Haare färben in der Schwangerschaft?

- Darf ich in der Schwangerschaft trotzdem Haare färben? Wie sieht's mit Nagellack in der Schwangerschaft aus? Während der neun Monate, in denen man schwanger ist, macht der Körper so einige Veränderungen durch. Wie gehe ich damit um und wie muss ich meine Pflege- und Beauty-Routinen anpassen? Wir klären auf.

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Von braun auf blond in der Schwangerschaft – geht das?

Haare färben in der Schwangerschaft

Viele Frauen haben während der Schwangerschaft keine Probleme mit ihren Haaren – im Gegenteil, häufig werden sie aufgrund der hormonellen Veränderungen kräftiger und glänzender. Außerdem berichten viele Frauen auch davon, dass ihnen kaum noch Haare ausfallen, sondern sogar neue Haare nachwachsen! Aber was tun, wenn der Ansatz dunkel nachwächst oder ungewünschte graue Haare immer sichtbarer werden? Für viele Frauen gehört das Haare färben zur regelmäßigen Beauty-Routine dazu. Wie verhält es sich aber in der Schwangerschaft? Haare färben ist ja nicht unbedingt gesund, bedenkt man, dass viele Colorationen die reinsten Chemiekeulen sind. Und man möchte ja weder seinem Ungeborenen noch sich selbst schaden. Sollte ich also auf das Haare färben in der Schwangerschaft komplett verzichten?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, das die Unbedenklichkeit von Kosmetik überprüft, erklärt im Hinblick auf das Haare färben in der Schwangerschaft und der Stillzeit: "Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor."

Also ist es wirklich komplett unbedenklich, sich in der Schwangerschaft mal eben von der Brünetten in eine Blondine zu verwandeln? Jein! So direkt kann man das nicht sagen, denn Heidelberger Forschern ist es schon gelungen, Chemikalien aus Färbeprodukten in der Muttermilch und im Fettgewebe von Säuglingen nachzuweisen. Ganz so unbedenklich scheint es also doch nicht zu sein...

Ein weiteres Risiko, das das Haare färben in der Schwangerschaft mit sich bringt: Allergien! Denn durch den veränderten Hormonhaushalt kann man auf Produkte anders reagieren, als man es gewohnt ist. Und reagiert man auf ein Haarfärbemittel plötzlich allergisch, kann es passieren, dass man entsprechende Gegenmittel nicht einnehmen darf, da Antihistaminika in der Schwangerschaft durchaus gefährlich sein können. Auch ästhetische Probleme kann das Haare färben in der Schwangerschaft mit sich bringen. Denn die Haarstruktur ist in der Schwangerschaft verändert, weshalb das Farbergebnis ganz anders ausfallen kann, als man es sich erhofft hatte.

Haare färben in der Schwangerschaft: Unbedenkliche Alternativen

In der Schwangerschaft geht die Gesundheit natürlich vor jedes Schönheitsideal, trotzdem muss eine werdende Mama nicht mit grau durchsetztem Schopf umherlaufen, wenn sie es denn nicht möchte. Natürliche Alternativen zum Haare färben in der Schwangerschaft haben wir hier für euch:

Mit natürlichen Farben wie Kamille, Kastanie, Schwarztee, Zitrone, Walnuss und Henna lassen sich die Haare in der Schwangerschaft ganz natürlich und gesund färben. Zwar darf man bei der natürlichen Variante nicht auf ähnlich intensive Ergebnisse hoffe wie bei der chemischen, aber ein paar Reflexe lassen sich damit setzen. Während werdende Mamis ihren Schopf mit Kamille, frischem Zitronensaft, Honig, Zimt oder selbst gemachtem Salzwasser ein bisschen heller tunen können, kann man mit schwarzem Tee, Walnuss-Schalen und Kastanienblättern etwas mehr Tiefe in seinen Look zaubern.

Natürliche Haarfarben aus der Drogerie

Sante, Logona und Co. – mittlerweile finden sich in Reformhäusern und sogar in herkömmlichen Drogerien eine Menge natürliche Alternativen zu chemischen Colorationen. Pflanzliche Haarfarben versprechen, schonender und umweltverträglicher als konventionelle Haarfärbemittel zu sein. Sie bestehen aus gemahlenen, farbintensiven Pflanzenbestandteilen, die sich an die äußere Schuppenschicht der Haare anlagern. Sie sind dementsprechend sehr viel pflegender und gesünder als chemische Haarfärbemittel. Allerdings ist die Range an Nuancen eingeschränkt und extreme Farbveränderungen kann man mit natürlichen Haarfarben nicht erzeugen. Rottöne, Braunnuancen und dunklere Blondstufen können mit Naturprodukten durchaus gefärbt werden. Graue Haare lassen sich damit eigentlich immer problemlos abdecken.

Veränderung der Gesichtshaut in der Schwangerschaft

Manchen Frauen sieht man die Schwangerschaft schon im Gesicht an: Sie bekommen diesen "Glow", rosige Wangen und strahlende Haut - ganz ohne Cremes und Make-up!

Andere Schwangere haben leider nicht so viel Glück: Sie wirken sehr blass oder leiden unter Hautirritationen - entweder ist die Haut zu trocken und spannt, oder es kommt aufgrund der vermehrte Östrogenzufuhr zu vermehrten Talgablagerungen und Pickeln.

