Wochenbett: Das solltest du über die Zeit nach der Geburt wissen

Wochenbett: Das solltest du über die Zeit nach der Geburt wissen

Das Wochenbett gibt dir Zeit zum Ankommen in deiner neuen Lebenssituation als Mama. Das solltest du über die wichtige Zeit nach der Geburt wissen.

Das Wochenbett ist für jede Familie die Zeit, in der sie sich kennenlernt. Es sind die ersten Tage nach der Geburt, in denen alles noch neu ist – doch vor lauter Vorbereitung auf die Geburt kommt der Gedanke an die Zeit nach der Geburt oft zu kurz. Diese Dinge solltest du über das Wochenbett wissen!

Das Wochenbett: Was ist das eigentlich?

Das Wochenbett ist die Zeit nach der Geburt deines Kindes. Wie lange das Wochenbett anhalten sollte, ist unterschiedlich – dein Körper gibt hier das Tempo vor. Es unterteilt sich in das Frühwochenbett und das Spätwochenbett. Denn die Zeitspanne liegt zwischen der Entbindung deines Kindes und der Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen deines Körpers. Und das dauert zwischen sechs und acht Wochen. In manchen Kulturen wird die Zeit des Wochenbetts auf 40 Tage angesetzt. Denn die Zahl 40 hat in verschiedenen Kulturen und Religion eine besondere Bedeutung: Die Symbolzahl der inneren Einkehr.

Warum ist das Wochenbett wichtig?

Von einem Tag auf den anderen ist ein neuer Mensch auf dieser Welt. Zwar hast du dich die gesamte Schwangerschaft auf diese Zeit vorbereitet, doch trotzdem ist die Situation ganz anders als gedacht. 

Das Wochenbett heißt nicht umsonst WochenBETT. Denn in dieser Zeit nach der Geburt ist es wichtig, dass du dich erholst. Frischgebackene Mütter brauchen ihre Ruhe – sowohl physisch als auch psychisch. Dein Körper muss sich von den Strapazen der Geburt erholen. Dabei solltest du als Wöchnerin auch von Freunden und Familie unterstützt werden, indem dir alltägliche Dinge wie Kochen oder Einkaufen abgenommen werden. Und für dich und deine Familie ist das Wochenbett wichtig, um euch gegenseitig kennenzulernen und mit den neuen Aufgaben vertraut zu machen.

Und auch dein Körper erlebt ganz neue Dinge: So kommt es nach der Entbindung auch zur Milchbildung. Diese ist allerdings noch nicht sofort die richtige Muttermilch – zuerst hast du nur Vormilch in deiner Brust, die besonders viele Nährstoffe enthält. Nach wenigen Tagen setzt dann die Milchbildung der Muttermilch ein.

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Was erwartet dich bei der Rückbildung?

Eine Entbindung ist etwas Wunderschönes, denn schließlich hast du grade dein eigenes Kind auf die Welt gebracht. Du solltest allerdings nicht erwarten, dass deinem Körper die Schwangerschaft und die Entbindung von heute auf morgen nicht mehr anzusehen ist. 

Diese Dinge können mit deinem Körper passieren – und das ist vollkommen normal:

  • Nachwehen
    Nachwehen sind Kontraktionen der Gebärmutter. Besonders in den ersten Tagen nach der Geburt kann es im Wochenbett noch dazu kommen. Sie unterstützen die Rückbildung des Uterus und werden vor allem beim Stillen ausgelöst, da dabei das Hormon Oxyzocin ausgestoßen wird.
     
  • Wochenfluss
    Der Wochenfluss ist die Ausschwemmung von abgestorbenem Wundgewebe aus der Gebärmutter. Und es ist völlig normal, diesen Wochenfluss bis zu sechs Wochen nach der Entbindung zu haben. Der Wochenfluss verändert sich bei Frauen nach der Geburt:
  1. Drei bis fünf Tage nach der Entbindung: blutiger Wochenfluss
  2. Eine bis zwei Wochen nach der Entbindung: bräunlicher Wochenfluss
  3. Danach: trüb-gelber Wochenfluss
  4. Nach ungefähr drei Wochen: grau-weißlicher Wochenfluss
  • Inkontinenz
    Durch die Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur beansprucht. Dadurch kann es zu Problemen beim Wasserlassen kommen, aber auch zu Inkontinenz. Besonders beim Lachen, Niesen oder Husten wird dann ungewollt Urin abgelassen. Meist pendelt sich dies mit der Zeit wieder ein und kann mit entsprechenden Übungen trainiert werden.

