Brustwarzenformen: Die Nippelarten und Tipps fürs Stillen

Brustwarzenformen: Die unterschiedlichen Nippelarten und was beim Stillen zu beachten ist

Es gibt unterschiedliche Brustwarzenformen bei Frauen, die vor allem beim Stillen eine wichtige Rolle spielen. Welche das sind, erklären wir hier.

Jede Frau hat sehr individuelle Brustwarzen. Sie sind mal größer, mal kleiner, mal flacher, mal runder, mal dunkler, mal heller, haben mal Haare und mal nicht. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind wunderschön. Gerade nach der Geburt deines kleinen Wunders wirst du feststellen, wie wichtig deine Nippel eigentlich sind. Es gibt verschiedene Brustwarzenformen. Welche das sind und was du beim Stillen deines Babys beachten solltest, verraten wir dir hier.

Welche Brustwarzenformen haben Frauen?

Jede Frau hat andere Brustwarzen. Bei manchen sind sogar beide Nippel unterschiedlich. Die mehrheitlich normalen Brustwarzen kommen jedoch mit Abstand am häufigsten vor. Sie sehen wie folgt aus: Die Brustwarze steht im Ruhezustand leicht vom Warzenhof ab. Bei Stimulation regt der Nippel sich auf. Beim Stillen erleichtert diese Funktion der Brustwarzen es dem Baby, ordentlich an den Nippeln saugen zu können. Es gibt jedoch noch drei weitere Brustwarzenformen, die unter anderem für Probleme beim Stillen sorgen könnten. Welche das sind, klären wir nun:

  1. Schlupfwarzen: Schlupfwarzen sind die häufigste Sonderform von Brustwarzen. Hier ist die Funktion umgekehrt zur normalen Brustwarze. Im Ruhezustand steht der Nippel hervor und bei Stimulation zieht er sich zurück. Die Brustwarzen sind eingezogen und leicht nach innen gerichtet, was auf verkürzte Milchgänge zurückzuführen ist. Medizinisch gesehen ist das kein Problem, doch beim Stillen kann es das Anlegen des Säuglings erschweren.
  2. Flachwarzen: Flachwarzen liegen flach am Warzenhof an und bilden mit dem umliegenden Gewebe eine Ebene. Sie haben einen sehr kurzen Schaft. Auch bei Stimulation oder Erregung verändert sich das kaum. Das kann beim Stillen zu Problemen führen, da das Baby nur schwer an dem flachen Nippel saugen kann. Es kann aber auch sein, dass einige Frauen nur eine Flachwarze haben und an der anderen Brust eine normale Brustwarze haben. Dann macht es Sinn, das Baby vor allem an der normalen Warze anzulegen.
  3. Hohlwarzen: Wie die Schlupfwarze und Flachwarze zählt auch die Hohlwarze zu den eingezogenen Brustwarzen. Sie sind die wohl seltenste Brustwarzenform. Bei der Hohlwarze fehlt die eigentliche Brustwarze. Der Warzenhof ist leicht nach außen gewölbt und im Inneren ist ein kleiner Hohlraum bzw. eine Vertiefung. Bei Stimulation oder Erregung geht die Brustwarze noch weiter ins Innere. Der Grund hierfür sind meist verkürzte Milchgänge und weniger Brustdrüsengewebe. Das Baby hat beim Stillen Schwierigkeiten, an der Brust zu saugen, denn es bekommt den Nippel mit seinem Mund nicht zu fassen.

Wie erkenne ich, welche Brustwarzenform ich habe?

Im Grunde ist es ganz einfach, herauszufinden, welche Brustwarzenform du hast. Beobachte dafür einfach deine Nippelform bei Erregung und Stimulation. Mach direkt den Test: Drücke mit Daumen und Zeigefinger sanft auf den Warzenhof und schau, ob sich die Nippel nach außen oder nach innen bewegen. Tritt der Nippel nicht hervor, sondern schlupft zurück, gehörst du zu den etwa zehn Prozent der Frauen, die eine Sonderform der Brustwarzen haben.