Gegen die blasse Nase hilft getönte Tagescreme oder ein leichter Selbstbräuner - fürs Baby völlig unproblematisch und ihr müsst euch nicht gefährlichen UV-Strahlen aussetzen!

Trockene Haut pflegt ihr am besten mit einer extrem feuchtigkeitshaltigen Creme und regelmäßigen Kurpackungen, die die Feuchtigkeit binden, z.B. einer selbstgemachten Bananenmaske! Dazu einfach eine halbe Banane zerdrücken und mit zwei Esslöffel Sahne mischen. Auf das gereinigte Gesicht auftragen und 20 Minuten einwirken lassen.

Wer in der Schwangerschaft plötzlich zu Pickeln neigt, dem helfen entzündungshemmende Stoffe wie Zink oder Weizenkleie (gibt’s oft schon fertig gemischt als Maske!).

Baden in der Schwangerschaft

So ein Bad ist herrlich entspannend - aber ist das heiße Wasser auch gut für das Baby? Keine Sorge: Ihr könnt ruhig baden, wenn Ihnen danach ist - nur nicht zu heiß!

Gebt dazu Meersalz zusammen mit vier EL Mandelöl ins Badewasser - beruhigt juckende Haut und entspannt wunderbar!

Fallen in der Schwangerschaft die Zähne aus?

"Pro Schwangerschaft fällt ein Zahn aus", heißt es im Volksmund. Aber nicht gleich Panik bekommen: Weil ihr und das Baby in der Schwangerschaft einen Mehrbedarf an Mineralstoffen habt, solltet ihr jetzt besonders auf eure Zahnpflege achten. Nach jeder Mahlzeit Zähneputzen und Zahnseide verwenden ist Pflichtprogramm! Eine gesunde Ernährung unterstützt euch dabei, außerdem solltet ihr während der Schwangerschaft alle drei Monate einen Check-Up beim Zahnarzt machen.

Bauch und Busen in der Schwangerschaft

Die Veränderungen am Busen passieren lange vor dem eigentlichen Stillen: Die Brüste spannen, sind schmerzempfindlicher und fühlen sich geschwollen an. Beginnt daher möglichst bald mit eurer Pflege: Massiert die Brüste täglich mit einer weichen Bürste oder reibt sie sie sanft mit einem nassen kalten Waschlappen ab. Danach das Gewebe mit einer Calendulacreme (Drogerie, Apotheke) massieren. Achtet außerdem auf einen gut sitzenden BH aus weichem Material und mit breiten Trägern, der das Bindegewebe stützt!

Die Haut wird während der Schwangerschaft naturgemäß am meisten am Bauch beansprucht! Violette Schwangerschaftsstreifen, die bei einer Bindegewebsschwäche oder bei schnellem Wachsen des Bauches entstehen, könnt ihr frühzeitig entgegenwirken: Massiert die Haut möglichst früh (mindestens ab dem dritten Monat) mit einem Massageöl oder einer speziellen Creme. Wenn die Haut noch nicht zu sehr spannt, verbinden Sie das Ganze gleich mit einer Zupfmassage: Die Haut mit Daumen und Zeigefinger sanft hochziehen, kurz halten und dann wieder loslassen. Sanft ausmassieren.

Wenn der Bauch schon sehr groß ist, die Haut spannt und juckt, helfen Cremes mit feuchtigkeitsbindendem Urea-Anteil (Drogerie, Apotheke). Und auch wenn die ersten Wochen stressig sind, ein bisschen Mama-Beauty tut gut!

Geschwollene Füße in der Schwangerschaft

Gerade gegen Ende einer Schwangerschaft schmerzen Füße und Beine - kein Wunder, müssen sie doch bis zu 15 Kilo Extragewicht herumtragen!
Legen Sie daher oft eure Beine hoch und tragt ruhig Stützstrümpfe - besonders in den letzten Monaten. Lasst euch die Füße mit einem Massageroller massieren oder nehmt ein wohltuendes Fußbad mit einem Schuss Pfefferminzöl.

Diese Übung hilft gegen geschwollene Waden und Knöchel: Flach auf den Rücken legen und die Beine an einer Wand oder Tür abstützen. Dann die Zehen in Richtung Fußboden ziehen und wieder entspannen.
Übrigens: Sexy Schuhe mit kleinem Absatz sind auch in der Schwangerschaft erlaubt - auch wenn euch vermutlich von allen Seiten zu breiten Sandalen oder sonstigen Gesundheitstretern geraten wird. Solange ihr einen stabilen Stand in den Schuhen habt, gibt es jedoch kein Problem!

Sex nach der Geburt

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Viele Frauen haben in der Schwangerschaft Rückenschmerzen, vor allem in den letzten Monaten, wenn der Bauch das Gewicht nach vorne zieht. Wenn ihr viel sitzen müsst, z.B. am Schreibtisch, entlastet euer Kreuz mit einem Gymnastikball oder einem Kniestuhl. Wunderbar gegen Rückenschmerzen hilft übrigens Schwimmen! Dabei können ihr gleichzeitig entspannen und das Gefühl der "Schwerelosigkeit" genießen!