Laut Expertin: Wie sieht Dating nach der Pandemie aus?

Laut Expertin: Wie sieht Dating nach der Pandemie aus?

Während der Pandemie mussten wir uns einigen Herausforderungen stellen – mitunter dem Dating. Doch wie sieht es damit eigentlich nach der Krise aus? Wir haben eine Expertin gefragt.

Die Dating-Welt hat sich während des Lockdowns und der Pandemie erheblich verändert. Erste Dates konnten nicht mehr in Museen, Restaurants oder in Bars stattfinden, sondern mussten ständig verschoben werden. Diejenigen, die nicht warten konnten, die haben ihre Kennlernzeit durch Video Calls, Telefonate und Messaging überbrückt. Doch für immer wird es so ja nicht weitergehen (hoffentlich). Allerdings stellt sich dann nun noch die Frage: Wie sieht Dating nach der Pandemie aus? Ändert sich etwas daran? Gibt es gewisse Do's und Don'ts, an die wir uns nun halten müssen?

Wir haben Dating-Expertin Mashaal Omary (36) von muenchnerSingles.de im Interview alles darüber gefragt und mehr zu den aktuellen Dating-Trends, Risiken und Tipps rundum Dating erfahren.

1. Man hat in den letzten Jahren bereits von so vielen Dating-Trends wie "Ghosting", "Gaslighting", "Benching" und Co. gehört. Welchen Dating-Trend wird es nun nach der Pandemie geben?

Die langen Lockdownphasen haben zwei Trends hervorgerufen, die aus meiner Sicht sehr positiv für Singles sind:

Zum einen das "Slow Dating". Bei diesem Trend wird sich wieder mehr Zeit beim Daten genommen. Chatten mit Memes, GIF‘s und Sprachnachrichten oder auch ein Video-Call werden bereits vor dem ersten Treffen genutzt, um sich ein persönlicheres Bild vom anderen zu machen. Singles sind gerade was die Kommunikation angeht, durch den Lockdown offener und zuverlässiger geworden. Da man in dieser Zeit ja gezwungenermaßen meistens zu Hause war, nutzen die Singles vor allem technische Mittel, um miteinander in Kontakt zu treten.

Ein weiterer Trend ist das "Hardballing". Hier wird sich gezielt auf eine Person eingeschossen, statt kreuz und quer zu Daten. Singles spielen ihre Bälle also gezielt aus, um sich in die richtige Person zu verlieben und die "Frösche" dadurch auszulassen.

2. Und gab es während der Pandemie einen Dating-Trend, der sich etabliert hat?

Das "Locdating“ ist ein Trend, der Singles dazu bringt, Leute zu daten, die in der Nähe wohnen. Ausgelöst wurde der Trend durch Ausgangssperre und Maskenpflicht, die bei längeren Fahrten als sehr unangenehm empfunden wurde. Da viele aufgrund der Entwicklung der Pandemie nach wie vor verunsichert sind und vielleicht mit einem weiteren Lockdown rechnen, bleibt der Trend wohl noch länger bestehen. Was gerade beim Dating sehr schade ist, denn die große Liebe wohnt nur selten im eigenen Viertel. 

3. Trotz der Lockerungen möchten einige sich weiterhin schützen und nicht oft raus gehen. Inwieweit ist es für diese Menschen möglich, neue Bekanntschaften zu schließen, die später auch ernster werden könnten?

Online Dating ist bei vielen Singles mittlerweile fest in den Köpfen verankert und kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Es gibt wohl keine einfachere Möglichkeit, jemanden ganz unkompliziert von seiner Couch aus in der Jogginghose kennenzulernen.

Natürlich kommt es weiterhin auf die Dating-Apps an, die man nutzt. Wer die große Liebe oder Singles mit ernsthafteren Absichten sucht, sollte sich eine Dating-App aussuchen, bei der man wirklich persönliche Facts von sich im Dating-Profil angeben kann, wie zum Beispiel bei muenchnersingles.de.
Wer dann noch wie beim "Slow-Dating" oder "Hardballing" vorgeht, bleibt sicher nicht lange allein.

4. Welche Tipps würden Sie Menschen geben, die sich durch den Lockdown und durch die Pandemie introvertierter fühlen. Wie kommt man in Sachen Dating wieder ins Spiel, ohne sich selbst zu viel Druck zu machen?

