Piercing: Verschiedene Arten und Hinweise

Das sind die schönsten Piercings und das solltest du vor dem Stechen wissen

Du überlegst, dir ein Piercing stechen zu lassen? Wir stellen dir hier die beliebtesten Piercingarten vor.

Neben Tattoos gehören Piercings zu den beliebtesten Arten, den eigenen Körper zu schmucken. Der Körperschmuck kann – von Ohrlöchern bis Bauchnabelpiercings – an verschiedenen Stellen getragen werden und so ganz individuell gestylt werden. Vor allem, wenn du dir dein erstes Piercing stechen lassen willst, könnte die Auswahl erstmal überfordern: Es gibt viele verschiedene Stellen, Arten und Stile für Piercings und die unterschiedlichen Varianten unterscheiden sich auch durch die Schmerzen und die Heilungszeiten. Wir stellen dir hier die beliebtesten Arten von Piercings vor und verraten dir, was du beim Stechen lassen und beim Schmuck beachten solltest.

Piercing am Ohr

Neben den klassischen Ohrlöchern sind die Ohren mit die beliebteste Stelle für ein Piercing. Somit gibt es auch unzählige Möglichkeiten, Piercings und Ohrringe an den Ohren zu kombinieren. Piercings, die durch den Knorpel gestochen werden, sind dabei oft schmerzhafter als andere. Diese Piercings gehören zu den beliebtesten an den Ohren:

  • Als Lobe-Piercing bezeichnet man das klassische Piercing im Ohrläppchen, das auch oft Ohrloch genannt wird. Wird das Ohrloch extrem geweitet, wird es als Flesh-Tunnel-Piercing bezeichnet. Je nach Breite des Ohrläppchens kann man das Ohr an dieser Stelle auch mit mehreren Lobe-Piercings und mehr Schmuck (z.B. aus Titan) verzieren.
  • Das Tragus-Piercing wird durch das Knorpelstück am Gehörgang gestochen. Die Heilungszeit für diese Piercings ist durch die geschütztere Stelle eine der kürzesten für Ohrknorpel und liegt im Durchschnitt zwischen 2 und 6 Monaten.
  • Ein Helix-Piercing trägt man am oberen Rand des Ohrs. Es wird immer beliebter und auch hier kann man mehrere Helix-Piercings bzw. mehreren Schmuck nebeneinander stechen. Da der Knorpel an dieser Stelle dünner ist, gilt ein Helix als weniger schmerzhaft.
  • Das Industrial-Piercing wird einmal quer durch den oberen Rand des Ohrs gestochen. Es wird auch Scaffold-Piercing genannt. Es besteht aus zwei Piercing-Löchern, die durch einen Stab (Barbell) quer von einer Seite des Ohrs zur anderen verbunden werden. Je nach Ohrform können manche Menschen kein industrial-Piercing tragen.
  • Das Rook-Piercing gilt als eines der schmerzhaftesten Ohrpiercings, da es durch die obere und sehr dicke Knorpelfalte gestochen wird. Auch dieses Piercing ist nicht bei allen Ohren möglich – wenn die Knorpelfalte nicht ausgeprägt genug ist, ist es nicht möglich, dieses Piercing zu stechen.
  • Dem Daith-Piercing werden heilende Kräfte nachgesagt. Es wird durch die innerste Auswölbung der Ohrmuschel gestochen und soll bei Migräne helfen, da sich dort ein Akupressurpunkt befindet. Auch dieses Piercing gilt als sehr schmerzhaft.
  • Das Conch-Piercing geht direkt durch die Ohrmuschel und kann dort auf verschiedene Arten positioniert werden.

Ohrläppchen-Piercings heilen meist innerhalb von ein bis zwei Monaten, bei Piercings im Knorpel kann der Heilungsprozess zwischen 3 und 12 Monate dauern.

Piercing im Gesicht

Neben den Ohren kann man im Gesicht noch viele weitere Stellen piercen lassen. Hier haben wir dir eine Übersicht der wichtigsten Gesichts-Piercings zusammengestellt:

