Hämorrhoiden nach der Geburt: Die besten Tipps

Hämorrhoiden nach der Geburt: Die besten Tipps fürs Wochenbett

Über das Thema Hämorrhoiden nach der Geburt wollen nur wenige sprechen. Wir tun es aber, da es sehr wichtig ist und viele Frauen davon betroffen sind. Alles, was du wissen musst, hier.

Schon irgendwie unfair. Da macht der Körper in den neun Monaten der Schwangerschaft so vieles durch, man bekommt Dehnungsstreifen, hat Schmerzen in den Bürsten und alles ist anstrengender. Von den Leiden der Geburt mal ganz abgesehen. Und dann bekommt man nach der Geburt auch noch unangenehme und teils schmerzende Hämorrhoiden. Etwa 60 Prozent der Frauen haben nach der Geburt Beschwerden im Analbereich. Ein Thema, über das nicht viele frisch gebackenen Mamas sprechen, das aber trotzdem sehr wichtig ist. Wir verraten dir alles, was du wissen musst.

Was genau sind denn Hämorrhoiden?

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Dies sind gut durchblutete Gefäßpolster, die sich im Analbereich, genau genommen in der Schleimhaut am Ende des Darms befinden. Zusammen mit dem Schließmuskel sind sie für den Verschluss des Afters verantwortlich und tragen so zur Kontinenz des Stuhls bei. Funktioniert alles einwandfrei, nimmst du deine Hämorrhoiden gar nicht wahr. Vergrößern sie sich aber und schwellen an, können sie einem ganz schön viel Ärger bereiten. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten Hämorridalleiden. Dieses kann jede Menge Beschwerden mit sich bringen und teils sogar richtige Schmerzen verursachen.

Dabei unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Schweregraden von Hämorrhoiden:

  • Grad 1: Eine leichte Schwellung und Wölbung der Hämorrhoiden, die von außen nicht zu sehen oder zu ertasten ist.
  • Grad 2: Die Hämorrhoiden treten nur bei einer Pressbewegung hervor und ziehen sich dann wieder zurück.
  • Grad 3: Die Hämorrhoiden sind deutlich sichtbar und tastbar und ziehen sich nicht mehr von selber ins Innere zurück. Sie lassen sich aber mit dem Finger zurückdrücken.
  • Grad 4: Die Hämorrhoiden sind dauerhaft im äußeren Bereich und lassen sich nicht mehr zurückdrücken.

An diesen Symptomen erkennst du Hämorrhoiden

Nicht jede Betroffene hat die gleichen Symptome. Diese sind auch immer sehr abhängig von Schweregrad. Während einige das geschwollene Gewebe gar nicht bemerken, haben andere teils sogar starke Schmerzen. Diese Symptome sind besonders typisch für Hämorrhoiden nach der Geburt:

  • Jucken des Afters
  • Brennendes Gefühl im Analbereich
  • Blut beim Stuhlgang
  • Nässen im Analbereich
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmierender Stuhl
  • Stuhlinkontinenz

Reißt das Gewebe der Hämorrhoiden, kann es sogar sein, dass du stark blutest und starke Schmerzen hast. Dann können die blutenden Hämorrhoiden unter Umständen verödet werden, oft wird aber erst mal abgewartet, ob sie sich von selber zurückbilden.

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Die Ursachen: Wie entstehen sie?

Hämorrhoiden können bei jedem Menschen vorkommen. Besonders häufig treten sie aber bei Schwangeren und frisch gebackenen Müttern auf. Meist handelt es sich hierbei aber nur um Grad 1 oder Grad 2. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel und nach der Geburt leiden die Frauen unter den Beschwerden am Analbereich. Woran das liegt, erklären wir dir nun.

Die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft sorgt dafür, dass sich das Gewebe, die Blutgefäße, der Beckenboden und die Muskulatur lockert, um Platz für das Baby zu schaffen. Die wachsende Gebärmutter, Wassereinlagerungen und natürlich auch das immer größer werdende Baby sorgen für einen Druck nach unten auf das Hämorrhodialpolster.

Hinzu kommt, dass viele Schwangere von Verstopfungen geplagt werden. Das stärkere Pressen beim Stuhlgang sorgt für zusätzlichen Druck auf die Gefäßpolster und begünstigt das Hämorrhoidalleiden. Und auch nach der Geburt können durch das Pressen Hämorrhoiden auftreten. 

Ob und wie stark die Beschwerden in und nach der Schwangerschaft bei dir vorkommen, hängt von mehreren Faktoren ab. Übergewicht, eine höhere Anzahl an Schwangerschaften sowie eine genetische Veranlagung für Bindegewebsschwäche können Hämorrhoiden begünstigen.

Wie lange dauern Hämorrhoiden nach der Geburt?

In den meisten Fällen bilden sich die Hämorrhoiden innerhalb weniger Wochen nach der Geburt von selbst zurück. Wie lange die Beschwerden genau dauern, ist von Frau zu Frau verschieden. Studien zufolge haben rund 30 Prozent der Frauen nach acht Wochen nach der Geburt keine Hämorrhoiden mehr. Nach 24 Wochen sind noch 13 Prozent der Frauen davon betroffen.

