10. Dezember 2020
Natürliche Verhütung mit Basalthermometer: So funktioniert's!

Natürliche Verhütung mit Basalthermometer: So funktioniert's!

Die Basaltemperatur-Methode zur natürlichen Empfängnisreglung gewinnt seit dem Abwärtstrend der Pille immer mehr an Relevanz. Wir stellen euch die natürliche Verhütungsmethode genauer vor.

Verhüten mit Basalthermometer
© Pexels
Mit einem Basalthermometer könnt ihr auf natürliche Art und Weise verhüten.

Der Pille ein für alle mal Lebewohl sagen und umsteigen auf eine natürliche Verhütung, ganz ohne Nebenwirkungen – was vor vielen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, wird derzeit für viele Frauen immer mehr zum Thema. Doch welche Optionen hat man überhaupt, wenn man in Zukunft nicht mehr hormonell verhüten möchte? Neben dem Kondom zählt zu den aktuell sichersten Methoden die natürliche Empfängnisregelungwelche ganz ohne Hormone auskommt.

Hormonfreie Verhütung: Das Basalthermometer als Option zur Pille und Co.

Bei der symptothermale Methode wird jeden Morgen, noch bevor man aufsteht, die Körpertemperatur gemessen. Zusätzlich wertet man bei dieser Verhütungsmethode seinen Zervixschleim oder Muttermund aus, um die Tage nach dem Eisprung zu erfassen. Während des weiblichen Zyklus verändert sich die Temperatur unseres Körpers leicht und kündigt damit unseren nächsten Eisprung an.

Misst man jeden Morgen seine Körpertemperatur, erschließt sich langsam aber sicher eine regelmäßige Kurve, die die Aufwach- oder Basaltemperatur innerhalb des Zyklus festhält und genauen Aufschluss darüber gibt, an welchen Tagen man am fruchtbarsten bzw. am unfruchtbarsten ist. Nach diesem Schema kann man ungeschützten Sex haben.

Verwenden Frauen ein Basalthermometer in Kombination mit einer App, können die Tage eures Zyklus besser analysiert werden. Trotzdem: Zu Anfang erfordert es viel Übung, um ein Gefühl für die natürliche Empfängnisregelung zu bekommen. Voraussetzung ist daher nicht nur eine gute Selbsteinschätzung des eigenen Körpers, man muss auch ein Gespür dafür entwickeln, wie sich der eigene Zyklus verhält. 

"Wir müssen aktiv auf die eigenen Körpersignale zu hören"

Lina Wüller und ihre Schwester Eva verhüteten selbst jahrelang mit der Pille, ehe sie sich für eine hormonfreie Verhütung entschieden. Um für sich – aber auch andere Frauen – eine geeignete Methode zu finden, die dem eigenen Lebensstil am besten entspricht, gründeten sie kurzerhand ihr eigenes Female Health-Start-Up namens Ovy, das sich auf die hormonfreie Zyklusregelung spezialisiert hat. Im Gespräch mit Ovy Gründerin Lina Wüller klärt sich schnell, welche Vorteile die natürliche Empfängnisreglung mit einem Basalthermometer auf unseren Körper und Geist hat.

Da sich immer mehr Frauen von der Pille abwenden, befindet sich die hormonfreie Verhütung auf Erfolgskurs. Was würdest du Einsteigerinnen raten, die zum ersten Mal mit der Benutzung eines Basalthermometers in Berührung kommen?

Zuallererst würde ich ihnen raten, sich proaktiv für diese Art der natürlichen Empfängnisregelung zu entscheiden. Sie sollten sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Möglichkeiten es überhaupt im Markt gibt. Dann sollten sie sich überlegen, ob diese Art der Empfängnisregelung überhaupt zu ihrem Lifestyle passt. Wenn sie sich dann entscheiden, ein Basalthermometer zu benutzen, um ihren Zyklus zu tracken, sollten sie die ersten Zyklen erst einmal dafür nutzen, sich mit dem eigenen Körper zu befassen. Sie sollten anfangen, auf ihre eigenen Körpersignale zu hören. Das Basalthermometer ist dabei eine super Unterstützung, da die Basaltemperatur, also die Aufwachtemperatur, der wichtigste Datenpunkt für die Ermittlung der fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage im Zyklus ist. Zudem würde ich empfehlen, das Thermometer in die tägliche Routine des eigenen Lifestyles zu integrieren.

Inwieweit kann die Verhütung mit einem Basalthermometer das Körperbewusstsein stärken?

Wer sich dafür entscheidet, seine Empfängnis mit einem Basalthermometer natürlich zu regeln, muss damit anfangen, aktiv auf die eigenen Körpersignale zu hören. Dadurch wird das Körperbewusstsein automatisch gestärkt. Die Basaltemperatur allein ist noch nicht aussagekräftig genug für die Bestimmung der fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage, daher muss auch auf andere Körpersignale wie auf den Zervixschleim geachtet werden. Auch die Stimmung kann beispielsweise beobachtet werden. Dabei können Muster erkannt werden, die innerhalb des Zyklus immer wieder auftreten. Wenn man sich für diese Methode entscheidet, lernt man seinen Körper automatisch besser kennen und das Körperbewusstsein wird gestärkt. Besonders, wenn man zuvor die Pille als Verhütungsmittel genutzt hat! Während der Pilleneinnahme wird der Eisprung durch die künstlichen Hormone unterdrückt und der Zyklus ist so gesehen kein richtiger Zyklus. Daher machen sich die Unterschiede in der Körperwahrnehmung nach Absetzen der Pille meist schnell bemerkbar.

Passend zum Basalthermometer gibt es die Ovy Partner App, die es Partnern und Partnerinnen ermöglicht, mehr in den Zyklus der Frau eingebunden zu werden. Aus welcher Motivation heraus habt ihr die Partner App, die auch Männer endlich ins Boot der Empfängnisregelung holt, entwickelt?

Wir wollten es Paaren mit Kinderwunsch einfacher machen, sich diesen zu erfüllen und ihnen ein Tool an die Hand geben, um die Schwangerschaftsplanung stressfreier zu gestalten. Die Ovy Partner App hilft dem Partner dabei zu wissen, in welcher Zyklusphase sich die Frau gerade befindet. Es sollte einfach kein Thema mehr sein, über das sich Paare Tage vor der fruchtbaren Phase unterhalten müssen. Oder dass der Mann sich im Kalender eintragen muss, wann seine Partnerin fruchtbar ist und seinen Alltag ungeplant danach richten muss.

Außerdem haben wir gemerkt, dass immer mehr Frauen sich wünschen, dass auch Männer in die Verantwortung gezogen werden, wenn es um Verhütung geht. Es ist schließlich nicht nur Aufgabe der Frau, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Durch die Möglichkeit, den weiblichen Zyklus kennenzulernen, ist man in der Verantwortung und muss sich automatisch damit auseinandersetzen. Das ist für Männer natürlich totales Neuland. Tatsächlich kriegen wir zur Ovy Partner App jedoch oft Feedback von Männern, die gerne noch mehr zum Thema Zyklus wissen wollen. Beispielsweise, was in den einzelnen Zyklusphasen passiert, weshalb Frauen auf gewisse Dinge besonders reagieren oder wie die Zykluskurve aussieht. Es ist interessant zu beobachten, dass der Trend immer mehr dahin geht, dass auch Männer wissen wollen, was im weiblichen Zyklus passiert und wie sie davon ausgehend die richtigen Entscheidungen mit ihrer Partnerin treffen können

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