Hautjucken: Ursachen, Tipps und Produkte gegen Juckreiz

Hautjucken: Ursachen, Tipps und Produkte gegen chronischen Juckreiz auf der Haut

Wenn die Haut ständig juckt, kann das zu einer großen Belastung werden. In diesem Artikel findest du Ursachen, Tipps und Produktvorschläge gegen den chronischen Juckreiz.

Die Haut ist das größte Organ in unserem Körper. Chronisches Hautjucken, auch Pruritus genannt, ist dementsprechend für Körper und Psyche eine schwere Belastung. Betroffene wünschen sich schnelle Hilfe, doch oft dauert die Ursachenfindung und die langfristige, nachhaltige Bekämpfung der Symptome lange. Um geeignete Medikamente und die richtige Therapie zu finden, musst erst verstanden werden, wieso die Haut juckt.

Tatsächlich leidet jede fünfte Person in Deutschland unter chronischem Hautjucken. In vielen Fällen ist dieser Juckreiz auf eine empfindliche, trockene Haut zurückzuführen. Juckende Haut ist außerdem das Hauptsymptom von Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Doch hinter dem Juckreiz können auch innere Erkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen, Diabetes oder Infektionskrankheiten stecken. Daher ist es immer wichtig, deinen langanhaltenden Juckreiz von einem Hautarzt oder einer Hautärztin abklären zu lassen. In diesem Artikel erklären wir dir mögliche Gründe für deinen Juckreiz, geben hilfreiche Tipps zur Erleichterung deiner Symptome und stellen dir Anti-Juckreiz-Cremes zum Nachkaufen vor.

Was ist chronischer Juckreiz?

Wir alle kennen das Gefühl, wenn eine Hautstelle so sehr juckt, dass wir uns ständig kratzen müssen. Bei Juckreiz, der länger als sechs Wochen anhält, wird von chronischem Juckreiz gesprochen. Dabei unterscheiden Fachleute zwischen zwei Hauptformen:

  1. Der Juckreiz tritt auf zunächst gesunder Haut auf. Je trockener die Haut, desto mehr neigt sie zu Juckreiz. Starkes Kratzen führt zu Hautschäden. Bei dieser Form sollte zuerst der Hausarzt oder die Hausärztin zurate gezogen werden, im Anschluss folgt meist aber eine Abklärung durch einen Spezialisten oder eine Spezialistin, da hier für das Hautjucken viele Ursachen infrage kommen.
  2. Der Juckreiz entsteht nur an veränderten, auffälligen Hautstellen. Dann handelt es sich um Juckreiz bei einer speziellen Hautkrankheit, die ebenfalls beim Hautarzt oder bei der Hautärztin abgeklärt werden sollte.

Pruritus: So entsteht der lästige Juckreiz

Juckreiz (Pruritus) entsteht grundsätzlich dann, wenn der Botenstoff Histamin in deinem Körper freigesetzt wird – dafür können beispielsweise Entzündungsprozesse verantwortlich sein. Deine Nervenfasern leiten diese Empfindung zu deinem Gehirn weiter und dort löst sie den Reflex zum Kratzen aus.

Menschen, die unter chronischem Hautjucken leiden, haben stark verzweigte Nervenzellen. Diese Nervenzellen werden ununterbrochen von Botenstoffen und Entzündungszellen befeuert, was sich in anhaltendem Jucken ausdrückt. Vereinfacht gesagt kann deine Haut an bestimmten Körperstellen oder auch am ganzen Körper jucken, wenn:

  • bestimmte Nervenfasern durch die Botenstoffe Histamin und Serotonin getriggert werden,
  • Histamin durch mechanische Reize, Gifte oder Temperaturschwankungen ausgeschüttet wird.

Mit dem Jucken verhält es sich dann wie in einem Teufelskreis: Das ständige Kratzen führt zu kleinen Verletzungen auf der Haut, die sie anfälliger für Entzündungen werden lässt. Die Reaktion deines Immunsystems sorgt dann dafür, dass sich das Jucken weiter verschlimmert.

