Kaiserschnittnarbe pflegen: So funktioniert die Pflege

Kaiserschnittnarbe pflegen: So funktioniert die richtige Pflege der Narbe

Nach dem Kaiserschnitt sollte die Kaiserschnittnarbe richtig gepflegt werden. Wie das geht, verraten wir dir hier.

Ob natürliche Geburt oder Kaiserschnitt – jede Geburt ist anders. Aktuell kommen etwa ein Drittel aller Babys in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Ein kleines Mitbringsel der Entbindung: die Kaiserschnittnarbe. Damit sie gut verheilt und am Ende so dezent wie möglich aussieht, solltest du einiges bei der Pflege beachten. Wie die Wundheilung funktioniert und was du tun kannst, erfährst du hier.

Die Narbe nach dem Kaiserschnitt

In manchen Fällen wird das Baby bei der Geburt mithilfe eines Kaiserschnitts (Sectio) auf die Welt geholt. Hierbei handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem die Bauchdecke geöffnet wird. Dafür wird ein Schnitt am unteren Bauch gemacht. Nachdem das Baby sicher auf der Welt ist, wird der Bauch wieder zugenäht. Das kann auf drei verschiedene Weisen erfolgen:

  • Intrakutannaht: Die Wunde wird mit einem Faden vernäht, der knapp unter der Hautoberfläche verläuft. Die Oberhaut wird nur am Anfang und Ende der Wunde durchstochen.
  • Einzelknopfnaht: Die Wunde wird mit einzelnen, kurzen Fäden verschlossen.
  • Hautklammern: Hier werden statt eines Fadens Klammern verwendet, um die Wunde zu schließen.

Wie bei allen operativen Wunden, die genäht werden, entsteht dadurch zwangsweise später eine Narbe. Je nach Nahtart kann diese verschieden aussehen. 

In den ersten Tagen nach der Geburt wird die Wunde stets überwacht und von dem Krankenhauspersonal regelmäßig untersucht. Nach etwa sechs Tagen nach der Geburt werden in der Regel die Fäden der Kaiserschnittwunde gezogen. Zunächst ist die Kaiserschnittnarbe dann noch dick und rot. Nach etwa sechs Monaten verblasst sie dann aber, bis sie am Ende meist nur noch ein dünner, heller Strich ist.

Wie groß ist sie?

Der Schnitt, der beim Kaiserschnitt am unteren Bauch gemacht wird, ist etwa 12 bis 15 Zentimeter lang. Er verläuft quer oberhalb des Schambeins. So kann die Narbe später vom Slip bedeckt werden und ist nicht direkt zu sehen.

Schmerzt die Narbe?

Wie jede frische Narbe verursacht auch die Kaiserschnittnarbe in den ersten Tagen und Wochen Schmerzen. Die Sensibilität der Haut ist gestört und auch ein taubes Gefühl könnte vorkommen, wenn bei der Operation Nerven verletzt worden sind. In den folgenden Wochen kann die Narbe bei der Heilung unangenehm jucken. Das ist aber ein gutes Zeichen, denn es zeigt an, dass der Heilungsprozess in Gang ist.

Welche Probleme können entstehen?

In einigen Fällen kann es nach dem Kaiserschnitt auch zu ernsthaften Problemen kommen. So besteht nach einer Operation immer das Risiko einer Infektion, da Bakterien in die Wunde eindringen könnten. Auch kann es passieren, dass sich auf der Kaiserschnittnarbe eine Hautwulst bildet. Auch eine Überanstrengung kann die Wundheilung negativ beeinflussen und ggf. sogar zu einem Narbenbruch führen. Deshalb ist das Schonen nach der Geburt unglaublich wichtig.

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So lange dauert die Heilung der Kaiserschnittnarbe nach der Geburt

In den Wochen nach der Geburt beginnt die Wundheilung der Kaiserschnittnaht. Wie lange es genau dauert, bis die Narbe komplett verheilt ist, lässt sich nur schwer sagen. Es kann von Frau zu Frau verschieden lang dauern. Auch kommt es darauf an, wie sich die Frau in den Wochen nach der Geburt verhält und wie sie die Narbe pflegt. Grob kann man mit einem Heilungsprozess von bis zu einem Jahr rechnen.

