Libidoverlust: Was tun bei sexueller Unlust?

Libidoverlust: Was tun bei sexueller Unlust?

Was, wenn man einfach keine Lust auf Sex hat? Verspürst du schon seit mehreren Wochen kein Verlangen nach Sex, kann es sein, dass du unter einem Libidoverlust leidest. Die Ursachen und Tipps, die helfen hier.

"Mir geht’s heute nicht gut, ich habe Migräne“, "Ich bin müde und fühl mich nicht danach“, "Tut mit leid, aber ich hab da heute einfach keinen Kopf für. Es gibt zu viel zu tun“. Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Dass jemand mal keine Lust auf Sex hat, ist ganz normal. Hält diese sexuelle Unlust aber über einen längeren Zeitraum an, könnte es sein, dass man unter einem Libidoverlust leidet. Was es damit auf sich hat, was der Libido wieder auf die Sprünge verhelfen kann und welche Erfahrungen wir gemacht haben, erfährst du hier.

Was versteht man unter Libido?

Als Libido wird im Allgemeinen der Sexualtrieb einer Person verstanden, also die sexuelle Lust und das Verlangen nach Sex, das eine Person hat. Dabei muss dieses Verlangen nicht zwangsmäßig immer auf eine andere Person gerichtet sein, auch die Lust, sexuelle Freude mit sich selbst zu verspüren fett unter den Begriff Libido.

Die sexuelle Lust einer Person wird bestimmt durch biologische, psychologische, soziale und umweltbedingte Faktoren. Sie bestimmen, wie hoch oder niedrig das sexuelle Verlangen einer Person ist. Die Intensität der Libido ist sehr individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Es ist außerdem ganz normal, dass sich die Libido einer Person im Laufe des Lebens schwankt. Sie ist nicht statisch, die sexuelle Lust kann mal stärker und mal schwächer zu spüren sein. Auch ein kompletter Libidoverlust, also das Aussetzen des sexuellen Verlangens, kann unter Umständen passieren.

Symptome: Libidoverlust bei der Frau und beim Mann

Ein kompletter Verlust der Libido (Frigidität) kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen. Hierbei handelt es sich um eine eigenständige Diagnose, die die sexuelle Unlust eines Menschen beschreibt. Diese kann diverse körperliche oder psychische Ursachen haben und kann plötzlich oder schleichend auftreten. Dabei beinhaltet die sexuelle Unlust nicht nur das fehlende Verlangen nach Sex mit einer anderen Person, sondern auch die fehlende Lust auf Selbstbefriedigung.

Zum Problem wird der Libidoverlust (Frigidität) meist dann, wenn die Betroffenen oder deren Beziehungen darunter leiden. Meist ist der Libidoverlust nur vorübergehend. Sind die Ursachen bekannt, können diese behandelt werden und eine passende Therapie dabei helfen, das Lust und das Verlangen wieder herzustellen. 

Ursachen: Was verursacht einen Libidoverlust?

Die Ursachen für sexuelle Unlust sind sehr individuell und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Der Libidoverlust kann vor allem körperliche und psychische Gründe haben, kann aber auch durch äußere Umstände beeinflusst werden. Oft gibt es auch nicht nur die eine Ursache, sondern es kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Lust komplett auf Eis legen. Die Gründe, die den Libidoverlust auslösen, können bei Mann und Frau unterschiedlich sein.

Physische Ursachen

  • Einnahme von bestimmten Medikamenten: Es gibt bestimmte Arzneimittel, die die Lust am Sex mindern können. Die Medikamente, die einen Libidoverlust als Nebenwirkung verursachen können, sind zum Beispiel Antidepressiva, blutdrucksenkende Mittel oder auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille.
  • Krankheiten: Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können einige Krankheiten einen Verlust der Libido verursachen. Hierzu zählen zum Beispiel Gefäß- und Herzkrankheiten, Schilddrüsenprobleme, neurologische Erkrankungen, Diabetes, Nierenschwäche, Magersucht oder Leberzirrhose. Und auch gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose können unter Umständen für eine sexuelle Unlust sorgen. Beim Mann können auch Erektionsprobleme, eine Hodenentzündung oder die operative Hodenentfernung dafür sorgen, dass die Libido verloren geht.
  • Schmerzen: Hast du Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, kann das ebenfalls dafür sorgen, dass du keine Lust mehr auf Sex hast und ihn dadurch meidest. Bei Frauen können Scheidentrockenheit oder ein Vaginismus dafür sorgen, dass der Sex schmerzhaft ist.
  • Hormonelle Ursachen: Der Verlust der Libido hat nicht selten hormonell bedingte Gründe. Herrscht ein hormonelles Ungleichgewicht im Körper, kann das einen Schleier auf die Lust legen. Oft tritt der Libidoverlust zum Beispiel während der Wechseljahre oder nach der Geburt bei einer Frau auf. Die weiblichen Sexualhormone befinden sich hier in einem Umschwung, welcher bei betroffenen Frauen die Libido verringern kann. Und auch während der Schwangerschaft erleben einige Frauen eine verminderte sexuelle Lust. Das ist neben dem hormonellen Umschwung auch den Veränderungen des Körpers und den Sorgen um das Baby geschuldet.
  • Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil kann sich negativ auf die Libido auswirken. So kann zum Beispiel zu weniger Sport, ein hoher Alkoholkonsum oder die Einnahme von Drogen und starkes Rauchen dafür sorgen, dass das sexuelle Verlangen verschwindet.

