispiel:

  • Niederlande: In den Niederlanden reicht man am „Oudejaarsavond“ (Silvesterabend) Oliebollen, ein frittiertes Hefegebäck. Im Osten und Norden des Landes ist das Carbidschieten als Brauch verbreitet: Dabei wird eine Milchkanne oder ein ähnlicher Metallbehälter zum Knallen gebracht.
  • Russland: In Russland ist das Neujahrsfest das wichtigste überhaupt. Da seit der Oktoberrevolution verboten war, Weihnachten als religiöses Fest zu feiern, verschoben sich alle weihnachtlichen Bräuche und Rituale auf Silvester. Daher wird der Weihnachtsbaum pünktlich zu Silvester aufgestellt und der Weihnachtsmann bringt die Geschenke in der Silvesternacht.
  • England: In London gibt es an Silvester ein 15-minütiges Riesenfeuerwerk auf der Themse und mit besonderer Einbindung des "London Eye", des berühmten Riesenrads. Individuelle Feuerwerke sind nicht üblich, dafür veranstalten viele große Städte in England ein Spektakel mit Raketen und Feuerwerkskörpern.
  • USA: An "New Year's Eve" gibt es besonders in New York City eine Tradition: Dort gibt es seit 1904 das Ritual des "Ball Drop". Dabei wird auf dem Wolkenkratzer One Times Square in den letzten 60 Sekunden des alten Jahres der Times Square Ball, eine große beleuchtete Kugel, langsam herabgelassen.

Silvester: Feuerwerk ja oder nein?

Seit ein paar Jahren sorgt vor allem die Tradition des Silvesterfeuerwerks und das damit verbundene Böllerverbot für Diskussionen. Denn das Feuerwerk ist zwar schön anzusehen, aber alles andere als umweltfreundlich: Mit den Feuerwerkskörpern werden außerordentlich viel Müll produziert, schädliche Substanzen in die Luft geschossen und die Knallerei sorgt vor allem bei den Tieren – sowohl wilden Tiere, als auch Haustieren – für unheimlich viel Stress. Nach Angaben des Umweltbundesamtes pusten Feuerwerke und Raketen in Deutschland zum Jahreswechsel ungefähr 4500 Tonnen Feinstaub in die Luft – mehr als 15 Prozent dessen, was im jährlichen Straßenverkehr anfällt. Einige Städte sind, nach dem Vorbild unserer Nachbarländer, dazu übergegangen, das private Böllern in den Straßen mit einem Böllerverbot zu verbieten und nur ein einheitliches städtisches Feuerwerk zu veranstalten. Umweltfreundlichere Optionen, um das neue Jahr trotz Böllerverbot einzuläuten wären:

  • Wunderkerzen
  • Konfetti
  • Lagerfeuer
  • Fackeln
  • Lichterketten
  • Musik
  • Bunte Deko auf der Silvesterparty

An Silvester wollen wir vor allem eins: Mit einem guten Gefühl das alte Jahr hinter uns lassen und das neue begrüßen. Diese Tradition sollte man sich immer bewahren – auch wenn die Pandemie und Corona unsere Silvesterparty beeinflussen. Also egal, ob du Silvester alleine, mit der Familie oder mit Freunden feierst, ob du eine Silvesterparty planst oder eine Silvesterreise machst: Nimm dir Zeit, das alte Jahr hinter dir zu lassen und mit guter Stimmung in das neue Jahr zu starten. Guten Rutsch!

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