Fruchtsäurepeeling: So funktioniert es

Fruchtsäurepeeling: So funktioniert es

Sie sind nicht nur ein toller Snack für zwischendurch, sondern auch das Must-have für schöne, ebenmäßige Haut: Früchte. Alles, was du über das Fruchtsäurepeeling wissen musst, liest du hier.

Frau mit Früchten
© Darina Belonogova
Fruchtsäurepeeling: So gut ist es für die Haut

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Fruchtsäurepeeling werden tote Hautschuppen und Ablagerungen auf der Haut mithilfe von Fruchtsäuren entfernt.
  • Du kannst ein Fruchtsäurepeeling selber zu Hause anwenden oder die Behandlung professionell beim Arzt bzw. bei der Ärztin durchführen lassen.
  • Um eine Verbesserung der Haut festzustellen, sollte das Fruchtsäurepeeling regelmäßig verwendet werden.

Was ist ein Fruchtsäurepeeling?

Unsere Haut ist schon etwas ganz Besonderes. Rund um die Uhr erneuert sie sich und ersetzt alte Hautzellen durch neue. Auf die Weise regeneriert sich die oberste Hautschicht, die Epidermis, in einem Zyklus von 27 bis 28 Tagen vollständig. Doch bei diesem Prozess bleiben auch viele abgestorbene Hautschuppen auf der Haut zurück und binden einen grauen Schleier, der die Haut fahl und stumpf aussehen lässt und es für Kosmetikprodukte teilweise schwer macht, richtig in die Haut einzudringen

Ein regelmäßiges Peeling sollte daher unbedingt zur Skincare-Routine gehören. In den letzten Jahren hat das sogenannte Fruchtsäurepeeling extrem an Beliebtheit gewonnen. Hierbei handelt es sich um ein chemisches Peeling, das tote Hautzellen, Talg, Schmutz und Co. mithilfe von säurehaltigen Mitteln von der Haut entfernt. Diese schälen die oberste Hautschicht wortwörtlich ab, statt sie mit kleinen mechanischen Peelingkörnern abzurubbeln.

Der Fachbegriff für diese chemischen Peelingsäuren ist Hydroxysäuren. Hierbei wird zwischen sogenannten Alpha-Hydroxysäuren (AHA) und Beta-Hydroxysäure (BHA) unterschieden. Da viele dieser Säuren in Früchten enthalten sind, nennt man sie auch Fruchtsäuren. Besonders beliebt für die Verwendung als Peeling für die Haut sind…

  • Zitronen (Zitronensäure)
  • Äpfel (Apfelsäure)
  • Weintrauben oder Zuckerrohr (Glykolsäure)

Wie wirkt ein Fruchtsäurepeeling?

Ein Fruchtsäurepeeling wird auf die Haut aufgetragen, wo es dann in die obere Hautschicht eindringt. Dort lösen die Fruchtsäuren die Verbindungen in der Hornschicht und lösen die abgestorbenen Hautschüppchen. Und auch Produktrückstände, Kalk vom Wasser, Schmutz, Talg und Schweiß werden entfernt und die Poren befreit. So reguliert sich die Talgproduktion und es entstehen weniger Unreinheiten.

Nachdem sich die Hornschicht der Haut geschält hat, kann sich die Haut wieder regenerieren, die neue, frische Haut kommt zum Vorschein und auch Wirkstoffe von Cremes, Masken und Seren können besser in die Haut dringen. Das Hautbild wirkt frischer und ebenmäßiger und der Teint strahlt.

Doch ein Fruchtsäurepeeling kann noch mehr: Es regt die natürliche Regeneration und Zellerneuerung der Haut an, kurbelt die Durchblutung an und bringt auch die Kollagenproduktion in Schwung. Je nach Konzentration der Säuren können dadurch sogar kleine Fältchen, Pigmentflecken oder Narben ausgeglichen werden.

Wirkung auf einem Blick:

  • Sorgt für einen frischen, rosigen Teint
  • Macht das Hautbild ebenmäßiger und verfeinert die Poren
  • Gleicht Fältchen, Pigmentflecken und Narben aus
  • Reguliert die Talgproduktion und beugt Unreinheiten vor
  • Verbessert die Wirksamkeit von anderen Kosmetikprodukten

Für wen eignet sich ein Fruchtsäurepeeling?