Um Schüchternheit zu überwinden, gibt es keinen besseren Tipp, als im Alltag ernst gemeinte Komplimente zu verteilen. Fang bei der besten Freundin an, dem netten Nachbarn von nebenan oder der Kassiererin im nächsten Supermarkt. Das ist eine kleine Geste mit einer großen Wirkung. Man bekommt sofort positives Feedback zurück und übt sich täglich darin, mit anderen in Kommunikation zu treten. Der nächste Flirt gelingt dadurch spielerisch und fühlt sich ganz natürlich an.

5. Viele Menschen haben sich während der Corona-Zeit ans Online-Dating gewagt. Der einzige Austausch lief via Texting oder Anrufen. Kann ein wochen- oder monatelanger Kontakt ohne sich zu treffen, eine gute Grundlage einer Beziehung sein oder sind eher Treffen am Anfang des Kennenlernens wichtiger?

Tatsächlich rate ich davon ab, zu lange mit seinem Flirt zu texten. Umso länger man mit einem persönlichen Treffen wartet, desto eher könnte die Kommunikation versacken, da es meistens nicht über den „oberflächlichen“ Small-Talk hinausläuft.

Zudem können sich über Wochen falsche Erwartungen oder ein unrealistisches Bild vom anderen aufbauen, die in Wahrheit mit der Realität rein gar nichts zu tun haben. Sich nach einer Woche zu treffen ist perfekt, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt.

6. Welche Erwartungen haben Menschen nun nach der Pandemie, wenn es ums Dating geht? Glauben Sie, dass die meisten direkt auf der Suche nach etwas Ernstem sind oder nicht?

Insgesamt hat die Pandemie doch dazu geführt, dass viele Singles sich nach einer liebevollen Beziehung sehnen. Das Gefühl von Einsamkeit während der Lockdowns hat einigen vor Augen geführt, dass unverbindliche Beziehungen auf Dauer nicht glücklich machen und es gerade in schwierigen Zeiten schön ist, eine Schulter zum Anlehnen zu haben. 

7. Den Ex nach der Pandemie kontaktieren, weil man ihn vermisst und sich einsam fühlt – gute Idee oder nicht?

Auch wenn die Sehnsucht nach körperlicher Nähe und emotionaler Zuwendung groß ist, rate ich davon ab, den oder die Ex zu kontaktieren.

Wenn man mal die schönen Zeiten gedanklich beiseiteschiebt und noch mal reflektiert, warum die Beziehung eigentlich nicht gehalten hat, fallen einem sicher gute Gründe ein, um nicht zum Handy zu greifen ;)

8. Welche Vor- und Nachteile bringt das Daten nach einer Pandemie mit sich?

Eindeutige Vorteile sind, dass man wieder im Alltag in einer coolen Bar face-to-face flirten und sich für Dates in exotischen Restaurants, Kinos oder Museen à la Sex and the City verabreden kann.

Nachteile? Witzigerweise stöhnen manche bei dem Gedanken genervt auf, sich nun wieder in Schale werfen zu müssen.

9. Was ist Ihrer Meinung nach ein absolutes No-Go beim ersten Date nach dem Lockdown?

Auch wenn es jetzt vermehrt "Lockerungen" gibt und das Gefühl von Normalität zurückkehrt – wir befinden uns noch in einer Pandemie. Wir sollten weiterhin die Verantwortung füreinander übernehmen und ganz besonders auf die Gesundheit beim Daten achten. Singles sollten nach wie vor bei Krankheitssymptomen einen Test machen und auf das Date erst mal verzichten. Wenn ernsthaftes Interesse besteht, wartet jeder. Also, safety first.

10. Abschließend: Haben Sie Tipps für Menschen, die noch nie jemanden gedatet haben und nun nach der Pandemie tatsächlich vor dem ersten Date in ihrem Leben stehen?

Ja! Authentizität ist super sexy! Überspiele deine Angst nicht und es hilft auch, manchmal gleich zu Beginn des Dates zu sagen, dass man etwas nervös ist. Dann ist die Katze aus dem Sack und die Stimmung aufgelockert. Denk dran, dass der andere vermutlich auch ganz aufgeregt und deinetwegen nervös ist. Du bist also nicht ganz allein mit dem Gefühl.

Ansonsten sei höflich, aufmerksam und ganz du selbst. Im schlimmsten Fall springt der Funke nicht über. Das ist aber kein Grund zur Traurigkeit, denn das Dating-Meer ist voller Fische und das nächste Match wartet garantiert auf dich!

Vielen Dank für das Interview!

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