Dammmassage: Eine genaue Anleitung zur Geburtsvorbereitung

Dammmassage: Eine genaue Anleitung zur Geburtsvorbereitung

Die Dammmassage bereitet dich auf die natürliche Geburt vor und kann einem Dammriss und Dammschnitt vorbeugen. Hier erfährst du, wie sie geht.

Neun Monate bereitest du dich auf die Geburt deines kleinen Wunders vor. Du achtest auf deine Gesundheit, liest Bücher, hakst deine Checkliste für das Wochenbett nach und nach ab und ebnest so den Weg für dein Baby und dessen erste Augenblicke auf dieser Welt. Um deinen Körper für die Entbindung zu wappnen, kann dir auch eine sogenannte Dammmassage helfen. Wie genau sie funktioniert und was ihre Vorteile sind, liest du hier.

Was ist der Damm und wo befindet er sich?

Der Damm, im Fachjargon auch Perineum genannt, liegt zwischen dem After und dem Scheideneingang und den großen Schamlippen und ist eine Art Verbindung der beiden Regionen. Übrigens haben auch Männer einen Damm, er liegt zwischen dem After und den Hoden. Bei Frauen ist der Damm zwischen After und Scheide etwas kürzer als beim Mann. Er besteht aus Haut, Muskeln, Unterfett und Bindegewebe und die Haut ist hier sehr elastisch.

Was genau ist eine Dammmassage und was bringt sie?

Eine Dammmassage zählt zu den Methoden der Geburtsvorbereitung und soll die schwangere Frau für die Entbindung wappnen. Bei einer natürlichen Geburt wird der Bereich um den Damm herum sehr stark gedehnt. Besonders wenn sich Kopf und Schultern des Babys auf dem Weg nach draußen befinden, wird viel Druck auf den Damm ausgeübt. Dabei kann es passieren, dass es während der Geburt zu Verletzungen am empfindlichen Dammgewebe kommt. Ein sogenannter Dammriss ist nicht selten bei natürlichen Entbindungen. Meist handelt es sich hierbei nur um leichte Verletzungen des Dammgewebes, die (wenn überhaupt) direkt im Anschluss an die Geburt genäht werden. Ein Dammriss verheilt in der Regel schnell, kann aber trotzdem etwas unangenehm sein.

Bei einigen Entbindungen wird auch ein sogenannter Dammschnitt nötig. Hier wird der Damm mit einem gezielten Schnitt mit einem Skalpell vom Arzt oder der Ärztin bzw. von der Hebamme leicht geöffnet, um den Geburtsvorgang während einer schwierigen Geburt zu erleichtern. Auch der Dammschnitt muss im Anschluss genäht werden und braucht etwas Zeit, um zu verheilen.

Die Dammmassage kann dabei helfen, die Geburtsverletzungen so gering wie möglich zu halten und das Risiko eines Dammrisses oder Dammschnittes zu verringern. Wird der Damm während der Schwangerschaft regelmäßig mit etwas Öl massiert, wird das Gewebe trainiert und es wird flexibler, weicher, elastischer, dehnbarer und wird besser durchblutet. Dadurch sinkt nicht nur das Risiko für Verletzungen während der natürlichen Geburt, sondern auch das Risiko für Schmerzen nach der Geburt.

Ein weiterer Vorteil: Durch die Massagen am Damm wird die Schwangere mit dem Druckgefühl im Bereich des Dammes vertraut, sodass sich diese während der Entbindung nicht so unangenehm anfühlt. Vielen Frauen hilft die Dammmassage dabei, mehr Vertrauen in sich und ihren Körper während der Geburt zu haben.

Vorteile auf einem Blick

  • Macht das Dammgewebe elastischer und dehnbarer
  • Der Damm wird besser durchblutet
  • Der Damm ist belastbarer während der Geburt
  • Reduziert das Risiko von einem Dammriss
  • Kann der Notwendigkeit eines Dammschnitts vorbeugen
  • Bereitet auf das Druckgefühl während der Geburt vor

Ab wann und wie oft sollte man die Dammmassage anwenden?

Am besten beginnst du mit der Massage deines Damms ab der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche. Bei vorzeitigen Wehen jedoch besser bis zu 36. Schwangerschaftswoche warten. Dein Arzt oder Ärztin bzw. deine Hebamme wird dich diesbezüglich auch beraten.

Führe die Dammmassage am besten täglich für etwa fünf bis zehn Minuten durch. Mindestens solltest du sie aber drei- bis viermal pro Woche anwenden, wenn du dich richtig auf die Geburt vorbereiten willst.

Anleitung: Wie funktioniert die Dammmassage?

Eine Dammmassage kannst du entweder alleine oder zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin durchführen. Wir erklären dir, was du brauchst und wie es Schritt für Schritt funktioniert.

Das brauchst du

Um den Dammbereich richtig zu massieren, brauchst du ein passendes Öl. Es gibt spezielle Dammmassageöle, du kannst aber auch reines Mandelöl, Olivenöl oder Kokosöl verwenden. Das Öl mit der besten Bewertung auf Amazon ist das Dammmassageöl von Weleda (hier für ca. 9 Euro 🛒).

