Meinung

Auf dieses Workout schwören die Stars für einen starken Core – das sage ich als Fitnesstrainerin

Lagree gilt als das Geheimrezept der Stars für definierte Muskeln. Ich habe das Hollywood-Workout in Deutschland getestet und verrate dir hier, was es so effektiv macht.

Mehrere Megaformer in einem Studio mit einem Neonsign an der Wand.© Foto: Laura Carstens
Beim Lagree kommt es auf extrem langsame und kontrollierte Bewegungen an. Im Hamburger Studio „core club“ habe ich das Workout ein paar Monate getestet.

In den Boutique-Studios von Los Angeles schwitzen Stars seit Jahren auf einem mysteriösen Gerät, das auf den ersten Blick wie ein übergroßer Pilates-Reformer aussieht. Doch wer sich einmal auf den sogenannten Megaformer gewagt hat, merkt schnell: Das hier ist eine ganz andere Liga. Lagree heißt die Methode, die gerade wieder einen spürbaren Hype erlebt und auch in deutschen Großstädten immer mehr Fans findet. Die Mischung aus langsamen Bewegungen und extremer Muskelanspannung macht das Workout nicht nur hocheffektiv, sondern auch perfekt für den Ausgleich vom Alltag.

Was ist Lagree?

Entwickelt wurde Lagree von Sébastien Lagree in Los Angeles, wo sich die Methode zunächst über Kontakte aus dem direkten Hollywood-Umfeld verbreitete. Anders als beim klassischen Pilates, das vor allem auf fließende Bewegungen und Körperkontrolle setzt, kombiniert Lagree langsame, kontrollierte Übungen mit konstantem Widerstand und gezielter Instabilität.

Die Methode verspricht, Muskeln zu kräftigen, zu straffen und zu definieren, dabei aber die Gelenke zu schonen. Typisch sind Planks, Lunges, Squats und Push-ups, die in minimalen Bewegungsradien ausgeführt werden. Die Zeit unter Spannung ist dabei der entscheidende Faktor: Muskeln arbeiten lange gegen Widerstand, was das Training deutlich anstrengender macht als es auf den ersten Blick aussieht. Und: Alles passiert in Zeitlupe!

Das Gerät selbst, der Megaformer, erzeugt durch seine gleitende Plattform zusätzliche Instabilität. Das fordert nicht nur die großen Muskelgruppen, sondern aktiviert auch tiefliegende Stabilisatoren. Laut Lagree Fitness werden so mehrere Fitness-Komponenten gleichzeitig angesprochen: Kraft, Muskel-Ausdauer, Flexibilität und Core-Stabilität.

Was macht das Training wirklich so anstrengend?

Wer Lagree zum ersten Mal ausprobiert, wird oft von der Intensität überrascht. Anders als bei klassischem Krafttraining oder Cardio-Kursen geht es nicht um schnelle Wiederholungen oder explosive Bewegungen. Stattdessen werden Übungen extrem langsam ausgeführt, meist mit nur wenigen Zentimetern Bewegungsradius.

Diese Mikrobewegungen halten die Muskeln konstant unter Spannung. Es gibt kaum Erholungsphasen, und selbst die Übergänge zwischen den Übungen sind so gestaltet, dass die Belastung bestehen bleibt. Viele beschreiben das Gefühl als brennend und zitternd, besonders in den Oberschenkeln, im Po und in der Core-Muskulatur.

Die Instabilität des Geräts fordert zudem permanente Körperkontrolle. Selbst vermeintlich einfache Übungen werden dadurch zur Herausforderung. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Krafttraining, Core-Arbeit und hochintensivem Muskelreiz, die sich oft erst Stunden später in Form von Muskelkater bemerkbar macht.

Head of Lifestyle

Unsere Head of Lifestyle Laura spürt für euch nicht nur alle Fitness-Trends auf, sondern prüft sie auch auf Herz und Nieren. Im Hamburger Studio „core club“ trainiert sie seit einigen Wochen auf dem Megaformer und verrät hier nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen, sondern gibt auch ihre Tipps als Fitnesstrainerin weiter.

Ich habe Lagree getestet – das ist mein Fazit

Eine typische Lagree-Session dauert 45 bis 50 Minuten und ist so intensiv, dass du definitiv ins Schwitzen kommst. Es ist nicht gleichzusetzen mit Yoga oder Pilates, da deine Muskeln hier permanent unter Spannung stehen und bis ans Versagen gehen. Die Bezeichnung als Low-Impact-High-Intensity-Workout trifft den Kern: viel Belastung für die Muskulatur, aber ohne die Sprung- und Stoßbelastung klassischer HIIT-Kurse oder anderer Trendsportarten. Gerade für Menschen, die ihre Gelenke schonen wollen oder müssen, ist das ein überzeugendes Argument.

Lagree war in meiner Trainingsroutine völlig neu. Normalerweise stehen bei mir Krafttraining, Läufe und Hyroxworkouts auf dem Programm. Dennoch liebe ich die Abwechslung, die eine Einheit auf dem Megaformer bietet und habe bereits nach ein paar Malen gemerkt, wie stabiler und stärker mein Rumpf geworden ist. Lagree ersetzt für mich zwar nicht alle anderen Trainingseinheiten, stellt aber die perfekte Ergänzung für meine Routine dar.

Für wen eignet sich das Hollywood-Workout?

Anfangs muss man sich erst einmal mit dem Megaformer vertraut machen und ein Gefühl für den Bewegungsablauf bekommen. Die Übungen erfordern Körpergefühl, Konzentration und eine gewisse Grundfitness. Die meisten Studios bieten deshalb spezielle Classes zur Einführung an, sodass du auch als Einsteiger keine Angst haben musst.

Besonders geeignet ist Lagree für alle, die definierte Muskeln aufbauen wollen, ohne klassisches Krafttraining mit schweren Gewichten zu machen – oder es wie ich kombinieren möchten, um ihre Tiefenmuskulatur zu stärken. Auch Menschen mit Gelenkproblemen oder nach Verletzungen finden hier oft eine gute Alternative. Die Methode eignet sich zudem als Ergänzung zu anderen Sportarten, etwa Laufen oder Yoga.