Fruchtsäurepeelings sind für jeden Hauttyp geeignet. Hier kommt es aber auch sehr stark auf die Konzentration der Fruchtsäuren an. Fängst du erst mit dem Säurepeeling an und ist deine Haut noch nicht an das Treatment gewöhnt, solltest du mit einer niedrigen Konzentration einsteigen. Nach und nach kannst du diese dann erhöhen.

Dabei kann zwischen AHAs und BHAs unterschieden werden, denn beide haben eine unterschiedliche Wirkung auf die Haut:

  • AHA Peeling: Ist wasserlöslich und wirkt auf der Hautoberfläche, wo es Hautschüppchen und Ablagerungen verlässlich löst. Es eignet sich vor allem bei normaler bis trockener Haut.
  • BHA Peeling: Ist öllöslich und dringt tiefer in die Poren ein. Der Peeling-Effekt ist etwas schwächer als beim AHA Peeling, doch hier können Unreinheiten besser entfernt und vorgebeugt werden. Somit eignet sich das BHA Peeling gut für ölige und empfindliche Haut.

Hast du Akne oder willst Narben, Pigmentflecken oder kleine Fältchen ausgleichen, solltest du dich vom Hautarzt bzw. von der Hautärztin beraten lassen – hier kann ein besonders hoch konzentriertes Säurepeeling durchgeführt werden. Die Behandlung sollte jedoch nur vom Profi angewendet werden, da die Haut sonst erhebliche Schäden davon tragen kann. Bei aktiven Hautkrankheiten wie Herpes oder Viruswarzen und Wunden im Gesicht solltest du auf die Anwendung vom Fruchtsäurepeeling hingegen ganz verzichten.

Fruchtsäurepeeling zu Hause

Fruchtsäurepeelings gibt es in verschiedenen Konzentrationen und Ausführung im freien Handel. So kannst du dein eigenes Peeling mit Fruchtsäure ganz einfach in deine Skincare-Routine einbauen. Achte darauf, dass du mit einem Peeling mit niedriger Konzentration einsteigst und deine Haut nach und nach an das Säurepeeling gewöhnst. Wir stellen dir hier drei unterschiedliche Fruchtsäurepeelings vor, die wir empfehlen können.

Die 3 besten Fruchtsäurepeelings

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So wendest du das Peeling richtig an

Hast du das richtige Fruchtsäurepeeling für dich gefunden, musst du nur noch wissen, wie du es richtig anwendest. Wir verraten dir alles, was bei der Anwendung wichtig ist:

  • Die genaue Anwendungsform kann sich von Produkt zu Produkt unterscheiden, da es Peeling mit Fruchtsäure zum Beispiel in flüssiger, cremiger oder in Pulverform gibt. Achte deshalb immer auf die Anwendungshinweise des Herstellers.
  • Verwende das Fruchtsäurepeeling regelmäßig. Nur so kann sich deine Haut verbessern. Achtung: Es kann auch zu Erstverschlimmerungen kommen. Spätestens nach 27 bis 28 Tagen hat sich der natürliche Hautzyklus wieder verändert und es sollte langsam eine Besserung eintreten.
  • Wende dein Fruchtsäurepeeling nicht zu oft an. Beginnst du erst mit dem Säure-Treatment, solltest du das Peeling nicht öfter als einmal die Woche anwenden. Bist du erfahrener, kannst du es auch zwei bis maximal dreimal die Woche verwenden. Einige Hersteller geben an, dass man das Fruchtsäurepeeling auch täglich verwenden kann. Das stimmt grundsätzlich zwar, doch deine Haut braucht das nicht. Du könntest sie schnell überreinigen und irritieren. Gib ihr einige Tage zwischen den Anwendungen Zeit, um sich zu regenerieren.
  • Vor der ersten Anwendung deines Fruchtsäurepeelings solltest du einen Verträglichkeitstest machen, um zu schauen, ob du das Peeling wirklich verträgst. Gib dafür eine kleine Menge auf die Innenseite deines Unterarms und warte einige Minuten ab. Brennt die Haut stark oder ist intensiv gerötet, solltest du das Peeling nicht verwenden.
  • Beachte immer die Einwirkzeit, die der Hersteller empfohlen hat. Lässt du das Peeling zu lange auf der Haut, kann das die Haut reizen und irritieren und gegebenenfalls die Schutzbarriere der Haut verletzen.
  • Wende das Peeling am besten am Abend vor dem Schlafengehen an. Dann kann sich deine Haut über Nacht regenerieren.
  • Direkt nach dem Peeling kann sich deine Haut leicht gespannt anfühlen und gerötet sein. Das ist ganz normal. Sobald du deine pflegenden Seren und Cremes aufträgst, beruhigt sich die Haut.
  • Hast du ein Fruchtsäurepeeling angewendet, solltest du tagsüber unbedingt einen Sonnenschutz tragen, da die Haut nun empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung ist.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Reinige dein Gesicht gründlich mit einem Reinigungsgel, -schaum oder -lotion deiner Wahl.
  2. Tupfe dein Gesicht mit einem Handtuch trocken.
  3. Gib das Peeling entsprechend der Anwendungshinweise des Herstellers auf das Gesicht. Spare hierbei Augen- und Mundpartie aus.
  4. Nun muss das Peeling einwirken. Beachte auch hier unbedingt die Herstellerangaben zur Einwirkzeit.
  5. Danach das Fruchtsäurepeeling mit warmem Wasser abspülen und die Haut unbedingt mit pflegenden Wirkstoffen von Seren und Cremes versorgen.

