ADHS Symptome: Daran erkennst du, ob du ADHS hast

ADHS Symptome: Daran erkennst du, ob du ADHS hast

Du willst herausfinden, ob du vielleicht ADHS hast? An diesen Symptomen kannst du es erkennen.

ADHS (Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) ist nicht immer ganz leicht zu erkennen. Während es bei Kindern oft schneller erkannt wird, kann es später im Erwachsenenalter oft unbemerkt bleiben. Manche haben das Syndrom, ohne je davon etwas zu erfahren. Sie denken, dass die Symptome einfach nur ein Teil ihrer Persönlichkeit sind. Doch diese können enorme Herausforderungen für die Betroffenen mit sich bringen. Wie du erkennen kannst, ob du eventuell ADHS hast, verraten wir dir hier.

Was genau ist ADHS?

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Die Hauptmerkmale sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität und Unkonzentriertheit. Bei der neurobiologischen Erkrankung kommt es zu Veränderungen der Informationsübertragung von Nerven und Gehirn. Das heißt aber nicht, dass man automatisch auch "krank“ ist, wenn man ADHS hat. Einige nehmen ihre Symptome gar nicht oder nur kaum wahr. Sie werden im Alltag nicht durch das Syndrom beeinflusst und haben keinen Leidensdruck. Bei anderen kann das wiederum ganz anders aussehen. Sie verspüren einen großen Leidensdruck durch ihre Störung und sind stark in ihrem Alltag beeinträchtigt.

ADHS kann bereits im Kindesalter diagnostiziert werden, viele bemerken ihre Störung aber auch erst im Erwachsenenalter.

Die Symptome von ADHS

Die Symptome einer ADH-Störung zu erkennen, ist für viele Betroffene gar nicht so einfach. Vielen Erwachsenen kann es schwerfallen, den Alltag, ihr Berufsleben und zwischenmenschliche Beziehungen zu bewältigen. Sie bemerken, dass ihr Verhalten Schwierigkeiten im Alltag verursacht, doch wissen nicht genau, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Damit man sich sicher sein kann, sollte man auf diese Symptome achten:

Kernsymptome

Experten definieren drei Hauptsymptome bei einer ADHS-Erkrankung:

Hyperaktivität

  • Man kann nicht still sitzen
  • Man ist unruhig und ungeduldig in bestimmten Situationen (zum Beispiel bei langen Meetings oder im Stau)
  • Man unterbricht andere und macht unpassende Kommentare

Impulsivität

  • Man handelt, ohne vorher drüber nachzudenken
  • Man ist besonders risikofreudig
  • Man hat kurz andauernde Wutausbrüche

Aufmerksamkeitsstörungen

  • Es fällt einem schwer, sich länger zu konzentrieren
  • Man schiebt Dinge immer wieder auf
  • Man lässt sich schnell ablenken (durch die eigenen Gedanken oder durch äußere Reize)

Nebensymptome

Es gibt aber auch noch weitere Nebensymptome, die mit ADHS einhergehen können. Diese können sein:

  • Stimmungsschwankungen
  • Desorganisation
  • Ungeduld
  • Unzuverlässigkeit
  • Vergesslichkeit
  • Geringe Stresstoleranz
  • Verminderte Gefühlskontrolle
  • Leichte Reizbarkeit
  • Kaufsucht
  • Suchttendenz
  • Depressive Stimmungseinbrüche
  • Schnell angegriffen fühlen
  • Schnell gelangweilt sein
  • Mangelnde emotionale Abgrenzung von anderen Personen
  • Fehlende Prioritäten
  • Innere Unruhe
  • Überreaktionen

Die unterschiedlichen ADHS-Typen

ADHS ist nicht gleich ADHS. Es gibt unterschiedliche Typen, die verschieden ticken, denn nicht alle Kernsymptome kommen bei allen Betroffenen gleichermaßen vor. Die Anzeichen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dementsprechend kann man grob drei verschiedene ADHS-Typen definieren:

  1. Hyperaktiver Typ: Der "Zappelphilipp“, der hyperaktiv und impulsiv ist und immer unruhig ist. Der Betroffene kann nicht still sitzen, ist schnell gelangweilt und hat oft eine geringe Stresstoleranz und eine leichte Reizbarkeit.
  2. Unaufmerksamer Typ: Der "Hans-guck-in-die-Luft“, der unaufmerksam und unzuverlässig ist. Der Betroffene neigt dazu, unorganisiert zu sein und ist oft vergesslich. Er kann sich nur schwer konzentrieren und lässt sich sehr leicht ablenken.
  3. Kombinierter Typ: Der kombinierte Typ oder Mischtyp vereint Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit. Bei dem Betroffenen lassen sich sowohl impulsive Symptome aus auch unaufmerksame Symptome erkennen.

