Fear of missing out: Tipps und Hilfe bei FOMO

Fear of missing out: Woher FOMO kommt und was man dagegen tun kann

Jeder hat sie schon einmal gespürt: FOMO. Woher die Fear of missing out kommt und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Verpasse ich gerade was? Ist es bei den anderen lustiger? Sollte ich mehr unternehmen? Wenn Gedanken wie diese durch unseren Kopf kreisen, spricht man von "FOMO", was eine Abkürzung für "Fear of missing out" (auf deutsch: Angst, etwas zu verpassen) ist. Besonders durch die Nutzung von Social Media hat sich dieses Phänomen und diese Angst verstärkt, da wir zu jeder Tageszeit online beobachten können, was unsere Freunde machen – bzw. was wir gerade verpassen, weil wir nicht an einem bestimmten Ort, auf einer bestimmten Party oder Teil eines Trips sind. Wer Fear of missing out verspührt, hat ein unwohles Gefühl, fühlt sich ausgeschlossen und hat das Gefühl, das Leben zu verpassen. In extremen Fällen kann FOMO sogar zu Schlafstörungen und Depressionen führen. Wir verraten dir hier, wie man FOMO erkennt und was man gegen die Fear of missing out tun kann.

Fear of missing out: Was bedeutet das genau?

Laut dem Cambridge Dictionary bezeichnet die "Fear of missing out" folgende Symptome:

Das unbehagliche Gefühl, dass man spannende Events verpassen könnte, an denen andere Leute teilnehmen, oft hervorgerufen durch Beiträge auf Social-Media-Kanälen.

FOMO kann man also in zwei verschiedenen Bereichen verspüren:

  1. Einmal die Angst, ein reales, soziales Event zu verpassen, zum Beispiel weil man alleine auf dem Sofa sitzt und sich nach Interaktion sehnt.
  2. Oder die Angst, Geschehnisse auf Social Media (Instagram, Snapchat, WhatsApp und Co.) zu verpassen. Das können neue Posts, Likes oder Stories sein. Man hat das Bedürfnis, ständig das Smartphone zu checken.

Vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und Millennials, deren Alltag schon seit der Kindheit eng mit Social Media und dem Smartphone verbunden ist, sind von der FOMO betroffen. Außerdem sind unsichere, unzufriedene Personen anfälliger für Fear of missing out.

Übrigens: Das Gegenteil von FOMO nennt sich übrigens JOMO, also Joy of missing out (auf deutsch: Freude, Dinge zu verpassen). Dieser Begriff steht dafür, dass man sich der Fear of missing out bewusst entgegenstellt, sich auf sein eigenes Leben konzentriert, statt sich zu vergleichen und den Moment genießt, statt Angst zu haben, dass man falsche Entscheidungen getroffen hat oder gerade wichtige Interaktionen verpasst.

FOMO: Woher kommt das Gefühl?

Die Angst, etwas zu verpassen, haben Menschen schon immer. Dennoch ist der Begriff erst seit dem 21. Jahrhundert weiter verbreitet. Das liegt vor allem auch an der Nutzung der sozialen Medien, die es uns deutlich erleichtern, über das Smartphone zu beobachten, was die Menschen in unserem Umfeld machen, bzw. welche Erlebnisse, Interaktionen oder Partys wir gerade verpassen. Und damit nicht genug: Dank Instagram, Snapchat und Co. sehen wir noch weitere Einblicke, die bei uns für FOMO und einem Bedürfnis nach Interaktion sorgen:

  • Urlaube und Reisen
  • Beförderungen oder neue Jobs
  • Beziehungen, Hochzeit, Schwangerschaft
  • Party, Festivals, gemeinsame Ausflüge
  • Reichtum, Shoppingtrips, neues Zuhause

All diese Dinge können dafür sorgen, dass wir uns unwohl und unsicher fühlen. Wir kommen uns durch die FOMO wie ein:e Looser:in vor und haben das Gefühl, nicht cool/erfolgreich/beliebt zu sein. Unsere Gedanken werden von Neid überschattet und unser Selbstwertgefühl sinkt in den Keller.

Fear of missing out entsteht nicht nur dann, wenn wir alleine auf dem Sofa sitzen und auf das Smartphone starren – manchmal kann es sogar sein, dass man selbst unterwegs oder beschäftigt ist, aber auf Instagram ein cooles Event sieht und sofort in Neid und Angst vor dem Verpassen verfällt. In solchen Fällen hat man oft noch mehr das Bedürfnis, das Smartphone zu checken.

Ist Fear of missing out eine psychische Krankheit?

Grundsätzlich ist das Phänomen FOMO ein total normales Gefühl, das jeder und jede früher oder später einmal verspüren wird. Dennoch gibt es auch bei dieser Angst ein Extrem, das bedenklich werden könnte. Wenn man vor lauter FOMO Probleme im Privatleben oder Beruf bekommt, nur schwer Entscheidungen treffen kann oder sich dauernd traurig und wertlos fühlt, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Hier findest du Infos, Fakten und Hilfe bei der Therapeut:innensuche.