Das kannst du tun bei Hämorrhoiden nach der Geburt

Nach der Geburt musst du dich 24/7 um dein kleines Wunder kümmern und hast andere Sorgen als deinen Analbereich. Deshalb solltest du diese Tipps beachten, um deine Beschwerden zu lindern:

  1. Sprich mit deiner Hebamme und/oder deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin über deine Beschwerden, egal welcher Schweregrad bei dir vorliegt. Sie können dir sicher weiterhelfen. Es muss dir nicht peinlich sein. Viele Frauen haben Hämorrhoiden nach der Geburt.
  2. Hast du Verstopfungen, die die Hämorrhoiden fördern, solltest du viel trinken und dich ballaststoffreich ernähren. Iss viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, um deine Verdauung in Schwund zu bringen. Abführmittel und Medikamente gegen Verstopfungen nur in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin einnehmen.
  3. Finde die richtige Sitzposition auf der Toilette, die angenehm für dich ist. In einer Hockposition lässt sich der Darm einfacher entleeren. Pressen ist so nicht nötig. Was dir helfen kann, ist ein spezieller Hocker, auf den du deine Füße abstellen kannst, sodass du in einer hockenden Position sitzt.
  4. Den Analbereich mit rauem Toilettenpapier abzuwischen kann nur sehr unangenehm sein. Was dir hier helfen kann, ist eine Podusche. Sie säubert den After nach dem Stuhlgang besonders gründlich und schonend mit klarem Wasser. Auch bei Geburtsverletzungen im Scheiden- und Analbereich eignet sich die Podusche sehr, denn sie säubert und schont die Wunden.
  5. Bewege dich viel und geh zur Rückbildungsgymnastik. Das stärkt die erschlaffte Muskulatur und regt auch die Verdauung an. Langes Sitzen solltest du vermeiden. Bei akuten Schmerzen kannst du auch einen Sitzring verwenden.

Schmerzen lindern: Die besten Tipps gegen Hämorrhoiden im Wochenbett

Hämorrhoiden jucken und brennen nicht nur, sie können auch echte Schmerzen verursachen. Um diese zu lindern, kannst du Folgendes versuchen:

  • Kälte: Ein kalter Umschlag kann für Schmerzlinderung bei Hämorrhoiden sorgen. Unser Tipp: Friere Damenbinden ein und lege sie anschließend in deine Unterwäsche. Du kannst sie vorher auch noch mit Calendula-Essenz beträufeln.
  • Sitzbad: Ein warmes Sitzbad kann sehr wohltuend sein. Du kannst dir eines mit entzündungshemmenden Wirkstoffen in der Apotheke besorgen und dann täglich anwenden. Im Wochenbett während der Zeit des Wochenflusses solltest du die Anwendung aber mit deiner Hebamme absprechen.
  • Salben und Cremes: Salben und Cremes mit betäubenden Wirkstoffen können helfen, wenn es brennt, juckt und nässt. Sie sorgen für kurzzeitige Linderung. Auch pflanzliche Cremes mit zum Beispiel Hamamelis können den Juckreiz lindern und die Heilung fördern. Besprich die Verwendung von solchen Salben und Cremes aber immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Hämorrhoiden gehen nicht weg: Die richtige Behandlung hilft

Hast du die Vermutung, dass du Hämorrhoiden in oder nach deiner Schwangerschaft bekommen hast, solltest du das unbedingt mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin abklären. Jucken im Intimbereich könnte nämlich auch eine Pilzinfektion sein und Blut im Stuhl kann auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Und auch eine Analvenenthrombose, ein Blutgerinnsel in den Adern des Afterrands, kann mit Hämorrhoiden verwechselt werden. Diese schmerzt in der Regel noch stärker als Hämorrhoiden und sorgt für einen größeren Leidensdruck.

Dein Arzt oder deine Ärztin kann dich untersuchen und dir dann eine passende Behandlung vorschlagen. Möglich ist zum Beispiel eine Verödung, ein Gummiring oder ein Vereisen der Hämorrhoiden. Oft ist aber nur Geduld gefragt. Nach einigen Wochen verschwinden die Hämorrhoiden in der Regel von selbst. Bis dahin kannst du sie mithilfe der Tipps weiter oben lindern.

Fazit

Wir verstehen schon: Hämorrhoiden sind kein schönes Thema. Doch über die Hälfte der Frauen leiden während und nach der Schwangerschaft unter den Beschwerden im Analbereich. Deshalb ist es auch so wichtig, über dieses Thema zu sprechen. Du brauchst dich nicht schämen. Und Sorgen machen brauchst du dir in der Regel auch nicht. Kläre das Ganze mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab und hab etwas Geduld, nach einigen Wochen verschwinden die Hämorrhoidalleiden in den meisten Fällen von alleine.

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Verwendete Quellenapotheken-umschau.de, pampers.de

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