Sonnenbrand: Verlauf, Dauer und Behandlung

Sonnenbrand: So wirst du ihn schnell wieder los

Nach dem Sonnenbaden kommt das böse Erwachen: Sonnenbrand! Wir verraten dir, was mit deiner Haut beim Sonnenbrand passiert und wie du ihn schnell loswerden kannst.

Egal ob beim Sonnenbaden am Strand, beim Wandern oder Skifahren: Wer viel und lange draußen ist, bekommt schnell einen Sonnenbrand. Dieser sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch ziemlich schmerzhaft und schädlich für die Haut. Hier erfährst du, was mit deiner Haut beim Sonnenbrand passiert und was du dagegen tun kannst.

Wie entsteht ein Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand ist eine Entzündung bzw. Verbrennung der oberen Hautschichten (Epidermis und Dermis). Sie wird durch die nicht sichtbare ultraviolette Strahlung, die UV-Strahlung, verursacht. Diese besteht aus UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen mit jeweils unterschiedlichen Wellenlängen. Je kürzer die Wellenlänge, desto schädlicher ist die Strahlung für die Haut. 

Für den Sonnenbrand sind vor allem die UV-B-Strahlen verantwortlich, denn sie sind kurzwelliger als die UV-A-Strahlen. UV-C-Strahlung wäre noch schädlicher für die Haut, doch sie wird bereits in den oberen Schichten der Erdatmosphäre rausgefiltert. Ein Sonnenbrand kann nicht nur auf den Armen, Beinen, am Bauch, Rücken oder im Gesicht entstehen, sondern zum Beispiel auch auf der Kopfhaut oder auf der Lippe (mehr dazu hier: Sonnenbrand Lippe: Hausmittel und Tipps, die helfen).

Was passiert mit der Haut beim Sonnenbrand?

Die typischen Beschwerden wie Rötungen, Schwellungen und das Abpellen der Haut entstehen dadurch, dass der Körper als Reaktion auf die sterbenden Hautzellen bestimmte Botenstoffe (unter anderem Interleukine) freisetzt. Diese sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern und weiße Blutkörperchen in den geschädigten Bereich gelangen, die die toten Zellen entfernen. Je nach Schweregrad des Sonnenbrandes fallen die Symptome dann stärker oder schwächer aus.

Wie schnell ein Mensch Sonnenbrand erleidet, hängt von seinem Hauttyp ab:

  • Hauttyp 1: Sehr heller Teint, rötlich-blonde Haare, evtl. Sommersprossen, grüne oder blaue Augen. Menschen mit diesem Hauttyp können nur fünf bis zehn Minuten ohne Sonnenschutzmittel in der Sonne sein, bevor sie einen Sonnenbrand bekommen.
  • Hauttyp 2: Heller Teint, blonde bis dunkelblonde Haare, blaue oder grüne Augen. Dieser Hauttyp hat einen Eigenschutz von zehn bis 20 Minuten, bevor die ersten Rötungen entstehen.
  • Hauttyp 3: Dunkler Teint, dunkelblonde bis braune Haare. Diese Menschen können bis zu 30 Minuten ohne Sonnenschutzmittel in der Sonne verbringen.
  • Hauttyp 4: Sehr dunkler Teint, dunkelbraune bis schwarze Haare. Der Eigenschutz liegt bei etwa 40 Minuten.

Regelmäßige Sonneneinstrahlung sorgt langfrsitig dafür, dass die Haut Schäden davonträgt. UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen verändern und somit das Risiko für Hautkrebs steigern. Starke Sonneneinwirkung ohne Sonnenschutz lässt die Haut außerdem großporiger wirken und es bilden sich schneller Falten. Die Hautalterung wird beschleunigt.

Sonnenbrand Symptome

Wer einen Sonnenbrand erleidet, der hat mit Hautrötungen, Verbrennungen, Schwellungen und Juckreiz zu kämpfen. Je nach Schweregrad des Sonnenbrandes kommen weitere Symptome dazu und die Schmerzen fallen nach der Sonneneinstrahlung unterschiedlich stark aus.

Grad 1: 

Die Haut…

  • ist gerötet
  • leicht geschwollen
  • juckt 
  • brennt leicht

Grad 2:

Die Haut…

  • ist stark gerötet
  • bildet Bläschen
  • beginnt später, sich zu schälen

Grad 3: 

Die Haut…

  • ist schwer verbrannt
  • ist in der obersten Schicht zerstört und löst sich vollständig ab
  • verheilt unter Narbenbildung

Weitere Symptome für eine Verbrennung dritten Grades sind Fieber, Übelkeit und Kreislaufprobleme. In so einem Fall solltest du dringend einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen und keine eigenen Experimente mit Hausmitteln und Co. starten. Besonders bei Brandwunden und Blasenbildung ist Vorsicht geboten.

