Helle Flecken auf der Haut: Alles über Vitiligo

Helle Flecken auf der Haut: Alles, was du über Vitiligo wissen musst

Kennst du die Weißfleckenkrankheit Vitiligo? Hier erfährst du alles über die weißen Flecken auf der Haut.

Hast du nach dem Sonnen helle Flecken auf deiner Haut bemerkt? Die Weißfleckenkrankheit, die sich auch Vitiligo nennt, bricht meist in den ersten 40 Lebensjahren aus. Dabei handelt es sich um eine ungefährliche Pigmentstörung, die sich weiter ausbreiten kann. Möchtest du noch mehr zu den weißen oder hellen Flecken auf der Haut erfahren? Dann solltest du hier weiterlesen.

Was sind helle Flecken auf der Haut?

Die hellen Flecken auf der Haut deuten auf Vitiligo hin. Das ist eine ungefährliche, nicht ansteckende Hautkrankheit, die sich meist in den ersten 40 Lebensjahren entwickelt. Manchmal wird sie noch von anderen Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis, Hashimoto-Thyreoiditis oder Diabetes mellitus Typ 1 begleitet. 

    Dabei kann sich nicht nur die Haut weiß verfärben, sondern auch die Haare auf der betreffenden Hautstelle.

    Welche Typen gibt es?

    Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Arten des Ausbruchs der Weißfleckenkrankheit:

    • Generalisiertes Vitiligo: Mehrere unterschiedliche Hautstellen sind betroffen. Generalisiertes Vitiligo kann noch einmal in zwei Unterformen gegliedert werden: Vitiligo vulgaris ist die häufigste Form der Weißfleckenkrankheit. An verschiedenen Hautstellen bilden sich großflächig weiße Stellen. Sind die jeweiligen Körperstellen parallel betroffen, spricht man von nicht-segmentalem Vitiligo. Beschränken sich die weißen Flecken jedoch auf eine Seite, ist es segmentales Vitiligo. Hast du die Flecken nur im Gesicht, auf den Händen und den Füßen, heißt die Form Vitiligo acrofacialis. Sind mehr als 80% deines Körpers pigmentlos, heißt die Erkrankung Vitiligo generalis.
    • Lokales Vitiligo: Nur ein Hautareal ist betroffen. Dabei beschränkt sich die betroffene Stelle auf ein Versorgungsgebiet eines Nervs. 

    Zusätzlich gibt es noch zwei Typen der Krankheit:

    • Typ 1 Vitiligo: Der seltenere Typ der Pigmentflecken-Krankheit bricht meist in der Pubertät aus. Die betroffenen Personen leiden in den meisten Fällen zusätzlich an Neurodermitis, junge Menschen haben meist viele Muttermale und stellenweise graues Haar.
    • Typ 2 Vitiligo: Dieser Typ beginnt nach der Pubertät. Etwa 85 % der Betroffenen haben diesen Typen der Krankheit, der nicht von den oben stehenden Merkmalen begleitet wird.

    Was ist die Ursache für die hellen Flecken auf der Haut?

    Die Ursache für Vitiligo ist nicht vollständig bekannt. Es gilt als eine Autoimmunerkrankung, die genetisch bedingt sein kann. Die Weißfleckenkrankheit zählt dabei allerdings nicht als Erbkrankheit im klassischen Sinn. Es gibt eine genetische Disposition für Vitiligo. Das bedeutet, dass es aufgrund einer Veranlagerung in manchen Familien häufiger zu Vitiligo kommt. Psychische Belastung wie Stress oder auch Sonnenbrände oder Hautirritationen können einen Einfluss auf das Ausbrechen und den Verlauf der Krankheit haben. 

    Der Beginn der Weißfleckenkrankheit kann nicht lange unbemerkt bleiben. Oft merken betroffene Personen den Ausbruch im Sommer und wenn die Sonne scheint. Bräunt sich die Haut durch die Sonne, werden die hellen Flecken stärker sichtbar, da der Kontrast der Farbe der Haut dann stärker zum Ausdruck kommt. Es entstehen weiße Flecken auf der Haut, weil in diesem Bereich Melanozyten fehlen. Melanozyten produzieren das Pigment Melanin und geben es an die umliegenden Hautstellen ab. Je mehr Melanin in der Haut ist, desto dunkler ist sie. Fehlen Melanozyten, bleibt die Melanin-Bildung aus und die Pigementierung der Haut bleibt weiß.

    Was sind die Symptome?