Psychische Ursachen

  • Depressionen: Depressionen, Angststörungen und andere psychische Leiden belasten die Betroffenen und schränken sie sehr in ihrem Alltag ein. Sex rückt dann in den Hintergrund, was eben auch ein Grund für einen Libidoverlust sein kann.
  • Stress: Stress, emotionale Belastungen, soziale Verpflichtungen und Co. können dafür sorgen, dass die sexuelle Lust gemindert wird. Ist der Alltag zu überwältigend und das Stresslevel hoch, kann das einen zeitweisen Libidoverlust verursachen.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Fühlt man sich nicht begehrenswert und sexy, kann es sein, dass man sich in sexuellen Situationen unwohl fühlt. Mag man seinen Körper nicht so wie er ist, kann es unter Umständen schwer sein, sich nackt zu zeigen oder sich beim Sex fallen zu lassen. Auch dann kann es sein, dass man Sex komplett meidet.
  • Beziehungsprobleme: Streit, unausgesprochene Konflikte oder unerfüllte sexuelle Wünsche in der Partnerschaft können dafür sorgen, dass einer der Partner bzw. Partnerinnen oder vielleicht sogar beide kein sexuelles Verlangen mehr verspüren. Oft betrifft das aber nur den Geschlechtsverkehr untereinander und nicht die Selbstbefriedigung. In dem Fall ist ein kein kompletter Libidoverlust schlecht hin, nur das Verlangen nacheinander ist gemindert. In diesem Fall sollte unbedingt an den Beziehungsproblemen gearbeitet werden,

5 Tipps: Was hilft bei sexueller Unlust?

Die Lösungen für Libidoverlust sind so verschieden wie seine Ursachen. Was dir dabei helfen kann, deine sexuelle Lust wieder zu spüren, ist ganz individuell. Wir geben dir hier fünf Tipps mit an die Hand, die das Problem vielleicht lösen könnten.

  1. Ursache erkennen: Der erste Schritt, um den Libidoverlust anzugehen, ist, sich diesen einzugestehen. Viele Betroffene merken das Problem nämlich lange nicht, da sich die sexuelle Unlust häufig schleichend entwickelt. Geh dann der Ursache auf den Grund. Was könnte die verringerte Libido ausgelöst haben? Liegt eine Krankheit bei dir vor? Sind es Beziehungsprobleme? Oder bist du aktuell sehr gestresst? Kennst du die Ursache deiner sexuellen Unlust, kannst du diese auch besser behandeln.
  2. Gesunder Lebensstil: Treiben wir keinen Sport, ernähren und schlecht und konsumieren viel Alkohol, kann das auch unseren Sex beeinflussen. Ein gesunder Lebensstil gibt dir nicht nur einen Energie-Kick und hilft dir, deine Ziele im Alltag besser zu erreichen, sondern kann auch deine Lust steigern. Beim Sport wird der Körper und somit auch die Sexualorgane besser durchblutet. Eine gesunde Ernährung, Bewegung und weniger Alkohol können zudem die allgemeine Stimmung verbessern und so dem Sexualtrieb einen Boost verleihen.
  3. Beziehungsprobleme angehen: Ist der Sex in der Beziehung eingeschlafen und das Verlangen nacheinander gemindert, solltet ihr gemeinsam das Problem angehen. Liegt ein Konflikt in der Luft, dann solltet ihr Lösungsstrategien dafür finden. In diesem Artikel findet ihr nützliche Tipps, um eure Probleme anzugehen. Wollt ihr an eurer Intimität und eurem Sex arbeiten, kann es helfen, sich genaue Ziele zu setzen. Wann wollt ihr es wieder probieren? Was wollt ihr dabei beachten? Wollt ihr zusammen etwas Neues ausprobieren? Unser Tipp: Nehmt euch bewusst Zeit für das Liebesspiel. Lasst es langsam angehen und stresst euch dabei nicht. Hört eurem Partner oder eurer Partnerin gut zu, was er oder sie will und kommuniziert auch währenddessen miteinander, wie es sich anfühlt.
  4. Achtsamkeit & Meditation: Fühlst du dich unwohl in deinem Körper, bist gestresst oder einfach innerlich aufgewühlt, kann es helfen, die Sexualität mithilfe von Achtsamkeitsübungen und Meditation wiederzubeleben. Löse die Blockaden in dir und versuch, deine sexuelle Erregung und Lust wieder zu wecken. Nimm dir dafür Zeit und bleib konstant in deinen Übungen. Es kann länger dauern, bis du an dem Punkt bist, an dem du wieder starke Lust auf Sex verspürst. Ein Beispiel für eine Achtsamkeitsübung, die du jeden Tag durchführen kannst: Schau in den Spiegel und versuche, einen Körperteil oder einen Charakterzug an dir zu finden, den du selber attraktiv und sexy findest. Schreib diesen Begriff mit einem wasserlöslichen Stift auf den Spiegel, bis dieser irgendwann voll mit positiven Wörtern gefüllt ist, die deinen Selbstwert und dadurch vielleicht auch dein sexuelles Verlangen steigern können.
  5. Finde Lust mit dir: Manchmal kann es überfordernd sein, mit einer anderen Person zu schlafen, wenn das Verlangen eigentlich gar nicht da ist. Man hat das Gefühl, man schulde der Person etwas oder müsse performen, wenn man doch eigentlich gar keine Lust hat. In diesem Fall kann es helfen, sich erst einmal wieder an sexuelle Handlungen heranzutrauen, indem man sie an sich selber durchführt. Ganz nach dem Motto: Selbst ist die Frau bzw. der Mann. Nimm dir Zeit, probiere dich aus, fantasiere und finde das heraus, was sich für dich gut anfühlt. Es kann sein, dass es beim ersten Mal nicht direkt funktioniert und du abbrechen musst. Doch versuch es einfach weiter, gib dir Zeit und Raum, deine sexuelle Lust wieder zu spüren und schalte deinen Kopf aus. Fühlst du dich irgendwann mit dir selber gut, kann vielleicht auch der Sex mit einem Partner angegangen werden.

