Corona aktuell: 5 Impf-Mythen im Faktencheck

Corona: 5 Impf-Mythen im Faktencheck

Kann eine Corona-Impfung das Erbgut verändern? Macht sie unfruchtbar? Wir machen den großen Corona Impf-Mythen Faktencheck!

Corona Impf-Mythen: Spritze mit Impfstoff
© Pexels
Was genau macht eigentlich die Corona-Impfung mit uns? Wir hinterfragen die gängigsten Corona Impf-Mythen!

Du hast sie sicher schon einmal gehört: Aussagen wie "Die Impfung greift ins Erbgut ein!" oder "Die Impfstoffe werden viel zu schnell entwickelt, daher sind sie nicht sicher!". Solche Behauptungen verunsichern und machen Angst. Wir haben daher einmal die gängigsten Impf-Mythen auf den Prüfstand gestellt. 

Der große Corona Impf-Mythen Faktencheck

Gerüchte und Mythen rund um Corona gibt es viele. Doch was ist dran an den Behauptungen?

"Der Corona-Impfstoff verändert das Erbgut!"

Das Gerücht, dass mRN Impfstoffe das Erbgut verändern existiert schon lange. Diese Aussage ist aber ganz einfach: FALSCH. Denn strukturell unterscheiden sich die mRNA von der menschlichen DNA. Während unsere DNA aus einem Doppelstrang besteht, handelt es sich bei mRNA um eine einzelne Kette aus Molekülen. Zudem sind mRN und DNA aus verschiedenen Bausteinen aufgebaut. Damit sich der Impfstoff in unser Erbgut einlagern kann, müsste er in DNA umgewandelt werden. Dazu würde ein bestimmtes Enzym benötigt werden, das in unseren Zellen aber schlichtweg nicht vorhanden ist.

"Der Corona-Impfstoff macht Frauen unfruchtbar!"

Ein kursierendes Gerücht besagt, dass die Corona-Impfung Frauen unfruchtbar macht, ist, ihr ahnt es bereits, FALSCH. Dieser Mythos entstand, weil das Spike-Protein, das von den Körperzellen nach der Impfung produziert wird, sehr dem sogenannten Synticin-1-Protein ähnelt, das die Plazenta aufbaut und den Fötus mit Nährstoffen versorgt. Das Corona-Gerücht sagt, dass die Antikörper, die gegen das Spike-Protein gebildet werden, deshalb auch das Synticin-1-Protein angreifen. Expert*innen erklären jedoch, dass die Fruchtbarkeit durch die Corona-Impfung nicht beeinträchtigt wird. Die Ähnlichkeit der Proteine sei nur sehr gering und hinzu komme, dass ungeborene Kinder durch mit Coronainfizierte Mütter, keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Würde der Mythos stimmen, wäre dies aber der Fall.

"Die Impfstoffe wurden so schnell entwickelt, daher sind sie nicht sicher!"

Immer wieder kommen Stimmen auf, die behaupten, die Impfstoffe wurden aufgrund der Aktualität der Pandemie durchgewunken und nicht richtig geprüft. Auch diese Aussage ist: FALSCH. Das PEI kontrolliert die Einhaltung dieser Kriterien in Deutschland. Zwar stimmt es, dass die EMA die Zulassungsverfahren der Corona-Impfstoffe wegen der hohen Dringlichkeit beschleunigt hat. Aber: Auch die Impfstoffe gegen das Coronavirus müssen die hohen Anforderungen in den Bereichen Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllen. Wie kann es also sein, dass die Zulassungen dieses Mal viel schneller kamen als sonst? Das liegt vor allem daran, dass die klinischen Prüfungen nicht nacheinander, sondern parallel gelaufen sind. Die EMA prüft fortlaufend Studien-Zwischenergebnisse, anstatt wie sonst auf die Daten vollständig abgeschlossener Studien zu warten. Außerdem ähneln der Aufbau und die Eigenschaften von SARS-CoV-2 artverwandten Coronaviren, wodurch die vorliegenden Erkenntnisse über die artverwandten Coronaviren die Entwicklung der Impfstoffe erheblich beschleunigen. Hinzu kommt, dass neue Technologien die Forschung erheblich erleichtern und schnell viel Geld in die Impfstoff-Forschung gesteckt wurde. 

"Die Impfstoffe wirken nicht gegen die Mutationen des Virus"

Viren mutieren immer. Daher kann es tatsächlich sein, dass die aktuelle Impfung irgendwann nicht mehr gegen das Coronavirus wirkt. Dennoch: Zur Zeit wirken die Impfstoffe ähnlich gut gegen die Mutationen, wie gegen das ursprüngliche Coronavirus. Daher ist auch diese Aussage momentan: FALSCH. Und selbst wenn das Coronavirus weiter mutieren sollte, geben sich die Hersteller zuversichtlich. Da sich die mRNA-Impfstoffe nämlich vergleichsweise schnell herstellen lassen, werde man den Impfstoff kurzfristig anpassen können. 

"Die Langzeitfolgen des Impfstoffs sind noch nicht klar!"

Einige Menschen möchten sich nicht impfen lassen, da sie Angst vor den Langzeitfolgen haben. Grundsätzlich: Das Risiko für Nebenwirkungen liegt im Bereich von 0,0001 Prozent. Schwere Impfschäden treten zudem meist sehr zeitnah auf – in der Regel zeigen sich langfristige Nebenwirkungen spätestens nach acht Wochen. Was danach im Körper passiert, kann nicht mehr direkt mit dem Impfstoff zusammenhängen, da der Impfstoff selber längst vom Körper abgebaut ist. Durch die Wirkweise des mRNA-Impfstoffs ist daher nicht von Langzeitfolgen auszugehen. Diese Aussage ist daher an sich richtig, jedoch gibt es keinen Grund zur Sorge!

Verwendete Quellen: helios-gesundheit.de, Paul-Ehrlich-Institut

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