Ghosting: Was du der Person schreiben solltest, die dich ghostet

Ghosting: Was du der Person schreiben solltest, die dich ghostet

Ghosting ist alles andere als die feine Art, jemandem zu zeigen, dass man kein Interesse hat. Wir verraten euch, wie ihr am besten mit Ghosting umgehen könnt. 

Trauriges Mädchen vor einem Baum
© Pexels
Was kann man tun, wenn man geghostet wird?

Traurig, aber wahr: Ghosting hat sich in den letzten Jahren zum echten Dating-Trend entwickelt. Dabei ist diese Form des Kontaktabbruchs alles andere als fair. Zu Beginn der Beziehung und in der anfänglichen Datingphase sieht alles rosig aus. Man trifft jemanden, ob im Alltag oder über eine Datingplattform und alles scheint super zu laufen, die Gespräche sind toll und wir bekommen das Blaue vom Himmel versprochen. Doch so schnell sie da waren, verschwinden die schönen Momente – oft ganz ohne Anzeichen und Vorwarnung. Was bleibt, sind endlose Chatverläufe, unbeantwortete Anrufe und Erinnerungen – doch die Person ist wie vom Erdboden verschluckt: Du wurdest geghostet.

Was ist Ghosting?

Der Begriff Ghosting (vom Englischen "Ghost" für Geist) beschreibt das Phänomen, dass die Person, die man datet einfach so, ohne Vorwarnung, aus unserem Leben verschwindet und sich nicht mehr meldet. Ohne Erklärung und weitere Reaktionen, herrscht plötzlich Funkstille. Das kann nach dem ersten Date, einer längeren Kennlernphase oder in schlimmsten Fällen auch in einer festen Beziehung oder Freundschaft passieren. Alle gesendeten Nachrichten bleiben unbeantwortet, die Person hat ohne dein Wissen den Schlussstrich gezogen. In den extremsten Fällen führt es sogar dazu, dass uns die Personen in allen Datingplattformen und Sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder WhatsApp blockieren und somit komplett aus unserem Leben verschwinden – als wären sie nie da gewesen. Woran kann das liegen? Einer der häufigsten Gründe und Ursachen für das Ghosting ist Bindungsangst und Angst vor Zurückweisung. Weitere mögliche Gründe für Ghosting sind plötzliches Desinteresse in der Kennenlernphase, ein*e Konkurrent*in, oder auch Scham.

Warum ist Ghosting schlimm?

Diese Form des Kontaktabbruchs ist nicht nur schlimm, weil sie auf unfairem Verhalten beruht. Viel schlimmer sind die psychischen Schäden, die es hinterlässt. Jemandem die Welt zu Füßen zu legen und sie dann ohne Erklärung wieder wegzunehmen, kann wehtun und hindert uns daran, mit der Sache abzuschließen – schließlich hat sie nie ein wirkliches Ende genommen. Das kann ein ordentlicher Dämpfer für das eigene Selbstbewusstsein sein und bei dem Menschen, der gehostet wurde, für Wut, Scham und Selbstzweifel sorgen. Auch wenn es schwerfällt, sollten wir diese Masche der Ghoster nie zu nah an uns heranlassen. Doch wie geht das? Vor allem, wenn man zur Gruppe der hochsensiblen Menschen gehört? Wir haben Antworten!

Ghosting: Was du der Person schreiben solltest, die dich ghostet

Wenn ihr euch dazu entscheidet, diese Trennungsmethode nicht unkommentiert im Raum stehenzulassen, schlagen wir vor, der Person eine der folgenden Phrasen zu schicken: 

