Scheinschwangerschaft: Ursachen, Anzeichen und was hilft

Scheinschwangerschaft: Ursachen, Anzeichen und was hilft

Bei einer Scheinschwangerschaft denken die Betroffenen, dass sie ein Kind erwarten, sind aber tatsächlich nicht schwanger. Alles, was du wissen musst, erfährst du hier.

Die Periode bleibt aus, die Brüste spannen und die Übelkeit am Morgen setzt ein – diese und weitere Symptome sind ganz klar erste Schwangerschaftanzeichen. Doch in manchen Fällen herrscht hier ein Irrtum. Die sonst so typischen Schwangerschaftsanzeichen sind zwar vorhanden, doch Schwangerschaftstest, Ultraschall und Bluttest deuten alle darauf hin, dass keine Schwangerschaft vorliegt. In diesem Fall spricht man von einer Scheinschwangerschaft. Was die Ursachen sind und wie sie behandelt wird, liest du hier.

Was ist eine Scheinschwangerschaft?

Eine Scheinschwangerschaft (Graviditas imaginata, Pseudogravidität) ist eine tückische Angelegenheit. Sie gaukelt einer Person alle Anzeichen einer Schwangerschaft vor. Ausbleiben der Periode, Spannungsgefühl in den Brüsten, Übelkeit... In wenigen Fällen ist sogar eine erhöhte Konzentration des sogenannten Schwangerschaftshormons Progesteron im Blut nachweisbar, geringe Mengen Milch wird in den Brüsten produziert oder die Frauen haben das Gefühl, Bewegungen im Bauch zu spüren. Doch eine tatsächliche Schwangerschaft liegt nicht vor. Als wirklich sicheres Schwangerschaftsanzeichen gilt nur ein positiver Schwangerschaftstest und ein Ultraschallnachweis. Fällt der Schwangerschaftstest negativ aus und ist auch auf dem Ultraschall keine Schwangerschaft zu erkennen, liegt keine tatsächliche Schwangerschaft vor. Es handelt sich um eine Scheinschwangerschaft. Eine Pseudogravidität ist relativ selten. Die Ursachen sind sehr verschieden.

Übrigens gibt es das Phänomen nicht nur bei uns Menschen. Auch bei Hündinnen kommt die Scheinträchtigkeit hin und wieder vor. Die Scheinträchtigkeit tritt meist kurz nach der Läufigkeit der Hündinnen auf und ist auf hormonelle Veränderung zurückzuführen. Sie betrifft auch nur umkastrierte Hündinnen. Die Hündin verhält sich untypisch, ist anhänglicher und schleppt Spielzeuge häufig zu ihrem Schlafplatz. Bei einer Scheinträchtigkeit von Hündinnen können Medikamente zum Einsatz kommen, die die Hormone der Hündin wieder in Balance bringen.

Diese Anzeichen können bei einer Scheinschwangerschaft auftreten

Die Symptome einer Scheinschwangerschaft können von Frau zu Frau verschieden sein. Sie unterscheiden sich erst einmal nicht besonders von denen einer normalen Schwangerschaft, weshalb für Betroffene es auch so schwer ist, die Pseudogravidität als solche wahrzunehmen. Diese Symptome können vorkommen:

  • Ausbleiben der Periode
  • Morgenübelkeit
  • Spannende Brüste
  • Ungewöhnliche Vorlieben und Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel
  • Kreislaufprobleme
  • Die Brust wird größer
  • Der Bauch wächst
  • Gewichtszunahme
  • Die Brust produziert Vormilch
  • Manche Frauen spüren sogar „Bewegungen“ im Bauch

Der Körper spielt der scheinschwangeren Person vor, tatsächlich schwanger zu sein. Doch Schwangerschaftstest, Bluttest und Ultraschall sagen etwas anderes. Das kann für Betroffene besonders emotional aufkratzend sein.

