Ghosting: So geht man damit um

Ghosting: Die häufigsten Gründe und wie du damit umgehen kannst

Ghosting ist alles andere als die feine Art, jemandem zu zeigen, dass man kein Interesse hat. Wir verraten dir hier, wie du am besten mit Ghosting umgehst. 

Traurig, aber wahr: Ghosting hat sich in den letzten Jahren zum echten Dating-Trend entwickelt. Dabei ist diese Form des Kontaktabbruchs alles andere als fair. Zu Beginn der Beziehung und in der anfänglichen Datingphase sieht alles rosig aus. Man trifft jemanden, ob im Alltag oder über eine Datingplattform und alles scheint super zu laufen, die Gespräche sind toll und wir bekommen das Blaue vom Himmel versprochen. Doch so schnell sie da waren, verschwinden die schönen Momente – oft ganz ohne Anzeichen und Vorwarnung. Was bleibt, sind endlose Chatverläufe, unbeantwortete Anrufe und Erinnerungen – doch die Person ist wie vom Erdboden verschluckt: Du wurdest geghostet.

Was ist Ghosting?

Der Begriff Ghosting (vom Englischen "Ghost" für Geist) beschreibt das Phänomen, dass die Person, die man datet, einfach so, ohne Vorwarnung, aus dem Leben verschwindet und sich nicht mehr meldet. Ohne Erklärung und weitere Reaktionen herrscht plötzlich Funkstille zwischen zwei Menschen, die sich gerade noch kennengelernt haben. Das kann nach dem ersten Date, einer längeren Kennlernphase oder in schlimmsten Fällen auch in einer festen Beziehung oder Freundschaft passieren. Alle gesendeten Nachrichten bleiben unbeantwortet, der Ghoster oder die Ghosterin hat ohne dein Wissen den Schlussstrich gezogen. In den extremsten Fällen führt dieses Phänomen sogar dazu, dass uns diese Menschen in allen Datingplattformen und Sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder WhatsApp blockieren und somit komplett aus unserem Leben verschwinden – als wären sie nie da gewesen. Woran kann das liegen? Einer der häufigsten Gründe und Ursachen für das Ghosting ist Bindungsangst und Angst vor Zurückweisung. Weitere mögliche Gründe für Ghosting sind plötzliches Desinteresse in der Kennenlernphase, ein Konkurrent oder eine Konkurrentin, oder auch Scham. Für den Betroffenen oder die Betroffene ist dieses Phänomen besonders hart.

Warum ist Ghosting so schlimm?

Diese Form des Kontaktabbruchs ist nicht nur schlimm, weil sie auf unfairem Verhalten zwischen zwei Menschen beruht. Viel schlimmer sind die psychischen Schäden, die es bei dem oder der Betroffenen hinterlässt. Jemandem die Welt zu Füßen zu legen und sie dann ohne Erklärung wieder wegzunehmen, kann wehtun und hindert uns daran, mit der Sache abzuschließen – schließlich hat sie nie ein wirkliches Ende genommen. Das kann ein ordentlicher Dämpfer für das eigene Selbstbewusstsein sein und bei dem Menschen, der gehostet wurde, für Wut, Scham und Selbstzweifel sorgen. Auch wenn es schwerfällt, sollten wir diese Masche der Ghoster nie zu nah an uns heranlassen.

Warum ghostet jemand überhaupt?

Die Gründe hinter dem Ghosting sind sehr individuell und stark abhängig von der Situation. Besonders wichtig zu verstehen ist aber: In den meisten Fällen hat das Ghosting weniger mit der verlassenen Person zu tun, als mit dem Ghoster an sich. Die Person scheut sich meist vor einem unangenehmen Gespräch und sucht daher die Flucht. Villeicht ist sie nicht bereit für eine Beziehung, es hat nicht ganz gefunkt oder sie ist wieder mit dem oder der Ex zusammen und meldet sich daher nicht – die Gründe für den Kontaktabbruch sind sehr verschieden.

In den Zeiten von Online Dating ist Ghosting leider besonders einfach geworden. Datet man einen Kollegen oder eine Kollegin oder hat sein Date über Freunde kennengelernt, ist das mit dem Ghosting nicht möglich. Online lernt man jedoch Menschen kennen, die man im Zweifel nie wieder sehen muss. Einfach im Nichts zu verschwinden, die Nummer zu löschen und das Match aufzlösen, ist da besonders einfach. Ghosting ist also der einfachste mögliche Weg, den Kontakt zu einer Person zu beenden. Doch der richtige Weg ist es definitiv nicht.

Wurdest du schon mal geghostet?

