In 5 Schritten zu einem nachhaltigeren Leben: Insidertipps von dariadaria

Wir sind langsam aufgewacht. Endlich merken wir, dass Meeresverschmutzung bedrohlich für Tiere ist und wir auf der Erde nicht an erster Stelle stehen. Stattdessen beschäftigen wir uns ernsthaft mit Veganismus, überdenken unser Konsumverhalten und leben endlich bewusster. Doch was ist mit unserer Beauty-Routine? Welche Produkte brauchen wir wirklich und lassen sich diese etwa durch alternative und nachhaltige Produkte ersetzen, die am Ende sogar günstiger sind? Zu dieser Thematik haben wir Madeleine von dariadaria befragt.

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In Sachen Nachhaltigkeit und Vintage-Shopping lassen wir uns gerne von Madeleine inspirieren!

Wer ist dariadaria?

Hinter dem Blog dariadaria steht die Wienerin Madeleine Daria Alizadeh. Die inspirierende Persönlichkeit mit den coolen Tattoos, einem Hund, den man am liebsten adoptieren würde und einem zauberhaften Instagram-Feed, ist mehr als eine "gewöhnliche" Influencerin. Der Titel "Role Model" passt da schon eher, denn was Madeleine von "anderen" Influencern unterscheidet, ist, dass sie sich nicht "influencen" lässt. Jedes Produkt was sie empfiehlt, ist Teil ihres eigenen Lebens.

Madeleines Intention ist es, uns bewusst zu machen, was wir unserem Planeten und unseren Tieren täglich antun. Sie spricht im europäischen Parlament, ist das Gesicht der #PlanetOrPlastic Kampagne von National Geographic und offeriert ihren Followern täglich Lösungen, wie sie ihr Leben ökologischer gestalten können. Und wenn das nicht schon reichen würde, wird ihr Podcast "a mindful mess" derzeit in den iTunes-Charts gefeiert wie kein anderer. Darin geht es um Persönlichkeitsentwicklung und ein nachhaltigeres Alltagsleben.

Unsere Beauty-Routine: Wie viele Wegwerfprodukte benutzen wir eigentlich?

Fallen euch auf Anhieb acht Einweg-Produkte ein? Nein? Wir denken schon. Wattepads, Wattestäbchen, Abschminktücher, Kosmetiktücher, Papierhandtücher, Tampons, Slipeinlagen, Rasierer. Das ging jetzt schneller als erwartet. Produkte, die wir täglich verwenden – und die täglich auf unseren Müllberg landen. Doch das geht auch anders – und Madeleine liefert euch die besten Tipps. 

Wir haben mit Madeleine neben Veganismus, Fair Fashion und nachhaltigem Reisen, auch über Alternativprodukte in der Beauty gesprochen

Jolie: Das erste Mal beschäftigte ich mich mit dem Vegetarismus vor sieben Jahren. Ich sah ein Bild bei Instagram, das eine Kuh kuschelnd mit einem Schwein zeigte. Darunter war ein Burger mit Fleisch und Bacon abgebildet. "Friends forever", stand darunter. Ich fragte mich, wie ein Mensch so herablassend auf zwei Leben blicken kann. Hattest Du einen ähnlichen Schlüsselmoment in deinem Leben, mit dem sich deine Welt in Bezug auf Nachhaltigkeit komplett geändert hat?

Madeleine: "Absolut, so sehe ich das auch! Ich hatte viele solcher Momente: zB. Als mich selber Videos von süßen Minischweinen entzückten, dann aber am Abend drauf ein Schnitzel verspeiste. Oder als ich 2014 einen geretteten Straßenhund adoptierte, ihn wie ein Familienmitglied behandelte, aber immer noch andere Tiere aß. Das waren Momente, die mir zeigten, was für eine Doppelmoral ich lebte."

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Du reist für dein Leben gerne. Oft mit dem Zug; doch nach Bali kommt man nur mit dem Flugzeug, wenn man nicht gerade wochenlang unterwegs sein kann. Nutzt du Kompressionsprogramme wie "atmosfair", um der Natur nach einem Langstreckenflug etwas zurückzugeben?

"Ich kompensiere alle Flüge, die ich mache. Dennoch ist es wichtig zu verstehen: Kompensation ist nur kosmetische Symptombekämpfung, es packt das Problem nicht an der Wurzel an. Ich habe aus diesem Grund aufgehört, Kurzstrecken zu fliegen. Ich lege alles, was max. 14 Zugstunden von mir entfernt ist, mit dem Zug zurück (es sei denn, es klappt zeitlich gar nicht, weil zwischen Termin A und Termin B nicht genug Platz ist). Für mich ist Fliegen etwas, was ich bewusst und gezielt mache, indem ich mir klar vor Augen halte, was für Konsequenzen es hat."

Nachhaltige Beautyprodukte, wie unverpackte Artikel von Lush oder waschbare Abschminkpads und Q-Tips aus Bambus, haben bereits den Weg in meinen Badezimmerschrank gefunden. Wie sieht deine nachhaltige Morgen- und Abendroutine aus? Welche Beautyprodukte kann man noch ganz einfach durch nachhaltige Formen ersetzen?

