Tattoo Infektion: So behandelst du dein entzündetes Tattoo

Tattoo Infektion: So behandelst du dein entzündetes Tattoo

Ein infiziertes Tattoo ist unangenehm und sollte schnell behandelt werden. Wie du bei einer Entzündung vorgehst, erklären wir dir hier.

Oh nein – du hast dir ein frisches Tattoo stechen lassen, doch jetzt hat sich das Kunstwerk auf deiner Haut entzündet? Das kann sehr schmerzhaft sein und gesundheitliche Konsequenzen haben. Dein neues Tattoo kannst du schließlich mit einer offenen Wunde vergleichen. Wenn es während des Heilungsprozesses zu Komplikationen kommt, also zum Beispiel die tätowierte Hautstelle mit Schmutz in Berührung kommt oder sie viel an Kleidung reibt, kann es passieren, dass Bakterien oder Viren eindringen und zu einer Infektion führen. Was du gegen eine Tattoo Infektion machen kannst und wie du derartige Entzündungen vorbeugst, erfährst du in diesem Artikel.

Du willst dich noch weiter über das Thema entzündete Tattoos informieren? Hier liest du alles zur Tattoo Blutvergiftung.

Symptome einer Tattoo Infektion

Auch ohne Infektion kann es bei einem Tattoo nach dem Stechen zu Reaktionen wie Schmerzen, Schwellungen und Austreten von Wundsekret und Farben kommen, denn dein Körper arbeitet daran, eine Wunde zu heilen. Diese sollten aber nach ein paar Tagen von selbst verschwinden. Andere Symptome, wie zum Beispiel Blasenbildung und auffällige Rötungen, sowie langes Anhalten der Schmerzen oder Schwellungen, können auf eine Infektion deines Tattoos hindeuten.

Es wird zwischen leichter und schwerer Infektion unterschieden: Wie du eine leichte Entzündung in den Griff bekommst, erklären wir dir weiter unten. Handelt es sich aber um eine schwere Infektion deines Tattoos, kann sich die ärztliche Behandlung mit Salben, Antibiotika und Co. teilweise bis zu Monaten hinziehen. Sollten sich rote, strahlenförmige Linien bilden, die vom Tattoo wegführen, kann das auf eine Blutvergiftung (Sepsis) hinweisen. Fahre in dem Fall bitte sofort in die Notaufnahme, denn eine Blutvergiftung kann lebensbedrohlich sein.

Eine Tattoo Infektion erkennst du zum Beispiel an folgenden körperlichen Reaktionen:

  • Auffällige Schwellungen und/oder Rötungen im Bereich des Tattoos
  • Starker Juckreiz
  • Schmerzen nach dem Stechen, die nicht abklingen
  • Eitrige oder wässrige Pusteln auf der Haut
  • Fieber und andere Erkältungssymptome

Übrigens: Laut Studien haben etwa 0,5 bis 6 Prozent aller tätowierten Personen nach dem Stechen mit Problemen wie einer Infektion zu kämpfen.

Tattoo Infektion: Das solltest du jetzt tun

Wenn du vermutest, dass sich dein Tattoo entzündet hat, gerate bitte nicht in Panik. Wenn du sicher sein willst, hole dir lieber ärztlichen Rat. Dort wird dir dann entweder eine Cortison- oder Zinksalbe verschrieben oder du musst ein Antibiotikum gegen die Infektion einnehmen. Grundsätzlich solltest du spätestens in einer Arztpraxis vorstellig werden, wenn die Symptome nach zwei Wochen nicht besser werden. Um deine Situation einschätzen zu können, rufe zunächst bei deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin an und schildere deine Symptome.

Achtung: Im schlimmsten Fall, also wenn die ärztliche und medikamentöse Behandlung keine Wirkung zeigt, müsste das infizierte Tattoo operativ entfernt werden. Dann bleibt auf der Haut eine Narbe zurück. Das kommt aber nicht oft vor – deshalb keine Sorge!

Tattoo Infektion selbst behandeln

Bevor du einen Arzttermin ausmachst, möchtest du es mit der Behandlung auf eigene Faust versuchen? Davon raten wir dir eher ab. Mit einer Tattoo Infektion ist nicht zu spaßen und du solltest in diesem Fall deine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen. Allerdings gibt es unterstützende Hausmittel, die du parallel zur ärztlichen Behandlung anwenden kannst. Welche das sind, liest du hier:

  • Ein Eispack eingewickelt in ein Handtuch kann Schwellungen lindern
  • Antihistamine können gegen den Juckreiz helfen (nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin mit Antibiotikum kombinieren!)
  • Leichte Tattoo Infektionen können in ihrer Heilung von Aloe Vera unterstützt werden
  • Lasse dein Tattoo atmen und bedecke deine Haut nicht mit Stoff

Apropos Tattoo – wenn du noch kein Tattoo hast, aber dir gerne eines stechen lassen möchtest, findest du hier Tattoo-Inspiration.

So vermeidest du eine Tattoo Infektion

Um eine Tattoo Infektion nach deinem Termin im Tattoostudio zu vermeiden, muss in den ersten zwei Wochen viel Wert auf die richtige Pflege deines frischen Tattoos gelegt werden. Wenn du die Tattoo-Folie von deinem neuen Kunstwerk entfernt hast, beginnt die Aftercare. Für eine effektive und schonende Tattoopflege und vollständige Heilung kannst du dir merken:

  • Richte dich nach den Anweisungen deines Tätowierers oder Tätowiererin
  • Halte dein Tattoo und die Haut drumherum immer sauber
  • Wasche das Tattoo zwei bis drei Mal täglich mit Wasser und tupfe es vorsichtig mit einem sauberen, nicht fusselnden Tuch ab
  • Trage mehrmals täglich eine dünne Schicht Wund- und Heilsalbe auf
  • Kratze niemals an deinem Tattoo herum
  • Verzichte während der Heilung auf Sauna und Schwimmbad

Unser Tipp ist, deinen Tätowierer oder deine Tätowiererin direkt nach dem Stechen nach einer Pflegeanleitung zu fragen. Dabei wird dir meist auch die perfekte Salbe für dein Tattoo empfohlen und du kannst bei Beachtung aller Hinweise ziemlich sicher sein, dass sich deine Tätowierung nicht infiziert. Sollte das doch passieren, hole dir zunächst telefonischen Rat bei deinem Hausarzt, probiere es mit unseren Hausmittel-Tricks und gehe als letzten Schritt zu deinem Arzt oder deiner Ärztin. Gute Besserung!

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Verwendete Quellen: ncbi.nlm.nih.gov, safer-tattoo.de, tattoo-pflegen.de

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