ADHS Symptome nach Altersgruppe

ADHS kann sich je nach Alter unterschiedlich bemerkbar machen. Schon bei Kindern etwa ab dem sechsten Lebensjahr lässt sie sich diagnostizieren, doch sie kann bereits lange zuvor bestehen, ohne entdeckt zu werden. Wir stellen dir die Symptome einer ADHS-Erkrankung nach Altersgruppe von Säuglingen, über Kindern bis hin zu Erwachsenen vor.

ADHS bei Säuglingen: Eine sichere Diagnose von ADHS im Säuglingsalter ist noch nicht möglich. Allerdings lassen sich hier bestimmte Regulationsstörungen feststellen, die auf ADHS hinweisen können. Hierzu zählen zum Beispiel langes und häufiges Schreien, schlechtes Schlafen, Unruhe, Ablehnung von Körpernähe und schweres Füttern.

ADHS bei Kleinkindern: Auch bei Kleinkindern ist ADHS noch schwer zu diagnostizieren. An diesem Anzeigen kann man jedoch schon früh eine mögliche Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung erkennen: Das Kleinkind schreit viel, hat keine Lust zu spielen, hat keine lange Aufmerksamkeitsspanne, hat eine motorische Unruhe und Rastlosigkeit.

ADHS bei Kindern: Kinder im Grundschulalter legen oft typische ADHS Symptome an den Tag, weshalb hier häufig eine Diagnose vorgenommen kann. Die Kinder haben eine geringe Frustrationstoleranz, haben häufiger Wutanfälle, sind ungeschickt und haben häufiger Unfälle, sprechen sehr viel und fallen anderen ins Wort, werden schnell abgelenkt und haben oft auch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, sind unorganisiert und sie haben Probleme, Aufgaben zu bewältigen. Wird die Hyperaktivitätsstörung oder das Aufmerksamkeitsdefizit bei Kindern erkannt, ist die Behandlung meist sehr effizient.

ADHS bei Jugendlichen: Im Jugendalter entwickeln Betroffene oft eine Null-Bock-Mentalität. Sie sind antriebslos, verweigern oft erforderliche Leistungen und Aufgaben, neigen zu risikoreichem Verhalten, sind unruhig und impulsiv. Bei einigen kommt auch ein größeres Suchtpotenzial hinzu und auch Ängste und Depressionen können mit ADHS im Jugendalter einhergehen, die den Jugendlichen große Probleme machen können.

ADHS bei Erwachsenen: Wurde die Krankheit im Kindes- und Jugendalter nicht erkannt, ist es oft auch im Erwachsenenalter schwer, ADHS zu erkennen, denn dann werden die Symptome oft auch einfach als Teil der Persönlichkeit wahrgenommen. Die Symptome verändern sich zwar im Laufe des Lebens, doch einige bleiben auch im Erwachsenenalter bestehen. Betroffene können immer noch unruhig sein, sie sind vergesslich und unorganisiert und auch impulsives und unüberlegtes Verhalten kann bestehen bleiben. Bei einigen Betroffenen sind die Symptome so stark, dass sie das Leben stark beeinflussen und den Alltag zur echten Herausforderung machen.

Positive Symptome von ADHS

Die Symptome bei einer ADHS-Erkrankung müssen aber nicht nur herausfordernd für die Betroffenen sein. Das Syndrom kann auch einige positive Symptome mit sich bringen. So sind viele Personen mit ADHS besonders kreativ und geistig sehr beweglich. Finden sie eine Aufgabe, die sie begeistert, sind sie oft hochmotiviert und sehr leistungsfähig. Es fällt ihnen dann nicht schwer, ihre Aufmerksamkeit auf diese eine Sache zu richten.

Ein weiterer Vorteil: Personen mit ADHS haben meist einen sehr guten Zugang zu ihren Gefühlen und ihrer Psyche. Das macht sie sehr reflektiert, emphatisch und hilfsbereit. Sie haben auch oft einen sehr ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht.

ADHS Ursachen, Diagnose und Behandlung

Willst du noch mehr über das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom erfahren? Dann lies dir auch unseren Artikel über ADHS im Erwachsenenalter durch. Hier erfährst du auch, welche Ursachen die Störung haben kann, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlung helfen kann.

Fazit: Das kannst du tun

Hast du dir die Symptome weiter oben durchgelesen und hast dich direkt wiedererkannt? Dann solltest du deine Annahme mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen. Bestimmte Fragebögen können dabei helfen, eine genaue Diagnose zu stellen. Hab keine Angst vor diesem Schritt. Er ist nur der Erste in Richtung Besserung. Für viele Betroffene kann es eine enorme Erleichterung sein, endlich eine richtige Diagnose zu haben und zu verstehen, dass nichts falsch mit ihnen ist, sondern dass sie einfach unter einer Hyperaktivitätsstörung bzw. unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden.

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Verwendete Quellennetdoktor.de, adhs-ratgeber.com

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