Sex in der Beziehung: Wie viel Sex ist eigentlich normal?

Sex in der Beziehung: Wie viel Sex ist eigentlich normal?

Sex ist etwas Schönes und Aufregendes, wenn man frisch verliebt ist. Aber wie sieht es mit dem Liebesleben aus, wenn man schon länger zusammen ist? 

Der Sex mit dem Partner oder der Partnerin nimmt in der Beziehung schnell ab – das erzählen zumindest viele Männer und Frauen in langjährigen Partnerschaften. Aber stimmt es denn wirklich, dass man, je länger man miteinander zusammen ist, auch weniger Sex hat? Und wie viel Sex ist denn „normal“ in einer Beziehung? Gibt es da eine Anzahl in Prozent? Wer legt diesen Wert eigentlich fest? Viele Fragen, die wir jetzt klären wollen.

Eine exakte Antwort auf diese Fragen können wir natürlich nicht geben – auch keine Anzahl in Prozent. Schließlich läuft jede Beziehung anders ab und verändert sich auch mit der Zeit. Anfangs ist man natürlich extrem ineinander verliebt und voller Lust. Das Sexleben ist aufregend und es fällt schwer, die Finger voneinander zu lassen. Diese Verliebtheit, auch wenn es einige nicht wahrhaben mögen, nimmt mit der Zeit etwas ab und der Alltag pendelt sich so langsam ein. Ähnlich läuft es dann auch im Bett ab. Die Leidenschaft nimmt ab – egal, ob bei Männern oder Frauen. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Liebe zueinander nachlässt. 

Wie oft haben Paare Sex in der Beziehung? 

Die amerikanischen Forscher und Forscherinnen des Kinsey-Instituts haben es sich zur Aufgabe gemacht, bei Paaren genauer nachzuhaken, um herauszufinden, wie viel Sex eigentlich „normal“ in einer Beziehung ist. Doch auch hier wurde schnell klar, dass es keinen „normalen“ Wert dafür geben kann. Viel wichtiger sind die Faktoren, die in der Beziehung eine Rolle spielen. Je nachdem, wie man miteinander lebt, kann es dazu führen, dass man mal mehr oder eben weniger Lust auf den Partner oder die Partnerin im Bett hat. 

Frischverliebte verbringen viel Zeit miteinander, Langzeitpaare fokussieren sich möglicherweise zeitweise mehr auf ihre persönlichen Bedürfnisse. So etwas ist vollkommen normal, pauschalisiert werden darf dies jedoch nicht. Schließlich gibt es auch Paare, die seit Jahren eine Beziehung führen und genauso viel Sex haben, wie am Anfang ihres Kennenlernens. Andere Partnerschaften wiederum legen grundsätzlich nicht den Fokus auf den Sex oder den Körper des Partners oder der Partnerin. Ebenso kann es passieren, dass sich im Alter das Bedürfnis nach Sex und Abenteuer verändert. Werden die Prioritäten anders gesetzt, sollte das aber kein Paar entmutigen und eine Flaute im Bett sie nicht an ihrer Beziehung zweifeln lassen.

 

Sex ist nicht gleich Sex

Immer wieder gibt es Paare, die sich darüber den Kopf zerbrechen, ob sie oft genug Sex haben und sich demzufolge Gedanken machen, eine gesunde Beziehung führen. Doch Sex allein macht noch keine glückliche Beziehung aus! Eine glückliche Beziehung ist viel mehr als nur das Sexleben und die Leidenschaft. Viel wichtiger ist es, sich die Frage zu stellen, wie oft man mit seinem Partner oder seiner Partnerin Sex haben will, Spaß daran hat und nicht muss! Sprecht über eure sexuellen Wünsche und Vorstellungen. Das stärkt euch nur und bringt auch etwas Klarheit, falls ihr euch in gewissen Dingen unsicher wart. Denn Ehrlichkeit und Kommunikation sind der Schlüssel für eine glückliche Beziehung. Es kann auch passieren, dass Partner oder Partnerinnen unterschiedliche Bedürfnisse beim Sex haben. Mal möchte der oder die eine mehr Sex, mal ist es andersherum. Auch das hat Einfluss darauf, wie oft Paare Sex haben und ist vollkommen normal! Du siehst also: Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie oft Paare in Beziehungen Sex haben!

Junge Erwachsene haben den meisten Sex

Die Studie hat auch untersucht, wer durchschnittlich am meisten Sex hat. Die Antwort: Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren haben am häufigsten Sex. Rund 112 Mal im Jahr – also zweimal pro Woche und achtmal im Monat – haben sie Sex mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin. Andere Studien zeigen wiederum, dass Paare, die ein Mal pro Woche Sex haben, am glücklichsten seien. Du siehst also: Wie viel Sex normal ist, ist vollkommen individuell. Wichtig ist nur, dass ihr euer eigenes Tempo findet, um glücklich zu sein.

Sex nimmt im Alter ab

Laut des Kinsey-Instituts landen Paare zwischen 30 und 39 Jahren in ihrer Häufigkeit des Sex auf Platz zwei. Durchschnittlich kommen sie auf 89 Mal Sex im Jahr – also 1,6 Mal pro Woche und rund 6 Mal im Monat. Paare zwischen 40 und 49 Jahren kommen auf 69 Mal Sex pro Jahr. Gründe dafür liegen wohl darin, dass mit zunehmendem Alter meist auch weitere Verpflichtungen im Leben Vorrang bekommen. So gründen viele Menschen in diesem Altersspektrum eine Familie mit Kindern oder übernehmen im Job mehr Verantwortung. Und wenn die Zeit knapper wird, hat da meist das Liebesleben drunter zu leiden. Auch gesundheitliche Probleme können ein Faktor für abnehmende Libido sein.

Sex in Beziehungen: Wie viel Sex ist denn nun normal?

Wie viel Sex in einer Beziehung normal ist, kann nicht mit einer Zahlenangabe beantwortet werden. Denn die Frage sollte nicht lauten, wie viel Sex in einer Beziehung normal ist, sondern wie viel Sex ihr haben wollt. Das Bedürfnis nach Sex ist von Mensch zu Mensch individuell und in einer Partnerschaft gilt es, über seine Sexualität und seine sexuellen Bedürfnisse Gespräche zu führen und so ein gemeinsames Gefühl zu finden, wie oft ihr miteinander schlafen wollt. Sprecht ihr über Sex und kommuniziert offen, stärkt das zudem eure Beziehung und lasst euch noch näher aneinander rücken. Ein zusätzlicher Tipp: Außerdem kann es dafür sorgen, dass ihr wieder mehr Lust aufeinander und den gemeinsamen Sex bekommt!

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Verwendete Quelle: kinseyinstitute.org

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