"Ich verwende seit Jahren ausschließlich Naturkosmetik, die nicht an Tieren getestet wurde. Abseits der waschbaren Pads und biologisch abbaubaren Einwegprodukte wie Zahnseide oder Wattestäbchen, verwende ich zum Waschen meiner Wäsche einen Guppyfriend Waschsack, der Mikroplastik aus der Kleidung (synthetische Kleidungsstücke wie Yoga Leggings) davor bewahrt, ins Abwasser zu kommen. Außerdem verwende ich ab und an selbst gemachtes Waschpulver aus Kastanien und wasche fast ausschließlich mit 30 Grad. Noch zwei Geheimtipps: Apfelessig verdünnt mit Wasser macht eine tolle Haarspülung und Kaffeesatz, anstelle eines Shampoos, welches man in die Kopfhaut einmassiert, ist ein natürliches Haarwuchsmittel."

Welche Beautyprodukte hast du mittlerweile besonders ins Herz geschlossen?

"Ich liebe die Seifen von Primalsuds, vor allem der Scrub mit Kaffee (ich liebe den Geruch, obwohl ich selber keinen Kaffee trinke). Weiter schwöre ich auf die Beauty-Produkte von Josh Rosebrook (leider sehr teuer) und die deutsche Marke Lovely Day Botanicals für erschwinglichere, aber hochqualitative Naturkosmetik."

Ein Essential, ohne das die meisten Frauen nicht leben könnten, ist der Rasierer. Der ist aber meist aus Plastik gefertigt und sollte alle zwei Wochen ausgetauscht, sprich entsorgt werden. Hast du einen Tipp, wie wir uns nachhaltiger rasieren könnten?

"Ich verwende einen Rasierhobel! Das war der gängige Rasierer bis in die 1970er Jahre, vor dem Aufmarsch des Plastiks. Bei der Hobelrasur wird eine Rasierklinge verwendet, die nur ein wenig aus dem Hobel herausragt, um größere Schnittverletzungen zu vermeiden – deswegen heißen diese Rasierer auch Sicherheitsrasierer. Der Rasierer selbst ist aus Metall und deswegen irrsinnig hübsch anzusehen. Auswechseln tut man lediglich die Metallklinge, das muss man alle paar Wochen oder gar Monate machen. Mein Tipp: die Klinge im Rasierer umdrehen, wenn eine Seite stumpf ist, statt die ganze Klinge zu entsorgen. Ein besonders hübsches Modell, das in Deutschland gefertigt und nur in Papier verpackt geliefert wird."

Dein Stil ist clean, farbenfroh und hochwertig. Du vereinst aktuelle Trends mit Fair Fashion und gehst dafür gerne in Secondhand-Läden einkaufen. Wie kann man sich trendbewusst und gleichzeitig nachhaltig kleiden, ohne Fast-Fashion-Marken zu konsumieren?

"Das ist ziemlich einfach! Wenn man ein bisschen Budget übrig hat: Fair Fashion kaufen! Auf meiner Website habe ich eine große Liste an meinen Lieblingslabels angelegt. Und: ein Basic Shirt and Bio-Baumwolle bekommt man schon ab 10€ – gar nicht so viel mehr als Fast Fashion. Wer eher sparend unterwegs ist, kann Second Hand echt alles, sogar neu mit Etikett, finden. Selbst Fast Fashion gebraucht zu kaufen ist besser, als neu. Und wer ganz ohne Geld auskommen möchte, dem rate ich Kleidertauschparties, wo man Kleidung einfach tauscht. Sowas kann man auch mit Freundinnen organisieren."

Welche Person inspiriert dich am meisten und wieso?

"Mich inspirieren bekannte und weniger bekannte Menschen. Bekannte Menschen wie Jane Goodall, die ich bereits treffen durfte oder Nadia Murad. Unbekanntere Menschen wie Frauen, die täglich harte Arbeit in Pflege- oder Sozialberufen leisten und dafür leider immer noch zu wenig Wertschätzung und finanzielle Kompensation erhalten. Alleinerziehende Mütter (und Väter), wie meine Mutter es zeitweise war, sind die Heldinnen unserer Zeit."

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

"Ich würde alle Menschen mit Empathie durchtränken. Oder: ich würde mir wünschen, dass wir die Fähigkeit hätten, nur mit unserer Existenz CO2 zu binden – so wie Bäume!"

So gestaltest du dein Leben und deine Beauty-Routine sofort nachhaltiger

  • Benutze einen Guppyfriend Waschsack für Kleidungsstücke aus Kunstfasern
  • Ersetze Einmalprodukte durch nachhaltige Helfer, wie waschbare Wattepads oder Wattestäbchen aus Bambus
  • Benutze einen Rasierhobel statt Einmalrasierer
  • Organisiere Kleidertauschpartys mit deinen Freundinnen
  • Folge "dariadaria" auf Instagram und lasse dich täglich von neuen Tipps und Tricks inspirieren

1. Goldener Rasierhobel, ca. 20 Euro

2. Wattestäbchen aus Bambus, 800 Stück ca. 13 Euro

3. Waschbare Abschminkpads, ca. 14 Euro

4. Tampons aus Bio-Baumwolle, ca. 5 Euro

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