Selflove Sunday: Ruhe im Kopf - Wie du das Karussell in dir anhältst

Selflove Sunday: Ruhe im Kopf - Wie du das Karussell in dir anhältst

Du möchtest lernen, wie du das innere Karussell anhältst und zu mehr Ruhe findest? Psychologin Linda erklärt es dir beim Selflove Sunday.

Linda Leinweber
© Linda Leinweber
Wie findest du zu mehr Ruhe im Kopf? Das erklärt dir Linda Leinweber in der heutigen Folge von Selflove Sunday.

Deine Woche war super stressig – dein Job verlangt gerade Höchstleistung von dir und die Zeit für Sport, Freunde und entspanntes Essen ist einfach nicht da. Dann kommt endlich der lang ersehnte Moment der Ruhe auf dem Sofa oder abends im Bett – du schließt die Augen und alles beginnt sich zu drehen. Dir fallen all die unerledigten To-Do’s ein, die Dinge, die letzte Woche nicht so gut gelaufen sind, wie gewünscht. Auf einmal bist du wieder hell wach, obwohl dein Körper nach Ruhe schreit. Es ist zum Durchdrehen! Was kann helfen dieses Gedankenkreisen zu stoppen?

So stoppst du das ewige Karussel im Kopf und findest zu mehr Ruhe

Mehr Ruhe für dich - Das kannst du tun

Um zu verstehen, was du tun kannst, um genau in diesen Momenten Ruhe zu finden, will ich dir kurz eine der Hauptursachen erklären: Wenn du viel arbeitest, wenig Zeit für echte Pausen hast und dann vielleicht noch privater Stress hinzukommt, produziert dein Körper ein Hormon namens Cortisol. 

Cortisol hilft dir, dich in Stressmomenten optimal zu verteidigen oder weg zu laufen – dafür ist dieser Stressmechanismus da. Es sorgt auch dafür, dass der unbewusste Teil im Gehirn dich dazu „zwingt“ ständig und andauernd über die ungelösten Probleme nachzudenken. Auch das ist ein Schutzmechanismus! Denn wäre die Gefahr der Säbelzahntiger, dann wäre es sehr hilfreich, dass dein gedanklicher Fokus genau darauf ausgerichtet wäre – denn du willst ja überleben ☺

„Leider“ sind die Gefahren von heute nicht mehr Fressfeinde, die hinter dir herrennen, sondern es sind der Zeitdruck im Job, die roten Zahlen auf dem Kontoauszug oder die Konflikte mit Kollegen und in der Beziehung zu Hause. Hier bringen uns unsere Skills der Kampfkunst und des Weglaufens wenig…Was du also oft spürst, wenn du nicht abschalten kannst und dich dein gedankliches Karussell verrückt macht, ist ein hoher Cortisolspiegel. Bei manchen Menschen steigert sich dieses negative Grübeln in Panikattacken und Ängsten. Auch hier kann – muss nicht – die Ursache ein hoher Stresspegel sein. 

Cortisol bleibt im Schnitt 8-12h im Blut, d.h. um Cortisol wirklich abzubauen, müsstest du mindestens 8h Schlafen, dir bewusste Pausen gönnen oder täglich sehr viel Sport treiben. Mir begegnet es häufig bei meinen Klienten, dass genau diese Dinge zu kurz kommen, weil wir ja eh schon im Stress sind und viel zu wenig Zeit für unseren Alltag haben. 

Was kannst du tun, um deinen Geist zu beruhigen?