Der Juckreiz beschränkt sich auf dein Gesicht? Diese Tipps und Produkte helfen wirklich.

Diese Ursachen können hinter dem Hautjucken stecken

Juckende Haut kann zahlreiche Ursachen haben. Durch einen Mangel an Hautfetten und eine verminderte Talgproduktion kann die sensible Hautbarriere schnell aus der Balance geraten und kann ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Durch den Feuchtigkeitsverlust reagiert deine Haut überempfindlich auf jegliche Reize. Verschiedenste Hauterkrankungen, Allergien oder organische Ursachen können dahinterstecken.

Ursprünglich erfüllt juckende Haut eine wichtige Funktion in unserem Körper: Der Juckreiz soll auf Reizstoffe und Parasiten aufmerksam machen. Bei chronisch juckender Haut ist dieses Warnsignal allerdings verloren gegangen. In der kalten Jahreszeit hat Hautjucken oft eine harmlose Ursache, da Heizungsluft zu trockener Haut führt. Wenn dein Juckreiz aber länger besteht, solltest du eine Arztpraxis aufsuchen. Dort beschreibst du als Erstes, wo dein Hautjucken auftritt – ja nachdem, können bestimmte Erkrankungen diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Jucken je nach Körperstelle

  • Jucken auf dem Kopf: Kann auf Unverträglichkeiten des Shampoos, trockene Kopfhaut oder Pilzbefall zurückzuführen sein
  • Nächtliches Jucken auf der Haut: Wenn es nur nachts juckt, sollte die Krankheit Krätze in Betracht gezogen werden
  • Jucken in Leiste, Halsfalte oder Achselhöhlen: Der Grund könnte ein Hodgkin Lymphom sein
  • Jucken der Fußsohle: Hier sollte deine Leber gründlich untersucht werden
  • Juckreiz an Gesichtsstellen und Arm- bzw. Kniebeugen: Meist handelt es sich um ein Ekzem, z.B. bei Neurodermitis
  • Juckreiz an verschiedenen Körperstellen: Hier sollte dem Verdacht auf Nierenprobleme oder Diabetes nachgegangen werden

Jucken je nach Diagnose

Schuppenflechte (Psoriasis)

Die Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft und der eine genetische Veranlagung zugrunde liegt. Es werden vermehrt Zellen der obersten Hautschicht gebildet und die Schuppenflechte tritt meist an Ellenbogen, Knien oder dem Haaransatz auf.

Nierenfunktions-Störungen

Bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten mit Nierenproblemen tritt juckende Haut begleitend auf. Als Ursache wird die Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Körper vermutet, die nicht richtig über die Nieren ausgeschieden werden können. Die häufig als Begleitung auftretende trockene Haut verstärkt das Jucken weiter.

Juckende Haut bei Diabetes

Auch bei Diabetes kommt es oft zu Hautjucken. Ungefähr 20 bis 40 Prozent aller Diabetikerinnen und Diabetiker leiden unter juckender Haut. Zusätzlich ist ihre Haut oft trocken, was wiederum Entzündungen begünstigt. Ausgelöst wird dies durch den Flüssigkeitsverlust, der bei hohen Blutzuckerwerten auftritt.

Äußere Faktoren

Zudem gibt es diverse äußere Faktoren, die juckende Haut hervorrufen. Dazu gehören allgemein trockene Raumluft (zum Beispiel die Heizungsluft im Winter), klimatisierte Räume mit niedriger Luftfeuchtigkeit, häufiges Waschen der Haut oder heißes Duschen, übermäßiger Stress, Schwitzen, luftundurchlässige Kleidung und scharfes Essen.

