Magersucht und Bulimie waren gestern

Jetzt sind neue Essstörungen im Anmarsch: Schuld ist nicht nur unsere Gesellschaft mit ihren dünnen Vorbild-Stars und Models, sondern neuerdings auch der Gesundheits- und Biowahn.

Wer abends saufen will, muss tagsüber hungern: Das ist die Devise der Drunkorexianerinnen! (Bild: Fotolia)

Wer abends saufen will, muss tagsüber hungern: Das ist die Devise der Drunkorexianerinnen! (Bild: Fotolia)

Wir kennen alle die Krankheitsbilder von Magersucht und Bulimie, bei denen betroffene Frauen zwanghaft versuchen, ihre Körper schlank zu halten. Die Frauen und seltener Männer, die unter Magersucht leiden, haben ein verzogenes Selbstbild, fühlen sich grundsätzlich zu dick und hungern sich bis zum extremen Untergewicht. Bei Bulimie, der Ess-Brech-Sucht ist es ähnlich: Aus Angst vor einer Gewichtszunahme, erbrechen die Patienten die komplette Nahrung.

In letzter Zeit haben sich noch mehr Essstörungen herauskristallisiert und es wird nicht mehr nur banal zwischen Magersucht und Bulimie unterschieden: Drunkorexia ist ein neues Phänomen unter Frauen, die Angst vor einer Gewichtszunahme haben. Das Wort setzt sich aus "Drunk" (englisch betrunken) und "Anorexia" (Magersucht ) zusammen und bedeutet soviel wie: Wir hungern, bevor wir uns betrinken.

Da Alkohol sehr viele Kalorien enthält, die Damen auf einer Party oder im Club aber nicht darauf verzichten wollen, fasten sie eben den ganzen Tag, um sich abends sorglos einen hinter die Binsen kippen zu können. Die National Eating Disorders Association in Long Island, USA, stellte fest, dass unglaubliche 30 Prozent aller Frauen tagsüber nichts essen, wenn sie abends ausgiebig feiern möchten. Dass Alkohol aber nicht nur Unmengen an Kalorien enthält, sondern dem Körper auch sämtliche Vitamine und Mineralien entzieht, ist den Drunkorexianerinnen egal.

Eine weitere Form einer Essstörung ist im Zuge des Bio-Wahns entstanden: Orthorexia Nervosa bedeutet krankhaftes Gesundessen. Patienten halten sich an einen exakten Ernährungsplan oder achten penibel darauf, nur Bio- oder besonders gesunde Produkte zu sich zu nehmen. Gesündigt wird bei dieser Krankheit nicht, denn die Orthorexianer nehmen grundsätzlich nur "erlaubte" Lebensmittel zu sich. In besonders schlimmen Fällen sind die Frauen den ganzen Tag mit dem Ausrechnen von Nährwerten und Vitamingehalten beschäftigt, dass bald eine soziale Vereinsamung droht.

Ähnlich wie Orthorexia Nervosa ist das krankhafte Sporteln, auch genannt Anorexia Athletica, das bei Leistungssportlern zum Alltag gehört. Diese Form von Anorexie ist zwar nicht als eigenes Krankheitsbild anerkannt, aber dennoch sehr gefährlich: Die Betroffenen sind sportsüchtig und versuchen, durch übermäßigen Sport und Kalorienverbrauch, ihr Gewicht zu reduzieren.

Wohin das Hungern führen kann, sehen Sie am erschreckenden Beispiel vieler Stars und Sternchen: Wir haben die Mager-Stars in einer Bildergalerie!

Haben Sie Angst, dass Sie eventuell gefährdet sind und unter eine Essstörung leiden? Dann machen Sie unseren Test "Sind Sie essgestört?" und finden es heraus! Und hier können Sie Ihr Essverhalten testen!