Milchsäurepeeling: So gut ist es

Milchsäurepeeling: So funktioniert das Fruchtsäurepeeling

Immer mehr Skincare-Produkte setzen auf Milchsäure. Was die Fruchtsäure kann und wie du das Milchsäurepeeling richtig verwendest, erfährst du hier.

Frau mit reiner Haut
© Fleur Kaan
Milchsäurepeeling für reine Haut

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Milchsäurepeeling zählt zu den Fruchtsäurepeelings, auch AHA genannt.
  • Bei dem Milchsäurepeeling kommt es auf die Konzentration der Säure an. Starte zunächst mit einer niedrigen Konzentration.
  • Das Milchsäurepeeling entfernt tote Hautschuppen, Talg und Verhornungen sehr zuverlässig und schonend und sorgt für einen frischen, ebenmäßigen Teint.

Was genau ist Milchsäure?

Die Milchsäure, auch Lactat oder Lactic Acid genannt, zählt zu den sogenannten Hydroxysäuren. Dabei gehört sie wie Zitronensäure, Apfelsäure oder Glykolsäiure zu den Alpha-Hydroxysäure, den (und diesen Begriff kennst du vielleicht schon) AHAs. Da diese Säuren oft in Früchten vorkommen, werden sie auch Fruchtsäuren genannt. Die Milchsäure hat also im Grunde nichts mit der Milch an sich zu tun, sondern kommt natürlich in Pflanzen vor.

In der Kosmetik wird die Milchsäure sehr gerne verwendet. Vor allem in Form eines Peelings wird das Laktat eingesetzt, denn es hat einen tollen peelenden Effekt auf die Haut. Dabei wird es für kosmetische Zwecken in der Regel aber synthetisch im Labor hergestellt. Wie genau die Milchsäure auf die Haut wirkt, erfährst du nun.

Wie wirkt ein Milchsäurepeeling?

Milchsäure ist bekannt für ihre peelende Wirkung. Doch sie hat noch mehr zu bieten. Wie genau die Milchsäure funktioniert und was sie bewirkt:

Peeling-Effekt

Milchsäure wird in der Kosmetik gerne als chemisches Peeling eingesetzt, da sie einen katalytischen Effekt auf die Haut hat. Das bedeutet, dass die Säure beim Auftragen auf die Haut mit der obersten Hautschicht reagiert und löst tote Hautschuppen, Talg und andere Ablagerungen. Anders als bei mechanischen Peelings, die die Hautschüppchen mit feinen Schleifpartikeln peelen, löst hier die Säure die Verhornungen und kann auch die Poren befreien und so Unreinheiten vermeiden. Die gesunden Hautzellen werden dabei verschont. Der Effekt:

  • Die Haut wirkt frischer, rosiger und ebenmäßiger
  • Die Haut bekommt bei regelmäßiger Anwendung weniger Unreinheiten
  • Die Haut kann Wirkstoffe von Cremes, Seren und Co. besser aufnehmen

Feuchtigkeits-Boost

Milchsäure gehört zu den sogenannten Natural Moisturizing Factors (NMFs) der Haut. Sie kommt also natürlich auf der obersten Hautschicht vor und sorgt hier dafür, dass diese feucht gehalten wird. Milchsäure hat die Fähigkeit, Wasser zu binden und zu speichern. So kann auch das Milchsäurepeeling dafür sorgen, dass die Haut nicht mehr so schnell austrocknet. Außerdem unterstützt sie den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und bringt den natürlichen pH-Wert der Haut nicht aus der Balance. Der Effekt:

  • Die Haut bleibt gesund und intakt
  • Die Haut ist besser vor erneutem Austrocknen geschützt
  • Die Haut ist nach dem Peeling nicht so stark gereizt

Anti-Aging-Wirkung

Milchsäure hat auch eine Anti-Aging-Wirkung. Sie regt die körpereigene Zellerneuerung an. So werden nicht nur die toten Hautzellen abgetragen, auch neue können sich besser und schneller bilden. Und auch die Kollagen- und Ceramideproduktion kommt durch die Milchsäure in Schwung. Dadurch können auch Der Effekt:

  • Die Haut ist elastischer
  • Die Haut hat mehr Spannkraft
  • Die Haut wirkt bei regelmäßiger Anwendung praller und jünger

Für wen eignet sich das AHA Peeling?

Du denkst dir vielleicht jetzt: "Chemisches Peeling, Säuren? Das kann doch nicht gut für die Haut sein“, doch auch, wenn wir hier von Säuren sprechen, brauchst du dir keine Sorge um deine Haut machen. Die Milchsäure ist sehr sanft zur Haut und eignet sich in niedriger Konzentration sogar für eine empfindliche Haut. Aufgrund der relativ großen Molekülgröße dringt die Milchsäure nicht allzu tief in die Haut ein, weshalb das Peeling besonders schonend ist. So eignet es sich im Grunde für jeden Hauttyp.

Wichtig ist nur, dass du auf die Konzentration der Säure achtest. Hast du noch nie zuvor ein AHA Peeling verwendet, kann deine Haut bei einer hohen Säurekonzentration gereizt oder irritiert werden. Starte deshalb immer mit einer niedrigen Konzentration (maximal 2 Prozent Milchsäure) und gewöhne deine Haut nach und nach an das neue Peeling. 

Der Umgang mit besonders starken Fruchtsäurepeelings ist ausschließlich Profis überlassen. Beim Hautarzt oder bei der Hautärztin kannst du chemische Peelings in hohen Konzentrationen durchführen lassen, um Hautprobleme wie Akne, Pigmentstörungen oder Narben behandeln zu lassen. Hier sind meist mehrere Sitzungen nötig, die pro Behandlung etwa 50 bis 150 Euro kosten können. Hast du keine starken Hautprobleme, kannst du das Milchsäurepeeling auch deutlich günstiger zu Hause anwenden. Unsere liebsten Produkte findest du hier.

