Tampons, Binden und Co. ersetzen wir jetzt durch diese nachhaltigen Alternativen!

Tampons, Binden und Co. ersetzen wir jetzt durch diese nachhaltigen Alternativen!

Sie gehört zu einer Frau wie die Sahne auf der Torte und wir haben uns nun langsam mit ihr angefreundet: der Menstruation. Sie kommt im besten Fall regelmäßig und zeigt uns, dass wir nicht schwanger sind – und das sollte schließlich belohnt werden. Wir feiern unsere Monatsblutung, indem wir jetzt auf Nachhaltigkeit setzen. 

Frauen
© unsplashWir setzen auf diese nachhaltigen Menstruationsprodukte!

Wie viel Chemie steckt eigentlich in "Nicht-Bio-Tampons"?

Aus den Augen, aus dem Sinn – das ist doch mit unter der Grund, warum wir lieber zu Tampons greifen. Der kleinen Wattebausch nimmt uns die Sorgen. Nach 6-8 Stunden wird er ausgewechselt. Das Auslaufen wird verhindert – und somit sind die Tage fast vergessen. Fast. 

Doch jetzt kommt die schockierende Nachricht: 

"Viele Tampons beinhalten chemische Substanzen, deren Inhaltsstoffe hormonelle Störungen, Krebs, Fehlgeburten, Trockenheit und Unfruchtbarkeit verursachen können.", sagte Nikki Michelsen, der Co-Founder der nachhaltigen Tampon Brand OHNE gegenüber der GLAMOUR UK. Ein alarmierender Zustand im Vereinigten Königreich, wie wir finden… 

Tatsächlich sollen die nachhaltigen Tampons eine positive Auswirkung auf unsere Unterleibschmerzen haben. Dadurch, dass darin keine Chemiestoffe enthalten sind, gehen die Unterleibschmerzen rasant zurück. 

Worauf warten wir da noch?

Eine Periode hält zwischen drei bis sieben Tage an, somit verbringen wir insgesamt sechs bis sieben Jahre oder auch rund 30.000 Tage in unserem Leben menstruierend. Aber wissen wir überhaupt, was für ein Material und wie viele Chemikalien wir uns jeden Monat einführen? Die Antwort lautet meist "Nein". Herkömmliche Tampons sind gebleicht, damit sie hübsch und hygienisch aussehen. Darüber hinaus ist der Tampon und auch die Binde ein reines Wegwerfprodukt und wird nicht recycelt. Im Jahrzehnt, das nun immer stärker durch Themen wie Nachhaltigkeit geprägt ist, sagen wir dem blauen Bändchen adé und schauen uns auf dem nachhaltigen Markt um.

Wir wissen, wie schwer es ist, ein Produkt, was wir schon Jahrzehnte benutzen, und was auch wahrlich funktioniert, gegen ein anderes einzutauschen. Aber glaubt uns: Der Schritt ist am Anfang schwer, doch kurz danach geht alles weiter wie gehabt. Sei es mit dem Bio-Tampon, der Menstruationstasse oder einer waschbaren Binde – denn alle erfüllen ihren Zweck! 

1. Bio-Tampons 

Die nachhaltigen und zu 100 Prozent zertifizierten Tampons aus Bio-Baumwolle von MYLILY liefern optimalsten Schutz und sind frei von Chemie, Plastik und Chlor. An und in unseren Körper kommt somit nur reinste Bio-Baumwolle!

 

2. Menstruationstassen

Die wohl nachhaltigste Variante gegenüber Wegwerfartikeln wie Tampons und Binden ist die Menstruationstasse. Ihr führt sie einfach ein und könnt sie bis zu zehn Stunden tragen. In dem Trichter wird das Menstruationsblut gefangen und am Ende des Tages einfach in die Toilette entleert. Dabei spielt die richtige Größe eine entscheidende Rolle. Trägerinnen von normalgroßen bis hin zu großen Tampons sollten auf die maximale Menstruationstassen-Größe setzen. Wer eine schwache Blutung hat und mit kleinen Tampons auskommt, sollte die kleine Menstruationstasse wählen. Unser Tipp aus der Redaktion: Die LATESSA Menstruationstasse hat uns, dank der vielen guten Bewertungen, zum Kauf angeregt und wir müssen sagen: Ein tolles Produkt! Die Tasse ist aus geruchslosem und medizinischem Silikon gefertigt und kann leicht eingesetzt werden. Sie kann sogar bis zu 10 Jahre verwendet werden! 