Lebensmittelunverträglichkeit

In Lebensmitteln sind es meist Zusätze wie Farb- oder Konservierungsstoffe, die eine Unverträglichkeitsreaktion provozieren. Hautjucken wird gerne durch reifen Käse, Fisch, Sauerkraut, Rotwein (enthält Histamin), Hefe, Bananen, Tomaten, Schokolade, Tee und Kaffee ausgelöst. Auch scharfe Gewürze oder Geschmacksverstärker wie Glutamat können der Übeltäter sein. Bei Kindern handelt es sich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten in vielen Fällen um eine Kuhmilcheiweißallergie.

Psychische Erkrankungen

Chronischer Juckreiz muss aber keine organische Ursache haben, sondern kann auch psychischer Natur sein. Wie wir wissen, hat die mentale Gesundheit große Auswirkung auf unseren Körper. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Magersucht werden oft mit Juckreiz am ganzen Körper in Verbindung gebracht. Auch etwa Hypochondrie, Angsterkrankungen und schizophrene Zwangsgedanken können das Hautjucken auslösen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hautjucken

Im ersten Schritt sollte also immer abgeklärt werden, wo die Haut juckt und wieso dies der Fall sein könnte. Ist eine Diagnose gestellt, geht es im Anschluss an das Finden einer geeigneten Behandlung – bei lästigem Juckreiz müssen schließlich eine schnelle Linderung und die richtigen Medikamente her. Die Behandlung ist von Patient:in zu Patient:in sehr individuell. In vielen Fällen haben sich folgende Therapien bei Hautjucken bewährt:

  • Antihistaminika gegen Juckreiz bei Allergien (z.B. Fenistil, Tavegil oder Cetirizin)
  • Mithilfe von Antikörpern den Juckreiz bei Neurodermitis lindern (z.B. Dupilumab)
  • Lichttherapie bei chronischem Juckreiz (eine Anwendung in einer speziellen Kabine mit Licht in 311 Nanometer Wellenlänge)
  • Verschreibungspflichtige Hautcremes (z.B. mit Cortison)
  • Eine Ernährungsumstellung (z.B. auf Phosphat in Cola, Milch- und Fertigprodukten verzichten)

Diese Cremes helfen gegen Hautjucken

Wenn du schnelle Abhilfe suchst, haben wir dir hier eine Auswahl von Cremes zusammengestellt, die uns in der Redaktion bereits gegen Juckreiz geholfen haben. Vergiss bitte trotzdem nicht, dein Hautjucken von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen zu lassen!

Chronisches Hautjucken: Wichtige Tipps

Abschließend möchten wir dir noch einige Tipps an die Hand geben, die deiner Haut guttun und einen anhaltenden Juckreiz lindern können. Achte in deinem Alltag von nun an auf folgende Dinge, wenn du unter trockener, chronisch juckender Haut leidest:

  1. Creme dich mit rückfettenden Cremes ein, besonders nach dem Duschen. Diese Cremes sollten den Stoff Urea enthalten, der die Haut mit Feuchtigkeit versorgt.
  2. Vermeide trockenes Raumklima und häufiges Duschen.
  3. Reduziere Stress, Aufregung, Alkohol und scharfes Essen.
  4. Bei Verdacht auf Milbenbefall solltest du vorsichtshalber deine Matratze austauschen.
  5. Trage nicht zu eng anliegende Kleidung.
  6. In akuten Phasen kannst du nachts Baumwollhandschuhe tragen, um dich vor dem Aufkratzen der Haut zu schützen.
  7. Nutze für schnelle Erleichterung kühle, feuchte Umschläge mit Joghurt, Schwarztee oder etwas Essig auf der Haut.
  8. Setze zusätzlich auf Entspannungstechniken wie Yoga, Muskelentspannung und autogenes Training.

Verwendete Quellen: apotheken-umschau.de, ndr.de, optiderm.de

Temperatur zum Duschen
Wer liebt eine heiße Dusche nicht? Doch hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was das für Auswirkungen auf deine Haut hat? Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...