Nasenpiercing: DAS solltest du vor dem Stechen wissen

Nasenpiercing: Die verschiedenen Arten und was du vor dem Stechen wissen solltest

Spielst du mit dem Gedanken, dir ein Nasenpiercing stechen zu lassen? Wir verraten dir alles, was du vor dem Termin im Piercingstudio wissen solltest.

Neben Ohrschmuck gehören Nasenpiercings zu den am weitesten verbreiteten Piercingarten. Du möchtest dir auch ein Piercing an der Nase stechen lassen? Damit du bereits vor dem Gang ins Piercingstudio gut vorbereitet bist, stellen wir dir hier die einzelnen Arten von Nasenpiercings vor, mit welchen Schmerzen du rechnen solltest, welche Risiken es gibt und berichten über unsere eigenen Erfahrungen.

Welches Nasenpiercing passt zu mir?

Die Platzierung des Nasenpiercings sollte gut überlegt sein. Für welches du dich letztendlich entscheidest, liegt natürlich ganz bei dir. Bedenke, dass es in manchen Berufen nicht gerne gesehen oder sogar verboten ist, sichtbaren Nasenschmuck im Gesicht zu tragen. Sollte Gesichtsschmuck kein Problem sein, hast du nun die Qual der Wahl beim Nasenpiercing.

1. Nostril

Das Nostril-Piercing ist eines der beliebtesten Nasenpiercings. Kein Wunder, denn es ist sehr vielseitig. Es wird links oder rechts durch den Nasenflügel gestochen. Etwas höher angesetzte Nostril-Piercings werden auch "High Nostril" genannt. Weil das Gewebe am Nasenflügel von vielen Nervenbahnen durchzogen ist, wird das Stechen dieses Nasenpiercings oft als schmerzhaft empfunden. Beim Schmuck hast du die Wahl zwischen Nasenstecker oder Nasenring.

Heilungsdauer: etwa 3-6 Monate

2. Septum

Beim Septum sticht der Piercer horizontal durch das dünne Bindegewebe unterhalb der Nasenscheidewand. Weil diese oft asymmetrisch ist, sollte vorher gut überprüft werden, ob das Septum wirklich gerade sitzt. Wenn es richtig platziert ist, ist es kaum schmerzhaft. Wird jedoch aus Versehen durch den Nasenknorpel gestochen, tut es ziemlich weh, heilt deutlich langsamer ab und es besteht ein höheres Infektionsrisiko.

Soll das Septum nicht sichtbar sein, kannst du dir während der Abheilzeit einen geraden Barbell einsetzen lassen und beim Schmuckwechsel ein Hufeisen statt einen Nasenring wählen. Dieses kannst du – im Gegensatz zum Ring – je nach Bedarf hochklappen. 

Heilungsdauer: etwa 4-6 Wochen

3. Bridge

Ein Bridge-Piercing sollte nur von erfahrenen Piercern gestochen werden. Der Nasenschmuck ist ein Stab, der am oberen Nasenrücken bzw. am Ansatz des Nasenbeins zwischen den Augen platziert wird. An dieser Stelle verlaufen viele wichtige Nerven, was das Stechen nicht ungefährlich macht. Auch der Schmuckwechsel ist mit Risiken verbunden. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, das Piercing an der Nase richtig zu platzieren, da es gerade platziert werden muss und nicht ins Sichtfeld des Trägers gelangen soll.

Heilungsdauer: etwa 6-12 Wochen

4. Austin Bar

Wer ein außergewöhnliches Piercing möchte, kann sich ein Austin-Bar-Piercing stechen lassen. Es kann horizontal durch die Nasenspitze verlaufen oder sogar vertikal gestochen werden. Dabei werden weder Nasenscheidewand noch Nasenflügel durchstochen, sondern die vordere Knorpelkappe, was ziemlich schmerzhaft ist. Als Schmuck wird gewöhnlich ein gerader Barbell mit Kugeln eingesetzt. Beim Schmuckwechsel kannst du dir ein Schmuckstück mit anderen Aufsätzen aussuchen.

Heilungsdauer: etwa 2-3 Monate

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5. Nasallang

Das Nasallang-Piercing ist eher selten zu sehen und verläuft horizontal durch beide Nasenflügel, Nasenlöcher und die Nasenscheidewand. Es ist also eine Kombination aus zwei Nostril-Piercings und einem Septum-Piercing, die durch einen langen Stab verbunden wird. Alle drei Löcher müssen auf einer Linie liegen und nur ein erfahrener Piercer sollte dieses Piercing stechen. Als Schmuck wird dir vom Piercer ein gerader Stab eingesetzt. Die Löcher können alle auf einmal oder auf mehrere Termine verteilt gestochen werden.

Heilungsdauer: etwa 2-3 Monate

Wo sollte ich mir ein Nasenpiercing stechen lassen?