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Sonnenbrand Dauer 

Ein Sonnenbrand macht sich etwa sechs bis acht Stunden nach Sonneneinwirkung bemerkbar. Am schlimmsten sind die Beschwerden nach 24 bis 36 Stunden. Nach zwei bis drei Tagen beginnt die Haut sich zu regenerieren und schält sich. Danach dauert es je nach Schweregrad etwa ein bis zwei Wochen, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.

Sonnenbrand behandeln

"Hilfe, ich habe einen Sonnenbrand!" Und jetzt? Als erstes gilt: Ab in den Schatten! Dann sollte die Haut schonend gekühlt werden. Am besten eignen sich feuchte Umschläge, kühlende Cremes oder eine kühle Dusche. Wenn du ein Kühlpack benutzt, solltest du es vorher in ein Handtuch wickeln und erst dann auf die betroffene Stelle legen.

Hausmittel

Bei einem milden Sonnenbrand reichen bereits einfache Hausmittel aus, um die Symptome nach der Sonneneinwirkung zu lindern:

  • Heilpflanzen: Cremes mit Heilpflanzen wie Aloe Vera oder Pappelknospen sind entzündungshemmend und antibakteriell. Bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass sich diese Produkte auch für die entsprechende Altersgruppe eignen. Und wenn du sensibel auf Heilpflanzen reagierst, solltest du lieber die Finger davon lassen.
  • Schwarztee: Schwarztee wirkt beruhigend auf die Haut. Lege einen Teebeutel auf die betroffene Hautstelle oder ein in Schwarztee getränktes Tuch.
  • Quark: Trage eine fingerdicke Schicht Quark auf die betroffene Hautstelle auf und bedecke sie mit einem Leinentuch. Wenn der Quark nicht mehr kühlt, kannst du die Anwendung wiederholen. Alternativ eignet sich auch Joghurt. Insgesamt sollten die Schichten für maximal 15 Minuten auf der Haut bleiben. 
  • Wasser: Durch den Sonnenbrand verliert die Haut viel Flüssigkeit. Denke daran, viel Wasser zu trinken.

Von welchen Hausmitteln du lieber die Finger lassen solltest, liest du hier: Sonnenbrand Hausmittel: Diese Tipps und Tricks solltest du kennen.

Medikamente

Ist der Sonnenbrand noch nicht vollständig ausgeprägt, können bestimmte Medikamente den Verlauf mildern. Entzündungshemmende Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac können Abhilfe schaffen – aber nur für Erwachsene! Kinder sollten ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin keine Medikamente einnehmen. 

Bei leichten Sonnenbränden helfen Hydrocortison-Cremes, die du ohne Rezept in der Apotheke kaufen kannst. Bei schweren Sonnenbränden braucht es starke Cortison-Cremes oder sogar Tabletten. Lasse dich am besten von einem Arzt bzw. einer Ärztin beraten – vor allem, wenn große Bereiche der Haut verbrannt sind und/oder sich Brandblasen bilden. Diese sollten auf keinen Fall selbst geöffnet werden, denn sonst droht eine Entzündung. 

Wann darf man wieder in die Sonne?

Wann du nach einem Sonnenbrand wieder in die Sonne kannst, hängt vom Schweregrad des Brandes ab. So oder so solltest du am besten so lange warten, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Falls das nicht möglich ist, creme die betroffene Hautstelle gut mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) ein und bedecke sie mit einem Kleidungsstück, um weitere Schäden durch Sonnenstrahlen zu vermeiden. 

Sonnenbrand vorbeugen

Wer Sonnenbrand vorbeugt, der minimiert das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken und andere langfristige Schäden davonzutragen. Damit es gar nicht erst zum Sonnenbrand kommt, solltest du folgende Tipps beherzigen:

  • Eincremen, eincremen, eincremen! Benutze eine Sonnencreme mit möglichst hohem LSF. Beachte auch, nach einiger Zeit nachzucremen.
  • Kenne deinen Hauttyp und gehe nicht oder nur kurz ohne Schutz in die Sonne.
  • Halte dich in den Mittagsstunden im Schatten auf, denn dann ist die UV-Strahlung am intensivsten.
  • Creme dich mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbaden, Wandern, Skifahren, etc. mit Sonnencreme ein. Wenn du stark schwitzt oder Schwimmen gehst, solltest du dich danach erneut eincremen.

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Verwendete Quellen: netdoktor.de, apotheken-umschau.de

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