Osterhase: Ursprung und Bedeutung der Ostertradition

Osterhase: Ursprung und Bedeutung der Ostertradition

Woher kommt eigentlich der Osterhase? Und was bedeutet diese Ostertradition? Hier erfährst du alles, was du wissen musst.

Osterhase auf einem Feld mit Ostereiern
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Woher kommt eigentlich der Osterhase? Wir erklären dir den Ursprung und die Bedeutung dieser Ostertradition

Der Osterhase gehört für viele Menschen zu Ostern einfach dazu. Zusammen mit den Ostereiern, dem Osterlamm, dem Osterfeuer und den vielen anderen Osterbräuchen, macht der Osterhase das Osterfest erst zu dem, was es ist. Doch woher kommt der Osterhase eigentlich und was bedeutet diese ganz besondere Ostertradition? Hier erfährst du mehr.

Was macht der Osterhase an Ostern?

Der Hase mit seinem flauschigen Fell, den lauschenden Ohren und den süßen Hasenpfoten gilt hier bei uns als der österliche Eierbringer. Der Osterhase ist für das Ostereier färben und Ostereier bemalen zuständig und versteckt sie dann laut Tradition im Garten oder in der Wohnung. Im Anschluss werden die bunten Eier von den Kindern gesucht und in ein Osterkörbchen gelegt. Osterhasen werden oft auch in Form von Schokolade verschenkt. 

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Wofür steht der Osterhase?

Tatsächlich ist die ursprüngliche Bedeutung des Osterhasen bis heute nicht ganz geklärt. Doch es gibt verschiedene Ansätze, die es wissen wollen:

  1. In der Tiersymbolik des Römischen Reichs gilt der Hase als Symbol für Jesus Christus, der das Leben über den Tod gebracht hat und stets über die Seinen wacht. Denn Hasen besitzen keine Augenlider und schlafen daher stets mit geöffneten und scheinbar wachenden Augen.
  2. Der Hase gilt als Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit. Denn er besitzt eine ausgeprägte Zeugungskraft und kann sich extrem schnell vermehren. Auch Jesus steht – aufgrund seiner Auferstehung – symbolisch für das Leben und für den Sieg über den Tod. 
  3. Laut Tiersymbolik der Heiden ist der Hase das heilige Tier der germanischen Frühlingsgöttin Ostara. Denn Hasen stehen für eine rasche Vermehrung und für Fruchtbarkeit, die auch im Frühling zu sehen sind. 
  4. Der Hase gilt als Mondtier. Das Datum an dem Ostern gefeiert wird, richtet sich nach dem Mondkalender: Das Fest wird immer am ersten Sonntag nach dem Vollmond im Frühling gefeiert.

Eine Legende besagt jedoch, dass der Osterhase eigentlich nur ein verbackenes Osterlamm gewesen sei. Denn traditionell wurde an Ostern stets ein Osterbrot gebacken, das die Form eines Lamms haben sollte. Im Backofen habe sich das Brot jedoch verformt und wurde zum Hasen. Na, ob das stimmt? 

Seit wann gibt es den Osterhasen? 

Auf einem Sakramentarblatt der Osterliturgie des 12. Jahrhunderts sind Initialen zu sehen, die mit einem Hasen verziert sind. Eine eindeutige schriftliche Erwähnung findet der Osterhase durch einen Heidelberger Arzt im Jahre 1682. Er schrieb in seiner Dissertation:

...in Oberdeutschland, in unserer Pfalzgrafschaft, im Elsass und in benachbarten Gemeinden sowie in Westfalen... der Osterhase solche Eier lege und in den Gärten im Grase verstecke, damit sie von den Knaben umso eifriger gesucht würden, zum Lachen und zur Freude der Älteren.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich der Brauch rund um den Osterhasen weiter und gewann an Beliebtheit. Die Osterhasen-Tradition, so wie wir sie kennen, wurde schließlich im 19. Jahrhundert gefestigt. Heute gilt der Hase als einer der wichtigsten Bräuche an Ostern überhaupt. 

Gibt es auch Alternativen zum Osterhasen?

In vielen Orten brachte früher nicht nur der Osterhase die Eier für die Kinder, sondern auch andere Tierarten. In Tirol legte zum Beispiel die Osterhenne die Ostereier. In Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen versteckte stattdessen der Osterhahn oder der Osterfuchs die Eier. In der Schweiz suchten die Kinder Ostereier, die vom Kuckuck versteckt wurden und in Thüringen kam der Storch. Apropos Alternative: Wie wäre es dieses Jahr mit vegane Ostern?

Warum setzte sich der Osterhase schließlich als Eierbringer durch?

Für viele ist es ganz eindeutig: Der Osterhase ist der perfekte Eierbringer. Denn Feldhasen liegen meist in einer kleinen Mulde und hoppeln bei Gefahr schnell los. Die zurückbleibende Kuhle im Gras wird als der perfekte Platz für die Eierablage angesehen. Diese Geschichte wird übrigens sehr gerne den Kindern erzählt, die fragen, warum denn gerade ein Häschen die Eier an Ostern bringt. 

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Quellen: planet-wissen.de, das-osterportal.de

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