  • Schreib alles auf, was dir durch den Kopf geht – was auf Papier steht, ist aus deinem Zwischenspeicher raus!
  • Steh auf und bleib nicht grübelnd im Bett liegen – mach dir lieber einen Beruhigungstee, schnapp frische Luft oder geh auf den Balkon
  • Mach dir deine Lieblings-Playlist an! Versuch die Negativität in dir weg zu tanzen – du brauchst Leichtigkeit für Entspannung. 
  • Sei dir gewiss, ein Tag mit wenig Schlaf hält jeder durch – versuch‘ dich davon abzuhalten, dir auszumalen, wie schrecklich anstrengend der morgige Tag werden wird, wenn du jetzt nicht bald einschläfst. Das macht es nur noch schlimmer!
  • Versuch den Fokus vom Geist zurück in den Körper zu bringen. Lenke dazu deine Aufmerksamkeit auf deine Sinne: 
    • Haptik: Wo berührt dein Körper die Unterlage und die Decke?
    • Temperatur: Wo im Körper ist es warm? Wo kühl?
    • Hören: Was kannst du an Geräuschen wahrnehmen?
    • Visuell: Was siehst du? Welche Farben nimmst du wahr?
    • Atem: Wo spürst du deinen Atem? Im Bauch? An der Nase? In der Brust? Wie flach oder tief atmest du?
  • Analysier‘ dein gedankliches Karussell: Klaus Bernhardt beschreibt in seinem Buch tolle Techniken, die du selbst ausprobieren kannst: 
    • In welche Richtung dreht sich dein Karussell? Links oder rechts rum? Sobald du das erkannt hast – dreh‘ es bewusst in die entgegengesetzte Richtung. Hält es an? ☺
    • Spür‘ in dich hinein und finde heraus, auf welchem Ohr du die negativen Gedanken hörst – links oder rechts? Oder siehst du mehr Bilder? Wenn ja, siehst du diese vor deinem inneren Auge links oder rechts? Jeder von uns hat meistens eine negative und eine positive Seite – wenn du herausgefunden hast, auf welcher Seite deine Stress-verstärkenden Gedanken und Bilder verortet sind, kannst du sie mit Visualisierungstechniken auf die positive Seite verschieben lernen.
  • Falls du körperliche Symptome spürst, wie Herzrasen, Atemnot, Hitzewellen gefolgt von Frieren, dann sei dir einer Sache bewusst – diese „Welle“ der Panik und Angst kommt und geht. Rein physiologisch kann dein Körper diese Intensität nur 20min aushalten. Sag‘ dir das immer wieder. Lern‘ dich von den intensiven Symptomen zu distanzieren und sei‘ dir gewiss, dass auch diese Panikwelle wieder gehen wird. 
  • Übe deine Dankbarkeit! Damit dein Fokus weg gelenkt wird von der Negativität und dem andauernden Stress, schreib‘ dir jeden Tag 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. Vielleicht sind es Kleinigkeiten wie der Lunch mit der Freundin oder der leckere Tee am Morgen oder die frischen Blumen auf dem Tisch. Je länger du dein Gehirn darauf trainierst das Schöne zu sehen, desto leichter wird es werden, die Angst, Panik und den Stress los zu lassen. 

Mehr im Podcast: Don't Panic!

Das war eine kleine Kostprobe an Mini-Interventionen, die du für dich selbst ausprobieren kannst – natürlich gibt es noch viel viel mehr! Mein Tipp‘ fang noch heute mit einer Sache an und schau, was sie mit dir macht. Jeder Mensch ist anders und daher muss du für dich herausfinden, was am besten zu dir und deinem Lebensstil passt. Noch mehr Ideen findest du auf meinem Instagram Account - und denn du lieber zuhörstt als liest, dann habe ich für dich meinen Podcast „Don’t panic“. Hier lade ich regelmäßig Gäste ein, die in einem Bereich des Lebens bereits mentale Stärke aufgebaut haben. Sie berichten von ihren persönlichen Bewältigungsstrategien und Tipps für mehr Gelassenheit und Happiness im Alltag. Und natürliche für eine gesunde Psyche. 

In diesem Sinne wünsche ich dir erholsame Pausen und friedliche Nächte, damit du deine Batterien wieder mit frischer Energie aufladen kannst!

Selflove Sunday: Psychologin Linda im Short Interview
Dürfen wir vorstellen, Psychologin Linda, unsere Expertin für Selbstliebe und Positivity. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt, die sie uns ehrlich beantwortet hat. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...