Checkliste: Habe ich FOMO?

Wie gesagt: Ab und zu Fear of missing out zu haben, ist kein Problem. Das geht vielen so, vor allem wenn man sich auf ein Event gefreut hatte, aber dann krank zu Hause bleiben muss oder aus anderen Gründen verhindert ist. Aber wenn die FOMO dich nicht nur ab und zu, sondern stetig begleitet, solltest du der Sache einmal genauer auf den Grund gehen. Folgende Fragen können dir helfen, herauszufinden, ob du anhaltende FOMO hast:

  • Checkst du auch im Urlaub ständig deine Social Media Netzwerke?
  • Denkst du, während du Zeit mit Freunden verbringst, darüber nach, wie du deine Erlebnisse am besten online teilen kannst?
  • Fühlst du dich unruhig und nervös, wenn du nicht weißt, was deine Freunde gerade machen?
  • Fühlst du dich unglücklich, wenn du online siehst, dass deine Freunde etwas ohne dich unternehmen?
  • Checkst du deine Social-Media-Plattformen auch in Gesellschaft oder während einem gemeinsamen Essen?

Wenn du mehrere dieser Fragen mit einem klaren Ja beantwortet hast, könnte es sein, dass du an akuter FOMO leidest. Diese Symptome können sich im schlimmsten Fall auch zu einer Social-Media-Sucht entwickeln, da du so abhängig davon bist zu wissen, was die anderen machen. Körperliche und mentale Folgen von Fear of missing out können sein:

  • Konzentrationsstörungen
  • Innere Unruhe
  • Depressive Verstimmung
  • Stress
  • Schlafprobleme
  • Psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, Schweißausbrüche etc.)

Falls du eines oder mehrerer dieser Symptome hast, solltest du dir psychologische Hilfe suchen. Du willst wissen, was bei einer Therapie passiert und wie sich das anfühlt? Dann lies hier weiter.

Fear of missing out: 4 Tipps, um mit FOMO umzugehen

Wenn du öfter unter FOMO leidest, können dir diese Tipps dabei helfen, das unangenehme Gefühl loszuwerden.

  1. Digitaler Detox: Auch wenn es vielleicht schwerfällt: Leg das Handy weg. Plane Offline-Zeiten in deinen Alltag ein oder achte darauf, dass du bei Unternehmungen ganz bewusst dabei bist und nicht ständig auf dein Handy schaust. Je weniger du von den Aktivitäten der anderen siehst, desto weniger beneidest du sie darum.
  2. Achtsamkeit: Versuche, die Dinge bewusster zu erleben und wahrzunehmen. Wer immer in der Vergangenheit ("Ich hätte doch da hingehen sollen") oder in der Zukunft ("So erfolgreich wie diese Person werde ich nie sein") lebt, wird unglücklich und vergisst, die Gegenwart zu genießen. Vielleicht hilft dir auch Meditation dabei, um dich regelmäßig ins Hier und Jetzt zurückzuholen.
  3. Dankbarkeit: Wissenschaftliche Studien haben bewiesen: Dankbare Menschen sind glücklicher. Trainiere dich also darin, dankbar zu sein. Das klappt mit einem Dankbarkeitstagebuch oder einfach einer Liste an Dingen, für die du dankbar bist. Diese kannst du regelmäßig ergänzen und schon bald siehst du schwarz auf weiß, dass du gar keinen Grund hast, neidisch zu sein – aber sehr viele Gründe, um dich an deinem Leben zu erfreuen.
  4. Akzeptanz: Auch wenn du achtsam und dankbar bist, kann es vorkommen, dass du FOMO verspürst. Das ist völlig okay und manchmal ist Akzeptanz der beste Weg, um mit einem Gefühl umzugehen. Mache dir klar, was dir wirklich wichtig ist und setze entsprechende Prioritäten. Denn wenn du mit deiner Priorität beschäftigt bist, beneidest du die anderen weniger um ihre Aktivität.

Fear of missing out: Fazit

Fear of missing out zu verspüren, ist etwas ganz Normales. Schließlich kann man nie alles gleichzeitig erleben und erfahren und es wird immer jemanden geben, der beliebter, reicher, schöner oder weit bereister ist als man selbst. Doch das ist alles keine Bestätigung dafür, dass das eigene Leben nicht lebenswert ist. Ein Abend auf der Couch kann genauso schön sein wie eine wilde Party (siehe JOMO).

Wichtig ist, dass man die Balance hält und das macht, worauf man wirklich Lust hat und womit man sich wohlfühlt. Und wenn einen dann doch die FOMO erwischt, keine Sorge: Es gibt bestimmt eine Person auf Instagram, die so viel vom Event postet, dass man das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein. 😜

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Verwendete Quellen: ionos.de, aok.de

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