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Anwendung: So funktioniert das Peeling

Willst du Pigmentflecken, Narben oder Akne mithilfe eines Milchsäurepeelings behandeln, solltest du zum Dermatologen bzw. zur Dermatologin gehen und dich hier beraten lassen. Hast du keine besonderen Hautprobleme, kannst du das Peeling in niedriger Konzentration auch zu Hause selber durchführen. Wie das geht, erklären wir dir nun Step by Step:

  1. Reinige dein Gesicht gründlich, sodass alle Make-up-Reste entfernt sind.
  2. Milchsäure Peelings gibt es in unterschiedlichen Formen: als Pulver, als Flüssigkeit oder als Peeling Pads. Achte deshalb genau auf die Anwendungshinweise des Herstellers und wende dein Peeling entsprechend an.
  3. Achte dabei darauf, dass du Mund- und Augenpartie aussparst.
  4. Auch auf die Einwirkzeit kommt es an. Halte dich hierbei genau an die Angaben des Herstellers und lass das Peeling nie länger einwirken, da deine Haut sonst leicht gereizt werden kann.
  5. Wasche danach das Peeling mit warmem Wasser ab und vergiss die Feuchtigkeitspflege im Anschluss nicht. Tagsüber solltest du zusätzlich unbedingt einen Sonnenschutz (mindestens LSF 30) auf die Haut auftragen, da die Haut nun empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung ist.

Wie oft?

Ein Fruchtsäurepeeling solltest du anfangs maximal einmal die Woche, besser einmal alle zwei Wochen anwenden, damit sich deine Haut an das Treatment gewöhnt. Danach kannst du es bis zu zwei- bis dreimal die Woche anwenden. Einige Hersteller empfehlen eine tägliche Anwendung, wir würden jedoch davon abraten. Deine Haut braucht kein tägliches Peeling und freut sich über die Peeling-freien Tage, an denen sie sich regenerieren kann.

Unsere Erfahrungen mit einem Milchsäurepeeling

Auch ich habe das Milchsäurepeeling selber getestet. Dabei habe ich das The Ordinary Lactic Acid 5 % + HA 2 % verwendet, du kannst aber auch ein anderes Peeling, das sich für deinen Hauttyp eignet, benutzen. Das sind meine Erfahrungen:

In der Regel verwende ich ein stärkeres AHA Peeling. Hin und wieder kommt es aber vor (besonders im Winter, wenn meine Haut trocken ist), dass meine Haut nach dem Peeling leicht gereizt, trocken und empfindlicher ist. Deshalb habe ich dann das etwas mildere Lactic Acid Peeling von The Ordinary benutzt. Das Peeling war super einfach in der Anwendung. Einfach die Flüssigkeit auf die Haut geben, kurz einwirken lassen und dann abwaschen. Danach war meine Haut gar nicht gerötet oder gereizt und wirkte dennoch etwas befreiter von den toten Hautschuppen und Talgablagerungen. Gleichzeitig wirkte meine Haut nicht ausgetrocknet und hat auch mein Serum im Anschluss direkt aufgenommen. Ich kann das Milchsäurepeeling jedem empfehlen, der sich ein mildes Peeling wünscht, dass die Haut effizient von abgestorbenen Hautschüppchen und anderen Ablagerungen befreit. Besonders für normale bis trockene Haut ist es sehr gut.

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FAQ

Kann man ein Milchsäurepeeling selber herstellen?

Im Internet sind hin und wieder Rezepte zu finden, wie sich ein Fruchtsäurepeeling selber herstellen lässt. Wir raten dir jedoch dringlich von der eigenen Herstellung ab. Geht etwas mit der Dosierung der Säure falsch, kann das die Haut reizen und im schlimmsten Fall sogar verletzen. Verlass dich also auf die Produkte, die von Profis hergestellt wurden, halte dich an die Anwendungshinweise und dann profitiert auch deine Haut von der Behandlung.

Ist Milchsäure schädlich?

Nein, im Grunde ist Milchsäure nicht schädlich. Verwendest du die richtige Konzentration der Säure beim Peeling und gewöhnst deine Haut nach und nach an die Behandlung mit der Fruchtsäure, kann nichts schief gehen. Bist du dir unsicher, welches Peeling sich für deine Haut eignet, dann sprich mit deinem Dermatologen bzw. deiner Dermatologin. 

Ist Milchsäure eine Fruchtsäure?

Ja, Milchsäure zählt zu den sogenannten Alpha-Hydroxysäuren (AHAs), die in der Natur vor allem in Früchten vorkommen. Daher fällt auch die Milchsäure, selbst wenn der Name erst mal etwas verwirrend sein mag, unter die Fruchtsäuren. Neben Glykolsäure und Zitronensäure ist die Milchsäure eine der beliebtesten Säuren in verschiedenen Peelings und anderen Kosmetika. 

Fazit

Ein Milchsäurepeeling zählt zu den Fruchtsäurepeelings und hilft dir dabei, einen frischen, ebenmäßigen Teint zu bekommen, ohne die Haut dabei allzu stark zu reizen. Achte hierbei unbedingt auf die Konzentration der Milchsäure. Ist deine Haut das chemische Peeling noch nicht gewohnt, solltest du eine niedriger Konzentration wählen. Dann kannst du diese nach und nach steigern. Bedenke außerdem, dass du nach dem Milchsäurepeeling tagsüber immer einen Sonnenschutz tragen solltest, da die Haut nun empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung ist.

Verwendete Quellen: amazon.de, hautarzt-berlin.de

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