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Stillen mit Schlupfwarzen, Flachwarzen und Hohlwarzen: So klappt’s

Keine Panik. Auch mit Schlupfwarzen, Flachwarzen und Hohlwarzen ist das Stillen für viele Mütter grundsätzlich möglich. Es kann sich jedoch etwas problematischer gestalten als bei normalen Nippeln und eine Weile dauern, bis das Anlegen des Babys gelingt. Das liegt vor allem daran, dass der Säugling den nach innen gekehrten Nippel nicht so einfach zu greifen bekommt oder ihn gar nicht findet. 

Während der Schwangerschaft macht es auf jeden Fall Sinn, mit der Hebamme über das Stillen zu sprechen. Sie kann dir auch Tipps passend zur Form deiner Brustwarzen geben und dir auch später beim Anlegen und Stillen helfen. Auch eine professionelle Stillberaterin kann hilfreich sein. Hier haben wir einige Tricks, Tipps und Hilfsmittel aufgezählt, die helfen können:

  • Stimuliere die Brustwarze, sodass sie nach vorne tritt, indem du sanft auf deinen Warzenhof mit Daumen und Zeigefinger drückst.
  • Auch ein kaltes Tuch oder ein Eiswürfel können die Brustwarzen dazu anregen, nach vorne zu treten. Nur kurz auflegen und schauen, ob es funktioniert.
  • Du kannst vor dem Anlegen deines Kindes auch erst einmal etwas Milch abpumpen. Ist bereits etwas Milch geflossen, kann das Baby meist einfacher trinken.
  • Drücke vor dem Anlegen des Babys etwas Muttermilch aus der Brust. Der Geruch der Milch regt dein Kind dazu an, noch besser zu saugen.
  • Es kommt auf die Position beim Stillen an. Bei Flachwarzen, Schlupfwarzen und Hohlwarzen kann es sich lohnen, das Kind in zurückgelehnter Stillposition im Halbsitzen zu stillen. Lehne dich dafür zurück, sodass du halb liegst und halb sitzt. Ein Kissen kann dich stützen. Das Baby dann anlegen.
  • Auch praktisch kann das sogenannte asymmetrische Anlegen sein. Hierbei wird die Brustwarze direkt unter die Nase des Babys angelegt, sodass der Säugling eher am unteren Brustwarzenhof saugt.
  • Manche Hebammen empfehlen auch sogenannte Brustwarzenformer. Hierbei handelt es sich um kleine Hütchen aus Silikon, die bereits ab der achten Woche vor der Geburt während der Schwangerschaft getragen werden können und später auch im Still-BH getragen werden. Sie ziehen mit anhaltendem Druck die Nippel sanft nach oben, sodass sie diese perfekt in Form bringen, damit das Kind daran saugen kann. Der Brustwarzenformer 🛒 sollte etwa eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Stillen abgesetzt und maximal acht Stunden am Tag getragen werden. Nachts solltest du ihn nicht tragen.
  • Alternativ kannst du auch nach Rücksprache mit deiner Hebamme und einer genauen Anleitung ein Stillhütchen verwenden. Das Stillhütchen 🛒 wird während des Stillens auf die Brustwarzen gesetzt, sodass das Baby daran saugt. Doch Achtung: Einmal eingesetzt, kann es schwer sein, den Säugling wieder an das normale Trinken ohne Stillhütchen zu gewöhnen.
  • Nach dem Stillen solltest du die Brustwarzen unbedingt gut abtrocknen lassen, damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt und Bakterien nicht für eine Entzündung der Nippel sorgen. Trockne die Nippel an der frischen Luft und wechsle die Stilleinlagen 🛒 direkt, wenn sie feucht geworden sind. Meide auch Seifen und alkoholhaltige Desinfektionsmittel an den Nippeln, da diese die Brustwarzen austrocknen lassen.

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Verwendete Quellenfamilie.de, milchmamis.de, meleda.de

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