ADHS bei Erwachsenen: Symptome, Ursachen und Behandlung

ADHS bei Erwachsenen: Das sind die Symptome, Ursachen und die Behandlung

Eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird nicht immer schon im Kindesalter festgestellt. Wie äußern sich die Symptome im Erwachsenenalter?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung) ist besonders bekannt im Kindes- und Jugendalter. Doch auch bei Erwachsenen gibt es ADHS. Die Symptome der Betroffenen äußern sich jedoch anders als im jüngeren Alter. Wie erkennst du, ob du ADHS hast? Wir erzählen dir, was die häufigsten Symptome sind.

Was ist ADHS?

ADHS ist die Abkürzung für das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom oder -störung. Es ist eine neurobiologische Erkrankung, bei der die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen und Gehirn verändert ist. ADHS äußert sich vor allem in Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und mangelnder Impulskontrolle.

ADHS zu haben bedeutet nicht, "krank“ zu sein. Es gibt Menschen, die leiden nicht unter den Symptomen und werden im alltäglichen Leben davon nicht beeinflusst. Andere Menschen wiederum spüren einen großen Druck durch die Erkrankung.

Was sind die Ursachen von ADHS?

Komplett erforscht sind die Ursachen noch nicht, allerdings gibt es mehrere Ursachen für ADHS, die erwiesen sind. Dabei spielen besonders die Vererbung eine Rolle, äußere Umwelteinflüsse, Störungen im Neurotransmitter-Bereich sowie Struktur- und Funktionsveränderungen bestimmter Gehirnregionen.

  • Genetische Veranlagung: ADHS kann vererbt werden. Hat ein Elternteil ADHS, hat das Kind eine drei- bis fünffach erhöhte Wahrscheinlichkeit, auch an ADHS zu erkranken.
  • Umwelteinflüsse: Äußere Faktoren können ADHS begünstigen. Darunter fallen Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, wie ein geringes Gewicht des Säuglings bei der Geburt, Infektionen, aber auch Rauchen und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Auch eine schwere Vernachlässigung des Kindes im geringen Alter kann ADHS hervorrufen.
  • Veränderte Struktur- und Funktionsveränderungen bestimmter Gehirnregionen: Es besteht eine negative Beeinflussung neuronaler Systeme und Botenstoffe bei ADHS. Ist die Funktion und Balance dieser gestört, können die Konzentration, das Gedächtnis und die Wahrnehmung darunter leiden.
  • Störungen im Neurotransmitter-Bereich: Durch das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, vor allem Dopamin und Noradrenalin, kann es zu mangelnder Selbststeuerung und eine beeinträchtigte Aufmerksamkeitsspanne kommen.

ADHS bei Erwachsenen: Was sind die Symptome?

ADHS im Erwachsenenalter äußert sich bei den Betroffenen durch etwas andere Symptome als bei Kindern und Jugendlichen. Es ist weniger offensichtlich, denn Erwachsene haben vor allem Probleme damit, ihren Alltag und ihre Aufgaben oder ihr Berufsleben geregelt zu leben. Hier kommen einige Symptome, die auf ADHS bei Erwachsenen hindeuten können:

  • Konzentrationsprobleme
  • Leicht ablenkbar sein
  • Fehlende Struktur im Alltag
  • Fehlende Prioritäten
  • Innere Unruhe
  • Ständig in Bewegung sein und nicht stillhalten können
  • Sich schnell angegriffen fühlen
  • Überreaktionen
  • Unüberlegtes Handeln
  • Schnelle und starke Gefühlsschwankungen oder Stimmungsschwankungen
  • Depressive Stimmungseinbrüche
  • Schnell gelangweilt sein
  • Mangelnde emotionale Abgrenzung von anderen Menschen
  • Unregelmäßige Essenszeiten
  • Unpünktlichkeit und Unachtsamkeit (Bus verpassen, Haltestelle verpassen)
  • Dinge verlieren oder vergessen
  • Unzuverlässigkeit
  • Unüberlegte Käufe
  • Unordnung im Haushalt
  • Wenige Freunde oder Freundinnen
  • Impulsivität
  • Hyperaktivität

ADHS bei Erwachsenen: Wie wird es festgestellt?

Die Kriterien, um eine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter festzustellen, sind die selben wie für die Diagnose in der Kindheit. Es gilt bei den Betroffenen zu klären, ob die Auffälligkeiten in der Kindheit begonnen haben, ob es mindestens sechs Anzeichen oder Symptome für ADHS wie Unruhe, Unaufmerksamkeit oder Impulsivität gibt. Ob es in mehr als einem Lebensbereich Probleme gibt und ob das Sozial- oder Berufsleben stark beeinträchtigt sind.

Für Menschen, die in der Kindheit keine ADHS-Diagnose hatten, gibt es bei Ärztinnen und Ärzten spezielle Fragebögen, um die Diagnose rückblickend zu stellen.

Wichtig ist jedoch, dass andere psychische Krankheiten ausgeschlossen werden können und nicht mit der vermeintlichen ADHS-Diagnose verwechselt werden. Psychischen Krankheiten wie das Borderline-Syndrom oder eine bipolare Störung können mit den ADHS-Symptomen verwechselt werden.

Menschen mit ADHS haben oft in ihrem Leben noch andere Schwierigkeiten wie eine Alkohol- oder Drogensucht, Depressionen oder Verhaltensstörungen. Diese Dinge können entweder eine Folge der Erkrankung sein oder ein Versuch, mit den Symptomen umzugehen.

ADHS bei Erwachsenen: Wie wird es behandelt?

Nachdem die Diagnose gestellt wurde, gilt es, mit der Erkrankung umzugehen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Psychotherapie: Damit langfristig erlernte Verhaltensmuster geändert werden können, hat sich die Psychotherapie, besonders die Verhaltenstherapie, bewährt. Dazu gehört vor allem die Psychoedukation, also die Aufklärung über das Krankheitsbild, bei der mehr Aufmerksamkeit auf die Lösungen gelegt werden. In einer Gruppen- oder Einzeltherapie wird am Verhaltensmuster gearbeitet und neue Aufgaben besprochen, um das Verhalten zu ändern.
  2. Medikamente gegen ADHS: Leiden die betroffenen Menschen stark unter den Symptomen der Erkrankung, kann auch die Einnahme von Medikamenten hilfreich sein. Lasse dich dafür von einem Arzt oder einer Ärztin beraten.

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Verwendete Quellen: gesundheitsinformationen.de, adhs-ratgeber.com, schoen-kleink.de

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