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Wie du am besten mit Ghosting umgehst

Auch wenn du am liebsten all deine Wut herauslassen würdest, empfiehlt es sich, cool zu bleiben, wenn man geghostet wurde – zumindest nach außen hin. Wenn dieser Mensch dich so feige sitzen lässt, hat er oder sie nicht verdient zu wissen, wie emotional du reagierst und wie sehr dich der Konflikt verletzt. Deswegen schreib bei Ghosting lieber eine neutrale, aber deutliche Nachricht. In den meisten Fällen muss man leider davon ausgehen, dass man auf derartige Nachrichten keine Antwort vom Ex-Partner oder der Ex-Partnerin erwarten kann und deshalb auch keine Gründe für das Ende der Beziehung oder des Kontaktes erhalten wird. Doch wenn es deinem persönlichen Wohlergehen hilft, der Person nochmal die Meinung zu sagen und aufzuzeigen, dass ein derartiges Verhalten erniedrigend und unfair ist, solltest du das tun. Am Ende wirst du den Konflikt als Sieger bzw. Siegerin verlassen.

Was du der Person schreiben kannst, die dich ghostet

Wenn du dich dazu entscheidest, diese Trennungsmethode nicht unkommentiert im Raum stehenzulassen, schlagen wir vor, dem Ghoster oder der Ghosterin eine der folgenden Phrasen zu schicken: 

  • "Hey XY! Ich habe eine Weile nichts von dir gehört, ich habe das Gefühl, dass du nicht mehr daran interessiert bist, mich näher kennenzulernen. Bitte sei einfach ehrlich mit mir, da ich gerne wissen möchte, woran ich bei dir bin.“
  • "Hey, ist alles in Ordnung? Ich habe seit einiger Zeit nichts mehr von dir gehört und dachte eigentlich, wir seien auf einer Wellenlänge. Wenn du nicht dasselbe fühlst, sag es einfach! Jeder darf seine Meinung ändern."
  • "Ich möchte hier nichts Falsches vermuten, aber ich habe seit Ewigkeiten nichts mehr von dir gehört. Geht es dir gut? Sag mir ansonsten ruhig ehrlich, wenn du das Interesse verloren hast.“

So kannst du es vermeiden, selber zu ghosten

Nun kann es aber doch mal passieren, dass auch du dich in einer Situation wiederfindest, in der du nicht weißt, wie du den Kontaktabbruch mit einem Menschen, einem Partner oder einer Partnerin oder einem Freund oder eine Freundin einleiten kannst. Vielleicht hat dir das erste Date nicht gefallen oder nach der ersten Kennenlernphase ist irgendwie die Luft raus? Klar, einfach auf Funkstille zu gehen, wäre hier die einfachste Lösung. Doch genau hier ist Mut und Selbstbewusstsein gefragt! Einfach aus Angst vor der Reaktion des anderen zu ghosten tut weh und niemand möchte Opfer dieses unfairen Datingverhaltens und Phänomens werden. Im Idealfall beendest du eine Beziehung in einem persönlichen Gespräch. Solltet ihr aber nur via Datingplattform in Kontakt stehen, ist das oft schwierig. Hier kommen ein paar Beispiele, wie du besser reagierst und nicht zum Ghosting greifen musst:

  1. "Hallo XY, gestern Abend hat wirklich Spaß gemacht und es war cool, dich ein Stück besser kennenlernen zu können. Trotzdem muss ich sagen, dass es von meiner Seite aus nicht für mehr reichen wird. Tut mir leid."
  2. "Hi. Tut mir leid, dass ich mich diese Woche nicht gemeldet habe, um unser Treffen auszumachen. Ehrlich gesagt habe ich nicht mehr das Gefühl, dass die Chemie zwischen uns beiden stimmt. Ich hoffe, du verstehst das."
  3. "Hallo. Ich weiß nicht genau, wie ich es sagen soll, deshalb halte ich es kurz: Ich habe jemanden anderen getroffen, den ich gerne näher kennenlernen möchte. Es wäre also das Beste, wenn wir uns nicht mehr treffen. Alles Gute weiterhin!"
  4. "Hey. Ich weiß, es klingt wie eine blöde Ausrede, aber ich bin aktuell sehr mit mir selbst und meinem Job beschäftigt und habe deshalb keine Zeit für ein weiteres Treffen. Ich wünsche dir das Beste, denke aber nicht, dass wir uns noch einmal sehen sollten."

Podcast-Tipp: Mehr über Online Dating und dessen Gefahren

Ghosting, Benching, Breadcrumbing – beim Dating lauern so einige Gefahren auf uns Singles. In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Singlecoach und Paartherapeut Eric Hegmann und bekommen endlich Antworten auf Fragen wie: Was kann ich tun, wenn ich schlechte Erfahrungen beim Dating gemacht habe? Was sollte ich beim Online Dating beachten? Und worüber kann ich bei einem ersten Date überhaupt sprechen?

Fazit

Es klingt zwar altmodisch, ist aber wahr: Ehrlich währt am längsten! Und du wirst auch mit einem besseren Gewissen in die Zukunft blicken, wenn du den Kontakt so fair wie möglich beendest. Das kann man zwar nicht von jedem erwarten, aber vielleicht inspirierst du dein Gegenüber so dazu, in der nächsten Situation ebenfalls fair zu handeln.

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Verwendete Quellen: glomex.de, watson.ch

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