Kondom gerissen: Was tun?

Kondom gerissen? Das solltest du nun tun

Verhütungspannen passieren. Ist bei dir das Kondom gerissen, hab keine Panik! Wir verraten dir, was du nun tun solltest.

Gerissenes Kondom
© Reproductive Health Supplies Coalition
Kondom gerissen: Das kannst du nun tun

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kondom schützt nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Ist das Kondom gerissen, besteht das Risiko, dass eine ungewollte Schwangerschaft entsteht oder Geschlechtskrankheiten übertragen werden.
  • Vor allem die falsche Kondomgröße kann dafür sorgen, dass es reißt.

Kondom gerissen: Sofortmaßnahmen

Selbst, wenn du alles richtig gemacht hast, kann es passieren, dass das Kondom reißt. Bemerkst du das Unglück, ist es oft schon zu spät. Jetzt aber bitte nicht in Panik verfallen. Verhütungspannen passieren. Wir verraten dir, was du tun solltest, wenn das Kondom reißt:

  • Sobald du das gerissene Kondom bemerkst, sollte der Penis vorsichtig herausgezogen werden. Dabei das Kondom gut fest- und zuhalten, damit es nicht in der Vagina stecken bleibt oder das eventuell enthaltene Sperma in die Vagina gelangt.
  • Um das Infektionsrisiko zu verringern, sollte der Intimbereich direkt danach oberflächlich abgespült werden. Eine Scheiden- oder Darmspülung solltet ihr aber vermeiden, da das zu Verletzungen führen kann. Auch das direkte Urinieren nach dem Sex kann das Infektionsrisiko mindern.
  • Hast du Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft oder vor sexuell übertragbaren Krankheiten, solltest du zur Apotheke oder zum Arzt gehen. Mehr dazu erfährst du nun.

Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft

Sie ist meist der erste Gedanke, der einem durch den Kopf schießt, wenn das Kondom gerissen ist: die ungewollte Schwangerschaft. Wir verraten dir alles, was du wissen musst und was zu tun ist.

Kann man schwanger werden, wenn das Kondom reißt?

Ist das Kondom das einzig verwendete Verhütungsmittel, kann die Gefahr bestehen, dass es zu einer unerwünschten Schwangerschaft kommt. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, zu welchem Zeitpunkt das Kondom gerissen ist, denn auch zu Beginn des Geschlechtsverkehrs kann eine geringe Menge Sperma aus dem Penis austreten (Stichwort Lusttropfen).

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, wenn das Kondom reißt?

Grundsätzlich ist das Kondom ein relativ sicheres Verhütungsmittel. Wird es richtig angewendet, schützt es in der Regel sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten. Hin und wieder kann es aber passieren, dass das Kondom reißt oder sich abrollt.

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist, hängt davon ab, ob noch ein weiteres Verhütungsmittel wie die Pille oder die Spirale verwendet wird und zu welchem Zeitpunkt im Zyklus der Sex stattfand. Ist das Kondom die einzig verwendete Verhütungsmethode oder ist der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs vor oder während des Eisprungs, ist Vorsicht geboten. 

Liegt dein Eisprung schon länger zurück und du bekommst bald deine Periode, brauchst du dir in der Regel keine Gedanken um eine ungewollte Schwangerschaft machen. Bist du in deiner fruchtbaren Phase des Zyklus, solltest du zur Notfallverhütung greifen.

Was kann man gegen eine ungewollte Schwangerschaft tun?

Hast du Angst, dass durch das gerissene Kondom die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft besteht, kannst du dir die Notfallverhütung, die „Pille danach“ besorgen. Diese gibt es rezeptfrei in der Apotheke und kostet durchschnittlich zwischen 18 und 30 Euro.

Je schneller die „Pille danach“ nach dem Sex eingenommen wird, desto besser, denn in den ersten 24 Stunden wirkt sie am sichersten. Sie kann aber bis zu 72 Stunden nach dem Sex eingenommen werden. Die „Pille danach“ verschiebt den Eisprung und kann so eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Lass dich in der Apotheke zur Notfallverhütung ausführlich beraten. 

