Frühlingsgefühle: Gibt es sie wirklich?

Frühlingsgefühle: Gibt es sie wirklich?

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr kommen die Frühlingsgefühle hoch. Stimmt das oder ist das ein Mythos?

Frau tanzt im Kleid auf der Wiese bei Sonnenschein
© Pexels
Was genau sind Frühlingsgefühle eigentlich?

Frühlingsgefühle: Es passiert etwas mit dem Körper... 

Mit dem Frühling kommen auch die Frühlingsgefühle hoch. Die ersten Knospen der bunten Blüten fangen an zu sprießen und somit auch die Glückshormone Serotonin und Endorphin. Weg mit der Frühjahrsmüdigkeit, die sogenannten Frühlingsgefühle sind aus ihrem Winterschlaf erwacht! Aber ist da etwas Wahres dran? Bekommen wir wirklich gute Laune, flirten und sind grundsätzlich aktiver? Gibt es einen Energieschub durch den Frühling?

Seit Jahren sind Forscher und Experten an dieser Thematik dran und versuchen die genaue Ursache für die Frühlingsgefühle und die einhergehende gute Laune und Flirtlust ausfindig zu machen. 

Was genau geht in unserem Körper vor?

Psychologische Untersuchungen des Hormonbiologen Professor Alexander Lerchl an der Jacobs-Universität in Bremen belegen, dass die Frühlingsgefühle eine Erholung vom Winter in unserem Körper darstellen. Grund für diesen positiven Effekt auf unsere Laune und Psyche hat das Tageslicht. Die Temperaturen steigen an, es wird wärmer und wir fühlen uns deutlich wohler. Die warme Kleidung aus dem Winter wird in den Winterschlaf katapultiert und wir kleiden uns alle etwas lockerer. Professor Alexander Lerchl erklärt weiter, dass wir ab dem Frühling so die Möglichkeit haben, unsere Mitmenschen genauer unter die Lupe zu nehmen. So geraten wir mal schnell in eine Flirt-Laune.  

Die Produktion der Glückshormone steigt im Frühling an

Matthias Weber von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie erklärte im Interview mit der „Welt“, dass nicht nur die längeren Tage, die Sonne und die warme Temperatur für eine bessere Stimmung sorgen. Das Phänomen habe auch etwas mit unseren Hormonen zu tun. Durch die zunehmende Lichteinwirkung über das Auge wird in der Zirbeldrüse im Gehirn das Schlafhormon Melatonin reduziert. Die Glückshormone Serotonin, Endorphin, Dopamin und Noradrenalin steigen an. Wir sind weniger müde und die Trägheit aus den kalten, grauen Wintertagen lässt somit Stück für Stück nach. Mit jedem einzelnen Sonnenstrahl steigt unsere Lust und Flirtlaune. Diese neugewonnene Aktivität im Körper wird positiv aufgefasst und natürlich herzlichst begrüßt. 

  • Serotonin: Das Serotonin ist als Glückshormon bekannt und ist ein Neurotransmitter im periopheren und zentralen Nervensystem. Es beeinflusst unsere Emotionen und unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.  
  • Endorphine: Endorphine sind Stimmungsmacher und wecken den Tatendrang im eigenen Körper. Sie sind wichtige Botenstoffe, die für unsere gute Laune verantwortlich sind. Übrigens sind Endorphine gut gegen Stress und unterstützen unsere Gesundheit. Endorphine sind für die Bildung der Sexualhormone verantwortlich. 
  • Noradrenalin: Die wichtigste Funktion des Noradrenalins ist die Aufrechterhaltung und Steuerung unseres Herzschlags. In stressigen Situationen produziert der Körper mehr Noradrenalin, um uns zu schützen.
  • Melatonin: Das Hormon Melatonin ist in der Zirbeldrüse des Auges, das gemeinsam mit dem Serotonin den Tag-Nacht-Rhythmus in unserem Körper steuert. 

Was bedeuten Frühlingsgefühle wirklich?

Die Frühlingsgefühle wurden bisher in keine wissenschaftlichen Daten ausgearbeitet. Das heißt also, dass es viel mehr eine psychologische Auswirkung auf unseren eigenen Körper hat. Durch die zunehmende Wärme, Sonne und Länge der Tage steigt unsere Laune. Die Stimmung wird bei fast allen Menschen im Frühjahr einfach besser. Diejenigen, die unter einer Winterdepression leiden, verlieren durch die vermehrten Sonnenstrahlen, die ab Frühling immer mehr durch die Wolkendecke durchkommen, ihre negativen Gedanken. Die Natur animiert Menschen ab dem Frühling, Dinge positiv zu betrachten und bereitet uns auf den bevorstehenden Sommer vor. Nicht nur das Auge nimmt den Frühlingsbeginn war. Gehen wir in den Park um die Ecke, lässt sich der Frühling schon leicht riechen. Der erdige Geruch, der Rasen, die Blumen, alle Duftnuancen der Natur steigen in die Nase. 