Fruchtsäurepeeling beim Hautarzt

Es gibt auch die Möglichkeit, das Fruchtsäurepeeling professionell vom Arzt bzw. von der Ärztin durchführen zu lassen. Bei der Behandlung in der Praxis werden deutlich höher konzentrierte Säuren verwendet. Die Säuren dringen tiefer in die Haut ein und wirken hier intensiver. Dadurch können auch Akne, Pigmentflecken, Narben oder feine Linien ausgeglichen und das Hautbild optisch verbessert werden. Mit den starken Säuren sollte aber nur geschultes Personal arbeiten, damit keine Schäden auf der Haut passieren.

Meist sind für eine effektive Behandlung mehrere Sitzungen notwendig. Hierbei wird die Intensität des Peelings von Sitzung zu Sitzung gesteigert. So gewöhnt sich die Haut an die Säure und Nebenwirkungen werden vermieden. Meist fallen etwa fünf bis zehn Sitzungen an, die im Abstand von etwa 14 Tagen erfolgen. Jede Sitzung kann dabei zwischen 50 und 150 Euro kosten. Das ist zwar nicht günstig, doch willst du effektiv Unebenheiten im Teint loswerden, ist das eine sehr gute Methode und deutlich effizienter als die Behandlung zu Hause. Da es sich hierbei um eine kosmetische Behandlung handelt, werden die Kosten in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.

Nebenwirkungen vom Fruchtsäurepeeling

Wendest du das Peeling mit Fruchtsäure richtig an und achtest auf die Hinweise, die wir dir weiter oben erklärt haben, kann bei der Anwendung nicht viel schiefgehen. Hin und wieder kann es jedoch zu einem leichten Brennen im Gesicht während der Behandlung kommen. Danach ist die Haut ab und zu leicht gerötet. Beide Nebenerscheinungen verschwinden aber wieder nach kurzer Zeit und sind nicht dramatisch. Halten die Nebenwirkungen länger an, solltest du zum Arzt bzw. zur Ärztin gehen.

Unsere Erfahrungen: Fruchtsäurepeeling im Test

Ich verwende nun schon seit mehreren Jahren ein Fruchtsäurepeeling. Dabei habe ich mich durch verschiedene Produkte durchprobiert und mittlerweile das perfekte AHA Peeling für mich gefunden. Das ist mein AHA-Werdegang:

Früher habe ich meine Haut immer mit normalen mechanischen Peelings gepeelt. Da meine Haut relativ unempfindlich ist, hat sie das auch gut ausgehalten, obwohl ich fast nach jedem Peeling leichte Rötungen und eine stärkere Empfindlichkeit festgestellt habe. Deshalb habe ich meine Haut auch nicht so oft gepeelt. Die Folge: Meine Haut hatte schnell einen grauen Schleier, sah nicht mehr so frisch aus und irgendwie schienen die Wirkstoffe von Feuchtigkeitscremes nie so richtig in die Haut einzudringen. Dadurch wurde meine Haut auch immer trockener und fahler.

Dann bin ich vor einigen Jahren auf Fruchtsäurepeelings umgestiegen. Da ich zunächst nicht wusste, worauf ich achten soll, habe ich direkt mal ein Peeling mit der höchsten Konzentration gewählt. Die Folge: Meine Haut hat gebrannt und war danach gerötet und gereizt. „Nie wieder“, dachte ich, bis ich mich einige Monate später an einen neuen Versuch gewagt habe. Dieses Mal mit etwas mehr Hintergrundrecherche.