  • 0 bis 5 Tage: Die Wunde schließt sich und beginnt mit dem Heilungsprozess. Die Narbe ist in diesem Stadium gerötet und kann sich warm anfühlen. Auch Schwellungen und Schmerzen sind möglich.
  • 5 bis 21 Tage: Die Schwellungen und Schmerzen lassen mit der Zeit nach. In diesem Zeitraum werden auch die Fäden oder Klammern entfernt.
  • 21 bis 60 Tage: Das Narbengewebe verändert sich. Es wird stabiler, elastischer und dichter.
  • 60 bis 365 Tage: Die Narbe verblasst und das Bindegewebe hat sich neu aufgebaut. In diesem Zeitraum ist die Heilung abgeschlossen.

Das solltest du nach dem Kaiserschnitt beachten

Nach einem Kaiserschnitt solltest du dich erholen und deinem Körper Zeit geben, um sich von den Strapazen der Entbindung zu regenerieren. Um den Heilungsprozess der Kaiserschnittnarbe nicht zu stören, solltest du auf folgende Punkte achten:

  1. Schütze die Narbe vor Bakterien. Dafür solltest du in den ersten Tagen immer einen Verband oder ein Pflaster auf der Wunde haben. Das Krankenhauspersonal sorgt in der Regel dafür, dass dieses regelmäßig gewechselt wird.
  2. Trage nach der Operation keine engen Klamotten, die an der Kaiserschnittnarbe reiben könnten. Trage lockere Oberteile und Hosen, setze auf Baumwollhöschen, die eine Nummer zu groß sind und auch Netzhöschen aus dem Krankenhaus sind eine Option. Das ist gut, da so auch Luft an die Narbe kommt.
  3. Fixiere die Narbe, wenn du deinen Bauch zum Beispiel beim Aufstehen belastest. Am besten legst du dafür deine Hand stützend auf die mit dem Pflaster geschützte Narbe.
  4. Verzichte in den ersten fünf bis sechs Wochen nach der Geburt auf Vollbäder und setze stattdessen auf das Duschen. Das ist in der Regel ab dem zweiten oder dritten Tag nach dem Kaiserschnitt möglich. Trockne die Narbe nach dem Duschen vorsichtig ab, indem du sie mit einem sauberen Tuch abtupfst.
  5. Hebe und trage nicht schwer. Ansonsten kann das die Wundheilung der Kaiserschnittnarbe negativ beeinflussen. Maximal fünf Kilogramm darfst du dir zumuten.
  6. Verzichte auf Sport. Erst nach etwa acht bis zehn Wochen kannst du damit anfangen, wieder leichten Sport zu machen. Das solltest du zunächst aber mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin oder deiner Hebamme besprechen. 
  7. Um deine Kaiserschnittnarbe zu schonen, solltest du beim Stillen darauf achten, dein Kind in einer bauchschonenden Position zu stillen. Am besten eignet sich die Rückenlage, bei der du flach auf dem Rücken liegst oder die Seitenlage.

So pflegst du die Kaiserschnittnarbe richtig

Das Ziel der Narbenpflege ist es, das Narbengewebe elastischer und belastbarer zu machen, sodass die Narbe besser abheilt. Wahrscheinlich wirst du schon im Krankenhaus Tipps zur richtigen Narbenpflege bekommen oder deine Hebamme gibt dir Anweisungen für die nächsten Wochen mit auf den Weg. 

Etwa nach zwei bis drei Wochen nach der Operation kannst du beginnen, deine Kaiserschnittnarbe aktiv zu pflegen. Vorher solltest du jedoch Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. deiner Hebamme führen. Denn nur, wenn die Narbe so weit gut verheilt ist, kannst du sie massieren und pflegen. Tu dabei aber nur das, was sich gut anfühlt. Diese Schritte kannst du unternehmen:

  • Massiere deine Narbe sanft und vorsichtig ein- bis zweimal täglich. Dafür mit kreisenden Bewegungen von außen nach innen streichen. Auch an der Haut um der Narbe herum kannst du die Massage durchführen. Das regt die Durchblutung an und fördert so die Wundheilung. 
  • Für die Massage der Kaiserschnittnarbe kannst du eine Narbencreme oder Salbe und ein Öl verwenden. Am besten eignet sich zum Beispiel eine Calendula-Salbe oder Johanniskrautöl. Diese wirken wundheilungsfördernd, entzündungshemmend und regulieren die Narbe. Auch reines Mandelöl kann gut verwendet werden.
  • Auch eine weiche Babyhaarbürste kann zur Massage der Kaiserschnittnarbe verwendet werden. Hier aber nur sanft Druck ausüben und den Bürstenkopf langsam und vorsichtig kreisen. Tut die Massage mit der Bürste weh, solltest du auf diese Methode erst einmal verzichten.

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