Die Kontraste sind für die Frühlingshormone verantwortlich

Wer allerdings im Winter genug Licht abbekommt, der wird die Frühlingsgefühle weniger am eigenen Körper wahrnehmen. Denn aus psychologischer Sicht seien die Frühlingsgefühle auf die Kontraste zurückzuführen, erklärt die Gesundheitspsychologin Julia Scharnhorst. Wer im Winter wenig Licht sieht, sich draußen kaum aufhält, wird ab Frühling einen enormen Kontrast wahrnehmen. Diese Gewohnheit wurde uns Menschen schon vor mehreren Jahrhunderten weitergegeben, so erklärt Scharnhorst, dass die Menschen früher in ihren Hütten und Höhlen saßen. Zu der Zeit gab es das künstliche Licht nicht, was wir nun alle bei uns zuhause zusätzlich verwenden, wenn die Sonne bereits nachmittags im Winter verschwindet. 

Nicht jeder ist von den Frühlingsgefühlen betroffen

Die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ist ebenfalls ein Phänomen, das psychologisch bedingt ist. In Einzelfällen kann es dazu kommen, dass Menschen unter intensiver Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit und bis hin zu Kreislaufproblemen leiden. Die Menschen wirken gereizt und verspüren starke Kopfschmerzen. Dieses Phänomen wird genauso durch den Jahreszeitenwechsel hervorgerufen wie die Frühlingsgefühle.

Frühlingsgefühle: Ein Booster für das eigene Liebesleben?

Komm mit den Frühlingsgefühlen auch das Verliebtheitsgefühl hoch? Können wir Menschen unser eigenes Liebesleben damit aufpäppeln? Diese Frage lässt sich nur mit einem Ja und einem Nein beantworten. Unsere Hormone lassen uns zur warmen Jahreszeit aktiver werden. Die Temperaturen sorgen dafür, dass wir gewisse Kleidung weglassen und uns in leichter Kleidung hüllen. So bekommen Menschen mehr voneinander zu sehen. Die starken Oberarme eines Mannes, die wunderschönen langen Beine einer Frau – es sind alles Reize, die wir im Winter kaum voneinander mitbekommen. Aber locken wir damit auch einen potenziellen Partner an? Das Sexualhormon Testosteron wird beim Mann in einem jahreszeitlichen Rhythmus produziert. Ab Frühling beginnt die Produktion zuzunehmen. Das Testosteron-Hormon hat einen positiven Effekt auf den Mann, er fühlt sich wohler. Frauen hingegen haben keinen jahreszeitlichen Rhythmus der Hormone. Frauen hingegen merken mit der zunehmenden guten Laune durch die warmen sonnigen Tage, dass sie sich nach einer Veränderung sehnen. So gesehen haben die Frühlingsgefühle eine Auswirkung auf das männliche Geschlecht, aber keine direkt Auswirkung auf das eigene Liebesleben. 

Babyboom dank der Frühlingsgefühle?

Bis Mitte der 70er Jahre gab es einen Rhythmus bei den Menschen, der dazu führte, dass die meisten Kinder im Frühling gezeugt wurden. Der Mai wurde als sogenannter „Wonnemonat“ bezeichnet. Der biologische Rhythmus, der in der Tierwelt noch ausgeprägt vorhanden ist, wurde bei uns Menschen abgelöst. Studien belegen inzwischen, dass dieser Trend bei den Menschen abgenommen hat. Im Dezember werden die meisten Kinder gezeugt. Das hängt mit der dunklen Jahreszeit und der vielen Feiertage zusammen. So hat das Paar mehr Zeit und Entspannung, um sich der Liebe zu widmen und Babys zu zeugen. 

Kann ich meine Frühlingsgefühle verstärken? 

Ein morgendlicher Spaziergang in der Sonne hilft als Motivationsschub, um perfekt in den Tag zu starten. Auch der Sport am frühen Morgen, wie das Joggen oder Laufen bei Sonnenaufgang haben einen positiven Einfluss auf die Laune. Wenn du regelmäßig morgens rausgehst, wirst du schnell merken, dass deine Tagesabläufe dir viel besser gelingen und du effektiver durch den Tag kommst. Die gute Laune strahlst sie vor deinen Mitmenschen aus. Das wiederum wirkt sehr anziehend auf das andere oder gleiche Geschlecht. Denn positive Energie und gute Laune sind ansteckend und so kommst du viel leichter in ein schönes Gespräch, vielleicht auch einen Flirt?

Es wurde dein Herz gebrochen? Hier kommen die Tipps, wie du durch die schwere Zeit durchkommst. Es gibt verschiedene Phasen einer Beziehung, kennst du alle? Was hilft gegen Bindungsangst oder was versteht man unter bedingungslose Liebe? Wir erklären dir alles, was du zum Thema Liebe wissen möchtest!

Verwendete Quellen: welt.de, braineffects.de, netdoktor.de

Horoskop: Mann und Frau liegen auf Decke mit Pizza
Die Venus steht zur Zeit im Stier. Welche Sternzeichen von dieser Konstellation beflügelt werden und Glück in der Liebe haben, liest du hier.  Weiterlesen
Lade weitere Inhalte ...