    In den meisten Fällen gibt es neben der hellen Flecken auf der Haut keine weiteren Symptome der Erkrankung. Trotzdem können diese Symptome auch möglich sein:

    • Juckreiz: Bilden sich neue Flecken und es kommt zur Hautveränderung, kann ein Juckreiz mit einhergehen.
    • Andere Erkrankungen: Oft leiden betroffene Menschen zusätzlich an einer Autoimmunerkrankung wie einer Schilddrüsenerkrankung. Deshalb sollte dies untersucht werden, wenn es zu einer Hautveränderung am Körper kommt. 
    • Lichtempfindlichkeit: Da an den hellen Flecken auf der Haut Pigmente fehlen, sind die Hautstellen sehr lichtempfindlich. Deshalb sollte besonders an den weißen Hautflecken nicht auf einen Sonnenschutz verzichtet werden. Der höchste Lichtschutzfaktor vermeidet einen Sonnenbrand. Die fehlenden Pigmentflecken sind jedoch kein Zeichen für ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

    Wie werden die hellen Flecken auf der Haut behandelt?

    Zunächst einmal muss festgestellt werden, ob es sich bei den hellen Hautarealen überhaupt um Vitiligo handelt. Die weißen Flecken auf der Haut können nämlich auch ein Zeichen für eine Pilzerkrankung oder eine entzündliche Hauterkrankung, die zu der Repigmentierung führt, sein. Dazu liest du weiter unten im Text noch mehr.

    Die Diagnose wird schließlich durch eine Untersuchungslampe, die mit Schwarzlicht funktioniert, gestellt. So kann auch bei besonders hellhäutigen Menschen oder schwacher Ausprägung der Hautflecken Vitiligo festgestellt werden.

    Die Weißfleckenkrankheit kann zwar nicht geheilt werden, aber die Ausbreitung kann eingegrenzt werden. Dafür gibt es verschiedene Behandlungen:

    • Bei kleineren betroffenen Hautarealen kann Vitiligo mit Cremen behandelt werden, die Kortikosteroide enthalten. Hast du die Flecken im Gesicht, bekommst du eine Creme mit einem Kortisonersatzprodukt.
    • Bei einem größeren und sich schnell ausbreitendem Fall der Krankheit kann die Weißfleckenkrankheit auch mit einer Phototherapie behandelt werden. Dabei kommt UV-A-Licht, UV-B-Licht und sichtbares blaues Licht zum Einsatz.
    • Breitet sich die Erkrankung nicht auf weitere Hautareale aus, können auch chirurgische Methoden zum Einsatz kommen. Pigmentzellen von einem gesunden Bereich werden dazu entnommen, im Labor vermehrt und in die befallenen Bereiche transplantiert. 

    Jedoch besteht bei allen drei Methoden der Behandlung ein Risiko, dass die Hautkrankheit wiederkommt.

    Helle Flecken auf der Haut: Pilzinfektion

    Helle Flecken auf der Haut müssen jedoch nicht unbedingt ein Zeichen für die Weißfleckenkrankheit sein. Sie können auch auf einen Pilz auf der Haut hinweisen. Bei der Kleienpilzflechte oder Pityriasis versicolor bilden sich helle oder dunkle Flecken auf der Haut, dessen Ursache ein Hefepilz ist. Genauso wie die Pigmentstörung Vitiligo ist aber auch der Pilz Pityriasis versicolor harmlos und nicht ansteckend.

    Die Erkrankung äußert sich zunächst durch kleine runde oder ovale Hautflecken. Später wachsen diese zu größeren, unregelmäßigen Hautarealen zusammen. Die Bereiche erstrecken sich meist auf den Rücken, die Brust, den Nacken und die Arme. Die Farbe kann auch gelblich, bräunlich, manchmal auch rötlich oder rosafarben sein. Durch folgende Bedingungen wird der Pilz begünstigt:

    • ein warmes und feuchtes Klima,
    • eine erhöhte Schweißproduktion,
    • die Anwendung von Ölen oder Kosmetika, die die Hautporen verstopfen können.

    Die Kleienpilzflechte verschwindet meist nicht von selbst. Bei kühlem oder trockenem Wetter kann sie zurückgehen, mit Cremes, Lotionen und Shampoos lässt sie sich jedoch gut bekämpfen. Bemerkst du die Pilzinfektion bei dir, ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. 

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    Verwendete Quellen: minimed.at, netdoktor.de, gesundheitsinformation.de

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