  • An der Nase kannst du dir ein seitliches Nostril-Piercing durch einen Nasenflügel, oder ein mittig sitzendes Septum-Piercing stechen lassen. Nasenpiercings gehören zu den ältesten Piercings und sind weltweit beliebt.
  • An den Augenbrauen kannst du dir ein vertikales Augenbrauen-Piercing oder ein Anti-Eyebrow-Piercing, das unterhalb des Auges auf Höhe des Wangenknochens liegt, stechen lassen. Die Augenbraue gehört zu den am wenigsten schmerzhaften Stellen für Piercings und Schmuck (z.B. aus Titan).
  • Zwischen den Augenbrauen wird das Bridge-Piercing gestochen: Das ist ein horizontaler Stab auf dem Nasenrücken. Ein Bridge-Piercing gilt als Oberflächenpiercing, daher ist das Risiko der Migration und Abstoßung hoch.
  • Cheek-Piercings verlaufen mittig durch die Wangen. Meistens werden beide Wangen gleichzeitig gepierct, um eine schöne Symmetrie zu erzeugen. Das Piercing liegt dort, wo auch ein Grübchen wäre.
  • Inspiriert von zwei großen Diven ist das Monroe- bzw. Madonna-Piercing. Diese Piercings befinden sich seitlich vom Mund – das Madonna wird rechts und das Monroe-Piercing links gestochen. Wenn man sich für beide Seiten entscheidet, wird das als Angel Bites-Piercing bezeichnet.
  • Ebenfalls am Mund wird das Medusa-Piercing gestochen. Es befindet in der Mitte der Oberlippe auf der Höhe des Philtrums, direkt über dem Amorbogen und gehört zu den beliebtesten Gesichtspiercings.
  • An den Lippen kann man sich ein Labret-Piercing unterhalb der Lippe oder ein Jestrum-Piercing vertikal durch die Oberlippe stechen lassen. Das Snake-Bites-Piercing sind zwei einzelne, parallel gestochene Kugeln als Schmuck an der Unterlippe.
  • Im Mund gibt es außerdem noch das Zungenpiercing oder das Smiley-Piercing, das durch das Lippenbändchen oberhalb der Zähne gestochen wird.

Piercing am Körper

Was den restlichen Körper angeht, so sind wohl vor allem das Bauchnabel-Piercing und das Brustwarzen-Piercing am bekanntesten. Obendrein gibt es als Verzierung für den Rücken, das Dekolleté oder den Nacken auch sogenannte Microdermal-Piercings, bzw. Dermal Anchors oder Surface-Piercings, die so unter die Haut gestochen werden, dass nur die Kugel bzw. der Glitzerstein zu sehen ist und der Rest des Piercings unter der Haut sitzt.

Intimpiercings

Wer ein Piercing möchte, das gut versteckt ist, gut aussieht und zum richtigen Moment für etwas extra Aufregung sorgt? Dann ist vielleicht ein Intimpiercing das richtige für dich. Folgende Piercings im Intimbereich sind als Schmuck besonders stimulierend:

  • Ein Schamlippen-Piercing geht durch die äußeren oder durch die inneren Schamlippen.
  • Das Klitoris-Piercing wird entweder vertikal oder horizontal durch die Klitoris gestochen.
  • Ein Prinzessin-Albertina-Piercing sticht man von der Harnröhrenöffnung hin zur Vaginalöffnung.
  • Das Triangle-Piercing verläuft unterhalb der Klitoris und horizontal durch die Klitorisvorhaut.

Piercing stechen: Das solltest du davor beachten

Egal ob Tragus, Septum oder Bauchnabelpiercing, ob Kugel, Barbell, Ring oder Stäbe: Wenn du dir ein Piercing stechen lassen willst, solltest du auf jeden Fall auf Qualität setzen. Das gilt sofort für die Auswahl des Studios bzw. Shop – achte hier auf Sauberkeit, Professionalität und Erfahrung – als auch für die Qualität des Piercingschmuckes bzw. der Schmuckstücke. Für das Piercen empfiehlt sich Reintitan, Hochgold oder Platin. Legierungen, die Nickel oder andere unedle Metalle enthalten, können zu Allergien führen und sollten deshalb beim Piercen nicht verwendet werden.

Bitte beachte, dass du zu deinem Piercing-Termin deinen Ausweis mitbringen musst – vor allem, wenn du unter 18 Jahre alt bist, musst du neben deinem Ausweis eventuell auch einen Erziehungsberechtigten oder eine Einverständniserklärung mitbringen. Neben deinem Ausweis solltest du beachten, dass du in den ersten zwei Tagen nach dem Piercen auf alles verzichten, was blutverdünnend ist: wie Alkohol, Drogen und Medikamente. Am besten fragst du vor deinem Termin bei deinem Studio nach, was du außerdem noch beachten bzw. mitbringen solltest (Ausweis etc.).

Auch wenn du nur deine Ohrringe stechen lassen willst: Beim Piercen solltest du nicht sparen, sondern in einen guten Piercer bzw. eine gute Piercerin und einen Shop mit Qualität setzen. Da der Piercingschmuck aus Titan und Co. oft an empfindliche und verletzliche Stellen gestochen wird, muss für die Schmuckstücke unbedingt ein Profi ran. Nach dem Stechen solltest du dich an die Anweisungen des Piercingstudios (Shops) halten und deinem Piercing viel Zeit geben, zu verheilen. Nur ein gut verheiltes Piercing sieht im Nachhinein auch gut aus.

Verwendete Quellen: barberdts.com, gesundheit.de

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