Libidoverlust behandeln: Was kann der Arzt oder die Ärztin machen?

Hilft kein Tipp dabei, deine sexuelle Lust wieder zu aktivieren, kannst du das Problem mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen. Zunächst wird der Ursache des Libidoverlust auf den Grund gegangen. Eine komplette Anamnese (Krankengeschichte) kann Aufschluss über die Gründe des fehlenden Verlangens geben. Physische und auch psychische Probleme können untersucht werden, damit die richtige Diagnose getroffen werden kann.

Steht die Ursache erst einmal fest, kann auch eine Behandlung stattfinden. Der Arzt oder die Ärztin kann unter Umständen eine entsprechende Therapie einleiten, Medikamente verschreiben oder eine Sexualberatung oder Paartherapie empfehlen.

Keine Lust auf Sex: Erfahrungsbericht

Vor einigen Jahren litt auch ich zeitweise unter einer sexuellen Unlust. Ich war damals in einer festen Beziehung, in der der Sex eigentlich immer gut funktionierte. Irgendwann wurde mein Verlangen nach meinem Partner aber immer geringer. Ich nahm zunächst an, dass uns der Alltag eingeholt hatte und das anfängliche Feuer der Verliebtheitsphase etwas abgekühlt sei. "Das ist doch bestimmt ganz normal“ dachte ich.

Doch irgendwann bemerkte ich immer mehr, dass meine Lust eigentlich gar nicht mehr vorhanden war. Ich habe zwar immer noch mit meinem Partner geschlafen, weil ich ihn nicht vor den Kopf stoßen wollte, aber Lust habe ich selber nicht verspürt. Rückblickend war das mein größter Fehler: Ich hätte viel früher mit meinem Partner darüber sprechen müssen und ihm von meinem Empfinden erzählen müssen.

Ich habe lange Zeit die Beziehung infrage gestellt und dachte, dass irgendwas nicht stimmen kann, wenn ich das Verlangen nicht mehr verspüre. Doch geliebt habe ich meinen Partner wie verrückt und Streit hatten wir auch selten. Irgendwann entschied ich mich dann, die Pille abzusetzen. Ich hatte oft Stimmungsschwankungen und wollte meinem Körper einfach nicht mehr die künstlichen Hormone zuführen. Die Stimmungsschwankungen verschwanden mit der Zeit und womit ich nie gerechnet hatte: Mein Sexualtrieb kam wieder zurück.

Erst nach dem Absetzen der Pille bemerkte ich, wie die Hormone quasi einen Schleier auf meine Libido gelegt hatten und diese gedämpft haben. Von diesem Zeitpunkt an fühlte ich mich ganz anders. Ich hatte wieder richtig Lust auf meinen Partner und Lust darauf, Neues auszuprobieren. Ich hab seit dem nie wieder die Pille eingenommen und meine Libido und mein Sexleben ist so, wie ich es mir immer gewünscht hatte.

Fazit

Sexuelle Unlust und der Verlust der Libido kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern vorkommen. Es kann die Folge einer Erkrankung oder der Einnahme bestimmter Präparate sein. Es kann in den Wechseljahren oder nach der Geburt vorkommen. Doch auch Stress, Beziehungsprobleme oder ein geringes Selbstwertgefühl können dem Sexleben einen Knick geben.

Die gute Nachricht: Oft ist der Libidoverlust nur vorübergehend und kann mit einer passenden Therapie behandelt werden, wenn die Ursache bekannt ist. Wichtig ist, dass du dich langsam wieder an dein Sexleben herantastest und dich nicht überforderst. Lass dir und deinem Körper Zeit und tu immer nur das, was dir guttut. Du musst keinen Geschlechtsverkehr mit jemandem haben, wenn du gerade nicht dazu bereit bist.

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Verwendete Quellennetdoktor.de, focus-arztsuche.de

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