Retinol in der Schwangerschaft: Darum solltest du es meiden

Retinol in der Schwangerschaft: Darum solltest du es meiden

Mediziner und Medizinerinnen raten davon ab, Retinol in der Schwangerschaft zu verwenden. Alles, was du wissen musst, liest du hier.

In der Schwangerschaft kommen so einige Veränderungen auf dich zu. Dein Körper verändert sich und du musst auf viel mehr Sachen im Alltag achten als zuvor. Du solltest bestimmte Lebensmittel meiden, einige Aktivitäten streichen und auch auf spezielle Kosmetika verzichten. In der Schwangerschaft solltest du auch auf den beliebten Anti-Aging-Wirkstoff Retinol verzichten. Warum, das erklären wir dir hier.

Was genau ist Retinol?

Retinol ist eine Form von Vitamin A und wird sehr gerne in Kosmetikprodukten eingesetzt. Kein Wunder, denn Retinol ist ein effektiver Anti-Aging-Wirkstoff, dessen positive Wirkung auf die Haut sogar wissenschaftlich bewiesen ist. Retinol zählt zu der Familie der Retinoide, die unterschiedlich stark wirken. Tretinoin und Isotretinoin zählen zu den stärksten Formen der Retinoide und werden gerne zur Akne-Behandlung oder bei Neurodermitis, oft in Form von verschreibungspflichtigen Tabletten oder verschreibungspflichtigen Cremes, eingesetzt. Schwächere Formen der Retinoide sind hingegen oft in Kosmetika wie Seren oder Cremes zu finden. Sie sind deutlich geringer dosiert.

Wie wirkt Retinol in Kosmetika?

Retinol (Vitamin A) in Kosmetikprodukten wird oft auch Provitamin A, Vitamin A-Säure oder Vitamin A-Derivat genannt. Der Wirkstoff soll die Zellerneuerung und die Kollagenproduktion antreiben und so der Hautalterung entgegenwirken. Ab circa Mitte 20 setzt bei uns die natürliche Hautalterung ein. Nach und nach verliert die Haut an Spannkraft. Sie ist weniger prall und straff und bekommt Falten. Retinol ist einer der Wirkstoffe, die die Hautalterung hinauszögern können. Es bietet sich also sehr gut zur vorbeugenden Anti-Aging-Pflege an. Nimmt man Retinol rechtzeitig und regelmäßig ein, entstehen nicht so schnell tiefe Falten. Die Haut sieht länger jung und frisch aus. Doch beachte: Hast du bereits tiefe Falten und schlaffe Haut, ist Retinol kein Wundermittel, das dir über Nacht wieder ein jugendliches Hautbild verschafft. Deshalb, so sagt man, sollte man mit der Anti-Aging-Pflege früh genug anfangen.

Darf ich in der Schwangerschaft Retinol verwenden?

Verschreibungspflichtiges Retinol in Tablettenform oder als Cremes

Von der Verwendung von Retinol (Vitamin A) in der Schwangerschaft wird von Ärzten und Ärztinnen abgeraten. Bist du schwanger, solltest du auf die Einnahme von Retinol am besten komplett verzichten. Das gilt vor allem für die verschreibungspflichtigen Retinol-Kuren in Form von Tabletten oder Cremes mit Tretinoin und Isotretinoin, die bei Akne oder Neurodermitis helfen sollen. Die Einnahme dieser stärksten Formen von Retinoiden erhöht das Fehlbildungsrisiko des Kindes im ersten Trimester um bis zu 25 Prozent. Man spricht in diesem Fall von dem sogenannten Retinoid-Syndrom, bei dem es zu Fehlbildungen des Gesichtsschädels, der Ohren und des Gehörganges, des Gaumens und zu Entwicklungsstörungen des Thymus (Teil des Immunsystems) und des zentralen Nervensystems kommen kann.

Machst du eine solche verschreibungspflichtige Retinol-Kur, um deine Akne zu lindern, sollte es auf keinen Fall zu einer Schwangerschaft kommen. Es wird deshalb empfohlen, doppelt zu verhüten und regelmäßige Schwangerschaftstests zu machen. Willst du schwanger werden, solltest du sicherheitshalber drei Monate nach dem Absetzen der Retinoid-Medikamente warten, um das Risiko, dem Kind durch das Vitamin A zu schaden, zu minimieren.

Frei verkäufliche Kosmetika mit Retinol

Für frei verkäufliche Produkte mit Retinol (Vitamin A) gibt es in der EU strenge Richtlinien. Sie dürfen die Obergrenze von einem Prozent Retinol nicht überschreiten, ansonsten dürfen sie nicht ohne Weiteres verkauft werden. Studien zeigen außerdem, dass die Aufnahme von Retinol über die Haut sehr gering ist und dass die Wahrscheinlichkeit sehr niedrig ist, dass der Körper das Retinol aufnimmt und dem Kind schaden könnte. Trotzdem raten Mediziner und Medizinerinnen davon ab, Retinol in Kosmetika während der Schwangerschaft zu verwenden. Denn nur, weil es noch keine Studien gibt, die die fruchtschädigende Wirkung von Retinol-haltigen Kosmetika beweisen, sollte man trotzdem nicht das Risiko eingehen, seinem Kind zu schaden.

Retinol ist gar nicht so einfach zu erkennen. In Kosmetikprodukten versteckt sich der Inhaltsstoff Vitamin A hinter verschiedenen Begriffen auf der INCI-Liste. Bist du schwanger, solltest du ganz besonders auf diese Bezeichnungen auf der Liste der Inhaltsstoffe achten:

  • Retinylretinoat
  • Retinylpalminat
  • Retinsäure
  • Retinaldehyd
  • Hydroxypinacolon-Retinioat

Hautpflege in der Schwangerschaft: Diese Wirkstoffe sind erlaubt

Selbst wenn die Studien zeigen, dass es nur ein sehr geringes Risiko gibt, dem Baby durch Kosmetika mit Retinol (Vitamin A) zu schaden, empfehlen Ärzte und Ärztinnen, ganz auf die Produkte zu verzichten, wenn man schwanger ist. Stattdessen kannst du während deiner Schwangerschaft aber ganz ohne Bedenken auf diese Wirkstoffe setzen:

  • Vitamin C: Wirkt entzündungshemmend und kann Anke (Schwangerschaftsakne) mindern
  • Vitamin E: Wirkt antioxidativ und schützt die Haut so vor Zellschäden und beugt der Hautalterung vor
  • Hyaluron: Hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern und wirkt so trockener Haut entgegen
  • Niacinamid: Verbessert die Hautelastizität und kann Unreinheiten mindern
  • Milchsäure: Die AHA-Säure hat einen sanften Peeling-Effekt und gibt für Schwangere als unbedenklich (Salicylsäure hingegen solltest du in der Schwangerschaft lieber meiden)

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Verwendete Quelleneltern.de, cosphera.net

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