Und zack! Da war mein AHA-Moment. Ich wählte ein Fruchtsäurepeeling mit einer Konzentration von zwei Prozent, lies es nur kurz einwirken und direkt nach der Anwendung fühlte sich meine Haut frischer und glatter an, strahlte mehr und es war kein Zeichen von Rötungen oder Irritationen zu sehen. Mein Serum zog im Nullkommanix ein und ich spürte quasi, wie meine Haut aufatmete.

Nun peele ich meine Haut seither einmal die Woche mit einem AHA Peeling. Und was soll ich sagen: Seitdem hatte ich nie wieder Probleme mit Trockenheit oder fahler Haut. Mein Teint wirkt ausgeglichen und ich habe einen unglaublichen Glow (frag meine Freunde). Mein Fazit: Ein gutes chemisches Peeling sollte zu jeder Skincare-Routine gehören, denn es kann wirklich den Unterschied machen.

FAQ

Wie oft muss man ein Fruchtsäurepeeling machen?

Wie oft die Anwendung eines Fruchtsäurepeelings durchgeführt werden sollte, hängt zum einen von deinem Hauttyp ab und zum anderen davon, ob du das Peeling zu Hause oder beim Arzt bzw. bei der Ärztin durchführen lässt.

Für die Anwendung zu Hause empfehlen wir das Fruchtsäurepeelings anfangs maximal einmal die Woche, besser einmal alle zwei Wochen anzuwenden. Mit der Zeit, wenn sich deine Haut an das Peeling gewöhnt hat, kannst du die Intensität steigern und es bis zu dreimal die Woche anwenden. Eine tägliche Verwendung des Säurepeelings empfehlen wir nicht.

Wie lange muss man ein Fruchtsäurepeeling einwirken lassen?

Wie lange die Einwirkzeit deines Fruchtsäurepeelings ist, ist von Peeling zu Peeling unterschiedlich. Achte hierbei unbedingt auf die Empfehlung des Herstellers und lass das Peeling nicht länger als empfohlen einwirken, um deine Haut nicht zu reizen. 

Wie schnell wirkt ein Fruchtsäurepeeling?

Das Gute an einem Fruchtsäurepeeling: Glykolsäure und Co. haben eine Sofortwirkung. Die Haut ist direkt frischer, rosiger, weicher und glatter und kann die Wirkstoffe von Seren, Cremes, Masken und Co. besser aufnehmen. Willst du aber Akne, Narben oder Pigmentstörungen professionell mithilfe des Säurepeelings behandeln lassen, sind meist mehrere Sitzungen notwendig. Hier kommt es auf die Intensität deiner Hautprobleme an. Lass dich hierfür beim Arzt bzw. bei der Ärztin beraten.

Wie lange hält ein Fruchtsäurepeeling?

Ist deine Haut erst mal von den abgestorben Hautschüppchen befreit, sieht sie wieder frisch aus. Doch die Haut erneuert sich rund um die Uhr, was heißt, dass neue tote Hautschuppen entstehen. Deshalb ist es wichtig, dass du dein Fruchtsäurepeeling regelmäßig anwendest und in deine Skincare-Routine integrierst. Minimal einmal alle zwei Wochen solltest du es zu Hause anwenden, damit deine Haut gesund und frisch bleibt.

Ist Fruchtsäure schädlich für die Haut?

Nein, im Grunde ist Fruchtsäure nicht schädlich für die Haut. Hierbei kommt es jedoch auf die Konzentration der Säure an. Hast du eine sehr empfindliche Haut und verwendest ein Peeling mit zu hoher Säurekonzentration, kann es sein, dass deine Haut gereizt und irritiert ist. Dann solltest du das Peeling nicht wieder verwenden und auf eine geringere Konzentration umsteigen.

Fazit

Ein Fruchtsäurepeeling sollte zu jeder guten Skincare-Routine dazu gehören. Es hilft dabei, die Haut von toten Hautschuppen und Ablagerungen zu befreien und macht das Hautbild wieder frisch und ebenmäßig. Dabei unterscheidet man jedoch von dem Fruchtsäurepeeling für die Anwendung zu Hause und dem professionellen Fruchtsäurepeeling beim Arzt bzw. bei der Ärztin. Letztes eignet sich vor allem, um Hautprobleme und Unebenheiten im Teint wie Pigmentflecken oder Narben zu behandeln.

Verwendete Quellen: amazon.de, hamburger-hautzentrum.de

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