AstraZeneca-Stopp: Erfahrungsberichte von Geimpften

AstraZeneca in Deutschland gestoppt: Erfahrungsberichte von Geimpften

Wie Bundesgesundheitsminister Spahn mitteilte, wurden in Deutschland die AstraZeneca-Impfungen gestoppt. Der Grund: mögliche Nebenwirkungen.

AstraZeneca
© Getty Images
Die AstraZeneca-Impfungen wurden in Deutschland gestoppt. Warum und wie es Patienten nach der Impfung wirklich ging, verraten wir im Artikel.

Am vergangenen 15. März teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit, dass es in Deutschland vorerst keine weiteren Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von AstraZeneca geben wird. Es handle sich dabei um eine reine Vorsichtmaßnahme. Der CDU-Politiker sagt: "Wir setzen aus, um zu überprüfen." Den Grund der eingelegten Impfpause liefert das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut. Laut den Experten soll die AstraZeneca-Dosierung für mögliche Nebenwirkungen verantwortlich sein.

AstraZeneca: Sieben von 1,6 Millionen Deutsche betroffen

Doch von welchen Nebenwirkungen ist genau die Rede? Auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts heißt es, dass

eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca

aufgetreten sei. Bislang wurden 1,6 Millionen AstraZeneca-Impfungen in Deutschland vergeben. Davon seien sieben Fälle mit Thrombosen im Zusammenhang gebracht. In einem Interview mit "tagesschau" sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts: "Wir haben mit Experten noch heute Vormittag abgeklärt, ob hier ein Impfstoff-Zusammenhang bestehen könnte."

Thrombose-Risiko ist schon lange bei der Anti-Baby-Pille bekannt

Für einige ist dieser Grund nicht nachvollziehbar. Immerhin ist schon seit Langem bekannt, dass auch die Anti-Baby-Pille für Thrombose bei Frauen sorgt. Während bei 1,6 Millionen Menschen bisher sieben Fälle auffällig wurden, bekommen laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) 1.000 von 1.000.000 Frauen wegen der Pille eine Thrombose. Adrian Böhm, Arzt und freier Journalist, hat sich näher mit dem Thema befasst und erklärt allerdings, dass es sich dabei um zwei unterschiedliche Arten von Thrombose handelt:

Bei der Pille entwickelt sich die Thrombose im Becken oder in der Beinvene. Die große Gefahr besteht nun darin, dass sich das Blutgerinnsel ablösen und in Richtung Lungenarterien wandern kann.

AstraZenenca: Was sagen Menschen, die bereits geimpft wurden?

Wir haben Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts über ihre Erfahrung mit der AstraZenenca-Impfung befragt und verschiedenste Antworten bekommen.

62 Jahre, weiblich:

Am Mittwoch mittag erhielt ich die AstraZenica-Impfung . Ich verspürte weder Nebenwirkungen noch Schmerzen. Es ging mir so gut, dass ich am nächsten Morgen zur Arbeit ging. Ca. 20 Stunden nach der Impfung verschlechterte sich jedoch auf einmal mein Befinden. Folgende Symptome traten dann so stark auf, dass ich meine Arbeit einstellen musste: erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Schwäche, Müdigkeit, Lichtempfindlichkeit und Übelkeit, Appetitlosigkeit. Hinzu kamen Schmerzen des geimpften Armes beim Heben und Tragen.

Nach eineinhalb bis zwei Tagen ließen die meisten Symptome nach. Dennoch fühle ich mich auch vier Tage nach der Impfung körperlich noch nicht so belastbar wie zuvor.

26 Jahre, weiblich:

Ich wurde vor einer Woche morgens mit AstraZeneca geimpft. Der Tag verlief normal, abends begann ich jedoch sehr zu frieren und hatte kurz darauf Fieber. Die starken Kopfschmerzen waren drei Tage lang ohne Schmerzmittel kaum erträglich und bis heute spüre ich die Nachwehen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Dass die Verabreichung des Impfstoffs erst einmal pausiert wurde, gibt mir Bedenken, ob es die richtige Entscheidung war, sich impfen zu lassen.

34 Jahre, weiblich:

In meinem Freundes- und Familienkreis habe ich bisher nur Positives über die AstraZeneca-Impfung gehört. Sie hatten keine großartigen Nebenwirkungen bis auf leichte Kopfschmerzen oder leichte Schmerzen am geimpften Arm. Das nahm mir die Angst und ich entschied mich dazu, meinen Termin zur Impfung ebenfalls entgegenzunehmen. Das tat ich auch und die ersten zwölf Stunden ging es mir super. Danach bekam ich plötzlich Schüttelfrost, sehr hohes Fieber und sehr starke Kopfschmerzen. Ich war den ganzen Abend lang erschöpft und konnte auch nicht schlafen.

Zum Glück ging es mir dann am nächsten Tag etwas besser, jedoch war ich trotzdem sehr überrascht und verwirrt über die Nebenwirkungen, die bei mir aufgetreten sind, weil ich damit gar nicht gerechnet hatte. Es war ein extremes Erlebnis für mich.

Jetzt, eine Woche später, muss ich aber zugeben, dass ich froh bin, dass ich geimpft wurde. Ich merke, dass ich mich beispielsweise sicherer in Supermärkten fühle, wenn ich fremde Menschen sehe. Natürlich trage ich noch meinen Mund- und Nasenschutz, manchmal sogar noch Handschuhe, aber generell fühle ich mich einfach sicherer.

24 Jahre, weiblich:

Bis auf Kopfschmerzen hatte ich keinerlei Nebenwirkungen nach meiner Impfung mit AstraZeneca.

64 Jahre, männlich:

Meine Erfahrung mit der ersten von den zwei AstraZeneca-Impfungen hätte nicht einfacher sein können. Im Impfzentrum angekommen, war ich sehr zufrieden mit der Organisation. Wie alles kontrolliert wurde, war hervorragend, sehr effizient und freundlich. Meine Krankenschwester stellte mir einige einführende Fragen und bestätigte meine Identität. Sie verabreichte dann meine Injektion, die völlig schmerzfrei war.

Nachdem ich Berichte von Freunden gelesen hatte, die zuvor dieselbe Impfung erhalten hatten, erwartete ich innerhalb von acht Stunden Kopfschmerzen. Diese erwarteten Kopfschmerzen sind jedoch nie aufgetaucht. Ich war bei bester Gesundheit und Stimmung und bin es die vier Tage seit meiner ersten Impfung geblieben. Es war ein einfaches Verfahren ganz ohne Probleme. Ich freue mich jetzt auf meine zweite Dosis!

Verwendete Quellen: eigene Interviews, tagesschau.de, osthessen-news.de

Manuel Cortez
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