  • "Hey x! Ich habe eine Weile nichts von dir gehört, ich habe das Gefühl, dass du nicht mehr daran interessiert bist mich näher kennenzulernen. Bitte sei einfach ehrlich mit mir, da ich gerne wissen möchte, woran ich bei dir bin.“
  • "Hey, ist alles in Ordnung? Ich habe seit einiger Zeit nichts mehr von dir gehört und dachte eigentlich, wir seien auf einer Wellenlänge. Wenn du nicht dasselbe fühlst, sag es einfach! Jeder darf seine Meinung ändern."
  • "Ich möchte hier nichts Falsches vermuten, aber ich habe seit Ewigkeiten nichts mehr von dir gehört. Geht es dir gut? Sag mir ansonsten ruhig ehrlich, wenn du das Interesse verloren hast.“

Auch wenn du am liebsten all deine Wut herauslassen würdest, empfiehlt es sich cool zu bleiben, wenn man geghostet wurde – zumindest nach außen hin. Wer dich so feige sitzen lässt, hat nicht verdient zu wissen, wie emotional du reagierst und wie sehr dich der Konflikt verletzt. Deswegen schreib bei Ghosting lieber eine neutrale, aber deutlich Nachricht. In den meisten Fällen müsst ihr leider davon ausgehen, dass ihr auf derartige Nachrichten keine Antwort vom Ex-Partner erwarten könnt und deshalb auch keine Gründe für das Ende der Beziehung erhalten werdet. Doch wenn es deinem persönlichen Wohlergehen hilft, der Person nochmal die Meinung zu sagen und aufzuzeigen, dass ein derartiges Verhalten erniedrigend und unfair ist, solltest du das tun. Am Ende wirst du den Konflikt als Sieger verlassen. 

Ghosting: So kannst du respektvoll einen Schlussstrich ziehen

Nun kann es aber doch mal passieren, dass auch du dich in einer Situation wiederfindest, in der du nicht weißt, wie du den Kontaktabbruch mit einem Menschen einleiten kannst. Vielleicht hat dir das erste Date nicht gefallen oder nach der ersten Kennenlernphase ist irgendwie die Luft raus? Klar, einfach auf Funkstille zu gehen wäre hier die einfachste Lösung. Doch genau hier ist Mut und Selbstbewusstsein gefragt! Einfach aus Angst vor der Reaktion des anderen zu ghosten tut weh und niemand möchte Opfer dieses unfairen Datingverhaltens werden. Im Idealfall beendest du eine Beziehung in einem persönlichem Gespräch. Solltet ihr aber nur via Datingplattform in Kontakt stehen, ist das oft schwierig. Hier kommen ein paar Beispiele, wie du besser reagierst und nicht zum Ghosting greifen musst:

  1. "Hallo XY, Gestern Abend hat wirklich Spaß gemacht und es war cool, dich ein Stück besser kennenlernen zu können. Trotzdem muss ich sagen, dass es von meiner Seite aus nicht für mehr reichen wird. Tut mir leid"
  2. "Hi. Tut mir leid, dass ich mich diese Woche nicht gemeldet habe, um unser Treffen auszumachen. Ehrlich gesagt habe ich nicht mehr das Gefühl, dass die Chemie zwischen uns beiden stimmt. Ich hoffe, du verstehst das."
  3. "Hallo. Ich weiß nicht genau, wie ich es sagen soll, deshalb halte ich es kurz: Ich habe jemanden anderen getroffen, den ich gerne näher kennenlernen möchte. Es wäre also das Beste, wenn wir uns nicht mehr treffen. Alles Gute weiterhin!"
  4. "Hey. Ich weiß, es klingt wie eine blöde Ausrede, aber ich bin aktuell sehr mit mir selbst und meinem Job beschäftigt und habe deshalb keine Zeit für ein weiteres Treffen. Ich wünsche dir das Beste, denke aber nicht, dass wir uns noch einmal sehen sollten."

Es klingt zwar altmodisch, ist aber wahr: Ehrlich währt am längsten! Und du wirst auch mit einem besseren Gewissen in die Zukunft blicken, wenn du den Kontakt so fair wie möglich beendest. Das kann man zwar nicht von jedem erwarten, aber vielleicht inspirierst du dein Gegenüber so dazu, in der nächsten Situation ebenfalls fair zu handeln.

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Verwendete Quellen: glomex.de, watson.ch

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