Ursachen einer Scheinschwangerschaft

Ursachen für das Phänomen Scheinschwangerschaft gibt es mehrere. In der Regel handelt es sich hierbei aber um einen psychischen Auslöser. Doch auch physische Ursachen sind nicht ausgeschlossen. Wichtig ist jedoch erst einmal, zwischen einer Scheinschwangerschaft und einer vorgetäuschten Schwangerschaft zu unterscheiden. Bei einer vorgetäuschten Schwangerschaft ist sich die Person bewusst darüber, dass sie nicht wirklich schwanger ist. Bei einer Pseudogravidität ist die Betroffene ahnungslos und geht von einer tatsächlichen Schwangerschaft aus. 

Psychische Ursachen

Die meisten Scheinschwangerschaften treten aufgrund von einer psychischen Störung auf. Die Psyche spielt dem Körper vor, schwanger zu sein. Dieser reagiert darauf dann mit ganz typischen Schwangerschaftsanzeichen. Bei manchen Frauen ist der Wunsch nach einem Kind so groß, dass eine große psychische Belastung entsteht, wenn dieser Kinderwunsch nicht erfüllt wird. Man spricht in diesem Fall von einer Wunschneurose

Anders herum kann eine Scheinschwangerschaft aber auch durch eine Angstneurose ausgelöst werden. Die betroffene Frau hat solche Angst, schwanger zu werden, dass der Körper eine Schwangerschaft simuliert und das Gehirn anregt, viel Östrogen und Gestagen zu produzieren.

Ein weiterer Auslöser für eine Pseudogravidität kann eine vorherige Fehl- oder Totgeburt sein. Wird diese nicht richtig verarbeitet, kann der Leidensdruck so groß sein, dass der Körper einem eine erneute Schwangerschaft vorgaukelt.

Physische Ursachen

Neben den psychischen Ursachen können auch physische, medizinische Auslöser für eine Scheinschwangerschaft verantwortlich sein.

Wird die Eizelle befruchtet, nistet sich dann aus irgendwelchen Gründen aber nicht richtig in der Gebärmutter ein, geht eine Schwangerschaft zu früh zugrunde. Einige Frauen spüren eventuell schon körperliche Veränderungen, doch dann wird die Schwangerschaft frühzeitig beendet. Die Schwangerschaftsanzeichen können dann noch etwas anhalten, ehe sie verschwinden.

Eine Zyste am Eierstock kann verursachen, dass die Regelblutung ausbleibt. Die Zyste kann medikamentös oder operativ entfernt werden und die Symptome klingen abschließend wieder ab.

Und auch hormonelle Veränderungen können ein Auslöser für eine Pseudogravidität sein. Produziert der Körper vermehrt Östrogen und Gestagen, können Schwangerschaftssymptome ausgelöst werden und die Frau denkt, sie sei tatsächlich schwanger. Ein zunehmender Babybauch kann auch durch Wassereinlagerungen, Blähungen oder Fetteinlagerungen verursacht werden.

So wird eine Scheinschwangerschaft behandelt

Hast du das Gefühl, dass du schwanger bist, ist das Erste, was du tun solltest, einen Schwangerschaftstest zu machen. Ist dieser negativ und du hast trotzdem das Gefühl, als läge eine Schwangerschaft vor, dann gehe zum Gynäkologen oder zur Gynäkologin und lass dich umfassend checken. Eine Ultraschalluntersuchung, eine Urinprobe und eventuell sogar ein Blutbild können dir Klarheit geben, ob du schwanger bist oder nicht. Hier kann auch festgestellt werden, ob eventuell eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft vorliegt.

Wurden auch keine anderen körperlichen Auslöser wie Zysten, hormonelle Veränderungen oder eine zu früh abgegangene Schwangerschaft festgestellt, geht die Diagnose meist zurück auf eine psychische Ursache. Den Betroffenen wird empfohlen, neben einer medizinischen auch eine psychische Behandlung durchzuführen, um die Diagnose zu verarbeiten. Für viele Frauen ist es ein Schock, dass der Kinderwunsch vorerst nicht in Erfüllung geht. Vor allem, wenn die Pseudogravidität aus einer Fehlgeburt oder Totgeburt resultiert, sollte mit einer Psychologin oder einem Psychologen gesprochen werden. Die Behandlung hilft, den Schock zu verarbeiten.

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Verwendete Quellenwindeln.de, familie.de

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