Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Das gibt es zu beachten

Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Das gibt es zu beachten

Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen den Wochenfluss. Was dabei zu beachten ist, erfährst du hier.

Was während der Schwangerschaft mit dem Körper einer Frau geschieht, ist ein absolutes Wunder. Eine Frau kreiert neues Leben in ihrem Bauch und der Körper durchlebt dabei unglaublich viele Veränderungen. Und diese ändern nicht mit der Geburt. Auch danach verändert sich der Körper. Die Milch fängt an zu fließen, die Hormone stellen sich wieder neu ein und der Körper befreit sich selbstständig von den Resten der Schwangerschaft. Dafür ist der sogenannte Wochenfluss zuständig. Diesen haben Frauen sowohl nach einer vaginalen Geburt als auch nach einer Geburt mit Kaiserschnitt. Alles, was du darüber wissen musst, erklären wir dir hier.

Was genau ist der Wochenfluss?

Egal ob nach einer vaginalen Geburt oder nach einem Kaiserschnitt. Nach der Entbindung setzt bei jeder Frau automatisch der sogenannte Wochenfluss (Lochien, Lochia) ein. Nachgeburtswehen sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, sodass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst. Dabei entsteht eine Wunde in der Gebärmutter, die in den nächsten Wochen abheilt. Die Wundheilung geht mit dem Wochenfluss einher. Dieser sorgt nämlich dafür, dass Wundsekret, Zellreste, Gebärmutterschleimhaut, Blut, Blutgerinnsel und Bakterien aus dem Körper abtransportiert werden. 

Wie lange dauert der Wochenfluss nach dem Kaiserschnitt?

Während eines Kaiserschnitts werden die Plazenta und Gewebereste bereits mit entfernt. Die Gebärmutter ist nach einem Kaiserschnitt zum Großteil leer und es müssen keine großen Blutmengen mehr ausgeschieden werden. Plazenta und Gewebe müssen also nicht mehr vom Körper selbst ausgeschieden werden. Das sorgt dafür, dass der Wochenfluss meist deutlich schwächer ist und nicht so lange dauert wie bei einer vaginalen Geburt. Während dieser in der Regel zwischen vier und sechs Wochen dauert, kann er nach einem Kaiserschnitt schon früher vorüber sein. Bei vielen frisch gebackenen Mamas hört der Wochenfluss schon nach vier Wochen auf.

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Was gibt es beim Wochenfluss nach dem Kaiserschnitt zu beachten?

Das frische, rote Blut, das nach der Entbindung durch den Wochenfluss (Lochia) ausfließt, lässt meist schon nach einer Woche nach und es folgt eine eher bräunliche Blutung. In den nächsten Tagen verändert sich die Blutung noch mal, der Wochenfluss wird erst einmal gelblich und dann weißlich.

Hört dein Wochenfluss auf, solltest du das kurz mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. deiner Hebamme besprechen. Hier sollte noch mal betrachtet werden, ob wirklich alles abgeflossen ist oder ob sich noch Blut und Wundsekret im Körper befinden. Während dieser ganzen Zeit steht dir deine Hebamme beratend zur Seite. Hast du das Gefühl, dass etwas nicht ganz richtig läuft, kannst du dich für gewöhnlich immer an die Hebamme wenden.

Komplikationen: Was ist bei einem Wochenflussstau zu tun?

In einigen Fällen kann es passieren, dass der Wochenfluss (Lochia) spontan und viel zu früh stoppt. Dann kann es sein, dass man einen Wochenflussstau hat. Dieser kann zum Beispiel passieren, wenn man einen geplanten Kaiserschnitt ohne vorausgehende Wehen hatte. Dann wird der Muttermund vom Arzt bzw. von der Ärztin geweitet, damit der Wochenfluss abfließen kann. Dabei kann es aber passieren, dass der Muttermund sich zu schnell wieder zusammen zieht oder dass die Dehnung nicht ausreichend war. Die Wundflüssigkeit kann nicht mehr richtig abfließen, was Infektionen und Entzündungen im Inneren verursachen kann und im schlimmsten Fall zur Sepsis führt, was wiederum lebensbedrohlich ist. Bemerkst du folgende Symptome bei dir, solltest du aufmerksam sein:

  • Wochenfluss setzt ungewöhnlich früh aus
  • Fieber in der Woche nach der Entbindung
  • Schüttelfrost
  • Druckgefühl im Bauch
  • Kopfschmerzen
  • Unangenehmer Geruch des Ausflusses

Treten diese Symptome bei dir auf, solltest du das direkt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin bzw. bei deiner Hebamme ansprechen und dich untersuchen lassen. Zu Rahmenzeiten kannst du auch in die Notaufnahme gehen. Wichtig ist, dass schnell gehandelt wird, damit sich kein Wochenfluss im Körper anstaut.

Hygiene-Tipps: Worauf sollte man beim Wochenfluss achten?

In den ersten Wochen deines Wochenbetts (Lochia) steht natürlich dein kleiner Schatz an erster Stelle. Doch auch auf dich solltest du achten und dich von den Strapazen der Geburt gut erholen. Worauf du achten solltest, damit der Wochenfluss gut fließen kann und deine Geburtsverletzungen gut abheilen können, verraten wir dir nun.

  • Wochenbettbinden verwenden: Besonders in den ersten Tagen fließt der Wochenfluss sehr stark. Normale Binden reichen da nicht. Du brauchst spezielle Wochenbetteinlagen 🛒 ohne Plastikfolie, die unparfümiert sind. Achte darauf, sie mindestens alle zwei bis vier Stunden oder immer dann, wenn sie vollgesogen sind zu wechseln.
  • Inkontinenzunterlagen: Beim Liegen kann es schnell passieren, dass die Binde mal verrutscht. Dann kannst du Inkontinenzunterlagen 🛒 verwenden, die deine Matratze vor dem Wochenfluss schützen.
  • Keine Tampons verwenden: Tampons würden Abfluss des Wochenflusses verhindern und begünstigen Infektionen. Deshalb nie zum Tampon und immer zur Binde greifen.
  • Duschen statt baden: Natürlich kannst du in der Zeit des Wochenbetts duschen. Doch auf ein Vollbad solltest du lieber verzichten, da der Wochenfluss wie jedes Wundwasser infektiös ist. Außerdem können Nähte dabei aufgeweicht werden und die Wundheilung wird gestört.

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Verwendete Quellen: babyartikel.de, thefemalecompany.com

Baby nach Geburt
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