Vorbereitung

Wenn du magst, kannst du vor der Dammmassage ein entspannendes Bad oder eine heiße Dusche nehmen. Das lockert die Muskulatur und hilft dir dabei, dich zu entspannen. Auf jeden Fall solltest du aber vor der Massage deine Hände gründlich waschen, damit du keine Bakterien in den Intimbereich transportierst. Nimm dir auch ein Handtuch zur Unterlage, damit du mit dem Öl keine Flecken verursachst.

Durchführung

Nimm eine für dich bequeme Position ein. Viele werdende Mamas empfinden eine halbsitzende Position auf dem Sofa oder dem Bett mit einem großen Kissen im Rücken als besonders angenehm. Vielleicht erreichst du den Damm aber auch besser im Stehen, mit einem Bein auf dem Badewannenrand. Fällt es dir sehr schwer, kannst du auch deinen Partner oder deine Partnerin fragen, ob er oder sie dir deinen Damm massieren kann.

Als Erstes nimmst du eine geringe Menge des Massageöls und gibst es auf deine Finger, mit denen du den Damm massieren willst. Verreibe das Öl zwischen den Fingerspitzen, um es anzuwärmen. Öle dann auch den Bereich um den Damm herum gut ein.

Führe dann deinen Daumen in die Scheide ein und dehne das Gewebe nach unten hin. Stell dir eine imaginäre Uhr vor. Der 6 Uhr-Zeiger zeigt zu deinem After, der 12 Uhr-Zeiger hin zur Klitorisperle. Massiere mit dem Daumen das Gewebe von innen und bewege dich dabei zwischen 4 und 8 Uhr. Deine anderen Fingerspitzen kannst du zur Unterstützung von außen dazunehmen. Von Mal zu Mal kannst du das Gewebe etwas stärker dehnen. Nimm dir genug Zeit für diese Dehnung. Fünf bis zehn Minuten lang kannst du das Dammgewebe gründlich durchkneten. Sei sanft dabei. Trotzdem kann es durch den Druck auch etwas unangenehm sein.

In diesem Video siehst du noch einmal genau, wie du vorgehen kannst:

Die 5 besten Tipps für die Dammmassage

  1. Nimm dir Zeit. Siehe die tägliche Massage als Wohlfühlen-Ritual, das dich auf die Entbindung besinnt. Schaffe dir dabei eine entspannende Umgebung, in der du dich wohlfühlst.
  2. Fingernägel kürzen. Um dich nicht versehentlich zu verletzen, solltest du deine Fingernägel möglichst kurz halten. Gleiches gilt für deinen Partner oder deine Partnerin, wenn du die Massage nicht selber durchführst.
  3. Achte auf Hygiene. Wasche dir vor der Massage gründlich deine Finger, um keine Bakterien in den empfindlichen Intimbereich zu transportieren. Nach der Massage solltest du auf Toilette gehen und Wasser lassen, um Harnwegsinfekten und Co. vorzubeugen.
  4. Finde eine gemütliche Position. Manche Frauen massieren am liebsten im Stehen, mit einem Bein auf dem Badewannenrand, andere mögen es lieber im Liegen. Finde die Position, die am bequemsten für dich ist.
  5. Nimm dir einen Spiegel zur Hand. Damit du gerade bei den ersten Malen genau sehen kannst, wo du dich massieren solltest, kann es helfen, einen Handspiegel zur Hilfe zu nehmen.

Wann macht eine Dammmassage keinen Sinn?

Nicht immer macht eine Dammmassage Sinn. In diesen Fällen solltest du lieber auf die Massage verzichten:

  • Bei vorzeitigen Wehen. Hier solltest du die Möglichkeit der Dammmassage auf jeden Fall mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. deiner Hebamme besprechen.
  • Hast du eine Pilzinfektion oder eine andere Infektion im Intimbereich, solltest du die Massage nicht durchführen. Warte, bis die Infektion vollkommen behandelt ist.
  • Hast du Krampfadern im Intimbereich, solltest du ebenfalls auf die Massage des Damms verzichten und mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber sprechen.

Bist du dir unsicher, ob eine Dammmassage für dich das Richtige ist, kannst du darüber immer mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin bzw. deiner Hebamme sprechen.

Dammmassage zur Geburtsvorbereitung: Ja oder nein?

Führst du regelmäßig einige Wochen vor der Geburt die Dammmassage durch, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass dir während der Geburt kein Dammriss passiert oder ein Dammschnitt nötig ist. Trotzdem kannst du mit einer richtigen Geburtsvorbereitung mit Dammmassage das Risiko für Geburtsverletzungen reduzieren. Die Dehnung der Dammmassage mag erst einmal etwas unangenehm sein, hilft dir aber dabei, gut für die natürliche Entbindung vorbereitet zu sein. Bist du dir unsicher, kannst du auch immer mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin bzw. deiner Hebamme über dieses Thema sprechen.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, lillydoo.com, pampers.de

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