In unserem großen Pillen-Vergleich stellen wir euch Marken wie Aida, Valette und Maxim vor und klären euch über gängige Nebenwirkungen und Gefahren auf. Erfahrt hier alles über die Einnahme der Pille. Weiterlesen

Angst vor Geschlechtskrankheiten

Doch nicht nur die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft besteht, wenn das Kondom gerissen ist. Auch Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Chlamydien können von einem zum anderen Partner wandern. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das vor dieser Übertragung schützt. Reißt es, kann es unter Umständen Panik bei euch auslösen.

Um das Infektionsrisiko zu verringern, solltest du die Sofortmaßnahmen durchführen, die wir dir weiter oben vorgestellt haben. Außerdem solltest du innerhalb der nächsten Tage bei einem Arzt bzw. Ärztin oder einer Beratungsstelle anrufen und einen Termin vereinbaren. Hier kannst du auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten (STI) getestet und bei Bedarf entsprechend behandelt werden.

Warum reißen Kondome überhaupt?

Der häufigste Grund, warum ein Kondom reißt, ist die Wahl der falschen Kondomgröße. Dabei reißen die Kondome häufiger bei denjenigen, die ein zu großes Kondom verwenden. Es gibt aber noch weitere Gründe, warum das Kondom reißen kann:

  • Fingernägel: Es kann passieren, dass du das Kondom aus Versehen mit deinen Fingernägeln beschädigst, wenn du es aus der Verpackung nimmst oder überziehst.
  • Abgelaufenes Haltbarkeitsdatum: Ja, auch Kondome haben ein Haltbarkeitsdatum. Und das sollte man nicht ungeachtet lassen. Damit kein Unglück passiert, deshalb immer auf die kleinen Zahlen auf der Tüte achten.
  • Verrutschen: Nicht nur das Reißen, sondern auch das Verrutschen von Kondomen kann fatale Folgen haben. Ihr solltet also beide immer darauf achten, dass das Kondom richtig sitzt.
  • Fehlende Gleitwirkung: Gleitet das Kondom nicht gut auf der Außenseite (z.B. durch fehlende Feuchtigkeit in der Vagina) kann es ebenfalls zum Riss kommen.

Gerissenes Kondom verhindern: Das musst du beachten

Was lernen wir also daraus? Um das Risiko eines gerissenen Kondoms beim Geschlechtsverkehr so gering wie möglich zu halten, solltest du Folgendes beachten:

  • Immer die richtige Kondomgröße wählen: Der Umfang des Kondoms (= zweimal die auf der Kondomverpackung angegebene nominelle Breite) sollte mindestens 10 Prozent kleiner sein als der Umfang des Penis.
  • Außenseite des Kondoms feucht halten: Damit die Gleitwirkung auf der Außenseite des Kondoms vorhanden ist, solltest du beim Geschlechtsverkehr darauf achten, dass es (wie sollen wir sagen?) flutscht. Bei Bedarf kannst du auch etwas kondomgeeignetes Gleitgel verwenden.
  • Sei vorsichtig beim Überziehen: Hast du lange, spitze Fingernägel, solltest du besonders vorsichtig sein, wenn du das Kondom aus der Verpackung nimmst und überziehst. Es darf nicht beschädigt werden.
  • Achte auf das Haltbarkeitsdatum: Ist das Kondom noch haltbar? Schau lieber noch mal nach.
  • Verrutschen vermeiden: Hab das Kondom immer im Blick, um frühzeitig feststellen zu können, ob es verrutscht oder vielleicht sogar gerissen ist.

Fazit

Fast jedem passiert es mal, dass das Kondom reißt. Doch keine Panik! Fauxpas passieren und Verhütungspannen kommen nicht selten vor. Wichtig ist nur, wie du damit umgehst. Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, solltest du die Apotheke aufsuchen und dich zur Notfallverhütung, der „Pille danach“ beraten lassen. Bei der Angst vor Geschlechtskrankheiten gehst du am besten zeitnah nach dem Sex zu einem Arzt oder Ärztin und lässt dich testen. 

Verwendete Quellen: liebesleben.de, ritex.de

Banane in Hand und weiße Creme
Ist der Coitus Interruptus wirklich sicher und schützt er mich vor einer Schwangerschaft? Das klären wir hier. Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...