Ein Piercing an der Nase sollte unbedingt von einem professionellen Piercer gestochen werden, damit es zu keinen Komplikationen kommt. Vom Gang zum Juwelier raten wir dir ab. Dort wird das Piercing nämlich mit einer Piercingpistole geschossen, was schneller Entzündungen hervorrufen kann. Die Pistole besteht nämlich meist aus Kunststoff und lässt sich nicht steril reinigen.

Das Gewebe an der Nase wird hier nicht – wie bei einer Piercingnadel – zur Seite gedrückt, sondern regelrecht zerschossen. Wenn man das Nasenpiercing irgendwann wieder entfernen möchte, kann die Stelle deshalb eventuell nicht mehr richtig zuwachsen. Wenn du ein professionelles Piercingstudio auswählst, hast du dieses Problem nicht. Auch der Schmuckwechsel sollte lieber beim Piercer stattfinden.

Welche Risiken gibt es?

In einem guten Piercingstudio sind Komplikationen sehr unwahrscheinlich, aber ein gewisses Restrisiko besteht bei neuem Körperschmuck immer. Piercings wie Septum, Bridge, Austin Bar oder Nasallang können zum Beispiel schief werden. Beim Bridge Piercing kann es passieren, dass Blutgefäße oder wichtige Nerven getroffen werden – im schlimmsten Fall kommt es zur Gesichtslähmung.

Wichtig ist auch, dass dir hochwertiger Schmuck eingesetzt wird, egal ob Ring, Clicker, Stab oder Stecker. Besonders empfehlenswert ist Titan als Ersteinsatz, da Titan komplett nickelfrei ist, formbeständig bleibt und nicht oxidiert. Laut Gesetz darf der Schmuck nicht mehr als 0,05 % Nickelanteil haben. Nach dem Stechen kann sich das Piercing bei falscher Pflege entzünden. Außerdem sollte der erste Schmuckwechsel nicht zu früh stattfinden, um die Heilung nicht zu stören.

Wie reinige ich mein frisches Nasenpiercing?

Nach dem Stechen ist das Piercing vermutlich gerötet, geschwollen und einige Tage danach kann noch Blut austreten – das ist total normal. Es ist wichtig, dass kein Schmutz an den Stichkanal kommt. Fasse dein Nasenpiercing niemals mit ungewaschenen Händen an!

Die richtige Piercing-Pflege ist das A und O. Reinige deinen neuen Körperschmuck bis zur Abheilzeit zweimal täglich mit einer ph-neutralen Seife und behandle es anschließend mit einem Schleimhaut-Desinfektionsmittel wie Prontolind oder Octenisept. Verkrustungen am Schmuck sollten mit einem Wattestäbchen vorsichtig (!) eingeweicht und weggewischt werden. Niemals vom Ring, Nasenstecker oder Stab abkratzen!

Wie viel kostet ein Nasenpiercing?

Jedes Piercingstudio hat seine eigenen Preise. Je nach Piercingstelle kostet es zwischen 30 und 70 Euro. Es lohnt sich jedoch, für ein gutes Studio ein paar Euro mehr auszugeben. Schließlich soll das Piercing sauber gestochen werden und hochwertiger Nasenschmuck eingesetzt werden. Bei den meisten Studios sind Pflegeset und der erste Schmuckwechsel im Preis enthalten. Beim Schmuckwechsel kannst du deinen Standard-Ersteinsatz gegen ein neues Schmuckstück wie zum Beispiel einen Stecker mit Strasssteinen oder einen verzierten Nasenring austauschen.

Nasenpiercing: Eigene Erfahrung

Ich habe mir Anfang 2022 ein Septum-Piercing in einem professionellen Studio stechen lassen. Weil meine Nasenscheidewand anscheinend ziemlich schief ist, war das Stechen nicht gerade einfach und etwas schmerzhaft. Am schlimmsten war der Schmerz direkt während und nach des Stechens, einige Tage später habe ich das Piercing aber kaum noch gespürt. Es hat ein wenig nachgeblutet und gekrustet, aber das lässt sich nicht vermeiden. Insgesamt hatte ich beim Heilungsprozess Glück und mein Septum hat sich nicht entzündet.

Nach dem ersten Schmuckwechsel, etwa sechs Wochen später, hat sich bei mir jedoch ein wenig Wildfleisch (Keloid) gebildet. Dabei handelt es sich um Gewebewucherungen, die beim Wundheilungsprozess entstehen können. Sie sind meist harmlos, sehen aber nicht schön aus. Mein Tipp: Drei- bis viermal täglich 3-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung aus der Apotheke mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle tupfen. Das hat das Wildfleisch – zumindest bei mir – ausgetrocknet. Lasse dich im Zweifel aber lieber im Piercingstudio beraten.

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