Sabbatical: Modelle und Tipps für dein Sabbatjahr

Sabbatical: Das solltest du vor deinem Sabbatjahr wissen

Du planst eine Auszeit von deinem Job in Form eines Sabbatjahrs? Hier findest du alle Regelungen und Tipps zum Thema Sabbatical.

Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen nach einer Alternative zur anstrengenden 40-Stunden-Woche. Statt ihre Erfüllung nur im Job zu suchen, möchten besonders jüngere Generationen ein gesundes Verhältnis zu ihrem Arbeitsplatz schaffen und größeren Fokus auf ihre mentale Gesundheit setzen. Bei der Jobsuche kommt es dann immer mehr auf eine gute Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und einen attraktiven Arbeitgeber an.

Denn: Überstunden und Dauerstress haben eine negative Auswirkung auf Körper und Geist. Eine Lösung kann sein, ein Sabbatical einzulegen. Was das ist, welche Regeln für Beamte gelten und was du bei der Planung unbedingt beachten solltest, erfährst du hier.

Was ist ein Sabbatical?

Das Sabbatjahr, auch Sabbatical, ist ein Arbeitszeitmodell für einen unbezahlten Sonderurlaub, der zwischen einem Monat und einem Jahr dauern kann. Dabei geht es meist um eine völlige Auszeit vom Job, für ein Sabbatical sind aber auch Teilzeit-Modelle möglich. Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin hat nach dem Sabbatjahr Anspruch darauf, zum Arbeitsplatz zurückzukehren – aktuell steigt die Akzeptanz von Unternehmen für diese Art der befristeten Freistellung immer weiter an.

Beschäftigte haben grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatical, mit Ausnahme von Beamten und Beschäftigten im Öffentlichen Dienst – bei ihnen ist dieser Sonderurlaub mit einer Dauer von bis zu einem Jahr gesetzlich vorgesehen. Da es in Deutschland aber noch keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen für alle andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, werden Möglichkeit und Länge eines Sabbaticals individuell zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter vereinbart. Eine Freistellungsphase in Form eines Sabbatjahres kann sogar – insofern der Arbeitgeber zustimmt – mehrmals wiederholt werden.

Der Ursprung des Sabbaticals

Ursprünglich bezeichnet das Sabbatjahr ein göttliches Gebot aus der Tora. Der Wortursprung aus dem Hebräischen šabat bedeutet so viel wie "innehalten". Im übertragenen, heutigen Sinn bezeichnet Sabbatjahr, englisch Sabbatical, eine ein- bis zwölfmonatige – oder auch längere – berufliche Pause. Geprägt wurde der Begriff von Professorinnen und Professoren an US-amerikanischen Universitäten als Freistellung für ein Forschungssemester oder Freisemester.

Gründe für ein Sabbatical

Die Gründe, ein Sabbatjahr einzugehen, unterscheiden sich von Person zu Person. Im Prinzip steht die Verwendung des Sabbaticals völlig frei. Zu den häufigsten Gründen, sich für einen längeren Zeitraum aus der Arbeitswelt zurückzuziehen, gehören:

  • Umfangreichere Erholung
  • Reisen und Sprachen lernen
  • Weiterbildungen oder Umschulungen
  • Steigerung von Motivation und Kreativität
  • Forschung im universitären Bereich
  • Berufliche Neuorientierung
  • Vorbeugung eines Burnouts
  • Eine zeitintensive Partnerschafts- oder Familienphase

Übrigens: Eine Studie fand heraus, dass neun von zehn befragten Deutschen ein Sabbatjahr einlegen wollen. Ihnen gehe es nicht darum, dem Arbeitsstress zu entfliehen, sondern sie wünschen sich, über einen längeren Zeitraum hinweg zu reisen, so die Studie.

Das musst du bei deinem Sabbatical beachten

Mit deiner Rückkehr aus dem Sabbatjahr tritt dein ursprünglich vereinbarter Arbeitsvertrag wieder in Kraft – vorausgesetzt, es wurden vor der Freistellung keine anderen vertraglich festgelegten Vereinbarungen getroffen. Falls du dich allerdings dazu entschieden hast, deinen Arbeitsvertrag während des Sabbaticals ruhen zu lassen, solltest du dich um deine eigene Sozialversicherung kümmern: Zwar gibt es noch eine 1-monatige Nachversicherungsfrist, doch danach muss sich der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin selbst für die Freistellungsphase kranken- und rentenversichern.

Wusstest du schon: Dein restlicher Urlaub entfällt nicht! Wenn du ein Sabbatical einlegst, bleibt der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch von 24 Werktagen weiter bestehen. Hier findest du schöne Reiseziele, die perfekt für Sparfüchse sind!

Eine Auszeit in Form eines Sabbaticals erfordert nach Zustimmung des Arbeitgebers also viel Planung, lange Gespräche und eine sichere Finanzierung. Anschließend stehen dir mehrere Realisierungsmodelle zur Auswahl.

Modelle des Sabbaticals

Zwischen diesen drei Modellen wählen die meisten Menschen, die ein Sabbatical machen möchten:

Sabbatical mit unbezahltem Urlaub

Das Sabbatical mit unbezahltem Urlaub ist die wohl unkomplizierteste Variante, eine Auszeit aus dem Berufsalltag zu nehmen. Die Beschäftigten beantragen dabei für den gewünschten Zeitraum unbezahlten Urlaub. Aus rechtlicher Sicht ist das auch kurzfristig möglich. Durch den Wegfall des Lohns während der Freistellungsphase eignet sich dieses Modell eher für kürzere Auszeiten.

Sabbatical als Variante von "Jahresarbeitszeit in Teilzeit"

In diesem Modell arbeiten Beschäftigte für einen vereinbarten Zeitraum, beispielsweise für fünf Monate, in Vollzeit, beziehen aber nur ein Teil des Gehalts, beispielsweise 50 %, und bummeln somit den Rest des Jahres die so entstandenen Überstunden durch das Sabbatical ab. Achte bei dieser Möglichkeit aber darauf, dass du in einer vorherigen Ansparphase ausreichend Geld ansparen konntest, um das Sabbatical finanziell zu überbrücken.

Sabbatical auf Basis des Arbeitszeitkontos

In Unternehmen, die mit einem flexiblen Arbeitszeitkonto arbeiten, auf dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stunden ansammeln, kann für ein Sabbatical das Arbeitszeitguthaben auf dem Konto "geräumt" werden. Allerdings muss das Guthaben auf einem Arbeitszeitkonto formal nach einem Jahr ausgeglichen werden, weshalb du die Zeit nicht über mehrere Jahre hinweg für eine noch längere Freistellung ansparen kannst.

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Verwendete Quellen: personio.de, karrierebibel.de, sabbatjahr.org, blog.viking.de

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