Die Pille danach

Das kann jedem passieren – Pille vergessen, Kondom gerissen oder ganz blöd: Magen-Darm-Infekt erwischt. Und schon ist er nicht mehr Nachwuchs-sicher, der Sex. Für solche Notfälle gibt es die Pille danach - die allerdings NICHT vor Geschlechtskrankheiten schützt, sondern bei richtiger Anwendung "nur" vor ungewollter Schwangerschaft. Seit dem 15. März 2015 gibt es die Pille danach in Deutschland rezeptfrei. Wie genau sie funktioniert und eingenommen wird, plus Einschränkungen bei der Abgabe der Pille danach in der Apotheke, erfahrt ihr hier.

© iStock Die Pille danach ist in manchen Situationen die letzte Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern ...

Was ist die Pille danach?

Wenn das passiert, was eigentlich nicht passieren sollte: Ihr habt ungeschützten Sex, das Kondom ist gerissen oder andere Katastrophen sind eingetreten. Dann tritt sie auf den Plan: Die Pille danach. Sie verhindert im besten Fall eine unerwünschte Schwangerschaft. Wenn man so will, ist sie Plan B oder eine sogenannte Fall-Back-Strategie.

Wie wirkt die Pille danach?

Die Pille danach ist - gelinde gesagt - ein Hormonhammer. Sie beinhaltet den Wirkstoff Levonorgestrel (in der PiDaNa) oder Ulipristalacetat (im Präparat EllaOne). Beide Wirkstoffe verhindern die Eizellen-Reife sowie den Eisprung. Aber Achtung: Nur, wenn dieser noch nicht stattgefunden hat! Diese Pillen verhindern also den Transport und die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter.

Die Pille danach ist aber keine Abtreibungspille! Wenn sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter eingenistet hat, ist sie unwirksam und kann auch dem Embryo nicht schaden. Sie wirkt, wenn sie richtig eingenommen wird, mit einer Sicherheit von bis zu 80 Prozent gegen eine ungewollte Schwangerschaft.

Für wen ist die Pille danach?

Für alle Frauen, die keine Darm-Erkrankungen oder Leber- und/oder Nieren-Probleme haben.

Gibt es die Pille danach ohne Rezept?

Seit die Pille danach rezeptfrei zu haben ist (15. März 2015), entscheidet der Apotheker, wem er das Medikament gibt. Mädchen unter 14 Jahren sollten aber vom Apotheker zum Arzt geschickt werden. Und alle Frauen unter 20 kriegen die Pille danach zwar ab sofort auch so in der Apotheke, die Kosten überninmmt die Krankenkasse aber nur mit Rezept - ein Arztbesuch empfiehlt sich also auch hier.

In der Apotheke solltet ihr in aller Regel über Nebenwirkungen und Einnahme beraten werden. Doch wir Können es gar nicht oft genug betonen: Die Pille danach ist eine Notfallverhütung mit ziemlich massiven Nebenwirkungen.

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Wie viel kostet die Pille danach?

Die PiDaNa kostet etwa 18 Euro, die Ellaone um die 35 Euro.

Wie wird die Pille danach eingenommen?

Ganz einfach: So schnell wie möglich nach dem ungeschützten Sex, so dass es gar nicht erst zu einer Befruchtung der Eizelle kommen kann. Da die Spermien bis zu fünf Tage im weiblichen Genitaltrakt überleben und in dieser Zeit eine Eizelle befruchten können, ist es aber auch noch einige Tage später sinnvoll, die Pille danach einzunehmen.

Während bislang Frauen die PiDaNa spätestens drei Tage (72 Stunden) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr einnehmen mussten, lässt EllaOne einen längeren Handlungsspielraum. Sie ist auch noch bis zu fünf Tage (120 Stunden) nach dem Sex wirksam, sollte jedoch trotzdem so schnell wie möglich eingenommen werden.

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Was muss ich bei Einnahme beachten?

Die Pille danach kann zu jedem Zeitpunkt des Zyklus unabhängig von Mahlzeiten und Tageszeit mit etwas Wasser eingenommen werden. Solltet ihr euch innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der Pille danach erbrechen, solltet ihr eine weitere Pille danach einnehmen, da sie in dieser Zeit noch nicht ihre volle Wirkung entfalten hat.

© iStock Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel
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Pille danach und Stillen?

Wenn man sich an die Vorgaben der Packungsbeilage hält: Direkt nach dem letzten Stillen einnehmen und bis zum nächsten Stillen sechs Stunden verstreichen lassen. Vielleicht könnt ihr ja Muttermilch abpumpen, ehe ihr die Pille danach einnehmt.

Welche "Pillen danach" gibt es?

Es sind mittlerweile verschiedene Medikamente im deutschsprachigen Raum zugelassen. Die beiden "beliebtesten" sind Levonorgestrel 1,5 mg (PiDaNa) und Ulipristalacetat 30 mg (Ellaone).

Wie oft darf man die Pille danach einnehmen?

Starke Nebenwirkungen (Übelkeit!) und die immer schwächer werdende Wirkung bei mehrmaligen Anwendungen lassen die Pille danach weiter nur als Notfall-Maßnahme zu. Im Zweifel muss das der Frauenarzt entscheiden. Auf jeden Fall solltet ihr spätestens drei Wochen nach der Pillen-Einnahme noch mal zum Durchchecken beim Frauenarzt erscheinen.

Woran und wie schnell merke ich, dass die Pille danach gewirkt hat?

Etwa die Hälfte der Frauen bekommt nach der Einnahme ganz normal und zum üblichen Termin ihre Tage. Verschiebungen von einer Woche nach hinten oder vorne sind jedoch möglich. Sollte eure Menstruation länger als eine Woche nach dem erwarteten Termin ausbleiben, solltet ihr zur Überprüfung einen Schwangerschaftstest machen oder zum Arzt gehen.

Muss ich nach der Einnahme weiter verhüten?

Ja, denn die Pille danach wirkt nur zur Verhütung einer Schwangerschaft direkt nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Da durch die Einnahme der Pille danach der Eisprung verzögert werden kann, ist es innerhalb des Zyklus zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich, schwanger zu werden. Es muss daher bis zur nächsten Blutung mit einem Kondom verhütet werden.

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