 

3. Waschbare Flügelbinden

Neben waschbaren Wattepads gibt es selbstverständlich auch waschbare Binden. Die ImseVimse Binden bestehen aus weichem, saugfähigem Baumwollflanell und einer Schicht dünnem Polyurethan, das als Nässeschutz dient. Mit einem Druckknopf kann die Binde am Slip befestigt werden und verrutscht nicht. Perfekt für Tage, an denen ihr euch beim Tragen eines Tampons zusätzlich sicherfühlen wollt. In der Kochwäsche werden Bakterien abgetötet und die Binde gleichzeitig gereinigt.

19% Steuern für Tampons und nur 7% auf Trüffel, Kaviar und Co? Wie kann das sein?!

Luxusgüter wie Champagner, Trüffel und Kaviar genießen in Deutschland den ermäßigten Steuersatz von 7%. Tampons und Binden hingegen wurden bis zum Ende 2019 mit 19% besteuert, werden also indirekt als Luxusgut deklariert. Aber dabei ist die Periode alles andere als ein Luxus! Während in Schulen und auf öffentlichen Toiletten in Schottland Damenhygieneprodukte kostenlos in einem Automaten angeboten werden, scheinen die deutschen Politiker in Sachen hygienischer Notwendigkeit für Tampons und Binden bis vor kurzem noch hinter dem Mond zu wohnen. Die viel zu hohe Steuer gegenüber wirklichen Luxusprodukten zeigt, dass in den entscheidenden Reihen noch viel zu wenige Frauen thronen. Doch dieses Dilemma hat ab 2020 ein Ende!

The Female Company setzte ein Zeichen gegen die in Deutschland gültige Mehrwertsteuer von 19% für Tampons. Um die Tampon-Steuer zu umgehen, lanciert das Start-up in Kooperation mit Scholz & Friends ein Buch, das mit Bio-Tampons gefüllt ist.

The Tampon Book
© PRVersteckte Botschaft: Auf Bücher wird der Steuersatz von 7% vergeben. Und dies ist ein Buch. Nur eben mit Tampons drin.

„The Tampon Book“ gegen Steuerdiskriminierung

Erklärtes Ziel der Aktion: die Tampon-Steuer abschaffen! So wurde es in Australien, Irland, Kanada oder Kenia bereits bewirkt. Denn nicht nur in Deutschland entfallen auf Hygieneprodukte hohe Steuern; das Problem ist global. Gerechnet über ein ganzes Leben gibt eine Frau in den Jahren ihrer Periode bis zu 16.000 Euro für Monatshygiene und unterstützende Maßnahmen aus. Eine parallel laufende Petition an Vizekanzler und Finanzminister im Bundestag, Olaf Scholz, sammelt Unterschriften, um die Steuersenkung zu erwirken.

Die Steuersenkung von Monatshygieneprodukten wurde durchgebracht

Ab 2020 war es dann endlich soweit:  Die Mehrwertsteuer auf Monatshygiene-Produkte wie Tampons, Binden oder Menstruationstassen wurde von 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt. Doch dabei geht es um noch viel mehr! Der Verbraucherschutz hat erst kürzlich wieder deutlich gemacht, dass das Gender Pricing direkt vor unserer Haustür stattfindet. Produkte, die an Frauen gerichtet sind, werden viel teurer angeboten, als vergleichbare Produkte für Männer. Wir erinnern uns an den ausschlaggebenden Preis-Unterschied zwischen Männer-Einwegrasierer und (pinken) Einwegrasier für Frauen. An diesem weiteren Schritt werden wir demnächst arbeiten müssen. Nun freuen wir uns erst einmal, dass wir beim Kauf von Menstruationsprodukten nicht mehr benachteiligt werden. 

Bio-Tampon
Seit dem Aufkommen von Bio-Tampons sehen wir keinen Grund mehr darin, nicht umzusatteln. Bio-Qualität setzt sich nicht nur in der Lebensmittelbranche durch. Weiterlesen
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