  • Erschlaffte Bauchmuskulatur
    Du siehst wenige Tage nach der Geburt deines Babys noch immer aus, als würdest du im sechsten Monat schwanger sein? Auch das ist vollkommen normal. Das liegt zum einen daran, dass deine Bauchmuskulatur erschlafft ist. Außerdem ist deine Gebärmutter noch immer vergrößert.
     
  • Geschwächte Beckenbodenmuskulatur
    Nach der Geburt ist dein Beckenboden noch immer sehr beansprucht. Die Muskeln sind schlaff und benötigen noch einige Monate, bis sie sich wieder vollkommen erholt haben. Mit Rückbildungsgymnastik förderst du die Rückbildung deiner inneren Organe und deiner erschlafften Muskeln im Bauch- und Beinbereich. Fange mit leichten Übungen an und übertreibe es nicht!

    1. Nach einem Kaiserschnitt solltest du vier bis sechs Wochen auf körperliche Anstrengung verzichten.
    2. Bei einem Dammschnitt musst du warten, bis die Naht verheilt ist.
    3. Nach einer herkömmlichen Geburt kannst du bereits wenige Tage nach der Entbindung mit Übungen zur Rückbildung beginnen.
     
  • Geburtsverletzungen
    Dinge, über die fast niemand spricht: Risse in der Scheide, am Muttermund oder am Damm. Und das, obwohl viele Frauen sich diese Verletzungen während der Entbindung ihrer Neugeborenen zuziehen. Deshalb sind Schmerzen beim Sitzen oder Wasserlassen auch vollkommen normal. Sprich mit deiner Hebamme, sie wird dir erklären, wie du deine Schmerzen lindern kannst.
     
  • Hämorriden
    Während der Schwangerschaft bilden viele werdende Mütter Hämorriden, die sie nicht bemerken. Bei der Entbindung machen sie sich durch das Pressen bemerkbar. Da helfen Salben, die deine Beschwerden lindern und sich auch problemlos während des Stillens verwenden lassen. 
     
  • Verstopfung
    Auch mit Verstopfung haben viele Wöchnerinnen zu kämpfen. Das kann am Stress liegen, an der ungewohnten Umgebung im Krankenhaus oder auch daran, dass viele werdende Mütter sich bei der Geburt entleeren – und das ist auch vollkommen normal und nichts, wofür du dich schämen müsstest. Wichtig ist, dass du dich jetzt ballaststoffreich und gesund ernährst und möglichst viel trinkst.
     
  • Wassereinlagerungen
    Wassereinlagerungen entstehen meist schon in den letzten Wochen der Schwangerschaft und verschwinden nicht sofort. Das kann nämlich bis zu fünf Wochen dauern. Greif am besten nicht zu Entwässerungsmedikamenten, denn durch diese verlierst du auch Elektrolyte.
     
  • Haarausfall
    In der Schwangerschaft hat dein Körper vermehrt Hormone – genauer gesagt Östrogen – ausgeschüttet. Nach der Entbindung geht auch dein Hormonhaushalt wieder auf den Ursprungszustand. Die Folge: büschelweise Haarausfall. Aber auch das geht vorbei!
     
  • Schwitzattacken
    Die Hormonumstellung führt ebenfalls dazu, dass du stärker anfängst zu schwitzen. Wechsle deine Wäsche regelmäßig, da du viel Zeit im Bett verbringst.

Wochenbettdepression oder auch Baby-Blues 

Wenige Tage nach der Geburt ist vielen Müttern nur noch zum Weinen zumute. Sie weinen ohne einen Grund; eine Erklärung für das Stimmungstief ist auch hier wieder die Hormonumstellung. Die Emotionen der frischgebackenen Mütter laufen einfach über!
Dauert diese Phase des Stimmungstiefs länger an als ein paar Tage an, bist du nicht mehr nur im Baby-Blues, sondern hast vielleicht eine Wochenbettdepression. Ist dies der Fall, solltest du dir Hilfe bei einem Arzt oder einer Ärztin, wie bei einem Psychologen oder einer Psychologin holen. Auch deine Hebamme kann dir bei diesem Schritt helfen!

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Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, frauenaerzte-im-netz.de, familienplanung.de

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