Body-Positivity: So lernst du Schritt für Schritt, deinen eigenen Körper zu lieben

Body-Positivity: So lernst du Schritt für Schritt, deinen eigenen Körper zu lieben

Body-Positivity – ein großes Wort! Denn sich selbst zu lieben, erscheint unheimlich schwer. So lernst du Schritt für Schritt, deinen eigenen Körper zu lieben.

Frau steht im Kornfeld
© Linda Leinweber
Warum ist Selbstliebe so schwer? Psychologin Lina erklärt, warum Body-Positivity im eigenen Kopf beginnt.

Da sind diese Dellen am Oberschenkel und am Po, da sind Fältchen im Gesicht und da ist diese Haut, die mit den Jahren Spannkraft verliert. Da sind Haare, die mal wunderbar liegen und den anderen Tag wie traurige Lianen vom Kopf hängen. Nicht zu vergessen sind natürlich die Pölsterchen um die Hüfte, die dich stören oder die fehlenden Rundungen im Dekolleté, die du dir schon immer wünscht. Unser Körper gibt uns unendlich viele Optionen ihn NICHT zu mögen. Es ist also nicht überraschend, dass viele Frauen versuchen, ihren Körper so zu shapen und zu tunen, damit sie endlich ihr „Ideal“ erreichen.

Denn was wird dir versprochen, wenn du so perfekt schön bist wie Stars und Sternchen? Glück. Ja, Glück, Zufriedenheit und Happiness. Gerade wir Frauen wachsen häufig mit dem Glaubenssatz auf, dass unser äußeres Erscheinungsbild ausschlaggebend ist für unsere gesellschaftliche Anerkennung.

Selflove-Sunday Video: Warum Body-Positivity im Kopf beginnt

Warum streben wir nach Anerkennung?

Ein kleines Mädchen wird häufiger den Satz „Du bist aber hübsch!“ von Erwachsenen hören als ein kleiner Junge, das konnte in Studien belegt werden. Jungs sind hingegen „stark“ oder „mutig“ – zu welchen ungesunden Glaubenssätzen das führt, ist ein anderes Thema. Frauen lernen somit sehr früh, dass sie für ihre „Hülle“ Anerkennung und damit Liebe ernten. So etwas merkt sich dein Gehirn und will mehr davon! Denn Anerkennung und Liebe bedeutet übersetzt Dopamin und das liebt dein Belohnungszentrum.

Gibt es nun etwas in deinem Leben, dass dich unzufrieden sein lässt oder dich vielleicht verletzt hat, dann beginnt dein Gehirn nach der Ursache zu suchen. Woran könnte es liegen, dass ich nicht happy bin? Oder anders herumgefragt, was können wir tun, damit wir uns wieder gut fühlen? Hey – da war doch was! Wenn ich hübsch bin, dann bekomme ich Anerkennung und Liebe. Das ist die Lösung! So bist du schnell davon überzeugt, dass du deine Unzufriedenheit mit der „Optimierung“ deines Erscheinungsbildes besiegen kannst. Diäten, Operationen, neue Klamotten, ein Friseurbesuch etc. pp., folgen. Das Problem? Es ist nur eine Frage der Zeit, bist du wieder etwas an deinem Körper finden wirst, was die die Ursache dafür sein soll, dass du dich nicht so gut fühlst, wie du es dir wünschst – denn die Ursache war vielleicht nie dein „unperfekter“ Körper, sondern könnte wo ganz anders liegen…

Um echte Zufriedenheit für dich zu finden, musst du manchmal tiefer schauen

Also, mein Tipp, wenn du das nächste Mal in einer Situation bist, in der du deinen Körper beginnst zu beschimpfen und zu blamen für deine gefühlte Misere, dann versuche diese fünf Schritte:

  1. Beobachte dich selbst, in welchen Situationen du besonders unzufrieden mit deinem Äußeren bist. Gibt es Muster, die sich erkennen lassen? Bist du in ähnlichen Situationen immer wieder verunsichert und projizierst diese Verunsicherung auf deinen Körper?
  2. Versuche zu verstehen, was deine persönlichen Trigger sind. Also welche Auslöser kannst du für dich erkennen, die deine Body-Positivity hemmen?
  3. Frage dich, was dich wirklich verletzt oder verunsichert hat. Lerne so Enttäuschungen auf mentaler Ebene und Unzufriedenheit mit deinem Körper zu trennen und zu abstrahieren. Dein Körper erfüllt jeden Tag unendlich viele wunderbare Funktionen für dich. Lerne dafür dankbar zu sein und behandle deinen Körper wie deine beste Freundin. Er hat es verdient.
  4. Übe jetzt deinen Fokus auf das Positive zu lenken. Suche dir jeden Tag eine Sache aus, die du an deinem Äußeren magst. Nimm dir eine Minute Zeit und schau dir dein Lieblingsdetail am Körper genau an. Sag dir selbst, was du an dir magst (geht auch in Gedanken ☺ )
  5. Schenk dir ein Mini-Lächeln. Sei dankbar, dass du gesund bist.

Wenn es dir gelingt, diese fünf Schritte regelmäßig zu üben, wirst du eine neue Zufriedenheit und Gelassenheit in dir entwickeln können. Und weißt du, was das tolle an diesen Gefühlen ist? Sie kommen nur aus dir. Und damit entwickelst du eine mentale Stärke, die dich Stück für Stück unabhängiger und freier von dem Lob und der Anerkennung anderer macht. Natürlich wird es sich immer noch gut anfühlen, wenn dir jemand ein Kompliment macht, aber auch ohne diese Bestätigung wirst du lernen, deinen eigenen Wert zu schätzen.

Linda Leinweber am Strand
In einer neuen Folge unserer Reihe "Selflove Sunday" mit Psychologin Linda, geht es um Achtsamkeit. Sie erklärt, wie man den inneren Kritiker in sich bezwingt und so zu mehr Selbstliebe findet!  Weiterlesen
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